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Die skurrilsten und außergewöhnlichsten Diäten

Übergewicht in unterschiedlicher Ausprägung betrifft heute in den westlichen Industrienationen einen beträchtlichen Teil der Menschen. Immer neue Diätkonzepte werden daher entwickelt oder wiederentdeckt, um den Betroffenen den Kampf gegen die unschönen Fettpolster zu erleichtern. Während manche, von seriösen Ernährungswissenschaftlern beschriebene Diäten langfristige und gesunde Lösungen anbieten, um das Idealgewicht zu erreichen, bringt der Magerwahn immer wieder auch skurrile Konzepte hervor, die bestenfalls einen Unterhaltungsfaktor beinhalten, jedoch nie zu einer langfristigen Gewichtsabnahme führen können. Die grotesken Diäten, die im Folgenden vorgestellt werden sollen, sind nicht nur in ihrer Durchführbarkeit fragwürdig, sondern teilweise auch mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden. Daher sind die hier erläuterten Konzepte keinesfalls als seriöse Anleitungen zu betrachten, sondern können lediglich als Denkanstoß dienen, um einige Ernährungsgewohnheiten langfristig umzustellen und auf vernünftige Weise die überflüssigen Pfunde zu verlieren.

Am Montag weiß, am Mittwoch grün, am Sonntag farblos

Die Colour-Diät wird von einigen Ernährungsexperten als sinnvoller Weg bezeichnet, Übergewichtige dazu anzuleiten, mehr Obst und Gemüse in ihren Speiseplan zu integrieren und dadurch nicht nur die überflüssigen Pfunde zum Purzeln zu bringen, sondern auch das Hautbild zu verbessern und die Gesundheit zu erhalten. Auch wenn sich die Orientierung der Essgewohnheiten nach bestimmten Farben grundsätzlich recht vorteilhaft und einfach anhört, entpuppt sich die Colour-Diät jedoch als äußerst absurde und fragwürdige Ernährungsweise, die nicht nur einseitig, sondern auch schwer in den Alltag zu integrieren ist. Richtig ist, dass jede Obst- und Gemüsefarbe für andere Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe steht und daher bei der Ernährung berücksichtigt werden sollte. Das Prinzip der Colour-Diät beruht darauf, an jedem Tag der Woche nur Lebensmittel zu essen, die eine einzige Farbe aufweisen. Das Zählen von Kalorien und der Fettgehalt der Speisen sollen dabei keine Rolle spielen. Die Colour-Diät besteht aus einem Ernährungskonzept, das langfristig angewendet werden soll, um Gewicht zu reduzieren und mehr pflanzliche Lebensmittel in den Speiseplan zu integrieren. Dies bedeutet genau, dass der Ablauf dieser Diät aus insgesamt sieben Farben besteht, die je einem Tag der Woche zugeordnet werden. Genau bedeutet dies für den Beginn der Woche einen „weißen“ Montag, an dem in erster Linie hellfarbige Lebensmittel wie gekochte Eier, Reis, Weißbrot, Kartoffeln, Milch, Nudeln, Produkte aus Kokosnuss, weiße Käsesorten wie etwa Mozzarella oder Frischkäse, weiße Gemüsesorten wie zum Beispiel Blumenkohl sowie Eier auf den Tisch kommen sollen. Mit diesen Lebensmitteln wird die Woche vergleichsweise kalorien-, kohlenhydrat- und fettreich begonnen. Der Dienstag soll ganz im Zeichen der Farbe Rot stehen und daher zum Genuss von Tomaten und Tomatensaucen, roten Früchten wie Erdbeeren und Himbeeren, Kirschen, rote Johannisbeeren, Trauben oder Wassermelonen, trockenem Rotwein, roten Rüben, Paprika oder Bohnen verleiten. Rote pflanzliche Lebensmittel weisen einen hohen Gehalt an Vitamin C, Antioxidantien und Flavonoiden auf und tragen wesentlich dazu bei, das Herz-Kreislauf-System gesund zu erhalten, das Immunsystem zu stärken und die Fettverbrennung anzukurbeln. Der Mittwoch wird dem Verzehr von überwiegend grünen Lebensmitteln gewidmet. Hierzu zählt neben allen grünen Gemüse- und Obstsorten wie etwa Brokkoli, Bohnen, Salat, Zucchini, Avocados, Gurken oder Rosenkohl auch grüner Tee. Durch den hohen Gehalt an Magnesium, Folsäure und anderen Vitaminen der B-Gruppe sowie Chlorophyll beeinflussen grüne pflanzliche Lebensmittel nicht nur positiv das Nervensystem, die Gefäßstrukturen und die Muskulatur, sondern verhindern auch die Einlagerung von Fettzellen. Am Donnerstag sollen gesundheitsbewusste Abnehmwillige nach dem Konzept der Colour-Diät ausschließlich orangefarbene Speisen verzehren. Hierzu gehören beispielweise Süßkartoffeln, Orangen, Aprikosen, Karotten, Kürbis, Lachs, Mango, Papaya oder Pfirsiche. Das darin enthaltene Beta-Carotin verzögert nachweislich die Zellalterung, strafft die Haut und wirkt zudem gegen die Entstehung vieler Krebsarten. Am lila Freitag stehen hauptsächlich Pflaumen, Heidelbeeren und Brombeeren, schwarze Johannisbeeren und blaue Trauben auf dem Speiseplan, die durch ihren hohen Gehalt an Anthozyanen nicht nur wesentlich am Schutz von Herz und Blutgefäßen beteiligt sind, sondern auch vorbeugend gegen Harnwegsinfekte, Krebs und Entzündungen des Mundraumes wirken. Freitags sind auch Auberginen, die als schmackhaften Gemüsebeilage dienen, sowie Feigen, Datteln und Rosinen als süße Snacks zwischendurch erlaubt. Das Wochenende beginnt mit dem gelben Samstag, an dem Ananas, Eigelb, gelbe Paprika und Zucchini, Honig, Getreideprodukte und sogar etwas Bier erlaubt sind. Die regelmäßig zugeführten Karotinoide in gelben Lebensmittel verhindern die Ablagerung von Cholesterin in den Blutgefäßen und schützen dadurch vor Schlaganfall und Herzinfarkt. Am farblosen Sonntag hingegen klingt die Woche ohne Essen aus, denn an diesem Tag ist nur Wasser erlaubt.

