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Schroth Kur

Die Schroth Kur ist eine alte Heil- und Entschlackungsmethode. Sie ist eigentlich keine Diät, sondern eine Heilkur. Bei ihr geht es darum, den Körper wieder auf Vordermann zu bringen. Dennoch funktioniert die Schroth Kur natürlich auch gegen Übergewicht. Sie gehört zum Großen Ganzen der TEM (Traditionelle Europäische Medizin). Diese fasst traditionelle Heilkunde und moderne Medizin zusammen.

Der Name der Schroth Kur geht wie bei vielen anderen Kuren auf ihren Erfinder zurück. Johann Schroth war ein Fuhrmann, der vom Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts lebte. Im Selbstversuch entwickelte er diese Kur Anfang des 19. Jahrhunderts. Grund dafür war der Huftritt eines Pferdes, der ihn am Knie verletzt hatte. Sein Knie blieb lange nach dem Unfall noch steif und so überlegte er, wie er sich helfen und sein Knie wieder heilen konnte. Er versuchte es mit herkömmlichen nass-kalten Umschlägen und dies zeigte Wirkung. Weiters beobachtete Schroth, dass kranke Tiere nicht essen wollten und auch nur wenig tranken. So dachte er, diese Enthaltsamkeit der Natur müsse auch beim Menschen gut wirken. So strikt wie der Erfinder seine Kur damals angewendet hat, ist sie heute nicht mehr. Sie wurde an den modernen Erkenntnisstand in Sachen Ernährung angepasst und modifiziert. In ihrer Basis ist sie allerdings unverändert.

Die Schroth Kur – Weniger ist mehr

Die Basis dieser Heilmethode ist sehr wenig. Keine komplizierten Rezepte, keine umfangreichen Diätpläne. Bei dieser Kur geht es um das „Weniger“. Fasten ist das Schlagwort, das diese Kur beschreibt. Dabei wird allerdings darauf geachtet, dass der Körper alles bekommt, was er benötigt. Auch wenn das Hauptaugenmerk auf dem Entschlacken und Entgiften liegt. Die Kur zielt darauf ab, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Die Grundlage der Schroth Kur sind vier Säulen. Zunächst eine Diät, dann ein Fastengetränk, Packungen für den Körper und ausreichend Ruhe, gepaart mit Bewegung.

Trinktag

Trinktag ©iStockphoto/dolgachov

Trockentage und Trinktage bei der Schroth Kur

Damit der Verdauungsprozess so wenig wie möglich belastet wird, ist die Diät dieser Kur überwiegend basisch. Sie enthält wenig Salz, wenig Fett und keine tierischen Eiweiße. Rohkost kommt in dieser Diät nicht vor – sie würde den Darm reizen. Gekochtes und gedünstetes Gemüse stehen auf dem Speiseplan. Obst gibt es in Form von Kompott. Vitamine und Mineralstoffe nimmt man bei dieser Kur als Reis, Graupen, Kräuter, Grieß, getrocknete Pflaumen und Aprikosen zu sich.

Auch wenn die anfängliche Umstellung sicher schwierig ist, zeigt diese Diät schon bald Wirkung. Der Körper wird seine ganze Energie darauf verwenden, sich zu reinigen und zu entschlacken. Giftstoffe werden ausgeschieden, Fett wird abgebaut. Schon nach kurzer Zeit verschwindet das Hungergefühl. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass es sich bei dieser Kur nicht um eine Ernährungsumstellung handelt. Diesen speziellen Speiseplan hält man nur kurzfristig und für einen bestimmten Zeitraum ein.

Zu dieser Ernährung gibt es bei der Schroth Kur Trinktage und auch Trockentage. Es kommt also nicht darauf an, so viel wie möglich zu trinken. Die Trinktage werden ganz gezielt eingesetzt. An den Trockentagen, von denen es in der klassischen Kur drei gibt, wird jeweils weniger als ein halber Liter Flüssigkeit getrunken. An den Tagen, an denen man weniger trinkt, entsteht ein Sog aus dem Zwischengewebe in das Blut. An den Trinktag werden die gelösten Substanzen dann aus dem Blut ausgespült. Johann Schroth empfahl als Getränk den Wein. Der Wein steigert unter anderem den Stoffwechsel, fördert die Durchblutung und ist rein an Mineralstoffen. Auch heute noch gibt es an den Trinktagen Weißwein, das ist aber nicht alles und wer keinen möchte, der kann die Kur genauso gut anwenden. Getrunken werden Mineralwasser, Tees und Säfte.

Gut gewickelt bei der Kur

Jeden Morgen wird in dieser Kur gewickelt. Außer Sonntags wird er Patient sehr früh am Morgen, meist noch in der Nacht, mit Tee geweckt. Dann geht es ab in ein nass-kaltes Tuch – der Körper ist vom Schlaf aufgewärmt. Darüber kommt eine trockene Schicht. In die Packung kommen Wärmeflaschen. Die Wärme soll sich stauen. Dadurch steigt die Körpertemperatur, die eigenen Abwehrkräfte werden gesteigert, die Haut wird belebt und gekräftigt und Stoffwechselschlacken werden ausgeschieden.

Dieser Entgiftungsprozess mag zu Beginn etwas seltsam erscheinen, doch der Kurgast empfindet die Wickel in der Regel schon nach kurzer Zeit als sehr angenehm.

Ruhe und Bewegung

Ruhephasen und Bewegung sind an die Trocken- und Trinktage angepasst und zwar in dieser Reihenfolge. An den Tagen, an denen man nicht so viel trinkt, sollte man ruhen. Dazu gibt es zum Beispiel Massagen. Ziel ist es, zur Ruhe zu kommen und Stress abzubauen.
An den Trinktagen gibt es viel Bewegung. Diese regt den Stoffwechsel zusätzlich an und fördert naturgemäß den Fettabbau. Die Bewegung sollte allerdings moderat sein und den Körper nicht überanstrengen.

Wo gibt es Schroth Kurorte?

In Deutschland gibt es einen einzigen offiziellen Schroth Kurort und dieser ist Oberstaufen. Im Jahr 1959 kam die Anerkennung dazu von der Bundesrepublik Deutschland. Oberstaufen ist ein heilklimatischer Kurort und bringt somit beste Voraussetzungen für diese Heilmethode.
Die Beschwerden oder Gründe, warum man es mit dieser Kur versucht, sind unterschiedlich. Sie ist zum Beispiel als Mittel gegen Diabetes hilfreich. Genauso wie bei Migräne oder Bluthochdruck. Auch wenn man abnehmen und dabei einen entspannenden Urlaub genießen möchte, ist man mit dieser Methode gut beraten.

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