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Low Carb – Meine Diät!?

Low Carb erfreut sich gerade wegen seiner Wirksamkeit und seiner Nachhaltigkeit auch in Deutschland großer Beliebtheit. Aber nicht für jeden ist es die richtige Diätform. Es gibt verschiedene Faktoren, die Sie vorher betrachten sollten. Bevor Sie also sicher entscheiden können, ob Low Carb die ideale Diät für Sie ist, sollten Sie sich selbst einige Fragen beantworten …

Wie sieht mein aktuelles Essverhalten aus?

Eine Bestandsaufnahme vor dem Beginn einer Diät ist wichtig. Je weiter Ihr aktuelles Essverhalten von den Vorgaben des Low Carb abweicht, umso schwieriger wird die Umstellung. Analysieren Sie also ganz genau:

  • Wann esse ich?
  • Wie viel esse ich?
  • Warum esse ich?
  • Was genau esse ich?

Gerade die letzte Frage ist bei einer Entscheidung für oder gegen Low Carb besonders wichtig. Betrachten Sie Ihre typischen Mahlzeiten und analysieren Sie einmal, wie viele Komponenten davon Kohlenhydrate enthalten. Überlegen Sie, auf welche Dinge sie künftig verzichten müssten, wenn Sie sich für Low Carb entscheiden. Können Sie sich vorstellen, keine Pizza, Pasta oder Reis mehr zu essen? Wie sieht es mit Brot oder Kartoffeln aus? Was ist mit Obst und Süßigkeiten?

Überlegen Sie anschließend, wie Ihre Mahlzeiten in Zukunft aussehen müssten oder könnten. Können Sie sich vorstellen, dass Ihnen schmeckt, was Sie vor Ihrem inneren Auge ausbreiten?

Seien Sie in dieser Analyse ehrlich zu sich selbst. Nur so können Sie die richtige Entscheidung treffen. Wer sich selbst gegenüber hier nicht aufrichtig ist, riskiert, eine Diät zu wählen, die vielleicht nicht zu ihm passt. Ein Scheitern beim Abnehmen ist dann schon fast vorprogrammiert.

Low Carb

Low Carb ©iStockphoto/Shaiith

Wie viel Diäterfahrung habe ich?

Auch Ihre Diäterfahrung spielt bei der Entscheidung für oder gegen Low Carb eine Rolle. Schließlich überlegen Sie, mit Low Carb in eine recht komplexe Materie einzusteigen.
Wenn Sie vorher schon Diäten ausprobiert haben, stellen Sie sich die Frage, warum Sie sie nicht wiederholen möchten oder vielleicht sogar an ihnen gescheitert sind. Was hat Sie an den bisherigen Diäten gestört? Wo war der Haken, an dem es im Endeffekt gescheitert ist? Was war vielleicht auch gut? Welche Dynamiken haben Sie in Ihren bisherigen Diäten an sich kennengelernt?

Sie können viel Hilfe und Information aus Ihren bisherigen Erfahrungen ziehen, wenn Sie sich genügend Zeit nehmen und diese gründlich betrachten.

Wenn Sie ernsthaft erwägen, sich für Low Carb zu entscheiden, ist es beispielsweise hilfreich, wenn Sie schon Vorwissen über den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißgehalt von Lebensmitteln haben – sei es, aus einer früheren fettreduzierten oder vielleicht aber auch aus einer kohlenhydratreduzierten Diät. Vielleicht haben Sie auch schon einmal eine Form des Low Carb getestet.

Wenn Sie zurückblicken, betrachten Sie jedoch nicht nur das Gelernte. Erinnern Sie sich auch, wie Sie sich während der Diät gefühlt haben. Waren Sie fit und energiegeladen oder eher träge und müde? Haben Sie sich wohl gefühlt während der Diät?
Wenn Sie bereits mehrere verschiedene Diättypen getestet haben, vergleichen Sie auch Ihr Befinden während der jeweiligen Diät. Hieraus erhalten Sie ebenfalls wertvolle Hinweise, ob Low Carb der richtige Weg zu Ihrem Wunschgewicht ist.

Welchen Einfluss hat meine Gesundheit auf meine Diätentscheidung?

Low Carb ist eine weitreichende Form der Ernährung und langfristig angelegt. Daher sollen Sie natürlich auch überlegen, ob sie gesundheitlich zu Ihnen passt.
Für Diabetiker, die ohnehin mit dem Kohlenhydratgehalt jeder Mahlzeit zu kämpfen haben, kann Low Carb eine gute Wahl sein. Da im System weniger Glucose zu verstoffwechseln ist, brauchen Sie unter Umständen weniger Insulin. Einige Diabetiker berichten von deutlich reduzierten Insulinmengen oder sogar von insulinfreien Zeiten. Aufgrund der Komplexität der Erkrankung sollten Sie die Umstellung aber in jedem Fall mit Ihrem Arzt besprechen und Ihre Werte auch regelmäßig kontrollieren.
Neben Diabetes können aber auch andere Erkrankungen Einfluss auf Ihre Diätentscheidung nehmen. Wenn Sie beispielsweise an Gefäßverkalkung leiden, sollten Sie sehr genau prüfen, ob Sie sich für Atkins oder eine ähnliche Form des Low Carb entscheiden. Zwar ist nicht endgültig belegt, dass Atkins den Gefäßen schadet. Widerlegt wurde die Vermutung bisher jedoch auch nicht. Da es hier um Ihre Gesundheit geht, sollten Sie also besser Vorsicht walten lassen und auch hier im Zweifelsfall Ihren Arzt zu Rate ziehen.

Dasselbe gilt auch Patienten mit Vorerkrankungen von Leber und Niere. Da der Stoffwechsel je nach bisherigen Ernährungsgewohnheiten mehr oder minder stark umgestellt und mit deutlich mehr Eiweiß gefüttert wird, müssen auch diese Organe mehr arbeiten. Ob sie das auch leisten können, weiß Ihr Arzt, wenn Sie mit ihm die geplante Umstellung besprechen.

 

Wie ist es um meine Selbstdisziplin bestellt?

Diese Frage ist zwar nicht spezifisch für Low Carb, nichtsdestotrotz sollten Sie sich auch diese stellen – und ehrlich beantworten.

Je schwerer Ihnen die Umstellung auf Low Carb fällt, umso mehr Selbstdisziplin benötigen Sie. Mit dieser Diät beginnen Sie nicht über Nacht. Sie brauchen also einen langen Atem, um erfolgreich auf Low Carb umzustellen – und die Diät anschließend auch durchzuhalten.
Hier hilft Ihnen auch die Analyse aus der ersten Frage. Daraus können Sie schon durch frühere Diäterfahrungen ableiten, wie stark Ihr Wille ist, die Diät durchzuziehen. Sie wissen dann schon recht genau, wie schwer Ihnen Verzicht fällt.

 

Die Entscheidung für Low Carb – Ein kurzes Fazit

Kommen Sie zu dem Ergebnis, dass Ihre Selbstdisziplin ausreicht, gesundheitlich nichts gegen diese Ernährungsform spricht und auch Ihre bisherigen Diäterfahrungen und Ernährungsgewohnheiten grünes Licht geben, kann es losgehen. Wenn Sie an der einen oder anderen Stelle noch Zweifel hegen, sollten Sie noch einmal überdenken, ob Low Carb wirklich die beste Entscheidung zum Abnehmen für Sie ist.

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