Montag bis Samstag sollen die hier angeführten Lebensmittel jeder Farbgruppe mit gesunden Ölen und Fetten, Fisch, ballaststoffreichem Vollkorn, Sojaprodukten und Nüssen kombiniert werden. Wie bei jeder Diät wird auch im Rahmen des etwas eigenwilligen Ernährungskonzeptes nach Farben vorgegeben, leere Kalorien aus raffiniertem weißen Zucker und Weißmehlprodukten zu reduzieren oder idealerweise ganz vom Speiseplan zu streichen. Im Hinblick darauf erscheint es merkwürdig, die gesunden pflanzlichen Lebensmittel nur an einem bestimmten Tag der Woche essen zu dürfen, denn für die Gesundheit spielt es kaum eine Rolle, ob die Himbeeren am Montag oder Freitag und Papaya und Karotten dafür am Dienstag genossen werden. Problematisch ist hingegen die Vorgabe, Milchprodukte wie Käse und Naturjoghurt nur am Montag verzehren zu dürfen. Dadurch reduzieren sich einerseits die Möglichkeiten, gesunde, abwechslungsreiche und ausgewogene Gerichte zuzubereiten, andererseits kann dadurch schnell ein Mangel an hochwertigem Eiweiß und Kalzium entstehen. Auch die Regel, am Sonntag nur Wasser zu trinken, macht die Colour-Diät für berufstätige Menschen, die am Wochenende zusätzlich familiären Verpflichtungen nachkommen, kaum sinnvoll. Auf leeren Magen machen weder sonntägliche Ausflüge mit Freunden und Verwandten Spaß, noch kann die Arbeitswoche am Montag mit Elan und Energie begonnen werden. Die Colour-Diät sollte daher keinesfalls zum langfristigen Ernährungskonzept werden, sondern lediglich als Inspiration dienen, in Zukunft mehr pflanzliche Lebensmittel in leuchtenden Farben in den Speiseplan zu integrieren. Ob der regelmäßig und frisch genossene Fruchtsalat nur aus Papaya, Mango und Maracuja oder aus Heidelbeeren, Kiwis und Pfirsichen besteht oder der mit hochwertigem Öl gedünstete Fisch mit Gemüsebeilagen aus Rosenkohl, Brokkoli, Bohnen oder Karotten serviert wird, ist für die Figur ebenso irrelevant wie für die Gesundheit. Hauptsache, fette Snacks und Süßigkeiten werden im Rahmen der Abnehmkur konsequent und langfristig durch frisches Obst und schonend gegartes Gemüse ersetzt.

