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Die Sirt Food Diät – Eine neue Methode zur Gewichtsreduktion

Ein weiterer Stern am Diäthimmel erfreut sich großer Beliebtheit. Dieser Ernährungstrend wurde von den beiden Ernährungswissenschaftlern Aidan Goggins und Glen Matten entwickelt, die über ihre Abnehm-Methode auch ein Buch veröffentlicht haben. Die Autoren betonen, dass ihre Sirt Food Diät nicht nur ungeliebte Pfunde purzeln lässt, sondern gleichzeitig soll der Muskelaufbau gefördert und das Immunsystem gestärkt werden. Wir nennen die wichtigsten Fakten und hilfreiche Tipps zur Durchführung dieser neuen Diät.

Was ist Sirt Food?

Die Bezeichnung Sirt ist eine Abkürzung für multifunktionale Enzyme der Proteingruppe der Sirtuine, die für die zelluläre Regulation verantwortlich sind bzw. den Körper vor Stress schützen können. In diesem Zusammenhang sollen sie sich positiv auf den Zellstoffwechsel auswirken bzw. ihn drosseln können, so dass er nur noch auf Sparflamme läuft. Dadurch sollen Alterungsprozesse verlangsamt werden. Laut der Theorie hinter der Sirt Food Diät, können solche Lebensmittel, welche reich an Sirtuinen sind, nicht nur die Aktivität der körpereigenen Sirtuine anregen können, sondern zusätzlich die Fettverbrennung ankurbeln und Heißhunger entgegenwirken. Entsprechend werden Sirtuine in diesem Zusammenhang auch als ‚Schlank-Gene‘ bezeichnet.

Grüner Tee, Äpfel, Blaubeeren und Co. – reich an Sirtuin

Zu den Sirtuin-haltigen Lebensmitteln gehören neben grünem Tee auch Äpfel, Grünkohl, Blaubeeren, Kapern und Zitrusfrüchte. Gleiches gilt für Kräuter bzw. Gewürze wie Petersilie, Chili und Kurkuma. Liebhaber von Wein und Schokolade dürfen sich freuen, da ein gelegentlicher Genuss dieser Lebensmittel erlaubt ist. Denn Rotwein – insbesondere Spätburgunder – enthält das Polyphenol Resveratrol, ein sekundärer Pflanzenstoff, der die Sirtuin-Enzyme aktivieren kann. Bei Schokolade auf solche Sorten setzen, die einen Kakaoanteil von mindestens 85 Prozent haben. Darüber hinaus gibt es noch weitere Sirtuin-haltige Lebensmittel. Diesbezüglich sind im Rahmen der Sirt Food Diät Soja-Produkte als Tofu oder als pflanzlicher Drink, Erdbeeren, Rucola, Walnüsse und Zwiebeln empfehlenswert. Gleiches gilt für Buchweizen und Garnelen.

Blaubeeren

Blaubeeren
©iStockphoto/BrianAJackson

Regeln der Sirt Food Diät

Es dürfen pro Tag maximal 1500 Kilokalorien aufgenommen werden. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, zu Beginn bzw. die ersten drei Tage die Zufuhr an Kilokalorien auf 1000 Kalorien zu reduzieren. In der ersten, dreitägigen Phase basiert der Speiseplan idealerweise auf einer Mahlzeit und drei Drinks. Letztere können je nach Vorliebe aus den empfohlenen Zutaten gemixt werden. Dadurch lassen sich vor allem grüne Smoothies aus Äpfeln, Orangen, Beeren, Grünkohl, Rucola und Petersilie zaubern. Auf Wunsch kann den Drinks zusätzlich Matcha zugefügt werden.
Die nicht genannten Lebensmittel müssen nicht komplett vom Speiseplan gestrichen werden, aber der Fokus soll – bei einer gewünschten Gewichtsreduktion – auf den Sirtuin-haltigen Nahrungsmitteln liegen. Gleichzeitig soll ein Bewusstsein für eine gesunde Ernährung geschaffen werden. Die Autoren Aidan Goggins und Glen Matten haben aus den Lebensmitteln, die reich an Sirtuin sind, verschiedene Rezepte entwickelt, die sie in ihrem Buch vorstellen. Zusätzlich sollte zu der Sirt Food Diät ein Bewegungsprogramm absolviert werden.

Rezept-Beispiele mit Sirtfood

Die von den Autoren entwickelten Rezepte sind abwechslungsreich gestaltet. Als Frühstück-Vorschlag gibt es ein Müsli, das unter anderem aus Buchweizen, Kokosflocken, Datteln, Walnüssen, Erdbeeren und Joghurt – auf Wunsch als Soja-Alternative – besteht. Dieses Müsli liefert neben einer Extraportion an Sirtuinen auch pflanzliches Eiweiß bzw. essentielle Aminosäuren, Ballaststoffe und ungesättigte Fettsäuren. Auch Antioxidantien wie Vitamin E und Vitamin C sowie weitere Vitamine und Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Co. sind reichlich in dieser Frühstücks-Variante enthalten. Aus den Sirtuin-haltigen Lebensmitteln lassen sich auch Gemüse-Eintöpfe, marinierter Grünkohl, Rucola-Salate und Getreide-Gerichte zaubern. Als Zwischenmahlzeiten eignen sich grüne Smoothies aus Äpfeln, Beeren, Grünkohl und Co., Frucht-Cocktails und Obstsalate, die zahlreiche Mikronährstoffe liefern.

