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Fasten: Das sollten Sie wissen

Ganz egal, ob aus spirituellen, gesundheitlichen oder auch aus religiösen Gründen: Das Heilfasten existiert schon seit Jahrhunderten. So unterschiedlich die Gründe auch sind, so viele verschiedene Arten des Fastens existieren inzwischen. Neben dem klassischen Aufenthalt in einer Kurklinik, einem Hotel oder auch einem Kloster ist auch das Heilfasten zuhause immer beliebter geworden.

Heilfasten – gut oder schlecht für den Körper?

Ob nun gesund oder ungesund, ist nicht einstimmig geklärt – zum Fasten gibt es die verschiedensten Ansichten. Wer davon überzeugt ist, spricht meist von den positiven Auswirkungen auf Körper und Geist, aber auch von gesteigertem Wohlbefinden und mehr Vitalität. Fasten soll den Körper von innen reinigen und das gesamte Immunsystem kräftigen.

Möchte man heilfasten, so wird man sich möglicherweise zunächst fragen, wo und wie man dieses Vorhaben durchführen kann. Die meisten wählen aus praktischen Gründen das eigene Zuhause, da man hier ganz entspannt so vorgehen kann, wie man möchte, ohne sich unter Druck gesetzt zu fühlen. Wichtig ist jedoch, ärztlichen Rat einzuholen, bevor man damit beginnt. Besonders Menschen, die an chronischen Vorerkrankungen leiden, sollten dieses Vorhaben vorher unbedingt abklären lassen. Und natürlich ist eine gute Portion Disziplin erforderlich, denn Fasten ist nicht für jedermann gleichermaßen einfach.

Abnehmen durch Heilfasten?

Viele Menschen nehmen durch das Fasten automatisch ab, jedoch sollte man dieses Projekt keinesfalls mit einer Diät vergleichen. Das primäre, wichtigste Ziel sollte stets die Reinigung des Körpers sein: Giftstoffe und Schlacken werden nach außen abtransportiert und sorgen somit für eine optimierte Funktion aller Organe.

Fasten

Fasten ©iStockphoto/skynesher

In den ersten Tagen wird überwiegend Wasser ausgeschieden, Fett dagegen kaum – auch, wenn eine plötzlich locker sitzende Hose den Anschein erwecken mag. Beachtet werden sollte auch: Nimmt man nach dem Heilfasten wieder die gewohnte Ernährung auf, so sind die verlorenen Kilos schnell wieder drauf.

Dennoch ist Heilfasten insgesamt als positiv zu bewerten. Viele Menschen nutzen das Heilfasten als Einstieg, um die Ernährung langfristig umzustellen bzw. um bisherige Gewohnheiten vollständig über Bord zu werden.

Die vielen verschiedenen Arten des Heilfastens

Heilfasten ist nicht gleich Heilfasten: In den letzten Jahrzehnten haben sich die verschiedensten Varianten entwickelt, die alle sehr unterschiedlich aufgebaut sind. Welche Methode sich dabei am besten für die eigene Anwendung eignet, muss man selbst herausfinden. Ein Gang zum Arzt kann hier eine große Hilfe sein, denn er analysiert gemeinsam mit einem selbst die bisherigen Ernährungsgewohnheiten und wählt so eine geeignete Methode aus.

Die bekanntesten Varianten erläutert zunächst der nachfolgende Abschnitt.

Das Molke-Heilfasten

Diese Variante des Heilfastens ist auch als Molkekur bekannt und ein beliebter Bestandteil bei mehrwöchigen Kuren. Beim Molke-Heilfasten wird auf feste Nahrung vollständig verzichtet, stattdessen nimmt man ausschließlich Flüssiges, vor allem Molke, zu sich. Darüber hinaus werden Mineralwasser, Obstsäfte und Sauerkrautsaft konsumiert. Eine andere Art dieser Variante sind einzelne Molke-Tage.
Molke ist deshalb so förderlich für den Körper, da sie nicht nur fettarm ist, sondern auch wenige Kalorien besitzt. Durch ihren hohen Anteil an Eiweiß beugt sie darüber hinaus dem Muskelabbau während der Kur vor.

Teefasten

Eine der ältesten Arten des Heilfastens ist das Teefasten. Neben einer Gewichtsreduktion ist es damit auch möglich, den Körper effektiv und relativ schnell zu entschlacken. Das Immunsystem wird durch das Teefasten nicht nur angeregt, sondern auch deutlich gestärkt. Wichtig ist, pro Tag mindestens drei Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen – diese Menge sollte nicht unterschätzt werden. Beim Teefasten setzen sich diese drei Liter aus zwei Litern Wasser und bis zu sechs Tassen Tee, vorzugsweise Kräutertee, zusammen. Wer darüber hinaus zwischen verschiedenen Teesorten wechselt, kann den Effekt sogar noch verstärken. Zu empfehlen sind besonders Wacholder-, Lindenblüten-, Kümmel-, Holunder-, Baldrian- oder auch Salbeitee.

