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Schlankheitspillen

Viele übergewichtige Menschen, die sich aus ästhetischen oder gesundheitlichen Gründen das Ziel gesetzt haben, ihre überflüssigen Pfunde loszuwerden, sind mit der Aussicht auf eine lange Zeit voller Verzicht konfrontiert. Darüber hinaus kann deutlichem Übergewicht im Rahmen einer Diät nur dann der Kampf angesagt werden, wenn das Abnehmen zusätzlich durch regelmäßige Bewegung oder sportliche Betätigung unterstützt wird. Viele Menschen, die am Beginn einer Abnehmkur stehen, fühlen sich diesen Anforderungen nicht gewachsen und sehen ihre Lebensqualität und die Freude am Genuss in großer Gefahr.

Zusätzlich empfinden gerade stark übergewichtige Menschen die Aussicht darauf, regelmäßige Trainingseinheiten absolvieren zu müssen, als extrem abschreckend und trauen sich die dafür nötige Konsequenz und Disziplin oft gar nicht zu. So ist es absolut nachzuvollziehen, dass die Betroffenen darüber nachdenken, mit einer der zahllosen Schlankheitspillen, die heutzutage in einer Vielzahl angeboten werden, nachzuhelfen, um das unerwünschte Gewicht schnell zu reduzieren. Die Vorstellung, einfach dreimal täglich eine Tablette zu schlucken und dabei die überschüssigen Pfunde zu verlieren, wirkt selbstverständlich äußerst verlockend. Logischerweise hat sich um diese Wunschvorstellungen eine ganze Industrie entwickelt, die mit dem Versprechen wirbt, dass es möglich ist, Gewicht auf einfache Art und ohne persönliches Zutun loszuwerden. So schön es auch klingen mag: Effizientes Abnehmen mit Schlankheitspillen ist eine Illusion. Es ist schlichtweg nicht möglich, bei Beibehaltung der bisherigen Lebensgewohnheiten und mit alleiniger Wirkung einer Pille sein Gewicht signifikant zu reduzieren. Im Folgenden soll nun auf die Wirkungsweise solcher Präparate näher eingegangen und aufgezeigt werden, was diese Schlankheitsmittel tatsächlich bewirken können.

Nur in seltenen Fällen ein Gesundheitsrisiko

Die gute Nachricht kommt zuerst: Immer mehr Testreihen und Studien zeigen auf, dass in den heute meistverkauften und gängigsten Abnehmpillen nicht mehr die illegalen und gefährlichen Appetitzügler stecken, die in der Vergangenheit wiederholt für negative Schlagzeilen und ernste gesundheitliche Vorfälle sorgten. Der Trend geht weithin zu Präparaten, die auf Basis von verschiedensten pflanzlichen Extrakten wirken sollen und laut den Herstellern wenig bis keine Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Zwar sind im Internet nach wie vor gefährliche Schlankheitsmittel im Umlauf, die teilweise verbotene Substanzen enthalten, doch kann man es mit einer gewissenhaft durchgeführten Recherche effizient vermeiden, mit solchen in Berührung zu kommen. Der Großteil der zu beziehenden Produkte ist, zumindest was die Inhaltsstoffe betrifft, ungefährlich.

Trotzdem bleibt die Frage, was diese angeblich zu hundert Prozent pflanzlichen Substanzen im Körper eigentlich bewirken sollen, dass dieser die überflüssigen Fettpolster einfach abbaut, ohne dass man an den Lebensgewohnheiten etwas ändern müsste.

Schlankheitspillen

Schlankheitspillen ©iStockphoto/alexskopje

Ein Eingriff in den natürlichen Stoffwechsel

Es ist ein Faktum: Der regelmäßige Konsum von stark fetthaltigen Nahrungsmitteln ist ungesund und macht nun einmal übergewichtig. Da jedoch gerade fettige Lebensmittel neben zuckerhaltigen Produkten zu den geschmackvollsten gehören, fällt der Verzicht auf diese Dickmacher im Regelfall besonders schwer. Die Schlankheitsmittel-Industrie ist sich dessen bewusst und setzt in ihren Werbeversprechen auch genau da an. Folglich sind heutzutage unzählige Abnehmpillen auf dem Markt, die den Stoffwechsel im Zuge der Nahrungsaufnahme und Verdauung so beeinflussen sollen, dass die dickmachenden Inhaltsstoffe der aufgenommenen Nahrung, also die Fette und schlechten Kohlenhydrate nicht in Fettdepots eingelagert werden. Mit bislang unbekannten Extrakten aus exotischen Früchten und Pflanzen, die noch unbekanntere Substanzen wie Enzyme und Säuren enthalten sollen, wird hier geworben. Obwohl sich die Hersteller, um ihre Schlankheitspräparate zu bewerben, Inhaltsstoffe mit immer klingenderen Namen einfallen lassen, die in unseren Breiten völlig unbekannt sind, behaupten sie alle meist dasselbe.

