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Vegan fasten: Das 14-Tage-Abnehmprogramm

Beim ersten Blick auf das Buch „Vegan fasten“ von Elisabeth Fischer gehen einem Fragen durch den Kopf. Wie kann man vegan fasten? Entweder kann man fasten oder man kann vegan essen. Das Interesse ist geweckt. Man möchte mehr über das Diätkonzept der Autorin wissen und fragt sich, ob es nicht vielleicht doch eine Diät gibt, bei der man sich nach Herzenslust sattessen kann. Der Praxistest erweist: Das hier ist genau so ein Kochbuch.

Vegan fasten – wie soll das gehen?

Elisabeth Fischers Buch ist herzerfrischend – vor allem, wenn man jeglicher Diät feindselig gegenüber steht. Wenn Sie auch zu jenen Übergewichtigen gehören, die schon bei der Erwähnung des Wortes „Diät“ Hungergefühle und Panikattacken bekommen, kann Ihnen geholfen werden. Sie können mit diesem fabelhaften Kochbuch Ihre Ernährung umstellen, ohne je eine Sekunde darben zu müssen. Fischer verzichtet auf Kalorienangaben und Essverbote und setzt auf leckere Rezepte. Diese erfordern meistens nicht viel Vorbereitungszeit. Man kann seine Kartoffelration gut am Morgen vorkochen und dann im Tagesverlauf weiterverwerten. Nudeln oder Reis werden nicht gegessen – an Kohlenhydraten wird gespart. Sättigung über den ganzen Tag ist trotzdem gegeben. Man vermisst nichts, weder Fleisch noch Fisch, weder Zuckerhaltiges noch Fettgebackenes. Gelegentlich etwas umständlich klingende Zubereitungsanweisungen kann die geübte Hausfrau leicht verkürzen. Elisabeth Fischer hat bereits zahlreiche Kochbücher geschrieben – auch vegane. Ihre Rezeptideen nutzen viel Gemüse und können im besten Wortsinne als geerdet beschrieben werden. Zugleich sind die Zubereitungen aber erfreulich raffiniert. Als Beispiele seien

– der Thai-Salat mit Ananas und Tofu
– die Auberginenvorspeise mit Sojajoghurt und Sesam
– die Thaisuppe mit Kokos und Kürbis
– der marinierte Chili-Tofu mit Zitronengras
– die Kürbissuppe mit Aprikosen
– oder Lauch in Kapern-Zitronensoße

angeführt. Obwohl es im vorderen Teil des Buches „Vegan fasten“ Menüpläne gibt, muss man sich keineswegs daran halten. Man kann auch frei kombinieren. Mittags und abends wird warm gegessen. Im Sommer kann man auf kalte Suppen und Salate umsteigen, wenn man abends nicht kochen möchte. Gewürzt wird mit frischen Kräuter, Kräutersalz, Pfeffer und Muskat.

Vegan fasten

Vegan fasten Bild:Amazon

Und die Pfunde purzeln tatsächlich!

Als die Rezensentin las, dass es hier um eine Diät mit drei Mahlzeiten zu jeweils 900 Kalorien geht, knurrte der Magen wie ein hungriger Wolf. Doch die Rezepte klangen einfach zu lecker, um nicht ausprobiert zu werden. Nach zwei Tagen purzelte das erste dauereingelagerte Kilo. Hungergefühle waren nicht eine Sekunde zu spüren gewesen – und das, obwohl der hungrige Wolf nach einem süßen Extra in Form von Schoko-Bananen-Creme verlangt hatte. Gesunde Desserts gehören eigentlich nicht in den täglichen Diätplan – doch Elisabeth Fischer kennt ihre naschhaften Pappenheimer viel zu gut. Sie bietet im hinteren Buchteil trotzdem verschiedene Dessertrezepte an. Mangopüree mit Erdbeermündern oder Kokos-Aprikosen sollte man probieren. Besonders köstlich und als kleine sonntägliche Extraportion zu verzehren, ist die Karotten-Halwa in Orangen-Kokos-Soße. Diese arabische Leckerei kann man sehr gut abändern. Sie erfordert nach dem vorliegenden Rezept nämlich energieraubende anderthalb Stunden Kochzeit. Wenn man die geraspelten Karotten kocht, alle Gewürze einbringt und dann mit Polentagrieß verarbeitet, wird eine Stunde Lebenszeit bei exakt gleich schmeckendem Ergebnis eingespart. Ansonsten sind die Rezepte sehr gut nachkochbar. Man hat schnell herausgefunden, wie man die Reste gut verwerten kann. Bis zu 12 Kilogramm Gewicht kann man mit dieser leckeren und sättigenden 14-Tage-Kur verlieren. Voraussetzung ist, dass man sich an die Rezepte hält. Sie machen Lust, die vegane Küche auf längere Zeit hin auszuprobieren. Es geht einem nämlich richtig gut dabei. Die Ernährung ist rundum basisch, alle Säureüberschüsse können abgebaut werden. Die Rezensentin hatte eine lange anhaltende Darmstörung nach Antibiotika-Einnahme und konnte diese mit Fischers Vegan-Diät in den Griff bekommen. Elisabeth Fischer setzt auf schmackhafte Gerichte mit vielen Vital- und Ballaststoffen. Das Fasten betrifft praktisch alle säurehaltigen und Säure bildenden Lebensmittel, die heutzutage in Überzahl auf unserem täglichen Speiseplan stehen.

