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Ingwer – Scharfe Wurzel mit gesunder Wirkung

Der Ingwer wird auch als Imber, Ingwerwurzel, Immerwurzel oder Ingber bezeichnet. Es handelt sich um eine Pflanze aus der Pflanzenfamilie der Ingwergewächse. Die Pflanzen sind einkeimblättrig. Der Hauptspross liegt unterirdisch und bezeichnet das sogenannte Rhizom, welches auch den Wurzelstock darstellt. Verwendet wird es als Gewürz oder Arzneidroge. In der Pharmazeutik wird der Wurzelstock als Zingiberis rhizoma bezeichnet.

Herkunft des Ingwers

Schon seit der Antike bauten die Chinesen und Inder diese Wurzel insbesondere als Gewürzpflanze an. Alte chinesische Arzneibücher und Sanskritschriften geben Aufschluss über die Verwendung als Droge. Die Pflanze wurde im neunten Jahrhundert nach Deutschland eingeführt. Der Name der Gattung ist Zingiber und stammt aus dem arabischen Wort für Wurzel, zindschabil. Wild kommt die Pflanze in den indischen Bergen vor. Der deutsche Name Ingwer entstammt der Bezeichnung Zingiber, in der althochdeutschen Sprach Gigiber und in der mittelhochdeutschen Sprache Ingwer, Igwer oder Inber.

Wo wird die Pflanze angebaut?

Die Ingwerpflanze wird hauptsächlich in den Tropen und Subtropen angebaut. Das Land Nigeria hat in der Fläche den größten Anteil, diese beträgt rund 180.000 Hektar und erwirtschaftet einen Ertrag von etwa 125.000 Tonnen. In Indien werden die größten Mengen mit ungefähr 380000 Tonnen auf etwa 100000 Hektar Land produziert, dieses aber hauptsächlich für den eigenen Bedarf. China ist der größte Exporteur der Pflanze. Das Land produziert etwa 230000 Tonnen jährlich. Weiterhin wird die Pflanze in der Südsee angebaut, wie beispielsweise auf den Fidschi-Inseln.

Ingwer

Ingwer ©iStockphoto/FrancoDeriu

Anbau im eigenen Garten

Wenn günstige Bedingungen herrschen kann die Ingwerpflanze auch im eigenen Garten gezüchtet werden und gedeiht gut. Allerdings ist sie nicht winterhart. Als Zierpflanze ist sie ebenfalls geeignet. Im Fachhandel sind die Rhizome erhältlich, die dann im Garten angebaut werden können. Sie werden auf maximal fünf Zentimeter große Stückchen zurechtgeschnitten und dann in geeignete Erde gesteckt. Die Schnittfläche muss dabei nach unten zeigen. Nur ein kleiner Teil der Rhizome ragt aus der Erde. In einem warmen Raum wird er nur mäßig feucht gehalten. Die Pflanze fängt dann recht schnell an zu wachsen.

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Die Ernte des Ingwers in indischen Anbaugebieten

Die Phase des Wachstums beträgt etwa 245 bis 260 Tage. Dann wird die Pflanze in Indien abgeerntet. Wenn die Ingwerpflanze noch sehr zart ist, wird sie häufig als Küchenkraut verwendet. Nachdem sie etwa acht bis zehn Monate gewachsen ist, färbt sich das schilfartige Blatt gelblich, und die Pflanze kann geerntet und als Gewürz verwendet werden, indem sie getrocknet und gemahlen wird. Die Ernte erfolgt meist manuell oder mit der Forke. In den Vereinigten Staaten werden entsprechende Erntemaschinen eingesetzt.

Aroma, Zusammensetzung und Verwendung

Das Aroma der Pflanze ist sehr intensiv, der Geschmack hat Schärfe und Würze. Sie besteht aus ätherischem Öl, Harzsäure und neutralem Harz, auch Gingerol ist enthalten. Hierbei handelt es sich um eine sehr scharfe Substanz. In den Zeiten des Mittelalters gab es im europäischen Raum nur selten Pfeffer, daher kam die Ingwerpflanze oft zum Einsatz. Weiterhin sind Zingiberen, Shogaol, Zingiberol sowie Diarylheptanoide enthalten. Diese Stoffe gelten als verdauungsfördernd, magenstärkend sowie kreislauf- und appetitanregend. Auch der Vitamin- und Mineralstoffgehalt ist sehr hoch. Die Pflanze enthält Magnesium, Kalzium, Kalium, Phosphor, Natrium, Eisen und Vitamin C.

