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Quinoa – Der gesunde Sattmacher

Bei Quinoa handelt es sich um Kraut, das kleine Nussfrüchte, die Samen, trägt und aus dem Hochland Perus, Südamerika, stammt. Es ist äußerst reich an Nährstoffen und dient den Indios schon mehr als 6000 Jahren, damals den Inkas, gemeinsam mit Amarant, als Hauptnahrungsmittel. Heute bauen die Andenvölker das Pseudogetreide nicht nur für den eigenen Bedarf an, sondern exportieren es in die ganze Welt und liefern ihr ein leckeres und gesundes Nahrungsmittel.

Botanische Besonderheiten und Anbau

Das Kraut ist ein sogenanntes tagneutrales Kraut und einjährig. Es gehört nicht, wie echtes Getreide zu der Familie der Gräser, wie Roggen oder Weizen, sondern ist ein Gänsefußgewächs, zu dessen Familie auch der Spinat zählt. Es erreicht in der Regel eine Größe von 50 – 150 cm, in Ausnahmefällen auch 200 cm, und trägt bis zu 40 cm lange, rispenartige Blütenstände, an denen es die kleinen Nussfrüchte hervorbringt. Diese sind kugelig und erreichen eine Größe von 1- 2 mm. Die Pflanzen sind ausgesprochen robust und anspruchslos, da sie im Hochland Perus, teilweise über 4000 m. ü. NN, beheimatet sind. Hier werden circa 2000 verschiedene Arten der Pflanze vermutet, von denen 400 bekannt sind. Es gibt noch einige weitere Arten, die ebenfalls aus den Hochlagen Südamerikas stammen. Allesamt kommen sie in luftiger Höhe vor und werden dort auch angebaut. In der Regel liegen die Anbaugebiete in einer Höhe zwischen 3500 und 4300 m über NN. Hier überstehen sie Frost, wie Dürre, karge Böden und sind ebenfalls im Wasserverbrauch genügsam. Neben den Hauptanbaugebieten in Südamerika gelang der Anbau auch in den USA, Deutschland und Österreich, wo er mittlerweile erfolgreich kultiviert wird.

Quinoa

Quinoa ©iStockphoto/dr_hector

Verwendung

Die Inkas verwendeten dieses „Pseudogetreide“ damals wie Getreide und kochten traditionell Brei aus den Samen der Pflanze. Ebenfalls wurde und wird Quinoa heute verbreitet anstelle von Reis verwendet. Während die Andenvölker die gesamte Pflanze nutzen, indem sie die Blätter der Pflanze wie Gemüse verwenden, wird in anderen Ländern ausschließlich das Korn, beziehungsweise der Samen genutzt. Zudem kann man es in fast allen Formen erhalten, geröstet, gemahlen, in Flocken, oder im ganzen Korn. Entsprechend groß ist die Produktpalette und Liste der Rezepte, in der das Korn angeboten wird und zu verwenden ist. Es gibt Nudeln und Tortillas, die zum Kauf angeboten werden und Pfannkuchen und Suppen, die mit den Powersamen angereichert werden können. Allerdings kann es als Backzutat nicht pur verwendet werden, da ihm der Kleber fehlt und somit die Backwerke keine Festigkeit erhalten. Dieser Mangel kann ausgeglichen werden, indem das Quinoamehl nur zu 25 % im Teig verwendet wird und den restlichen Anteil Weizenmehl stellt.

Wertvoller Powersamen

Quinoa wird zum wertvollen Grundnahrungsmittel, da es sehr viel Eiweiß enthält. Der Eiweißanteil ist so groß, dass die Pflanze anderen Pflanzen den Rang abläuft und zu einem der wichtigsten Lieferanten für pflanzliches Eiweiß wird. In seinen Samen, den kugeligen Körnern, sind alle neun essentiellen Aminosäuren, wie Lysin, Tryptophan und Cystin vorhanden. Ähnliche Spitzenwerte können sonst nur bei tierischen Nahrungsmitteln nachgewiesen werden. Zum hohen Eiweißanteil und den Aminosäuren enthält das Powerkorn zudem noch zahlreiche Mineralien und Vitamine. Zu diesen gehört Calcium, Magnesium, Eisen und die Vitamine B1, B2, C und E. Weitere Mineralien, die in hohen Mengen vorhanden sind, sind Mangan und Kupfer. Die Zusammensetzung an Nährstoffen und die Höhe der Dosierung von Mineralien und Vitalstoffen machen das Pseudogetreide zu einem Powersamen und dieser stellt hinsichtlich seiner Nährstoffdichte alle gängigen Getreidesorten in den Schatten. Der Eisenanteil ist beispielsweise dreimal so hoch, wie der in Weizen oder Reis. Ebenfalls enthält das Korn 50 % mehr Vitamin E als Weizen.