Skurrile Diäten

Skurrile Diäten ©iStockphoto/Dmitry Fisher

Ernährung nach der Farbfolge des Regenbogens

Ebenso klingend und in Ansätzen richtig ist die aus den Achtzigerjahren bekannte Regenboden-Diät, die vor kurzer Zeit wieder in Mode gekommen ist. Auch hier geht es grundsätzlich um die Anleitung für Übergewichtige, die bunten Lebensmittel zu konsumieren, die die Natur bereitstellt. Anders als bei der Colour-Diät sollen Obst und Gemüse nicht in nur einer Farbe pro Tag, sondern nach der Farbabfolge des Regenbogens gegessen werden. Dies bedeutet, täglich rote, orange, gelbe, grüne und blaue Lebensmittel zu verzehren, um eine ausreichende Versorgung mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen zu garantieren. Der Tag beginnt mit Rot, Gelb und Orange, beispielsweise in Form von Erdbeeren, rotem Paprika, Zitrusfrüchten, Bananen, Ananas, Karotten oder Pfirsichen. Dies soll zu einem Vitamin-C-Frischkick führen, um den Tag voll Elan zu starten. Zu Mittag folgen Gerichte, die überwiegend aus gelben, grünen und blauen, rohen oder gedünsteten pflanzlichen Lebensmitteln bestehen und eine ausreichende Versorgung mit Folsäure, pflanzlichem Eiweiß und Vitaminen garantieren. Für ein energiereiches Mittagessen nach der Regenbogen-Diät eignen sich beispielsweise Kartoffeln, Salate, Brokkoli, Zucchini, Kohl, Mais oder Bohnen. Zum Dessert gibt es eine Portion aus blauen Obstsorten wie etwa Heidelbeeren und Brombeeren, die reich an Magnesium und Anthocyanen sind. Das Farbschema des Regenbogens wird im weiteren Verlauf des Tages fortgesetzt. Dies bedeutet, dass auch am Abend ausschließlich pflanzliche Lebensmittel mit blauer und lila Farbe wie etwa schonend gegarte Auberginen, Feigen, rote Rüben, Blaukraut und Beeren gegessen werden. Zu jeder Mahlzeit des Tages können weiße Lebensmittel nach Belieben kombiniert werden, da diese Farbe in allen Schattierungen des Regenbogens enthalten ist. Daher sind Blumenkohl, Tofu, Litschis oder Fenchel jederzeit erlaubt. Auch wenn Weißmehl und Zucker zu dieser Farbgruppe zählen, müssen sie im Rahmen der Regenbogen-Diät gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden.

