Skip to main content

Slow Carb Diät

Diäten gibt es wie Sand am Meer – und für gewöhnlich versprechen sie alle gleichermaßen den ultimativen Erfolg. In diesem Beitrag sollen nun einmal dem Slow Carb-Prinzip auf den Zahn gefühlt werden:

• Woher kommt die Idee zu dieser Diät?
• Was ist das Prinzip dieser Diät?
• Was kann man mit ihr erreichen?
• Für wen ist diese Diät geeignet?
• Was sind die Vor- und Nachteile, die man im Blick behalten muss?

Timothy Ferriss – der Erfinder des „Slow Carb“-Prinzips

Der „Erfinder“ der sogenannten „Slow Carb Diät“, die immer mehr Anhänger auch in Deutschland findet, ist Timothy Ferriss (*1977), ein US-amerikanischer Unternehmer und Autor, der einen eigenen Blog betreibt. Anders als viele andere Diätexperten ist Ferriss nicht ursprünglich ein Ernährungswissenschaftler. Seine Beschäftigung mit Diäten resultiert aus einer ganz anderen Motivation. Nach einem Buch über Wege aus dem Leben als Workaholic („The 4-Hour Workweek“), enthält sein zweites Buch, „The 4-Hour Body“, ein Konzept, mit dem Ferriss – kurz gesagt – körperliche Effizienz erzielen will, und zwar auf eine gesunde Weise. Diese Idee von Effizienz beschäftigt Ferriss bereits seit vielen Jahren – er hatte auch bereits eine Strategie entwickelt, mit der man Fremdsprachen in nur drei Monaten erlernen kann. Sein Slow Carb-Prinzip ist Teil des Weges zu körperlicher Perfektion – und vor diesem Hintergrund ist auch das Basisprinzip dieser Diät zu sehen: Möglichst effizient – das bedeutet: mit minimalem Einsatz und maximalem Erfolg – Fett zu verlieren. Dieses Prinzip entwickelte Ferriss unter anderem auf Basis von über 200 Interviews mit Experten – von Ärzten bis zu Medikamentenhändlern auf dem Schwarzmarkt – über einen Zeitraum von drei Jahren.

Das Slow Carb-Prinzip

Grundlage des Slow Carb-Prinzips ist eine Ernährung auf Basis von Nahrungsmitteln mit niedrigem glykämischen Index – oder besser: niedriger glykämischer Last (ein alternativer und präziserer Indikator als der glykämische Index). In schlichten Worten ausgedrückt: Die Diät besteht in einem möglichst umfangreichen Verzicht auf alle Produkte, die in irgendeiner Form Zucker enthalten oder einen Anstieg des Blutzuckerspiegels bewirken. Dies bedeutet zugleich ein weitgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate, denn die glykämische Last von Produkten mit hohem Kohlehydratanteil – insbesondere von Zudem gehört zu dem Grundkonzept von Slow Carb, dass einen Tag in der Woche dieses Ernährungsprinzip durchbrochen wird und alle Nahrungsmittel gegessen werden dürfen. Dieser „Cheat Day“ (zu Deutsch gerne wenig vornehm als „Fresstag“ bezeichnet) steigert die Motivation, die Diät durchzuhalten, zudem soll die massive Zufuhr von Kohlenhydraten und Kalorien an einem Tag in der Woche den Stoffwechsel ankurbeln und so verhindern, dass der Körper in den „Sparmodus“ wechselt. All dies sind im Prinzip anerkannte Ernährungsrichtlinien, die sich auch in vielen anderen Diäten wiederfinden. Ergänzend zur Diät schlägt Ferriss Workout an zwei bis drei Tagen in der Woche vor.

Slow Carb Gericht

Slow Carb Gericht ©iStockphoto/Shaiith

Was die erlaubten Nahrungsmittel anbelangt, so zeichnet sich Slow Carb Diät durch den völligen Verzicht auf „weiße“ Kohlenhydrate und Zucker aus: kein Brot, Reis, Mais, Kartoffeln, Nudeln, Cerealien, panierte Lebensmittel, Süßigkeiten und – ebenfalls wegen des Zuckers – Obst. Getrunken werden darf nur Wasser (mindestens drei Liter täglich), allenfalls noch ungesüßter Tee und schwarzer Kaffee sowie täglich ein Glas Rotwein. Milchprodukte sind, mit Ausnahme von Cottage Cheese, ebenfalls nicht erlaubt. Stattdessen soll die Ernährung aus Gemüse, Hülsenfrüchten wie Bohnen oder Erbsen sowie Fleisch, Eiern und Fisch bestehen. Von diesen Nahrungsmitteln darf dafür dann auch so viel gegessen werden, wie man will.