Gut essen, vegan genießen

Wer gute Küche liebt, sich aber in seinem übergewichtigen Körper nicht mehr richtig wohlfühlt, sollte es mal mit „Vegan fasten“ von Elisabeth Fischer probieren. Man muss kein Kostverächter, „Körnerfresser“ oder Vegetarier sein, um dieses ansprechend aufgemachte Buch aufzuschlagen. Es ist 2013 im Kneipp-Verlag erschienen und verdient jede Beachtung. Angesprochen sind jene Zeitgenossen, die über nächtliche Wadenkrämpfe klagen und täglich Magnesium-Brausetabletten konsumieren. Der Konsum kann bereits nach kurzer Zeit gesenkt werden, weil der Organismus beginnt, das zugeführte Magnesium aus den Mahlzeiten aufzunehmen. Nicht nur das: Der hohe Zuckergehalt des normalerweise täglich verzehrten Essens, die Coca Colas und Schokoladentafeln sind es, die eigentlich für die Wadenkrämpfe verantwortlich sind. Fischer verzichtet auf alle klassischen Vitalstoffräuber und setzt stattdessen auf Vitalstoffbomben. Mit durchschlagender Wirkung, wie die Rezensentin bezeugen kann. Sodbrennen und Heißhungerattacken dürften ebenfalls bald der Vergangenheit angehören, wenn man die basischen Rezepte von Fischer nachkocht. Um dieses Diät-Kochbuch wertzuschätzen, sollte man gerne gut essen und offen für Neues sein. Elisabeth Fischer bedient sich gelegentlich aus der internationalen Küche, sodass eine herrlich abwechslungsreiche Rezeptkollektion entstanden ist. Der hohe Sättigungsgrad, der Genussfaktor und die geringe Kalorienzahl sorgen für zufriedene, satte Gesichter im Familienkreis. Schon nach drei Tagen stellt sich Wohlbefinden, Gewichtsverlust und eine gesunde Verdauung ein. Die Leber wird entlastet. Die Nieren arbeiten endlich mal keine Toxinfluten ab. Der ganze Organismus atmet auf. Fischer hat das perfekte Rezept-Buch für alle geschrieben, die Fastenwanderungen nicht durchhalten würden und von der F.X. Mayr Kur nichts halten. Sie richtet sich an jene, die gerne kochen und sich einer delikaten, aber vorwiegend basischen Küche öffnen können. Das vegane Fasten unterscheidet sich von normalem veganem Essen dadurch, dass bewusster gewählt wird. Verzichtet wird auf alles, was Säure bildend ist und auf alles Zuckerhaltige. Süßes vermisst man dennoch nicht, denn die Kohlenhydrate werden aus Möhren, Kartoffeln oder mitgekochten Pastinaken bezogen. Letztere sorgen zudem für interessante Geschmacksreize. Kartoffel-Pastinaken-Mus zu mariniertem Tofu ist eine Delikatesse, die man abends gerne verzehrt. Mancher bevorzugt eine leichte Suppe zum Abend. Andere nutzen vielleicht lieber die leckeren Salatrezepte. Wie gesagt: Man kann die Rezepte nach Belieben untereinander austauschen. Sie treten nicht nur der latenten Übersäuerung unserer Tage entgegen. Vor allem geben sie unserer Zuckersucht Saures und hindern uns daran, einen Diabetes vom Typ 2 zu züchten. Unser Blutzuckerspiegel bleibt dank Elisabeth Fischers Diätbuch über den Tag hinweg konstant.

Regelmäßige Essenszeiten helfen

Es empfiehlt sich, regelmäßige Essenzeiten einzuplanen, damit kein Blutzuckerabsturz passiert und wir nicht in einer plötzlichen Heißhungerattacke ein Hamburger-Restaurant stürmen. Fischer setzt der Ernährungsindustrie mit ihren behauptetermaßen „veredelten“ Fertiggerichten, Zuckerbrausen und Weißmehlkuchen ein „P“ vor. Sie erinnert uns daran, wie lecker selbst Gekochtes schmeckt und wie gut es uns tut. Auch die Supermarktkasse klingelt weniger laut und weist regelmäßig kleinere Zahlbeträge aus. Wir essen zu regelmäßigen Zeiten statt etwas Kalorienreiches hinter die Kiemen zu schieben, wenn wir Lust darauf haben oder weil uns langweilig ist. Fettreiches und Zuckerhaltiges lässt Elisabeth Fischer nicht in unsere Nähe. Trotzdem hat man nicht das Gefühl, von etwas ferngehalten zu werden. Und das ist neben ihrer unbestreitbaren Kochkunst die große Kunst von Elisabeth Fischer: Sie versteht unsere Nöte und bekocht uns mit Charme und Gesundem. Man bekommt bei ihren Salaten keine langen Zähne und wünscht sich nicht sehnlich einen Topf voller Gummibärchen zum Dessert. Es fehlt einem nichts. Doch: Ein paar Kilos Gewicht und das dräuende Gefühl, dass es einem nicht richtig gut geht. Es geht einem nämlich gut. In unserem Kochbuchregal wird demnächst ein weiteres veganes Kochbuch von Elisabeth Fischer stehen.


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