Gesundheitlicher Nutzen

Die hohe Nährstoffdichte macht das Pseudogetreide zu einem wertvollen Nahrungsmittel. Neben seinem Beitrag für eine gesunde Ernährung verspricht er noch zahlreiche Effekte, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken sollen. Zunächst bietet er vor allem Menschen, die sich von vegetarischer und veganer Kost ernähren, eine reiche Quelle für Inhaltsstoffe, wie Eisen und Eiweiß, die sonst vor allem aus tiereischer Kost gewonnen werden. Patienten, die an Zöliakie leiden, finden in dem Pseudogetreide eine echte Alternative zu Getreideprodukten, die Gluten enthalten, da Quinoa keinerlei Gluten enthält. Neben verschiedenen fertigen Produkten, die im Handel erhältlich sind, wie Nudeln, kann der Powersamen auf vielfältige Weise in der Küche verwendet werden und unverträgliche glutenhaltige Lebensmittel ersetzen. Die Stimmung kann ebenfalls beeinflusst werden, da es Tryptophan enthält, das im Gehirn zu Serotonin umgewandelt wird und Glücksgefühle erzeugt. Dieser Effekt kann vor allem in der kalten und dunklen Jahreszeit genutzt werden, um die Stimmung aufzuhellen. Die Mineralstoffe Mangan und Kupfer sind für die Bildung des Enzyms verantwortlich, das den Organismus vor schädlichen Oxidationsprozessen bewahrt und vor den Schäden durch freie Radikale schützt. Ebenfalls positiv wirkt sich Mangan auf die Regenerierung von Knochen aus.

Nutzen bei Krankheiten

Die hohe Nährstoffdichte des Powersamens wirkt sich nicht nur positiv auf eine gesundheitsbewusste Ernährung aus, sondern kann auch den Verlauf verschiedener Krankheiten positiv beeinflussen. Der hohe Anteil an Magnesium soll den Verlauf von Migräne mildern, da durch das Magnesium die Blutgefäße entspannt werden und so einer Verengung selbiger vorgebeugt wird. Schmerzattacken bei Migräne sollen ebenfalls durch den hohen Anteil von Vitamin B12 verringert und abgemildert werden. Das in Quinoa enthaltene Lysin soll auch bei der Prävention von Krebs helfen. Es wird hier angenommen, dass Lysin zerstörtes Bindegewebe repariert und so das Eindringen von Krebszellen durch das zerstörte Bindegewebe in den Organismus verhindert. Auf diese Weise soll das Lysin zudem verhindern, dass sich Tumore frei bewegen können und sich Geschwüre weiter ausbreiten. In gleicher Art sollen arteriosklerotische, entzündliche und allergische Prozesse gestoppt werden. Bei einer Candida – Infektion soll der Powersamen ebenfalls einen positiven Nutzen haben, da er diesem die Nahrungsgrundlage entzieht. Dieser Bedarf zur seiner Existenz und Ausbreitung Zucker, der im Körper auch durch die Umwandlung von Kohlenhydraten gewonnen wird. Die Kohlenhydrate der kleinen Körnchen werden allerdings nur zu einem geringen Teil in Zucker verwandelt, der später ins Blut übergeht. Aus diesem Grund ist dieses Nahrungsmittel gerade für Menschen zu empfehlen, die mit Blutzucker und Gewichtsproblemen zu kämpfen haben.

Zubereitung

Der Powersamen kann auf verschiedene Arten zubereitet werden und zu allen Mahlzeiten verwendet werden. Zum Frühstück kann er ähnlich wie die echten Getreidesorten verwendet werden, indem er zu einem Brei gekocht wird, oder für ein Müsli vorbereitet wird. Jeder Zubereitung geht eine vorbereitende Behandlung voran, in der der Samen gründlich unter fließendem Wasser in einem Sieb gewaschen wird. Für ein Müsli kann er später, wie anderes Getreide, geschrotet und eingeweicht oder geröstet werden. Zum Mittag- und Abendessen kann er als Beilage, ähnlich dem Reis verwendet werden, oder als Salat. Als Beilage bereitet man ihn, genau wie Reis zu, indem er für 10 Minuten in Wasser köchelt und für weitere 10 Minuten ausquillt. Als Salat kann er wie Couscous Salat zubereitet werden, indem dieser, wenn er gar ist, mit Tomate, Gurke, Paprika und Frühlingszwiebel, sowie einem frischen Zitronen – Öl Dressing angerichtet wird.

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