Skip to main content

Internationale vegetarische Küche

Mit dem Wellness-Trend ist auch die Ernährungsweise ins Zentrum des Interesses gerückt. Und selbst wer der Thematik zuvor eher kritisch gegenüberstand, beginnt sich nunmehr zunehmend mit den eigenen Essgewohnheiten auseinanderzusetzen.
Zu den Spitzenreitern unter den Formen einer gesunden Ernährung zählt vor allem die vegetarische Kost. Angesichts der Fülle und Vielfalt an Rezepten, mit denen die internationale vegetarische Küche lockt, ist es sicherlich nicht übertrieben zu sagen, dass es sich hier um eine globale Bewegung handelt, welche nicht nur stetig an Anhängern gewinnt, sondern auch um weitere schmackhafte Gerichte bereichert wird.

Gründe für den vegetarischen Trend

Experten gehen davon aus, dass sich ein Großteil der menschlichen Bevölkerung fleischlos ernährt. Dies kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Abgesehen von gesundheitlichen und finanziellen Faktoren ist eine Entscheidung für eine vegetarische Ernährung oftmals religiös motiviert.

Doch was verbirgt sich eigentlich genau hinter diesen Beweggründen und warum nimmt die Zahl der Vegetarier stetig zu? Vor allen in westlichen Ländern ist die allgemeine Tendenz zu einer vegetarischen Kost sicherlich nicht auf Armut zurückzuführen wie dies beispielsweise in einigen Entwicklungsländern der Fall ist, in denen Fleisch allein aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel nur zu ganz besonderen Anlässen verzehrt wird. In reichen Industriestaaten sind die Ursachen für den Trend vor allem in einem allgemeinen Bewusstseinswandel zu suchen, welcher nicht zuletzt durch negative Schlagzeilen gefördert wurde. Schließlich sind Berichte über eine zunehmende Hormonbelastung der im herkömmlichen Handel angebotenen Fleischwaren sowie eine nicht artgerechte Tierhaltung alles andere als appetitanregend. Und wer seine Ernährung nicht aus ethischen Gründen umstellt, wird gewiss angesichts der potentiellen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, welche mit einem regelmäßigen Fleischkonsum einhergehen, aufmerksam werden. Dazu zählen unter anderem erhöhte Cholesterin- und Blutdruckwerte, Gewichtsprobleme sowie ein vergleichsweise hohes Risiko für chronische Beschwerden, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

Natürlich kommt es hier wie bei anderen Lebensmitteln auch maßgeblich auf Menge und Herkunft der verzehrten Fleischwaren an. Wer sich an die empfohlene Menge von 300 bis 600 Gramm pro Woche hält und Produkte aus artgerechter Tierhaltung erwirbt, wird den nachteiligen Effekt von Fleisch mit etwas Glück nicht zu spüren bekommen. Berücksichtigt man jedoch ethische Aspekte sowie die Tatsache, dass der menschliche Körper nachweislich nicht auf den Verzehr von Fleisch angewiesen ist, so gibt es bereits ausreichend Argumente, die für eine Umstellung sprechen.

Vegetarisches indisches Curry

Vegetarisches indisches Curry ©iStockphoto/msheldrake

Kulturkreise, die für vegetarische kulinarische Köstlichkeiten bekannt sind

Wen diese Aspekte noch nicht überzeugen, der wird sich vielleicht der eigenen Gesundheit und Fitness zuliebe an Kulturen und Religionen orientieren wollen, welche seit Generationen ausschließlich auf eine vegetarische Kost zurückgreifen. Federführend sind hier vor allem der Buddhismus und Hinduismus. Wie auch bei den ethischen Strömungen wird der Verzehr von Fleisch hier strengstens untersagt, da er das Töten eines anderen Lebewesens erfordert. Dass der Verzicht auf ein als barbarisch angesehenes Verfahren keinesfalls zu Mangelerscheinungen bei den Vertretern dieser Philosophie führt, sondern stattdessen nicht nur die physische, sondern auch die mentale Gesundheit zu steigern vermag, das beweist allein die Liste weltweit bekannter Persönlichkeiten, darunter Leo Tolstoi und Mahatma Gandhi, welche sich ganz einer vegetarischen Ernährungsweise verschrieben haben.

Doch wie sieht es abgesehen von all den theoretischen Überlegungen eigentlich in der Realität aus? Und ist vegetarische Kost tatsächlich so eintönig, wie oftmals angenommen?

Wer einen Blick auf die Kulturkreise wirft, in denen die fleischlose Ernährung die Norm darstellt, wird schnell eines Besseren belehrt werden. Exotische Destinationen wie die griechische Insel Ikaria und die japanische Insel Okinawa und natürlich Länder wie Indien und Thailand versprechen eine nahezu überwältigende Fülle an unterschiedlichen Geschmackserlebnissen. Schließlich sind diese Landstriche für ihre unerschöpfliche Vielfalt an Kräutern und Gewürzen sowie Obst- und Gemüsesorten bekannt, welche zu immer neuen kulinarischen Kreationen anregen. Von geschmacklos kann also keine Rede sein. Betrachtet man die kleinen Kunstwerke, die vor allem im asiatischen Raum den Hauptbestandteil einer jeden Mahlzeit bilden, so wird man allein aus ästhetischen Gründen kaum zu seiner ursprünglichen fleischhaltigen Ernährung zurückkehren.

