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Kohlenhydrate und der Low-Carb-Effekt

Low-Carb reduziert die Kohlenhydrate in der täglichen Ernährung. Doch warum soll ausgerechnet das beim Abnehmen helfen? Erfahren Sie jetzt, was genau Kohlenhydrate sind, wie sie im Stoffwechsel wirken und warum eine Reduktion Ihnen beim Abnehmen hilft!

Kohlenhydrate – Energielieferanten für den Körper

Kohlenhydrate fassen eine Nährstoffgruppe zusammen, zu der verschiedene Zucker gehören. Die am einfachsten strukturierten Zucker sind die Monosaccharide oder Einfachzucker. Sie bestehen aus einem einzigen Molkülring, in dem sich Sauerstoff, Wasserstoff und Kohlenstoff in verschiedenen Formen anordnen. Die genaue Form der Anordnung bestimmt dabei die Art des Monosaccharids. Zu den Einfachzuckern gehören:

  • Traubenzucker
  • Fruchtzucker
  • Mannose
  • Galaktose

Schließen sich zwei Monosaccharide zusammen, bilden sie ein Disaccharid oder Zweifachzucker. Es gibt unterschiedliche Disaccharide, die sich über die beiden Monosaccharide definieren, aus denen sie bestehen. Zu ihnen gehören:

  • Rohrzucker
  • Rübenzucker
  • Milchzucker
  • Malzzucker

Komplexere Kohlenhydrate werden unter dem Begriff Polysaccharide zusammengefasst. Diese können aus nur wenigen Monosacchariden bestehen, aber auch aus mehreren hundert oder gar tausend Einheiten zusammengesetzt sein. Stärke aus Weizen, Mais, Reis oder Kartoffeln ist dafür ein Beispiel.

Auch Ballaststoffe sind streng genommen Kohlenhydrate, genauer gesagt Polysaccharide. Allerdings sind sie für die Low-Carb-Diät unerheblich, da sie für den Menschen nicht verdaulich sind und lediglich die Darmpassage unterstützen.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate ©iStockphoto/EvgeniaSh

Der Kohlenhydratstoffwechsel

Kohlenhydrate stellen dem Körper Energie zur Verfügung. Verarbeiten kann er jedoch nur Monosaccharide. Daher müssen Di- und Polysaccharide erst aufgespalten werden. Die Kohlenhydratverdauung beginnt schon mit den Enzymen des Speichels im Mund. Wer zum Beispiel auf Brot lange genug kaut, wird feststellen, dass es nach einer kleinen Weile beginnt, süß zu schmecken.

Auf dem weg zum Dünndarm werden alle verdaulichen Kohlenhydrate in Monosaccharide aufgespalten. Von dort treten die Moleküle des Einfachzuckers durch die Dünndarmzotten ins Blut über. Das transportiert sie zu den Zellen, wo sie zur Energiegewinnung zur Verfügung stehen.
Sind die aufgenommenen Kohlenhydrate verbraucht, sinkt der Blutzuckerspiegel wieder und wir bekommen Hunger – bevorzugt auf Süßes oder andere kohlenhydrathaltige Lebensmittel.

Da Mono- und Disaccharide kaum bzw. gar nicht aufgespalten werden müssen, gehen sie schnell ins Blut über. Der Blutzuckerspiegel steigt dadurch sprunghaft an. Der Körper schüttet in der Folge große Mengen Insulin aus. Dadurch fällt der Blutzucker nach dem schnellen Anstieg aber auch wieder rapide ab. Heißhungerattacken sind die Folge.

Langkettige Kohlenhydrate brauchen länger, bis sie verdaut sind. Dadurch werden sie nur nach und nach als Einfachzucker ins Blut abgegeben. Die Insulinproduktion schießt entsprechend auch nicht so sehr in die Höhe wie bei einfachen Zuckern. Daher schwankt der Blutzuckerspiegel nicht so stark und der Körper verfügt länger über die notwendige Energie. Heißhungerattacken und die Lust auf Süßes bleiben so eher aus.

Wie wirken Kohlenhydrate im Körper?

Kohlenhydrate sind als Energieträger wichtig für den Körper. Fehlen sie, kommt es zu Leistungsabfällen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Heißhungerattacken. Das Gehirn beispielsweise braucht für seinen Stoffwechsel unbedingt Glucose. Auch Muskeln und Nerven sind auf dieses Monosaccharid angewiesen.

Essenziell sind sie allerdings nicht. Der Körper kann notfalls auch ohne Kohlenhydrate aus der Nahrung überleben. Bei Mangel stellt er sie einfach selbst her.

So funktioniert das Low-Carb-Prinzip

Fehlt es im Körper an Glucose oder anderen Einfachzuckern, da durch die Ernährungsumstellung weniger Kohlenhydrate aufgenommen werden, muss er sich anderer Energiequellen bedienen. Hier kommt das Fett ins Spiel, denn Fette und Kohlenhydrate lassen sich vom Körper recht einfach in einander umwandeln. Allerdings ist es für den Körper einfacher, Kohlenhydrate direkt zu verstoffwechseln, als Fette in die benötigten Monosaccharide umzuwandeln. Daher muss er quasi dazu gezwungen werden, das Körperfett als Energiespeicher anzuzapfen. Der Stoffwechsel wird katabol, das heißt, er baut eigenes Gewebe – in diesem Fall Fettgewebe – ab.

Mit Hilfe des Acetyl-Coenzyms A stellt die Leber aus den Fetten sogenannte Ketone her. Diese dienen dem Körper als Ersatz für die fehlenden Monosaccharide. Die Gewebe des Körpers und auch das Gehirn treiben ihren Energiestoffwechsel bei Kohlenhydratmangel in der Nahrung also vermehrt mit den Ketonkörpern an. Diese werden in den Zellen aktiviert und dann im Citratzyklus zur Energiegewinnung genutzt.

Das Fazit dieser sehr komplexen Stoffwechselreaktion ist dann recht simpel: Bei dauerhaftem Kohlenhydratmangel müssen die Fettdepots schmelzen, da sie jetzt die Hauptquelle für die Energiebereitstellung darstellen.


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