Empfohlen wird, regelmäßig die gleichen Mahlzeiten zu essen, damit die Diät funktioniert. Die Auswahl und Abwechslung auf dem Speiseplan ist also in der Tat an den sechs regulären Diättagen sehr eingeschränkt, bezieht man aber mit ein, dass es ja den „Cheat Day“ gibt, kann man aber im Prinzip alles essen – nur nicht zu jeder Zeit.

Was kann man mit dieser Diät erreichen?

Wer die Slow Carb Diät durchhält, kann damit in relativ kurzer Zeit Gewicht verlieren. Das Ernährungsprinzip ist relativ leicht verständlich, und aus dieser Perspektive sicherlich relativ einfach zu befolgen. Kritische Stimmen bemerken, dass es schwierig sei, jeden Tag dasselbe zu essen. Das ist freilich für die meisten Menschen richtig, andererseits erfordert die die Diät dies auch nicht unbedingt – alle erlaubten Lebensmittel dürfen frei kombiniert und sogar im wesentlichen in unbeschränkter Menge gegessen werden. Zudem bietet der „Cheat Day“ die Möglichkeit, sich einmal in der Woche alles zu gönnen, wonach das Herz gelüstet. Dennoch sind die Einschränkungen in den Lebensmitteln während der übrigen Tage sehr stark, so dass sicherlich nicht jeder Mensch damit gut umgehen kann. Ob dies der Fall ist, sollte jeder Einzelne einfach für sich ausprobieren.

Eine zweite Frage ist, ob dieses Prinzip als dauerhafte Ernährung geeignet ist. Wer sich dies nicht vorstellen kann, der kann das Slow Carb-Prinzip aber durchaus für einige Wochen nutzen, um schnell und effizient Gewicht zu verlieren – er sollte nur vorher bereits einen Plan für die Ernährungsumstellung nach der Diätphase haben, um nicht in alte Essmuster zurückzuverfallen und die verlorenen Pfunde um so schneller wieder auf den Hüften zu haben.

Für wen ist die Slow Carb Diät geeignet?

Slow Carb ist ein gutes Prinzip für alle, die schnell Pfunde loswerden wollen und hinreichend Disziplin aufbringen, die strengen Vorschriften an sechs Tagen in der Woche einzuhalten – dies hängt ganz stark von den individuellen Präferenzen ab. Disziplin erfordert jede Diät, doch für den einen ist es nach dem einen, für den anderen nach dem anderen Prinzip leichter. Wichtig ist, zusätzlich Sport zu treiben, um die Diät zu unterstützen.

Für im Prinzip schlanke Menschen, die nur ein paar Kilogramm verlieren möchten, ist diese Diät unter Umständen eine Option, um ihr Ziel in kurzer Zeit zu erreichen. Hier ist dieses Prinzip sicherlich noch leichter durchzuhalten, da man schnell Erfolge erzielt und die Diätphase dann nicht allzu lange dauern muss. Auch hier gilt natürlich, dass man sich überlegen sollte, wie man seine Ernährung danach dauerhaft ausrichtet, um nicht sofort wieder zuzunehmen.

Ein Problem kann der radikale Zuckerverzicht, der den Verzicht auf Obstkonsum einschließt – für Menschen darstellen, die zu Unterzuckerung neigen. Hier ist also Vorsicht geboten.

Vor- und Nachteile des Slow Carb-Prinzips

Klares Plus dieser Diät ist die Effizienz und die Geschwindigkeit, mit der man überschüssiges Fett abbauen kann. Wer sich mit den Ernährungsprinzipien der Diät auseinandersetzt, wird feststellen, dass man auch auf Basis der erlaubten Produkte einigermaßen geschmackvoll und abwechslungsreich essen kann, auch wenn Ferriss das Einehmen immer gleicher Mahlzeiten empfielt. Die Regeln sind einfach und daher in den Alltag überführbar. Schwierigkeiten mag der Verzicht auf Kohlenhydrate dennoch bringen – insbesondere, da auch auf Obst und wirklich auf weitestgehenden Zuckerverzicht gesetzt wird, was sicherlich nicht für alle Menschen gleichermaßen umsetzbar ist, da dies auch von der individuellen körperlichen Konstitution abhängt. Dadurch, dass viel Protein und – über das Gemüse – Vitamine zugeführt werden, ist der Körper aber im Wesentlichen gut versorgt.

Top Artikel in Diäten