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Selen

Allgemeines

Seine Entdeckung verdankt Selen Jöns Jakob Berzelius im Jahr 1817. Es handelt sich um ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Se, das in verschiedenen Modifikationen vorkommt. Dieses Halbmetall stammt aus der Gruppe der Chalkogene. Es liegt meistens grau glänzend in fester Form vor. In dieser Form ist Selen auch relativ stabil. Im Körper eines Erwachsenen sind normalerweise ca. 10 bis 15 mg Selen gespeichert. Vorwiegend findet man es vor allem in den Muskeln oder manchen Organen wie Herz, Nieren oder Leber vor.

Weil es für den menschlichen Organismus existenziell ist, und weil es die Funktion der Schilddrüse beeinflussen kann und außerdem das Immunsystem stärkt, ist das Halbmetall in den Fokus der medizinischen Wissenschaft und der Industrie für Nahrungsergänzungsmittel geworden.

Vorkommen

Selen kommt in kleinen Mengen natürlich vor und meistens in Form von Metallseleniden als Begleiter zum Beispiel von Kupfer, Blei, Zink, Gold und Eisen. Das Selenoxid sammelt sich beim Abrösten in der Flugasche.

Für unsere Ernährung als Mensch ist es aber auch wichtig zu wissen, in welchen Nahrungsmitteln es vorzufinden ist. Zu nennen sind hier besonders Nüsse (Paranüsse, Kokosnüsse), aber auch Fisch (Meeresfrüchte, Lachs und Thunfisch), Fleisch, Innereien (Leber und Nieren vom Kalb, Rind und vom Schwein), Eier, Milch, Steinpilze, Gemüse und Getreide (besonders Sesam, Vollkornweizen und Leinsamen).

Das Halbmetall kann jedoch auch industriell als Nebenprodukt gewonnen werden, wenn Nickel und Kupfer elektrolytisch hergestellt werden, oder durch die Reduktion von Schwefeloxid bzw. durch Synthese von Selenigersäure und Iodwasserstoff.

Viel Selen in Fisch

Viel Selen in Fisch ©iStockphoto/jumpphotography

Wirkung

Als essenzieller Bestandteil aller Lebewesen können Mensch und Tier nicht auf Selen verzichten, weswegen es immer öfter auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten wird. Das essenzielle Spurenelement wird auch oft dem Futter unserer Nutztiere hinzugefügt.

Neben vielen anderen Möglichkeiten spielt das Halbmetall auch bei vielen Diäten eine wichtige Rolle, wird aber hier nicht unkritisch betrachtet und wurde bis vor einiger Zeit sogar als toxisch eingestuft, bis man nachgewiesen hat, dass es essenziell für Lebewesen ist. In hohen Konzentrationen ist es jedoch tatsächlich sehr giftig, aber der Schaden einer Mangelernährung kann ebenfalls erheblichen Schaden im menschlichen Organismus verursachen. Deswegen ist es wichtig, dass möglichst weder zu viel noch zu wenig dieses Halbmetalls in den Körper gelangt, aber im Normalfall reicht eine ausgewogene Ernährung aus, um das zu gewährleisten.

Selen im menschlichen Körper

Man empfiehlt Selen heutzutage unter anderem immer mehr zur Unterstützung für Diäten zur Gewichtsreduktion, als Anti-Aging-Mittel, als Begleitung bei der Krebstherapie sowie in der Rheumabekämpfung. Es ist jedoch nicht geklärt, ob dieser Einsatz nicht der Gesundheit eher erheblich schaden könnte als nutzen. Es können nämlich bei einer etwaigen Überdosierung mitunter heftige Nebenwirkungen auftreten.

Bei direktem Kontakt mit Selen wirkt dieses toxisch und verursacht eventuell Haut- und Schleimhautprobleme sowie lang anhaltende Lungenprobleme, wenn es eingeatmet wurde.

Selen soll das Immunsystem stärken. Über diese Wirksamkeit wird momentan in der Medizin allerdings noch intensiv diskutiert.

Auch ist Selen ein Radikalfänger und schützt die Zellmembranen vor Oxidation und damit vor Zerstörung. Es ist ebenso wichtig für den katalytischen Mechanismus einiger Enzyme.

Ganz wichtig ist Selen bei der Produktion von Schilddrüsenhormonen beteiligt, besonders dem Thyroxin (T4) und dem Triiodthyronin (T3).

In hohen Konzentrationen ist Selen jedoch im Körper sehr toxisch, aber eine Unterversorgung verursacht ebenfalls großen Schaden. Deswegen ist es wichtig, dass möglichst weder zu viel noch zu wenig Selen in den Körper gelangen.

Die Wissenschaft ist sich allerdings noch nicht ganz darüber einig, wie viel Selen denn nun für die Gesundheit des Menschen förderlich ist.