Der grüne Ingwer wird sehr früh geerntet, er verfügt über die milden Rhizome und wird in Asien angebaut. Hier wird er schon seit langem als Heil- und Gewürzpflanze verwendet. Eingesetzt wird er beispielsweise bei Hustenreiz. Bevor die Chilischote aus Amerika eingeführt wurde, etwa am Anfang der Neuzeit, war die Ingwerpflanze neben dem Pfeffer in Asien oftmals das alleinige Gewürz, um Speisen zu schärfen. Außerdem wirkt die Ingwerpflanze antibakteriell und antiviral. Sie schützt vor Erbrechen und ist sehr förderlich für die Durchblutung. Weiterhin wirkt sie sich positiv auf die Gallensaftproduktion aus. Im japanischen Raum wird sie außerdem als Aphrodisiakum geschätzt. Wofür der Ingwer verwendet wird, ist abhängig von der Methode der Produktion, dem Zeitpunkt der Ernte und der Art der Zubereitung. Danach richtet sich auch, ob die Pflanze einen milden oder scharfen Geschmack erhält. Es gibt ebenfalls einen gepressten Saft der Ingwerpflanze, der naturrein hergestellt wird.

Der Wurzelstock verfügt über eine zähe flüssige Balsamsubstanz, dem sogenannten Oleoresin, welcher ätherische Öle und einen Anteil an Scharfstoffen enthält. Dieser besteht aus Gingerol und Shoagol. Eine entsprechende Zubereitung aus diesem Wurzelstock wirkt antioxidativ, antiemetisch, entzündungshemmend und anregend auf die Funktion von Magen, Galle und Darm. Im asiatischen Raum wird die Pflanze daher auch in der Alternativmedizin verwendet, um rheumatische Erkrankungen, Schmerzen der Muskulatur oder auch Erkältungskrankheiten zu lindern. Der Extrakt wirkt gegen Parasiten aller Art, Pilze, Bakterien, Mollusken und Würmer, er senkt den Cholesterol- sowie Blutzuckerspiegel. Er wirkt stimulierend auf das Immunsystem und hat eine entzündungshemmende Wirkung. Auch gegen Geschwüre des Magens wird sie eingesetzt, der Fluss der Galle wird verbessert und die Verdauung gefördert. Die Ingwerpflanze hat sich als wirkungsvolles Arzneimittel bewährt.

Praktische Tipps

Die Ingwerpflanze gehört zu den bekannten Gewürzpflanzen und Küchenkräutern. Ein kleines Rhizomstück, welches vorher geschält wurde, kann auf einer Reibe zerrieben werden und dann zum Kochen verwendet werden. Besonders schmackhaft ist es in einer Suppe oder als Gewürz für Geflügelgerichte. Aber es ist auch sehr passend zu Lamm- und Fischgerichten. Das Gewürz ist in purer Form oder als Mischung erhältlich. Sehr gut mit der Ingwerpflanze lassen sich auch Obstsalate, Lebkuchen, verschiedene Tees und Fruchtschalen verfeinern. Sie erhalten dadurch ein einzigartiges Aroma. Auch das Einlegen von unterschiedlichen Speisen gelingt hervorragend. So lassen sich zum Beispiel Pflaumen, Birnen oder anderes Obst hervorragend mit der Ingwernote aufwerten. Die Wurzel lässt sich auch kandieren oder mit Schokolade überziehen, so entsteht eine geschmackvolle Süßspeise. In Großbritannien gibt es die begehrte Konfitüre aus der Ingwerpflanze. Feine Sprossen werden im tropischen Raum auch gern als aromatisches Gemüsegericht oder Kraut verwendet. In Japan wird die Wurzel in Essig eingelegt. Hier dient das Gericht als Vorspeise mit der Bezeichnung Gari. Gegessen wird sie zwischen den einzelnen Gängen beim Sushi. Mittlerweile ist diese Kultur international vertreten. Aber auch als Getränk eignet sich diese scharfe Wurzel. Sehr bekannt sind das Ginger Ale, welches eine Limonade mit dem Geschmack des Ingwers darstellt und keinen Alkohol enthält. Auch das Ingwerbier ist sehr bekannt. Die Wurzel kann auch als Tee zubereitet werden und dient weiterhin als aromatischer Zusatz für viele andere Getränke.

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