Dieses Ernährungskonzept kann getrost als höchst skurrile und kaum umsetzbare Diät bezeichnet werden. Auch wenn Obst und Gemüse unbedingt einen großen Teil der Ernährung ausmachen sollen, kann die Regenbogen-Diät kaum länger als einige Tage durchgehalten werden und ist zudem noch einseitiger als die Colour-Diät, denn es fehlen alle anderen Lebensnotwendigen Nährstoffe aus Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen. Ein Wochenende lang eine Regenbogen-Diät im Kurzverfahren durchzuhalten, mag einigen Menschen nicht allzu schwer fallen, für den Arbeitsalltag eignet sich diese Methode jedoch nicht, da spätestens nach einigen Tagen erste Erschöpfungszustände eintreten werden. Wer die Regenbogen-Diät in Erwägung zieht, sollte daher im Vorfeld unbedingt einen Arzt um Rat fragen, um keine Mangelerscheinungen zu riskieren.

Statt leuchtender Farbe Essen im Dunklen

Ebenso skurril ist ein von einer Ernährungsexpertin und einem Gastronomen erfundenes Konzept, dass Übergewichtige dazu anleiten soll, alle Lebensmittel mit verdeckten Augen oder in völliger Dunkelheit zu verzehren. Angeblich verändern sich dadurch der Fokus auf das Essen und in weiterer Folge das Geschmacksempfinden. Auch wenn sicher etwas Wahres dran ist, dass manche Menschen durch eine völlige Konzentration auf den Geschmack der Speisen möglicherweise einige ungesunde Ernährungsgewohnheiten ablegen und vollwertigere Lebensmittel zu schätzen lernen, stellt die Durchführung des Konzeptes mit dem absurden Namen „Schlank im Dunkeln“ nicht nur zu Hause vor große Herausforderungen, sondern ist auch im Berufsalltag mit erheblichen Einschränkungen verbunden. Wer mit verbundenen Augen in der Kantine seinen Salat oder im Restaurant im Beisein von Freunden sein Abendessen genießt, muss nicht nur mit abschätzigen Blicken von Seiten der Kollegen rechnen, sondern auch damit, zukünftig alleine essen zu müssen. Auch familiäre Unternehmungen und Feiern gestalten sich etwas grotesk, wenn ein Familienmitglied mit einer Augenmaske vor der Geburtstagstorte sitzt. Einzige Möglichkeit, nach dem Konzept dieser fragwürdigen Diät in der Dunkelheit schlank zu werden, ist wohl der heimliche Mitternachtssnack vor dem Kühlschrank in der unbeleuchteten Küche. Und da dieser auf lange Sicht zu einigen überflüssigen Pfunden führt, muss die Sinnhaftigkeit dieser Diät nicht weiter analysiert werden.