Die in dieser Frucht enthaltene Säure oder das in jenem Kaktus enthaltene Enzym bewirkt, dass der Körper das in der Nahrung enthaltene Fett im Zuge des Stoffwechsels nicht oder nur zum Teil aufnimmt und einlagert, sondern mit der Verdauung wieder ausscheidet. Damit verbreiten die Hersteller die Illusion, dass man weiter Fast-Food-Gerichte und Chips essen kann und dabei abnimmt, da das Fett ja sowieso nicht in den Depots an Bauch, Oberschenkeln oder Hüften gespeichert wird. Liest man dann nach dem Erwerb eines auf diese Weise beworbenen Produktes jedoch das Kleingedruckte auf dem Beipackzettel, fällt auf, dass auch im Zuge der Einnahme solcher exotischer Wundermittel darauf hingewiesen wird, die Essgewohnheiten umzustellen, die Menge der aufgenommenen Nahrung zu reduzieren und sportliche Aktivitäten in den Alltag zu integrieren, um der Diätpille etwas „nachzuhelfen“, damit sie ihre volle Wirkung entfalten kann. Wenn man diesen einfachen Ratschlägen folgt, braucht man jedoch keine Schlankheitspille mehr. Damit geben die Hersteller indirekt zu, dass die Wirkung ihrer Präparate in Frage gestellt werden kann.

Unangenehme Nebenwirkungen im Verdauungstrakt

Sind sie auch noch so natürlich, zu hundert Prozent biologisch oder harmlos, diese stoffwechselverändernden mysteriösen Wirkstoffe in diversen Schlankheitspillen, ganz egal, ob sie aus wohlklingenden tropischen Wunderfrüchten oder südamerikanischen Kakteen gewonnen werden, greifen in die natürlichen Abläufe des Körpers ein. Dies kann nicht ohne Nebenwirkungen geschehen, die zwar in den meisten Fällen harmlos sind, doch teilweise recht unangenehm ausfallen können. Wenn der Stoffwechsel dahingehend beeinflusst wird, dass das in der Nahrung enthaltene Fett nicht aufgenommen, sondern unverarbeitet wieder ausgeschieden wird, bedeutet dies unweigerlich einen erhöhten Gehalt von Fett im Stuhl und damit einen spontan auftretenden Durchfall. Auch wenn dies bedeutet, dass das Präparat seine Wirkung aufgenommen hat, handelt es sich dabei doch um einen unerwünschten Effekt, der die Lebensqualität beträchtlich einschränken kann.

Um die Wirkung eines solchen Präparats zu unterstützen, sind diesen „Wunder-Extrakten“ in den Schlankheitspillen meist noch etliche Ballaststoffe in hoher Konzentration zugesetzt, die im Körper aufquellen und ein längeres Sättigungsgefühl erzeugen sollen. Wer sich gesund und ausgewogen ernährt und Obst, Gemüse und Vollkornprodukte in den Speiseplan integriert, wird eine sinnvolle Menge an Ballaststoffen zu sich nehmen. Die hohe Konzentration der Faserstoffe, die viele Schlankheitspillen enthalten, führt oft zu unangenehmen Nebenwirkungen wie starken Blähungen oder einer verlangsamten Verdauung, die mit Magenschmerzen einhergehen kann. Zusätzlich kann dem Körper durch das Eingreifen in die natürlichen Verdauungsprozesse Wasser entzogen werden, was unweigerlich zu Verstopfung führt, wenn dies nicht durch die Aufnahme zusätzlicher Flüssigkeit ausgeglichen wird.

Wer trotz dieser unangenehmen Nebenwirkungen einen Versuch wagen will, sollte im Vorfeld einen Arzt um Rat fragen, ob die Anwendung des gewählten Produktes zulässig ist. Vor allem Diabetiker, Schwangere und Menschen mit Stoffwechselerkrankungen sollten von solchen Schlankheitsmitteln Abstand nehmen, da es in manchen Fällen zu ernsthaften gesundheitlichen Komplikationen kommen kann.

Hohe Kosten – Geld, das sinnvoller investiert werden kann

Dazu kommt noch, dass die im Internet angebotenen Produkte sehr teuer sind. Im Durchschnitt kostet eine Monatspackung dieser exotisch klingenden Präparate zwischen 30 und 50 Euro. Hat man vor, große Mengen an Gewicht zu verlieren, müsste man diese Schlankheitspillen über einen langen Zeitraum hinweg schlucken. Das Geld, dass man dafür ausgibt, wäre wesentlich sinnvoller in eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio, einen Aqua-Aerobic-Kurs im Schwimmbad oder in die Konsultation eines professionellen Ernährungsberaters investiert. Dabei handelt es sich nämlich um Ausgaben, die sich auf lange Sicht rentieren und das Ziel, die Wunschfigur zu erlangen und zu halten, tatsächlich realistisch machen.

Nichts führt an einer vernünftigen Umstellung der Essgewohnheiten und einem gesunden Maß an Bewegung vorbei. Die nötige Disziplin muss in jedem Fall aufgebracht werden, und man sollte sich immer vor Augen halten: Aller Anfang ist schwer, aber es lohnt sich, durchzuhalten. Schlankheitspillen mögen vielleicht verhindern, das nur 70 Prozent des in der Käsepizza enthaltenen Fetts vom Körper aufgenommen werden. Effizientes Abnehmen funktioniert jedoch auf Dauer nur dann, wenn um die Käsepizza ein großer Bogen gemacht wird.

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