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Rhabarber – Lecker und auch gesund

Rhabarber wächst in heimischen Gärten. Er ist die Pflanze, die im späten Frühling diese unglaublich großen Blätter hat. Doch die Blätter selbst wandern nicht in Kompotte und Kuchen. Es sind vielmehr die Stiele, die den Gaumen erfreuen – und dabei erstaunlich wenige Kalorien enthalten. Die Gemüsepflanze ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Zu viel davon sollte aber dennoch nicht auf dem Speiseplan stehen.

Gemüse – oder doch Obst?

Weil sie für die Zubereitung von Süßspeisen verwendet wird, bezeichnen viele die säuerliche Pflanze als Obst. Doch streng genommen gehören die pikanten Stiele zu den Gemüsen.

Im Stiel steckt die Kraft

Die dicken Stiele der Blätter schmecken pikant-säuerlich. Sie haben eine unverkennbare Note. Um sie zuzubereiten, werden sie meist geschält, denn der äußere Teil der Stiele enthält festere Fasern, die beim Essen zwischen den Zähnen steckenbleiben können. Anschließend werden die Stiele in Stücke von 2 bis 3 Zentimetern geschnitten.

Lieber rot oder grün?

Für die Säure der Pflanze sorgen Fruchtsäuren, vor allem Äpfel- und Citronensäure. Je grüner der Stiel ist, desto höher ist der Gehalt an diesen Säuren. Rotstielige Sorten schmecken milder, sie enthalten insgesamt weniger Fruchtsäuren.

Rhabarber

Rhabarber ©iStockphoto/fotogal

Frische hat Saison

Von April bis Juni ist der Rhabarber reif. Zu dieser Zeit sind die Stiele frisch und knackig. Die Anschnitte glänzen durch die Flüssigkeit im Inneren der Pflanze und sind nicht etwa matt oder sogar schon eingetrocknet. Zu dieser Zeit schmeckt es am besten, denn das Gemüse kommt frisch aus heimischem Anbau und muss nicht erst große Strecken zurücklegen, bevor es zu Kompott und Kuchen verarbeitet werden kann.

Junge Stiele machen das beste Kompott

Je älter die Stiele werden, desto saurer schmecken sie. Sind sie schon dick und fasrig, fällt auf der einen Seite beim Schälen viel Abfall an. Auf der anderen Seite braucht es viel Zucker, um die intensive Säure zu überdecken. Dass die Pflanze selbst kalorienarm ist, fällt dann kaum mehr ins Gewicht. Anders bei jungen, frischen Stielen. Sie enthalten zarte Fasern, brauchen kaum geschält zu werden. Und ihre feine Säure kitzelt den Gaumen angenehm, sie braucht nicht zu stark „weggezuckert“ zu werden.

Gut kochen ist wichtig

Das süßliche Gemüse enthält viel Oxalsäure. Beim Kochen löst sich ein Teil davon und geht ins Kochwasser über. Wird das Kochwasser einmal weggeschüttet, so verschwindet damit auch ein guter Teil der Oxalsäure, wenn auch nicht die ganze. Daher ist es wichtig, die Stiele immer gut zu kochen und niemals roh zu essen – wobei das kaum möglich ist, roh und ungezuckert schmeckt die Pflanze unendlich sauer!

Kompott und Konfitüre

Am besten kommt der Geschmack des Rhabarbers in Kompott und Konfitüren zur Geltung. Was gibt es köstlicheres als ein frisches, kühles Kompott aus dieser Gemüsepflanze, wenn die ersten heißen Tage ins Land ziehen?

Lecker im Kuchen

Doch auch im Kuchen schmecken die säuerlich-pikanten Stiele ganz wunderbar. Im Gegensatz zu anderen Zutaten sind sie zudem noch sehr kalorienarm. Vor allem auf Mürbeteig und Biskuit wird das Gemüse gern gebacken.