Die gute Figur einfach herbeiwünschen

Sicher nicht gesundheitsgefährdend oder mit erheblichen sozialen Einschränkungen verbunden ist das Konzept zum Abnehmen, das der selbsternannte Life-Coach Pierre Franckh entworfen und in seinem Buch detailliert beschrieben hat. Dennoch entbehren die Thesen und Ideen, die Franckh in seinem esoterisch angehauchten Werk „Wünsch Dich schlank“ anführt, jeglicher wissenschaftlicher Grundlage und werden von Ernährungsexperten lediglich belächelt. Der Bestsellerautor führt seine abnehmwilligen Leser in elf Schritten zum Traumgewicht, ohne dass diese gezielt ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen oder sich gar sportlich betätigen müssen. Was verlockend klingt, wird in Fachkreisen als reiner Unsinn bezeichnet und führt auch bei Menschen, die grundsätzlich empfänglicher für esoterisches Gedankengut sind, sicher nicht zum Traumgewicht. Franckh, der mit seiner Frau regelmäßig Seminare abhält und auch seine Anhänger gerne zu „Ernährungsberatern“ ausbildet, wird vorgeworfen, reine Geschäftemacherei mit übergewichtigen Menschen zu betreiben. Sein Konzept beruht auf der fragwürdigen Idee, dass das Schlanksein im Kopf beginnt und es völlig ausreicht, sich wiederholt vorzusagen, man besitze ein ideales Körpergewicht. Laut Franckh sei es nur eine Frage der Zeit, bis die mentale Indoktrination auf die Körperfunktionen übergeht und die Pfunde zu purzeln beginnen. Mit positiven Befehlsätzen, die der Coach als „Mantras“ oder „Affirmationen“ bezeichnet, sollen sich Körperfunktionen, die beim Abnehmen in Gang kommen, ins Unterbewusstsein einbrennen und sogar das menschliche Erbgut verändern können. Die in keiner Weise wissenschaftlichen fundierten Thesen, dass bestimmte Moleküle der DNA und der körpereigenen Proteine aktiviert werden, wenn man sich täglich zwanzig Mal vorsagt, man wiege nur sechzig Kilogramm, sollen laut Franckh in vielen Fällen ihre Wirkung gezeigt haben und unzähligen Menschen zu ihrem Idealgewicht verholfen haben. In elf Schritten beschreibt der Diät-Coach, wie das Essverhalten durch unterbewusste Affirmationen geändert werden kann. Werden die Mantras nach seiner Vorgabe ständig wiederholt, kann dies vielleicht tatsächlich zum Abnehmen beitragen, jedoch nur dann, wenn man vor lauter Aufsagen der Befehlsätze nicht mehr zum Essen kommt.

Physik als Fettkiller?

Aufsehen erregt seit einiger Zeit ein strenger Diätplan, der nach dem weltberühmten deutschen Physiker Max Planck benannt wurde. Eigentlich ist hier lediglich die Namenswahl dieser Diät skurril, denn das Konzept selbst bringt keine wesentlichen Neuerungen. Wer für diesen Diätplan verantwortlich ist, weiß bis heute niemand, denn sowohl das Max-Planck-Institut als auch andere Forschungseinrichtungen distanzieren sich ausdrücklich von dieser „Erfindung“. Die Max-Planck-Diät umfasst einen siebentägigen Ernährungsplan, der nach der ersten Woche einmal wiederholt wird. Sie verspricht bei geringer Kalorienzufuhr eine signifikante Umstellung der Stoffwechselfunktionen und einen Gewichtsverlust von bis zu neun Kilogramm im Laufe der vorgesehenen vierzehn Tage. Die Behauptung, mit der Max-Planck-Diät eine Umstellung des Stoffwechsels zu bewirken, die drei Jahre lang jegliche Gewichtszunahme verhindert, scheint den meisten Menschen ebenso schwer nachvollziehbar wie hochkomplizierte physikalische Formeln. Erlaubt sind im Rahmen der Diät in erster Linie Proteine in Form von Fleisch, Schinken und Fisch, Eier, einige Gemüsesorten und Salat sowie Früchte, ungesüßter Naturjoghurt und Kaffee ohne Zucker. Wer sich zwei Wochen lang nach den Vorgaben der Max-Planck-Diät ernährt, führt dem Körper keinerlei Kohlenhydrate und Ballaststoffe zu. Dies führt in dieser kurzen Zeit zwar nicht zu Mangelerscheinungen, wissenschaftlich bewiesen ist die klingende Max-Planck-Diät allerdings auch nicht.

