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Die Walleczek Methode – Rezension

Die Autorin

Sasha Walleczek ist Ernährungsberaterin und hat ihre dreijährige Ausbildung zum „Nutritional Therapist“ in London am Institut for Optimum Nutrition absolviert. Dem österreichischen Publikum ist sie durch diverse TV-Sendungen zum Thema vernünftige Ernährung und Gewichtsreduktion bekannt. In ihrem Institut für Ernährungsberatung in Wien entwickelt sie gemeinsam mit ihren Klienten individuell abgestimmte Ernährungsstrategien. Die sympathische Tirolerin hält Vorträge, veranstaltet Seminare und Workshops, nachzulesen unter http://www.walleczek.at/.

Die Methode

Das Buch von Sasha Walleczek basiert auf der von ihr entwickelten sogenannten Faustregel. Damit soll den Interessierten die Möglichkeit gegeben werden, ohne Kalorienzählen oder aufwendige Berechnungsmethoden anhand einer einfachen Vorgabe für die Zusammenstellung jeder einzelnen Mahlzeit zu einer ausgewogenen Ernährung und einer damit verbundenen Gewichtsreduktion zu gelangen.

Mit Humor und kurzweiligen Beiträgen erläutert Sasha Walleczek die Bedeutung der Ernährung für das persönliche Wohlbefinden, das genetische Schicksal, ihre Ansicht zu Blitzdiäten und die Ursachen des gefürchteten Jo-Jo-Effekts. Sie nimmt ihren Lesern durch die 80/20 Regel („Machen Sie es zu 80 % richtig, dann können Sie 20 % der Zeit tun und lassen, was Sie wollen.“) die Angst vor dem Scheitern und vor allzu hohen Erwartungen an sich selbst. Jeder Diätgeplagte wird die positive Grundstimmung im Buch, die ohne erhobenen Zeigefinger und Anspielungen auf das schlechte Gewissen auskommt, als angenehm empfinden.

Die Walleczek Methode

Die Walleczek Methode Foto: Goldmann Verlag

Kalorienzählen ist nach der Methode der Autorin nicht notwendig. Sasha Walleczek orientiert sich in ihrem Buch an den Grundlagen der Blutzuckersteuerung und erläutert ausführlich, welche Lebensmittel zu einem starken und schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels führen. Ihre Ernährungsempfehlungen haben das Ziel, den Blutzuckerspiegel durch regelmäßige Mahlzeiten und durch die bewusste Auswahl von bestimmten Lebensmitteln auf einem konstanten Level zu halten. Eine Blutzucker-Achterbahn hat nach den Ausführungen der Autorin Heißhungerattacken zur Folge und nimmt dem Menschen faktisch jede Chance, Disziplin in der Ernährung an den Tag zu legen.

Dieser Achterbahn soll durch das Einhalten der Faustregel der Kampf angesagt werden. Die Faustregel ist schnell erklärt: Jede Hauptmahlzeit soll aus einer Handfläche Eiweiß, maximal einer Faust stärkehaltiger Kohlenhydrate und mindestens zwei Fäusten Gemüse bestehen. Sasha Walleczek erläutert durch viele praktische Beispiele, welche Lebensmittel welcher Kategorie zuzuordnen sind. Der Eiweißanteil kann zum Beispiel aus Fleisch, Fisch, Käse, Nüssen, Bohnen, Linsen oder Tofu bestehen. Stärkehaltige Kohlenhydrate finden sich in Kartoffeln, Reis, Nudeln oder Brot, aber auch Polenta, Gries oder Couscous. Jeden, der bisher mit Mengenvorgaben bei einer Diät nicht zurechtgekommen ist, wird es freuen, dass die Autorin ihre Leser durchaus dazu ermuntert, auf das eigene Sättigungsgefühl zu achten. Sie gibt allerdings den Tipp, das Hungergefühl zuerst durch eine größere Menge an Gemüse oder Eiweiß und erst zuletzt durch mehr Kohlenhydrate zu befriedigen.

Großen Wert legt Sasha Walleczek in diesem Zusammenhang auf das Frühstück und den Umstand, dass jedenfalls zu Beginn der Umstellung jede Mahlzeit – auch jeder Snack – einen Eiweißanteil enthalten sollte. Die Begründung für diese Vorgabe sieht die Autorin in der Vermeidung von Heißhungerattacken durch das rasche Ansteigen des Blutzuckerspiegels und das fehlende Sättigungsgefühl durch die Aufnahme von zu wenig Eiweiß. Sehr hilfreich ist die im Buch enthaltene Tabelle zu den Portionsgrößen von Eiweiß, die es einfach macht, die notwendige Deckung des Eiweißbedarfs ausgehend vom gewünschten Körpergewicht zu kalkulieren.

Lesenswerte Beiträge zu gesunden und ungesunden Fetten und ein eigener Unterabschnitt über Vitamine ergänzen den informativen Teil des Buches. Die Ausführungen über Lebensmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die den solcherart Geplagten das Leben schwer machen können, sind ebenso wie jene im Kapitel über Bewegung eher allgemein gehalten.

Die im Buch enthaltene Vorgabe für einen konkreten Tagesablauf erleichtert den Einstieg in die neue Ernährungswelt und wird durch eine Vorratsliste und hilfreiche Tipps auch für das Essen unterwegs, im Restaurant oder bei Feiern ergänzt.

Die Rezepte

Vor dem Rezeptteil findet sich im Buch ein Wochenplan, der zeigt, wie der ideale Speiseplan für eine Woche aussehen könnte. Wie in jedem Kapitel handelt es sich dabei allerdings nicht um strikte Vorgaben, deren Nichtbefolgen mit einer Rüge geahndet wird, sondern um einen Vorschlag, der beliebig nach eigenen Vorlieben geändert werden kann.

Das Buch von Sasha Walleczek enthält sehr übersichtlich geordnete Rezepte für das Frühstück, Snacks, Suppen, das Mittag- und das Abendessen sowie Vorschläge für Beilagen. Alle Rezepte zeichnen sich durch einfache Handhabung aus und sind auch für Kochanfänger gut geeignet. Hier lassen sich unschwer die praktischen Erfahrungen der Autorin mit ihren Klienten erkennen. Viele Speisen können auch auf Vorrat zubereitet werden. Die Frühstücksrezepte – ob pikant oder süß – treffen jeden Geschmack. Vorschläge für belegte Brote, Linsenbällchen in unterschiedlichen Variationen, Nussdips und Aufstriche aller Art lassen auch im Büroalltag keine Langeweile aufkommen. Die Rezepte für Salate und Hauptmahlzeiten sind kreativ und bereichern sowohl den Ernährungsalltag von Vegetariern als auch von Fleisch- und Fischfreunden.

Das Fazit

Sasha Walleczek gibt dem Leser in ihrem Buch einfache Regeln an die Hand, die es dem Einsteiger in Verbindung mit vielen praktischen Tipps erleichtern, die Ernährungsgewohnheiten zu überdenken und hoffentlich auch zu ändern. Die von der Autorin aufgestellten Thesen erscheinen für den Laien durchaus nachvollziehbar. Ob sie alle durch streng wissenschaftliche Studien hinterlegt sind, kann in diesem Zusammenhang dahingestellt bleiben. Derartige Ansprüche lässt die Autorin in ihrem Buch aber auch nicht erkennen.

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