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Was ist eigentlich Jod?

Jod gehört zu den wichtigsten Spurenelementen und ist für den menschlichen Organismus unentbehrlich. Es regelt unter anderem den Stoffwechsel und sorgt für einen ausgeglichenen Wärmehaushalt im Körper. Seine Eigenschaften waren bereits im Altertum bekannt.

Wissenswertes

Um die physiologische Bedeutung von Iod wussten bereits die Menschen im Altertum. Schon 1500 v. Chr. wurden Kropfkranken jodhaltige Schilddrüsen von Schafen oder Aschen von Meeresschwämmen verordnet. Es dauerte jedoch noch bis ins 19. Jahrhundert, bis erstmals reines Iod gewonnen werden konnte. Der Pariser Salpetersieder Bernard Courtois konnte es 1811 aus der Asche von Seetang herstellen. 1813 wurde von den beiden französischen Wissenschaftlern Nicolas Clément und Joseph Louis Gay-Lussac dann erstmals die Struktur des Spurenelements erforscht. Letzterer ist auch für dessen Namen verantwortlich.

Krankheiten wie der Kropf sind in erster Linie die Folge einer mangelnden Jod-Zufuhr. Als Spurenelement ist Iod zwar ein natürlicher Bestandteil der Natur, wurde durch das Schmelzwasser der letzten Eiszeit jedoch ins Erdinnere gespült. Von dort aus gelangte es nach und nach in die Meere, wo es von diversen Meerestieren und Algen aufgenommen wurde. Deshalb enthalten Fische, Muscheln und Meerespflanzen auch heute noch eine Menge Iod. Die Ernährung sollte deshalb auch immer maritime Produkte beinhalten, um den Jodbedarf zu decken. Der jodhaltigste Fisch ist der Schellfisch. Schon 50 Gramm reichen aus, um den Tagesbedarf an Iod komplett zu decken.

Iod ist jedoch nicht nur als Bestandteil der Nahrung wichtig. Auch als Desinfektionsmittel wird das Spurenelement seit Jahrhunderten verwendet. Jodoform oder Jodtinkturen sind in jeder Apotheke erhältlich und können in der Desinfektion von Verletzungen wie Wunden, Infektionen oder vor Operationen Anwendung finden. Kennzeichnend ist die gelbe Färbung der Haut, nachdem Jod-Tinktur aufgetragen wurde.

Jod Salz

Jod Salz ©iStockphoto/chomplearn

Wofür Jod gut ist

Der Körper benötigt Iod für die unterschiedlichsten Prozesse. In erster Linie wird damit die Schilddrüse versorgt, doch auch die Hormon-Produktion hängt von der Jod-Zufuhr ab. Die wichtigsten Schilddrüsenhormone Trijodthyronin und Tetrajodthyronin bestehen zu einem Großteil aus Iod. Das Spurenelement ist also verantwortlich für das Wachstum und die körperliche Entwicklung. Weiterhin wird die Knochenbildung sowie die Entwicklung des Gehirns gefördert, weshalb Jodmangel in den ersten Lebensjahren zu bleibenden Schäden führen kann und im schlimmsten Fall sogar den so genannten Kretinismus auslösen kann.

Der Energiestoffwechsel wird ebenfalls von der Schilddrüse geregelt und kann bei Jodmangel aus dem Gleichgewicht geraten, was unter anderem zu Kälteempfindlichkeit führen kann.

Jodmangel: Anzeichen und Folgen

Iod ist ein wichtiger Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Als solcher ist er mitbeteiligt am Wachstum, der Zellteilung und anderen wichtigen Prozessen des menschlichen Organismus. Eine ausreichende Jod-Zufuhr ist deshalb vor allem im Kindesalter und für Schwangere sowie ältere Menschen wichtig.

Jodmangel zu erkennen, ist oft nicht einfach, da die Symptome zumeist auch auf andere Ursachen zurückzuführen sind. So kann ein Mangel des Spurenelements etwa durch Müdigkeit, Konzentrationsschwäche oder andauernde Vergesslichkeit erkannt werden. Eines der ersten Symptome ist jedoch eine gesteigerte Kälteempfindlichkeit. Auch Antriebslosigkeit bis hin zu depressiven Phasen können auf Jodmangel hindeuten.
Wird zu wenig Iod eingenommen, sind verschiedene Mangelerscheinungen die Folge. So kann eine Minderversorgung etwa zu Atem- und Schluckbeschwerden führen oder der bekannte Kropf entsteht. Lang anhaltender Jodmangel kann zudem das Risiko erhöhen, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Die körperliche Schwächung aufgrund eines Jodmangels kann darüber hinaus noch weitere Erkrankungen hervorrufen oder verstärken.

Abnehmen mit Jod

Iod hat die Eigenschaft, den Stoffwechsel anzukurbeln und die Funktion der Schilddrüse zu steigern. Um wirklich davon zu profitieren, müsste das Spurenelement jedoch in großen Mengen eingenommen werden, was zu verschiedenen gesundheitlichen Schäden führen kann. So würde eine Überdosierung die Schilddrüse zu einer Überfunktion zwingen. Dadurch wiederum können unter anderem Herzrhythmusstörungen und Kreislaufprobleme entstehen. Iod eignet sich also nicht unbedingt zum Abnehmen. Das Spurenelement ist dennoch sehr wichtig für den Körper, weshalb eine Ernährung mit jodhaltigen Lebensmitteln auch während einer Diät kein Problem ist.

Insbesondere Fische wie die Makrele, der Kabeljau oder der Seelachs sowie Muscheln, Hummer und Garnelen enthalten eine Menge natürliches Jod und sind zudem noch lecker. Auch Backwaren wie Brot oder Kuchen enthalten viel Jod, da hier schon bei der Herstellung mit Jodsalz gearbeitet wird. Getreide und Geitreideprodukte beinhalten dagegen eher weniger Jod. Fast-Food-Ketten sind während einer Diät zwar ohnehin nicht zu empfehlen, sollten jedoch allein wegen der jodarmen Lebensmittel gemieden werden.

Darüber hinaus enthalten auch Milchprodukte Jod. Hier ist der Gehalt jedoch durch das Futter der Milchkühe bedingt, welchem seit einigen Jahren Mineralstoffmischungen beigesetzt werden.

Tipps zur Jod-Versorgung

Um Jodmangel vorzubeugen und die Vitalität zu steigern, sollte bewusst darauf geachtet werden, beim Kochen viele jodhaltige Lebensmittel zu verwenden. Milch und Milchprodukte sollten beispielsweise täglich genutzt werden. Auch Fisch sollte ein bis zwei Mal wöchentlich auf dem Speiseplan stehen. Besonders geeignet sind Seelachs und Schellfisch. Beim Kochen empfiehlt es sich zudem, immer Jodsalz zu verwenden. Vegetarier und Veganer haben auch die Möglichkeit, auf Algen oder Seetang als Jodlieferant zurückzugreifen. Da diese Pflanzen jedoch extrem hohe Jodmengen enthalten, sollte zuerst mit dem Hausarzt gesprochen werden. Eine bewusste oder unbewusste Überdosierung führt zu einer Überbelastung der Schilddrüse, wodurch weitere Beschwerden auftreten können.


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