Weitere amüsante Diätkonzepte

Nur zum Schmunzeln sollte auch die sogenannte Forking-Diät verleiten, die auf dem Grundsatz beruht, dass alles, was mit der Gabel gegessen werden kann, erlaubt ist und Lebensmittel und zubereitete Speisen, die die Verwendung von Löffel oder Messer verlangen, konsequent gestrichen werden. Die Idee dahinter ist nicht nur unnachvollziehbar, sondern klingt auch völlig unlogisch. Die These besagt, dass alle Lebensmittel, die sich auf die Figur schlagen, also Zuckerhaltiges, Fettes wie Käse, Wurst und Fleisch sowie Brot und andere Backwaren nicht mit einer Gabel aufgespießt werden können, sondern geschnitten werden müssen und im Rahmen dieser Diät daher automatisch entfallen. Das sogenannte „Forking-Prinzip“ wird im Zuge dieser Diät nur auf das Abendessen übertragen, die übrigen Malzeiten dürfen weiterhin nach Lust und Laune gelöffelt und geschnitten werden. Auch wenn sich dadurch ein Schwerpunkt auf Frühstück und Mittagessen ergibt, was für den Stoffwechsel durchaus von Vorteil ist, taugt die Forking-Diät wohl kaum als seriöses Konzept zum Abnehmen. Wer am Abend Heißhungerattacken hat und nicht den nötigen Willen zum Verzicht aufbringt, wird sicher Mittel und Wege finden, auch die Schokoladekekse und die Pizza vor dem Fernseher mit der Gabel zu essen und dabei noch Familienmitglieder oder Freunde gekonnt zu unterhalten. Zudem steckt hinter der Forking-Diät eine inkonsequente Idee, denn auch gesunde Kost wie etwa schonend gegarte große Brokkoliröschen, Putenbrust oder eine Kartoffel lassen sich schlecht mit der Gabel zerkleinern. Dies lässt die Annahme zu, dass dieses Diätkonzept möglicherweise nicht ganz ernst gemeint ist.

In der Lunge liegt die Traumfigur

Etwas realistischer, jedoch für die meisten Menschen wahrscheinlich ebenfalls nicht durchführbar, klingt die Abnehmkur nach dem Motto „Atme dich schlank“, die auf den Grundsätzen der Yogalehre beruht. Die richtige Zwerchfellatmung, die im Zuge des Yoga erlernt wird, trägt zweifelsohne einiges zu einem gesunden Gleichgewicht zwischen Körper und Seele bei, was sich auf die Gesundheit und die allgemeine Erscheinung positiv auswirken kann. Wird die richtige Bauchatmung erlernt, vergrößert sich das Sauerstoffvolumen der Lunge, wodurch ein vitales Allgemeinbefinden erzielt werden kann. Dies trägt maßgeblich dazu bei, dass das Körpergefühl verbessert wird und das Energiepotential steigt. Laut einigen Ernährungsberatern kann ein durch die richtige Atmung erzieltes Wohlbefinden Heißhungerattacken verhindern und dadurch zu Gewichtverlust führen. In gewissem Sinn kann man sich, wenn man dieser Theorie Glauben schenkt, tatsächlich schlank atmen. Atemübungen und etwa Yoga werden bei hohem Übergewicht allerdings kaum reichen, um langfristig abzunehmen. Auch wenn Heißhungerattacken durch die richtige Atmung möglicherweise reduziert werden, beinhaltet eine konsequente Abnehmkur immer eine bewusste Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Die wiedergefundene innere Balance kann jedoch zum Anlass genommen werden, Freude an körperlicher Betätigung empfinden zu lernen und die überflüssigen Pfunde durch regelmäßige Trainingseinheiten zum Schmelzen zu bringen.

Twitter, Jesus und Magenpumpe

Wer weder sein Schnitzel mit der Gabel essen, zur Traumfigur hecheln oder wünschen, nach physikalischen Pseudoprinzipien den Tag mit schwarzem Kaffee und Ei beginnen noch in der Kantine mit der Augenmaske vor dem duftenden Eintopf sitzen möchte, dem bieten sich noch zahlreiche andere absurde Diätkonzepte an, die in den letzten Jahren Aufsehen und Amüsement erregten. Dazu gehört beispielsweise die Schokopudding-Diät, die wahrscheinlich auf den ersten Blick die Herzen aller Naschkatzen mit Gewichtsproblemen höher schlagen lässt. Das Prinzip dieses Ernährungskonzeptes beruht auf dem Mahlzeitenersatz durch vorgefertigte Speisen, wie er auch mit Proteinshakes durchgeführt wird. Die Wirkung dieser verlockenden Diät verzeichnet sicher einen gewissen Erfolg, denn der mit Sojamilch angerührte Pudding verdirbt auf Dauer die Lust auf diese Süßspeise vollkommen, wenn der Geschmack irgendwann nicht mehr erträglich ist. In diesem Sinne macht die Pudding-Diät ja Sinn, denn danach wird man wahrscheinlich alles essen. Außer eben Schokoladepudding mit Sojamilch.

