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Die größten Fehler beim Abnehmen

Die Tage werden länger und wärmer. Jede(r) freut sich darauf, endlich die neue Frühlingsmode tragen zu können! Allerdings: In den Wintermonaten haben viele ein wenig Speck angesetzt! Das online bestellte Hemd spannt sich am Bauch, die coolen Low Jeans zwicken und zwacken überall. Die vielen gemütlichen TV-Abende mit Chips und Wein, die leckeren Schlemmereien über die Feiertage sowie die wöchentlichen Kaffee-und-Kuchen-Runden mit den Freunden rächen sich jetzt. Von den häufig ausgefallenen Workouts ganz zu schweigen. Abnehmen heißt also die Devise. Dabei kann Mann und Frau viel falsch machen. Lesen Sie hier, welche die größten Fehler beim Abnehmen sind.

Fehler Nr. 1: An Wunder glauben

Die Werbung in den Online- und Printmedien suggeriert, dass Abnehmen eigentlich einfach ist: Regelmäßig die angepriesenen Pillen und Drinks genommen – und schon purzeln die Pfunde. Natürlich immer an den richtigen Stellen. Und all das ohne echten Verzicht auf die geliebten Naschereien oder eine konsequente Ernährungsumstellung.

Die Ernährungswissenschaft allerdings zeigt immer wieder: Wunderpillen zur Gewichtsabnahme gibt es nicht. Die von selbst ernannten Diät-Gurus propagierten Blitzdiäten für die ersehnte Baywatch-Figur bei Frauen oder den flachen Bauch bei Männern funktionieren ebenfalls nicht. Und ob all die frei verkäuflichen Fettverbrenner oder Appetitzügler wirklich wirken, ist zu bezweifeln. Möglich sind jedoch gefährliche Nebenwirkungen, wenn sie ohne ärztliche Begleitung eingesetzt werden. Denn nachhaltiges Abnehmen ist ein langsamer und manchmal mühseliger Prozess. Wunder gibt’s da nicht. Leider.

Fehler beim Abnehmen

Fehler beim Abnehmen ©iStockphoto/ValuaVitaly

Fehler Nr. 2: Ungeduldig sein

Ich will abnehmen – und zwar sofort! Doch einfach ein paar Tage ausschließlich von Wasser und Brot (oder Obst, Salat o. Ä.) zu leben, ist keine wirkliche Lösung, wenn man eine dauerhafte Gewichtsabnahme anstrebt. Denn was passiert? Ja, die Waage zeigt nach zwei, drei Tagen einen Gewichtsverlust. Aber die Lust auf all die gewohnten fett-und zuckerhaltigen Leckereien wird täglich unbezähmbarer. Schließlich denkt man nur noch ans Essen. Wenn diese Form der Null-Diät dann endlich vorbei ist, wird der verpasste Genuss sofort nachgeholt. Und nach einigen Tagen ist das alte Zuviel-Gewicht wieder da. Manchmal sogar mit einigen Pfunden mehr. Der Ex-Bundeskanzler Kohl machte in seiner aktiven Zeit jährlich so eine Spezialdiät, verlor auch einige Pfunde – allerdings nur für kurze Zeit, da er sein Essverhalten nicht wirklich veränderte. Denn: Was sich an den Hüften und anderen Problemzonen vielleicht im Laufe von Jahren angesammelt hat, verschwindet nicht von heute auf morgen.

Fehler Nr. 3: Unrealistische Ziele setzen

Wer gesund und langfristig sein Gewicht reduzieren möchte, muss deshalb an verschiedenen Stellschrauben seiner alltäglichen Lebensgewohnheiten drehen. Leichter gesagt als getan. Der Rückfall in das gewohnte Essverhalten hängt wie ein Damokles-Schwert über jeden Menschen, der sich von seinen bisherigen Ernährungssünden verabschieden will, um in Zukunft schlanker und gesünder zu leben. Die Abnahmeziele sollten deshalb realistisch sein. Das natürliche Gewicht eines Menschen ist nämlich nicht nur von seiner Ernährung geprägt, auch die Gene spielen eine gewichtige Rolle.

Zeigt ein Blick auf Familienfotos, dass alle Frauen in der Verwandtschaft betont weibliche Formen aufweisen, die Männer zumeist über eine eher kräftige Statur verfügen, so ist eine Victoria-Beckham- oder eine Bruce-Darnell-Figur auch durch weitgehenden Verzicht auf alles Süße oder Fettige unerreichbar. Wer das akzeptiert und nicht einem unrealistischen Figurbild nachläuft, der kann durch Abnehmen figürlich in Form bleiben und sich dabei wohl fühlen. Auch ohne Kleidergröße Zero. Denn wer gutes und leckeres Essen nur als Ansammlung von Kalorien sieht, bei dem bekommt Abnehmen als Teil eines gesünderen Lebensstils schnell einen leicht neurotischen Touch.

