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Grünkohl

Kennen Sie das? Gerade, wenn Sie sich vornehmen, eine Diät zu machen, ist der Hunger am größten. Sie werden unleidlich, fühlen sich unzufrieden und schlapp. Die Stimmung wandert in den Keller. Sie können eigentlich nur noch darüber nachdenken, wann Sie endlich die nächste Mahlzeit essen dürfen.

Oder, wenn Sie mit der Familie, mit Freunden, ein festliches Essen genießen wollen: Die Selbstdisziplin wäre schon da – aber vor einem leeren Teller zu sitzen, mit drei Gabeln Salat darauf, das trauen Sie sich nicht. Die Gastgeber wären beleidigt, die Gäste verlegen.
Es ist Winter und da steht Ihnen sowieso nicht der Sinn nach Salat. Sie möchten warmes, nahrhaftes Essen genießen und das soll nicht lasch und fade, sondern würzig und gehaltvoll schmecken und trotzdem nicht „auf den Hüften landen“.

Wenn etwas davon auf Sie zutrifft – oder, wenn Sie Lust haben, sich eine gesunde, nahrhafte Nahrung zu gönnen, die schon gute Laune macht, bevor Ihr neues Gewicht ein Lächeln ins Gesicht zaubert – dann probieren Sie es doch einfach mal mit dem Grünkohl.

Grünkohl

Grünkohl ©iStockphoto/juicybits

Grünkohl oder Braunkohl

Als Braunkohl ist das krause Gemüse in den Gegenden Hannover, Braunschweig, Bremen und rund um die Magdeburger Börde bekannt. In Ostwestfalen heißt er auch Lippische Palme. Leicht zu erraten, wo er Oldenburger Palme oder Friesische Palme genannt wird.

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Immer ist der grüne krause Kohl gemeint, den Sie wahrscheinlich gut kennen im Zusammenhang mit Kasseler, Gänsebraten oder „Pinkel“, der grobkörnigen geräucherten Grützwurst. Hier wird, je nach Region, auch das Gemüse selbst mit Speck und anderen Fetten angereichert.

„Davon soll ich abnehmen?“, werden Sie sich vielleicht fragen.
Nein, damit gelingt das Abnehmen nicht. Diese Gerichte sind ihrer Tradition entsprechend gehaltvoll, fettreich und ganz sicher nicht für den häufigen Verzehr geeignet, wenn man sich kalorienbewusst ernährt.

Das Gute darin. Unsere Vorfahren waren schon auf einem guten Weg, wenn sie im Winter dem grünen Gemüse einen bevorzugten Platz einräumten. Es enthält jede Menge Vitamine, Spurenelemente und Bitterstoffe, die dem Körper gut tun, die Verdauung anregen und gerade in der kalten Jahreszeit vor Infektionen schützen. Hier eine kleine Auswahl, die zeigt, dass das Gute darin wirklich mehr Beachtung verdient, als nur die ergänzende Beilage zu deftigen Fleischgerichten zu sein:

Der Vitamin-C Gehalt ist mit ca. 105–150 mg/100 g sehr hoch. Mit einer Mahlzeit werden reichlich Vitamine B, D, K und Mineralien wie Eisen, Magnesium und Phosphor und Zink aufgenommen. Der Brennwert ist mit 39-50 kcal je 100 Gramm erfreulich gering. Wertvolle Ballaststoffe sorgen für ein anhaltendes Sättigungsgefühl. Enzyme, die schon beim Kauen im Mund freigesetzt werden, wirken positiv auf die Leber.

Sekundäre Pflanzenstoffe schützen die Augen. Der Gehalt an Eiweiß und Eisen macht das grüne Gemüse auch für Vegetarier und Veganer zu einem wertvollen Nahrungsmittel.

Nicht umsonst also hat schon im Alten Rom der Anbau des krausen Gemüses gemacht. Damals war er unter dem Namen Sabellinischer Kohl als Delikatesse geschätzt.

Wer die Empfehlung ernst nimmt, einheimische Produkte zu sich zu nehmen, die zudem der Jahreszeit entsprechen, ist mit dem Verzehr dieses europäischen Wintergemüses auf einem guten Weg. Das hat übrigens „prominente“ Verwandte: Brokkoli, Rosenkohl und Weißkohl gehören zur selben Familie; ebenso der weniger bekannte Markstammkohl.

Und das Abnehmen?

Ja, mit dem häufigen Verzehr von Grünkohl verlieren Sie ganz von selbst an Gewicht. Die beschriebenen wertvollen Inhaltsstoffe versorgen den Körper mit dem, was er für ein einwandfreies Funktionieren und Wohlfühlen benötigt.