Absurd erscheint logisch denkenden Menschen auch die Twitter-Diät, im Zuge derer sich Übergewichtige online über ihre Essgewohnheiten austauschen. Statt sich gegenseitig zu ermutigen, beruht das Konzept der Twitter-Diät allerdings darauf, Fotos von sündigen Naschorgien auf der Microblogging-Plattform zu veröffentlichen und sich dadurch der Kritik der Mitstreiter auszusetzen. Möglicherweise hilft diese Vorgehensweise manchen Menschen dabei, abzunehmen, die Mehrheit aller Übergewichtigen wird sich auf Twitter sicher keine wertvollen Tips zur Gewichtsreduktion holen können.

Ein neuer Trend, den ein US-amerikanischer Arzt ins Leben rief, soll religiösen Übergewichtigen den Weg zur Traumfigur erleichtern, indem Jesus und seine Ernährungsgewohnheiten bei jeder Heißhungerattacke berücksichtigt werden sollen, bevor die Tiefkühlpizza in den Backofen geschoben wird. Religiöse Menschen werden zu einer gesünderen Ernährung angespornt, indem sie das essen sollen, was zur Zeit Jesu auf dem Speiseplan der Menschen stand, also viel Fisch, Hülsenfrüchte, Feigen, Honig und Obst statt Zuckerhaltigem, Weißmehl und Alkohol. Diese Lebensmittel sind bekanntermaßen wesentlich gesünder als die heutige Industriekost, und kein Ernährungsberater muss sich auf Jesus berufen, um Diätwillige zu einer gesünderen Ernährungsweise anzuleiten.

Bei starkem Übergewicht steht seit kurzer Zeit eine Alternative zur Magenverkleinerung zur Verfügung, die wahrscheinlich vielen Menschen das Grausen lehrt, jedoch eine mittlerweile anerkannte medizinische Methode darstellt. Dabei kommt eine Magensonde zum Einsatz, die direkt nach dem Essen einen Teil des Nahrungsbreis wieder aus dem Magen pumpt. Diese Sonde ist unter der Bezeichnung Aspire-System bekannt und erinnert in Ansätzen an das Prinzip der Bulimie. Statt dass sich der Patient übergeben muss, leitet er mit einer kleinen Handpumpe einen großen Teil der aufgenommenen Nahrung wieder aus dem Magen, bevor diese im Zuge der Verdauung vom Körper resorbiert wird. Die Sonde wird im Zuge eines ambulant durchgeführten operativen Eingriffs gesetzt. Studien zum Aspire-Systems ergaben eine gute Erfolgsquote, denn die Probanden nahmen im ersten Jahr im Durchschnitt über zwanzig Kilo ab. Die psychosozialen Folgen dieser grotesken Erfindung sind jedoch kaum abschätzbar. Wer am Tisch sitzt und mit einer Pumpe die aufgenommene Nahrung wieder ausleitet, wird wohl kaum mehr in Gesellschaft essen, und auch Mahlzeiten außer Haus gestalten sich mit dieser Magensonde wahrscheinlich auch sehr problematisch. Darüber hinaus sind bei dieser extremen Art der Gewichtsabnahme Infektionen des Magens und langfristige Beeinträchtigungen des Verdauungstraktes zu befürchten.


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