Fehler Nr. 4: Askestisch leben

Askese mag gut sein für den Weg der religiös-philosophischen Erkenntniserweiterung von Eremiten und Mönchen. Für ein gesundes und perspektivisches Abnehmen ist eine asketische Ernährungsweise der definitiv falsche Weg. Hin und wieder eine leckere Eiswaffel und ein süßes Stück Torte genießen, das gehört zum Leben dazu – und macht gute Laune. Wer immer auf alles angeblich „Ungesunde“ verzichtet, dauernd Kalorien zählt, der wirkt auf andere eher schrullig und nervig. Außerdem: Wer dauernd auf etwas verzichten muss, der wird irgendwann wieder rückfällig. Jeder ehemalige Ex-Raucher kennt das. Denn wer wie viele Mager-Models offenbar nur von Quark, Rohgemüse und viel Wasser lebt, der muss sich über Heißhungerattacken nicht wundern. Deshalb ist es auch für Menschen im Abnahmemodus hin und wieder erlaubt zu sündigen. Solche „Ausrutscher“ gefährden eine ansonsten gesunde und kalorienbewusste Ernährung nicht.

Fehler Nr. 5: Auf den inneren Schweinehund hören

Spötter sagen gerne: Abnehmen ist ganz einfach. Einfacher weniger essen und mehr Kalorien verbrauchen. Leicht gesagt, da die meisten Menschen fast den ganzen Tag sitzen. Im Auto, im Büro und zuhause. Unser Verstand sagt uns zwar, dass Bewegung beim Abnehmen hilft, denn sie verbraucht zusätzlich Energie. Der innere Schweinehund aber liebt bequeme TV-Abende auf der Couch. Und gewinnt allzu oft. Denn mal läuft ein spannender Krimi im Fernsehen, den man unbedingt sehen muss. Mal ist das Wetter einfach zu schlecht, um abends noch eine Runde durch den Stadtpark zu joggen. Dabei hat uns die Evolution auf Bewegung programmiert. Kein Säugetier kann so weite Strecken laufen wie der Mensch. Der Alltag bietet viele Chancen zur Bewegung, wobei es nicht immer Sport sein muss. Zum Beispiel mit dem Rad ins Büro fahren. Immer die Treppe statt des Lifts nehmen. Und wer mit dem Bus zur Arbeit oder nach Hause fährt, steigt einfach eine Station früher aus und geht den Rest zu Fuß. Und häufige Spaziergänge mit dem Partner tun auch der Beziehung gut.

Fehler Nr. 6: Auf Geheimtipps vertrauen

Die vielen Geheimtipps zum schnellen und leichten Gewichtsverlust machen sich die Unkenntnis vieler Menschen über ihren Körper zunutze. Allen gemeinsam ist aber, dass sie nicht so funktionieren, wie sie propagiert werden. Weder macht eine Einweiß-Diät zwangsläufig schlank noch machen kohlehydrathaltige Lebensmittel automatisch dick. Es kommt eben immer auf die Dosis und eine ausgewogene Ernährung an. Nur so lassen sich etwaige Mangelerscheinungen bei wichtigen Vitaminen und Nährstoffen vermeiden. Kontraproduktiv sind auch solche Tipps, die raten, einfach eine Mahlzeit ausfallen zu lassen. Wer aber beispielsweise nicht frühstückt, der beruhigt seinen knurrenden Magen zwischendurch gerne mit Snacks. Obwohl die gerne gegessenen Müsli-Riegel wahre Kalorienbomben sind, haben viele dennoch das beruhigende Gefühl, durch den Frühstücksverzicht etliche Kalorien eingespart zu haben. Faktisch jedoch ist deren Kalorienbilanz deutlich schlechter als mit einem gesunden Müsli zum Start in den Arbeitstag. Besonders dann, wenn’s eben nicht bei nur einem Stück Schokolade bleibt, sondern über den ganzen Tag verteilt fett- und zuckerhaltige Süßigkeiten konsumiert werden.

Fehler Nr. 7: Gedankenlos essen

Gegen den kleinen Hunger zwischendurch, gegen das vermeintliche Absinken des Blutzuckerspiegels und der daraus resultierenden Leistungsminderung werden an vielen Arbeitsplätzen den ganzen Tag Süßigkeiten gegessen. Obwohl man ja eigentlich gerade abnehmen möchte und deshalb auf das Mittagessen in der Kantine verzichtet. Leider gibt es nichts Gefährlicheres fürs geplante Abnehmen als Schokolade, Chips & Co. Weil sie meist gedankenlos, ungesteuert und in erstaunlichen Mengen zu sich genommen werden. Wer beispielsweise eine Tafel Schokolade abends beim Tatort-Schauen verputzt, der müsste danach eine Stunde ununterbrochen joggen, um seine Energiebilanz wieder ins Lot zu bringen. Die Konsequenz kann deshalb nur sein, diese scheinbar harmlosen Snacks für die kleinen Pausen zwischendurch konsequent auf den eigenen Nahrungsindex zu stellen. Und für die Momente der Versuchung lieber eine Schale mit Obst bereitzuhalten – im Büro, aber auch beim TV-Krimi abends. Vorsicht ist auch geboten bei vielen Getränken. Nicht nur Energy-Drinks oder Limonaden, auch Fruchtsäfte enthalten überraschend viele Kalorien. Besser ist es, zwei bis drei Liter Wasser pro Tag zu trinken. Und zudem deutlich billiger.

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