Flüssige Versuchung

Etwas ausgefallener sind Most und Saft aus Rhabarber. Der einzigartige Geschmack der Pflanze entfaltet sich explosionsartig am Gaumen. Begeistert sind davon nicht nur Weinliebhaber. Auch Kinder können den frischen Saft bedenkenlos genießen.

Knackige Inhaltsstoffe

Die Gemüsepflanze enthält eine Reihe von Inhaltsstoffen, die gut für die Gesundheit sind. Es ist viel Wasser enthalten. Das hilft nicht nur, den Flüssigkeitsbedarf zu decken, viel Wasser steht auch für leichte Kost: Es ist sozusagen einfach weniger Platz für Kohlenhydrate und Fette. Fett gibt es in den Stielen des Rhabarbers fast gar keines. Kohlenhydrate und Proteine sind in geringen Mengen enthalten. Die Pflanze ist reich an Ballaststoffen, was sich auf die Verdauung förderlich auswirkt. 100 Gramm dieser Pflanze enthalten nur 13 kcal.

Wirklich interessant sind die Mineralstoffe:

Kalium ist enthalten. Dieser Mineralstoff hilft unter anderem dabei, den Blutdruck zu regeln, steuert das Zellwachstum und reguliert den Säure-Basen-Haushalt des Körpers. Phosphor spielt sogar eine Rolle in der DNA, der Substanz, die die Erbinformationen des Menschen trägt. Außerdem ist er wichtig für den Zellstoffwechsel.

Das ebenfalls enthaltene Kalzium spielt eine Rolle bei der Erregung von Nerven und Muskeln und hilft bei der Zellteilung mit. Genügend Kalzium aufzunehmen, ist besonders bei der Vorbeugung gegen Osteoporose wichtig. Denn dieser Stoff ist ein wichtiger Bestandteil der Knochen. Magnesium ist ebenfalls ein Bestandteil des Rhabarber-Stiels. Ist von diesem Mineralstoff zu wenig vorhanden, führt das zu Ruhelosigkeit, Nervosität und Konzentrationsmangel bis hin zu Herzrhythmusstörungen. Das enthaltene Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des Blutes und gerade für Frauen sehr wichtig, die durch den Blutverlust während der Menstruation des öfteren an Eisenmangel leiden.

Die Vitamine

Rhabarber ist nicht besonders reich an Vitaminen, doch die Zusammensetzung ist günstig. Enthalten ist Vitamin C, das das Immunsystem des Menschen stärkt. Vitamin A lässt Haut und Augen strahlen, die B-Vitamine sorgen für starke Nerven – auch wenn einmal nicht alles ganz rund läuft.

Leicht abführende Wirkung

Die sauer-pikanten Stiele haben eine leicht abführende Wirkung. Wenn der Darm dazu neigt, nur träge seiner Arbeit nachzukommen, kann das eine sehr erwünschte Begleiterscheinung sein.

Doch da war noch die Oxalsäure

Heißt das also, dass es gesund ist, so viel von der schmackhaften Pflanze wie möglich zu verzehren? Nein, nicht ganz. Denn das Gemüse enthält neben all seinen wichtigen und wertvollen Inhaltsstoffen auch Oxalsäure. Dieser Stoff bindet gierig Kalzium an sich und entzieht dieses Mineral damit dem Körper. Damit nicht genug kann es sogar passieren, dass sich größere Mengen der Verbindung zwischen Oxalsäure und Kalzium in der Niere ablagern. Das kann zu äußerst schmerzhaften Nierensteinen führen. Es gilt daher: lieber in Maßen genießen als später zu büßen.

Besonders viel Oxalsäure ist übrigens in den Blättern. Sie dürfen nicht gegessen werden – auch nicht abgekocht.

Das knackige Gemüse ist also kalorienarm und schmeckt ganz ausgezeichnet. Seine Inhaltsstoffe können sich sehen lassen und vertreiben die Frühjahrsmüdigkeit spielend. Doch zu viel des Guten sollte es nicht sein.

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