Selen Unter- und Überversorgung

Eine Selenunterversorgung kommt in der Regel zwar recht selten vor, und wenn, dann wird das meistens aus Ländern wie Nordkorea oder Nordost China und einigen anderen Ländern berichtet. Das hat die Ursache, dass dort Selen in zu geringer Menge in den Böden vorkommt. Aber auch bei uns können unter Umständen Frühgeborene, Vegane, längere Zeit künstlich Ernährte oder Alkoholkranke einen Selenmangel bekommen, und dieser kann im menschlichen Organismus zu großem Schaden führen. Zu nennen ist hier besonders eine Erkrankung des Herzmuskels, die Kehan-Krankheit, die durch Gaben von Selen behandelt oder verhindert werden kann.

Eine Selenose ist das Gegenteil einer Selenunterversorgung. Gelangt zu viel Selen den Organismus des Menschen, liegt also eine Selenüberversorgung vor, die mit erheblichen Nebenwirkungen einhergehen kann. Es kann zu Übelkeit und Erbrechen kommen, zu Verdauungsproblemen oder zu Kopfschmerzen, allergischen Reaktionen, grippeartigen Erscheinungen wie Heiserkeit und Schnupfen, Haarausfall und etlichen Zahnproblemen, Nagelveränderungen und Mattigkeit.

Ohne es zu merken nehmen wir täglich Selen mit unserer Nahrung auf, so dass eigentlich im Normalfall genug in unserem Körper vorhanden ist. Auf Selen als Nahrungsergänzungsmittel sollte man im Prinzip nur auf ärztliche Empfehlung hin zugreifen, weil bei Selen Überversorgung unter Umständen eine Vergiftung drohen kann.

Selen als Nahrungsergänzungsmittel

Wird Selen als Nahrungs¬ergän¬zungs¬mittel angeboten, dann wird dabei meistens betont, dass es Haut und Haare pflegt und kräftigt, das Immunsystem stärkt, dem natürlichen Alterungsprozess vorbeugt und die Zellen schützt. Zur Vorbeugung von Krankheiten wird dieses Mittel von Experten in der Regel allerdings nicht empfohlen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass ein positiver Effekt von Selen nur dann eintritt, wenn ein Selenmangel besteht, dass es aber andererseits bei Überdosierung eventuell sogar auch zu Diabetes mellitus kommen kann.

Selen und Schilddrüse

Das Selen ja einen Einfluss auf die Schilddrüsenfunktion hat, kann eine Unterversorgung auch unsere Schilddrüse erkranken lassen und zu einer Schilddrüsenüber oder -unterfunktion führen, was wiederum Einfluss auf den Ablauf der Stoffwechselprozesse hat. Für die Schilddrüse hat Selen die Aufgabe, sie zu entgiften. Es ist Bestandteil von Enzymen, die bei der Bekämpfung freier Radikaler eine wesentliche Rolle spielen. Es ist zwar nicht gesichert, aber die Unterversorgung mit Selen könnte sogar die Entstehung von Schilddrüsenkrebs begünstigen. Allerdings kommt es seltener zu einer Unterversorgung mit Selen, und wenn, dann meistens bei Dialysepatienten, Menschen mit einseitiger Ernährung wie beispielsweise Vegetarier, Menschen mit Bulimie oder bei Alkoholmissbrauch.

Selen zur Gewichtsreduktion

Weil es als Bestandteil eines Enzyms der Schilddrüse einen Einfluss auf diese hat und weil die Schilddrüse für die Fettverbrennung im Körper verantwortlich ist, wird Selen immer öfter bei Diäten zur Gewichtsreduktion als Nahrungsergänzungsmittel oder durch gezielte Ernährung mit Selenhaltiger Nahrung dem Organismus zugeführt. Weil beispielsweise in Paranüssen sehr viel Selen enthalten ist, nimmt man diese vermehrt zusätzlich, damit über die Schilddrüse der Stoffwechselprozess beschleunigt und mehr Fett verbrannt wird. Die Gefahr besteht allerdings, dass genau der gegenseitige Effekt eintritt, wenn man zu viele davon ist, weil diese Nüsse ja auch sehr reichhaltig an Kalorien sind.

Selen in der Krebsbekämpfung

Selen gilt in Fachkreisen als ein Radikalfänger, ein Antioxidant, dessen positiver Effekt auf die Zellen und Stoffwechselvorgänge auch häufig in der Krebsvorbeugung und -therapie begleitend begrüßt wird, besonders auch zum Beispiel bei Schilddrüsenkrebs, Prostata und Lungenkrebs. Ein Selenmangel kann die Krebsentstehung fördern. Nierenkrebs geht fast immer mit einem Selenmangel Hand in Hand. Allerdings wird auch hier derzeit noch weiter wissenschaftlich geforscht, welche Rolle Selen bei der Krebsentstehung und -vorbeugung spielt. Es liegen allerdings noch nicht genügend Studien vor, um zu eindeutigen Ergebnissen zu gelangen.

Selen zur Immunstärkung

Da Selen ein Teilbestand wichtiger Enzyme ist, kann es unter anderem den Körper vor freien Radikalen und Schwermetallmolekülen schützen und bei deren Abbau helfen. Dauerhafte Selenmangel hat wohl einen negativen Einfluss auf das Immunsystem, aber von einer Einnahme zur Vorbeugung einer Immunschwäche bei ausgeglichenem Selenhaushalt im Körper ist wegen der toxischen Wirkung abzuraten.


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