Dass sich die Begründer der indischen und thailändischen Küche jedoch nicht nur über optische und geschmackliche Aspekte Gedanken gemacht haben, wird schnell ersichtlich, wenn man sich einmal mit den gesundheitsfördernden Eigenschaften der jeweiligen Lebensmittel beschäftigt. Und so stellt jedes Gericht nicht nur ein wahres Fest für die Sinne dar, sondern enthält auch Bestandteile, die den menschlichen Organismus mit den notwendigen Vitalstoffen versorgen, ohne ihn dabei zu belasten. Eine optimale Nahrungsmittelkombination sowie die Verwendung vornehmlich frischer Zutaten ist ein weiteres Markenzeichen der internationalen vegetarischen Küche. Zudem dienen spezielle Kräuter und Gewürze der Förderung von Verdauung und Stoffwechsel, so dass die Nahrungsaufnahme nicht wie sooft mit anschließenden Gefühlen der Schwere und Müdigkeit einhergeht, sondern neue Energie und Vitalität mit sich bringt.

Klassische und innovative Gerichte der internationalen vegetarischen Küche

Dass es im Zuge des vegetarischen Booms eigentlich nicht mehr notwendig ist, auf fleischlose Spezialitäten aus anderen Ländern auszuweichen, das beweist allein die Fülle an in Fachmärkten angebotenen vegetarischen Varianten zu einstmals fleischhaltigen Klassikern. Denn ob Schnitzel, Hähnchen, Hamburger oder Currywurst, die Auswahl an vornehmlich aus Tofu hergestellten fleischlosen Alternativen zu diesen Spitzenreitern unter den Fleischgerichten kann sich wirklich sehen lassen. Doch ob vegetarisch oder nicht, dass der eigene Speiseplan durch internationale Einflüsse erheblich an Attraktivität zunimmt, das steht außer Frage. Und so sollte man sich bei der Umstellung auf eine fleischlose Kost sowohl die lange Erfahrung traditionell vegetarischer Kulturen zunutze machen als auch eine gewisse Offenheit für eigene Versuche an den Tag legen. Spricht man von der internationalen vegetarischen Küche, so sind natürlich vor allem indische Delikatessen ein wahres Muss. Dass es sich hier um einen ganzen Kontinent handelt, welcher aus mehreren Bundesstaaten besteht, erweist sich einmal mehr als Vorteil, denn je nach Region variieren auch die unterschiedlichen Gerichte und Gewürzstärken. Zu den bekanntesten Speisen zählen natürlich die legendären Currys, gefüllte Teigtaschen wie Samosas und pikante Linsengerichte. Ein sogenannter Thali ist eine sowohl optisch als auch geschmacklich ansprechende Zusammenstellung aus Reis, Dal, zwei oder drei fein gewürzten Gemüsesorten und Jogurt. In Thailand, welches für seine facettenreiche und gesunde Küche weltweiten Bekanntheitsgrad erlangt hat, sind alle landestypischen Spezialitäten auch als vegetarische Variante erhältlich. Ob es sich dabei um die berühmte Kokosnusssuppe Tom Kha, Ingwer-Geflügel oder diverse Reisgerichte handelt, die Auswahl an vegetarischen Köstlichkeiten ist nahezu unerschöpflich.
Doch natürlich erstreckt sich die internationale vegetarische Küche inzwischen auf sämtliche Breitengrade. Möchte man sich also auf eine kulinarische Weltreise begeben, so steht dem nichts im Wege. Zu den Highlights der internationalen vegetarischen Küche zählen beispielsweise frittierte Frühlingsrollen, überbackene Grießgnocchi, griechische Kartoffelpfanne, Gemüse-Quiche sowie Spargeltarte.

Internationale vegetarische Küche für den Hausgebrauch

Gleichwohl die Zahl vegetarischer Restaurants, welche mit immer neuen aufregenden fleischlosen Speisen aufwarten, stetig zunimmt, bietet sich die hier im Zentrum stehende Ernährungsweise auch für eigene Kochexperimente an. Die Aussage, dass das Geheimnis wie sooft in der Würze liegt, bewahrheitet sich bei der vegetarischen Kost einmal mehr und so lassen sich die gewünschten Geschmacksrichtungen ganz einfach durch die Beigabe entsprechender Kräuter und Gewürze erreichen. Ein wahrer Verwandlungskünstler der fleischlosen Diät ist unter anderem der Salat. Möchte man hier beispielsweise mediterrane Akzente setzen, so reicht bereits ein Hauch von Oregano und Basilikum aus. Bei der indischen Variante wiederum dürfen Koriander und Chili nicht fehlen. Die gewünschte Abwechslung erreicht man hier also einfach, indem man sich mit einer Grundausstattung an internationalen Gewürzen und Kräutern versorgt. Ähnliche Flexibilität bleibt bei der Zubereitung erhalten. Wirft man einen Blick auf die internationale vegetarische Küche, so wird man schnell feststellen, dass sich die einzelnen Speisen optisch oftmals nicht von den jeweiligen Nationalgerichten unterscheiden. Und so gibt es Pizza, Auflauf, Lasagne, Spagetti und Quiche in der Regel auch als vegetarisches Gericht. Wer also bereits mit der Zubereitung klassischer, das heißt fleischhaltiger Spezialitäten vertraut ist, wird keine Schwierigkeiten haben, frei nach dem Vorbild der internationalen vegetarischen Küche und ohne großen Aufwand frische, gesunde und schmackhafte kulinarische Köstlichkeiten mit der gewünschten exotischen Note zu kreieren. Denn abgesehen von den traditionsreichen Speisen, welche nach dem Anspruch, auch ohne Fleischzusatz möglichst originalgetreu zu sein, erstellt werden, bietet die internationale vegetarische Küche ein breites Spektrum ausgefallener Rezepte, die sich je nach Geschmack und vorhandenen Zutaten mühelos abändern lassen und so für immer neue Gaumenfreuden sorgen.


Top Artikel in Vegetarische Küche