Die Schrothkur

Das Naturheilverfahren der Schrothkur wurde, wie der Name bereits verrät, von einem gewissen Herrn Schroth entwickelt. Es dient vor allem der Entgiftung bzw. Reinigung des Körpers und aktiviert zudem seine Selbstheilungskräfte. Wegen der drastisch reduzierten Kalorienzufuhr ist eine recht schnelle Gewichtsreduktion häufig der erste einsetzende Effekt. Die Schrothkur kann bis zu drei Wochen lang durchgeführt, sollte jedoch immer von einem Arzt begleitet werden. Er kann auf Wunsch direkt einen entsprechenden Speiseplan erstellen.

Die Nahrung, welche während der Schrothkur erlaubt ist, setzt sich primär aus Grieß- und Haferbrei sowie aus Reis und diversen Obst- bzw. Gemüsesorten zusammen. Insgesamt ist die Kost also sehr salz- und fettarm. Zwischendurch sind als Snack trockene Brötchen erlaubt. Während der sogenannten Trockentage darf bei der Kur nicht mehr als maximal ein halber Liter Wasser pro Tag getrunken werden. Auch Dunstwickel, bei denen der Körper nachts mit feuchten Tüchern umwickelt wird, sind Bestandteil dieser Kur. Wärmflaschen sind eine große Hilfe, um dabei vor dem Auskühlen zu schützen.

Die F.X.-Mayr-Kur

Bei dieser Kur ist lediglich der Verzehr von hellen Brötchen und Milch im Rahmen eines bestimmten Speiseplans erlaubt. Primär soll mit dieser Art des Heilfastens der Körper entgiftet werden, auch der Darm wird deutlich entlastet. Die Abwehr des Körpers wird darüber hinaus gekräftigt und aktiviert.

Die Fastenkur nach Buchinger und Lützner

Bei dieser Art des Heilfastens sind ausschließlich Gemüsebrühe, Tee, Wasser, Honig und Säfte erlaubt. Die tägliche Kalorienzufuhr beträgt hierbei nicht mehr als 200 bis 300 Kalorien pro Tag.

Das Basenfasten

Beim Basenfasten wird vor allem auf die Aufnahme zuckerfreier Lebensmittel großen Wert gelegt, andere Lebensmittel streicht man dafür vom Speiseplan. Wegen der reduzierten Nahrungsaufnahme geht der Körper automatisch in den Fettabbau über. Durch diesen Abbau entstehen wiederum Säuren, welche Begleitsymptome wie beispielsweise Schlappheit oder Kopfschmerzen mit sich bringen können. Um diese zu lindern, kombinieren viele Menschen das Basenfasten zusätzlich mit weiteren Behandlungen wie Basenpulver oder Heilwasser. Empfehlenswert ist ein Wert von mindestens 1.300 mg an Hydrogenkarbonat im Heilwasser, damit die Säuren gut bekämpft werden können. Nach dem Ende dieser Kur muss der Körper schrittweise wieder an normale Nahrung gewöhnt werden.

Das Saftfasten

Beim Saftfasten nimmt man keine festen Lebensmittel zu sich. Neben Obstsäften und Gemüsebrühe dürfen vor allem Tee und Wasser konsumiert werden – pro Tag nimmt man hierbei durchschnittlich 300 Kalorien zu sich. Weil die Kalorienzufuhr so drastisch reduziert wird, können Schwächegefühle, Hungeranfälle oder auch starke Müdigkeit im Anfangsstadium auftreten. Nach und nach gewöhnt der Körper sich allerdings an diese Ernährungsumstellung, die natürlich nur zeitlich begrenzt ist.

Heilfasten – ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht

Wer nun am Heilfasten interessiert ist, sollte nicht sofort loslegen, sondern zunächst alles sorgfältig planen. Generell eignet sich das Heilfasten nicht für jeden, sondern richtet sich vor allem an gesunde Personen, welche nicht an chronischen Vorerkrankungen leiden oder Medikamente nehmen. Da eine Fastenkur immer ein drastischer Eingriff in den natürlichen Körperhaushalt ist, sollte man dieses Vorgehen unbedingt mit einem Mediziner besprechen, um mögliche Folgeschäden auszuschließen. Besonders Menschen, die an starken Allergien, Essstörungen, Depressionen oder Übergewicht leiden, müssen sich vorher einem gründlichen Check unterziehen. Für Schwangere, Herzkranke, Menschen mit Untergewicht und natürlich für Kinder ist das Heilfasten nicht geeignet.

Ganz egal, ob man das Heilfasten alleine oder innerhalb einer Gruppe durchführen möchte – meist folgt man dabei einer bestimmten Methode. Die Auswahl geschieht meist je nach Bauchgefühl. Ebenso ist es auch möglich, verschiedene Kuren auszuprobieren, allerdings auf keinen Fall direkt hintereinander. Maximal sollte einmal pro Jahr für nicht mehr als drei Wochen gefastet werden. Dies reicht nach Ansichten der Mediziner vollständig aus, um den Körper von innen zu reinigen. Der Effekt wird sich nachträglich ganz sicher positiv bemerkbar machen.


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