Weitere Sirtfood-Diät-Rezepte zum Abnehmen

Für das Frühstück lässt sich aus den Zutaten beispielweise ein Blaubeer-Joghurt aus Soja-Joghurt und Blaubeeren zubereiten, der mit gehackten Walnüssen bestreut und mit geraspelter, dunkler Schokolade gesüßt wird. Die Blaubeeren können auf Wunsch auch durch Erdbeeren ersetzt werden. Zur Vorspeise kann ein sommerlicher Rucola-Salat mit Beeren, mariniertem Tofu und gekochtem Buchweizen serviert werden, der mit einem Topping aus Walnüssen garniert wird. Als Dressing eignet sich eine fruchtige Orangen-Vinaigrette. Auch Gemüsesuppen eignen sich als Vorspeise à la Sirt Food Diät.
Für aromatische und nährstoffreiche Hauptgerichte sind knackige Wok-Pfannen, gebratener Tofu auf Gemüse, Buchweizen-Taboulé mit einer Extraportion Petersilie und Grünkohl in facettenreicher Ausführung ideal. Gleiches gilt für einen vegetarischen Bohneneintopf oder ein pikantes Buchweizen-Risotto.

Vorteile der Sirt Food Diät – Vegetarisch zum Wunschgewicht

Zunächst einmal ist es ganz sicher ein entscheidender Vorteil, dass es sich bei den Entwicklern der Sirt Food Diät um Ernährungswissenschaftler und nicht bloß um Ernährungsexperten handelt. Letzterer Begriff ist nämlich nicht geschützt, sodass sich jeder so nennen kann. Entsprechend gibt es auch zahlreiche Diäten, die von Laien entwickelt werden, die gar nicht das chemische und ernährungsphysiologische Fachwissen besitzen. Betrachtet man die empfohlenen Sirtuin-haltigen Lebensmitteln fällt auf, dass es sich fast ausschließlich um pflanzliche, naturbelassene Lebensmittel handeln, was klar für diesen Diät-Trend spricht. Noch dazu liefern diese Nahrungsmittel zahlreiche Mikronährstoffe wie Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Entsprechend dürften sich vor allem abnehmwillge Personen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, über diese Diät freuen.

Sekundäre Pflanzenstoffe, Sättigungsverstärker und Co.

Insbesondere sekundäre Pflanzenstoffe – die als Antioxidantien und Co. über ein hohes gesundheitliches Potential verfügen – sind reichlich in Grünkohl, Blaubeeren, Äpfeln usw. enthalten. Zusätzlich liefert dieses Sirt-Food eine Extraportion Ballaststoffe, die sich nicht nur positiv auf das Verdauungssystem und das Immunsystem auswirken, sondern das Sättigungsempfinden auf natürliche Weise unterstützen. Gerade im Hinblick auf eine gewünschte Gewichtsabnahme ist dies ein entscheidender Aspekt. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die grünen Smoothies zu loben, da sie nicht nur Ballaststoffe liefern, sondern die Flüssigkeit zusätzlich die Quellfähigkeit und das Magenvolumen erhöht. Dieser Aspekt gilt heute – über eine Signalweiterleitung von der gedehnten Magenwand zum Gehirn – als wichtiger Faktor bei der Sättigung. Und letztere ist eine der wichtigsten Grundlagen, um eine Diät über einen längeren Zeitraum bzw. eine Ernährungsumstellung dauerhaft durchzuhalten. Und nicht zuletzt ist die Sirt Food Diät einfach umzusetzen und es werden keine exotischen oder überteuerten Lebensmittel benötigt.

Kritik an der Sirt Food Diät

Die Äußerungen zur Gewichtsabnahme, die laut Goggins und Matten innerhalb einer Woche bis zu drei Kilogramm betragen kann, wird kontrovers diskutiert. Während auf der einen Seite aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ein maximaler Gewichtsverlust von 500 Gramm pro Woche sinnvoll ist, erscheint die hohe Gewichtsabnahme auf der anderen Seite für einige Kritiker unrealistisch. Allerdings kann die reduzierte Nahrungsaufnahme von 1000 bis 1500 Kilokalorien – in Kombination mit einem intensiven Ausdauerprogramm – schon einen deutlichen Gewichtsverlust induzieren. Das haben auch Test zu dieser Diätform bestätigt. Allerdings ist es nicht gesichert, ob die Gewichtsabnahme auch wirklich auf den Sirtuinen basiert oder einfach eine Folge der reduzierten Kalorienzufuhr ist. Hierzu fehlen noch aussagekräftige Studien.

Ob Sirtuine tatsächlich die Jugendlichkeit und die Vitalität verbessern können, ist hingegen umstritten. Auch die Stärkung der Muskulatur und der gezielte Fettabbau können einfach Folge der reduzierten Essmenge und der gesteigerten Bewegung sein. Inwieweit die Sirtuine als ‚Schlankmacher-Gene‘ in diese Prozesse involviert sind, konnte bisher nicht eindeutig aufgezeigt werden. Fazit: Auch wenn einige Aussagen nicht wissenschaftlich bewiesen sind, können Interessierte die Sirt Food Diät ruhig mal ausprobieren. Aus den erlaubten bzw. Sirtuin-haltigen Lebensmitteln lassen sich gesunde, ausgewogene Mahlzeiten zubereiten. Dank der reduzierten Kalorienzufuhr ist eine Gewichtsabnahme – insbesondere wenn abnehmwillige Personen wie empfohlen zusätzlich Sport treiben – realistisch.