Hier erhalten Sie einige Tipps für die Behandlung und Zubereitung des „Krauskopfs“. Sie werden sehen: Rasch kommen Sie auf den Geschmack! Das würzige Aroma, eine Mischung aus leicht herb und süß, ist sehr beliebt.

Seinen speziellen Geschmack erhält der Kohl übrigens durch den Kälteschock nach dem ersten Frost. Erst danach wird er geerntet.

Der Einkauf

Frischen Kohl erhalten Sie in der Zeit zwischen Ende September bis in den März hinein. Seine Zubereitung ist etwas aufwendiger. Dem gründlichen Waschen folgt das Hacken der grünen Blätter. In kleinen Mengen können diese im rohen Zustand Salaten oder Smoothies beigesetzt werden. Wählen Sie einen Kohlkopf, der leuchtend grüne, knackige Blätter hat. Sie können ihn bis zu vier Tage im Gemüsefach des Kühlschranks lagern. So lange bleibt der Kohl frisch und das Vitamin C erhalten.

Bekannter ist die Grün- oder Braunkohl-Konserve. In Glas oder Dose haltbar gemacht, ist seine Zubereitung denkbar einfach. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie wirklich Konserven ohne weitere Zusätze wählen. Gern wird auch die tiefgefrorene Variante gewählt. Sie ist ganzjährig erhältlich und ebenfalls sehr einfach zu verarbeiten. Der süße Geschmack wird hier durch den Kälteschock beim Vorgang des Einfrierens erreicht.

Sie können das auf diese Weise haltbar gemachte Gemüse also ganzjährig genießen, wenn Sie möchten.

Die Zubereitung

Der frische Kohl wird nach gründlichem Waschen in Streifen geschnitten und in mundgerechte Stücke gezupft. Den konservierten können Sie so, wie er ist, verwenden. Bei dem Kohl aus der Konserve sollten Sie dickere und harte Strünke entfernen, sodass nur die gehackten Blätter übrig bleiben. Etwas Wasser in den Topf geben, dazu etwas ein Viertel Essig. Wer mag, kann noch eine Zwiebel dazugeben. Der Kohl kommt dazu und das Ganze wird erhitzt, bis die Blätter eine hellgrüne Farbe bekommen. Dann ist der Kohl gar. Sobald die Blätter eine hellgrüne Farbe annehmen, ist der Kohl gar und kann unter kaltem Wasser abgeschreckt werden, damit die Blätter knackig bleiben.

Rezepte für die Linie

Natürlich kommt auf Ihren Teller nun keine Kohlwurst oder andere fettreiche Beilage. Auch auf Speck und größere Mengen Fett können Sie getrost verzichten. Der Geschmack leidet dabei nicht.

Probieren Sie doch einmal dieses Rezept für eine Grünkohlsuppe:

275 g Grünkohl frisch oder gefroren
1 Zwiebel
1 EL Olivenöl 1 EL spanisches Paprikapulver (geräuchert) 1 TL Paprikapulver (rosenscharf)
650 ml klassische Gemüsebrühe, 240 g Kichererbsen (Dose; Abtropfgewicht)
4 kleine Tomaten
1 TL flüssiger Honig
Pfeffer weiß oder schwarz.

Nachdem Sie den Kohl wie beschrieben gekocht haben, erhitzen Sie in einen großen Topf etwas Öl und geben die Zwiebel und den Kohl dazu. Vier Minuten Zeit reichen zum Dünsten aus. Etwas Paprikapulver streuen Sie darüber, dünsten dieses kurz mit. Dann kommt die Brühe hinzu, das Ganze wird kurz aufgekocht und köchelt ungefähr 20 Minuten bei mittlerer Hitze. Die Kichererbsen kommen hinzu und die Kochzeit beträgt noch mal 10 Minuten. Den „Kick“ geben die Tomaten und der Honig. Die Tomaten werden nach dem Waschen entkernt und gewürfelt. Der Honig kommt hinzu. Noch mal durchziehen lassen – fertig. Die Suppe enthält pro Portion 300 kcal.

Und hier eine geschmorte Variante, kalorienarm und unkompliziert:

Den Kohl nicht kochen, sondern mit geschälten, geraspelten Äpfeln in etwas gutem Öl anschmoren. Dazu Salz, Pfeffer, Balsamico-Essig und zum Schluss geröstete Walnüsse geben.

Guten Appetit und viel Spaß beim gesunden, figurfreundlichen Genießen!

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