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Scarsdale Diät

Sie ist nicht mehr ganz neu und eigentlich schon ein Klassiker unter den Diäten: die Scarsdale Diät, die schon im Jahre 1978 von dem amerikanischen Kardiologen Doktor Hermann Tarnower entwickelt wurde. Ihren Namen erhielt sie in Anlehnung an die gleichnamige Stadt im US-Bundesstaat New York, wo Doktor Tarnower lebte und arbeitete. Bei dieser Abnehmmethode handelt es sich um eine sogenannte „Low-Carb-Diät“: Neben einer drastischen Kalorienreduzierung liegt der Schwerpunkt auf einer sehr starken Einschränkung der täglichen Kohlenhydratzufuhr.

Der Entwickler

Doktor Hermann Tarnower war als Arzt am renommierten Scarsdale Medical Center tätig und hatte dort die Gelegenheit, die von ihm entwickelte Diät gleich an mehreren Patienten zu testen. Auf diese Weise konnte er sich – und später auch die Öffentlichkeit – von der Wirksamkeit dieser Methode überzeugen. Tarnower war der Ansicht, dass eine gute Diät möglichst schnell zum Erfolg führen muss. Dennoch sollte ihr eine gesunde Ernährungsweise zugrunde gelegt werden, die auch langfristig problemlos anwendbar ist. Langzeitstudien gibt es allerdings zu dieser Diät bis heute nicht. Außerdem basiert sie nicht auf wissenschaftlichen und medizinischen Grundlagen, sondern ausschließlich auf der persönlichen Überzeugung des Arztes.

So funktioniert die Scarsdale Diät

Die offiziell mit „Scarsdale Medical Diet“ bezeichnete Abnehmmethode besteht zunächst aus einem zweiwöchigen Programm. Während dieses Zeitraumes nehmen die Teilnehmer nur etwa 1000 Kalorien pro Tag zu sich. Auf Fett wird fast vollständig verzichtet, auch die zugeführte Kohlenhydratmenge ist extrem niedrig. Dafür ist die Ernährung sehr eiweißhaltig: Erlaubt sind in erster Linie fettarme Milchprodukte, mageres Fleisch, Gemüse und Fisch. Der Stoffwechsel des Menschen ist in der Lage, sich sehr schnell an diese Ernährungsumstellung zu gewöhnen. Und das mit einem überaus bemerkenswerten Effekt: Um die eiweißlastige Ernährung zu kompensieren, wandelt der Körper Proteine in Kohlenhydrate um, wodurch wiederum die Fettverbrennung stark angekurbelt wird. Darüber hinaus scheidet der Körper die Nebenprodukte dieser Stoffwechselaktivitäten über die Nieren aus, was vor allem am Anfang zu einem erhöhten Wasserverlust führt. Das Ergebnis: Die Waage zeigt bereits nach kurzer Zeit einen deutlichen Gewichtsverlust an. Das Versprechen, in zwei Wochen zehn Kilogramm abzunehmen, lässt sich allerdings kaum realisieren, auch wenn die Scarsdale Diät durchaus erfolgreich ist. Durch die Umstellung des Stoffwechsels wird ein Hungergefühl weitestgehend vermieden, von einer langfristigen Durchführung wird nach den heutigen Erkenntnissen allerdings strikt abgeraten, da es durch die einseitige Ernährung zu Mangelerscheinungen kommen kann. Außerdem besteht langfristig die Gefahr von Nierenbeschwerden und Gichtanfällen, was vor allem an der hohen Eiweißzufuhr liegt.

Frau mit Wage

Frau mit Wage ©iStockphoto/kzenon

Der Diätplan
In dieser ersten Phase ist der Diätplan sehr streng. Zum Frühstück gibt es jeden Morgen eine halbe Grapefruit und eine Scheibe Eiweißbrot ohne Belag oder Aufstrich. Das Mittagessen ist zwar abwechslungsreicher, dafür aber auch extrem fettarm und eiweißhaltig. Auf dem Speiseplan stehen Meeresfrüchte, Fisch, Käse und mageres Fleisch. Das Abendessen sieht ähnlich aus, als Zwischenmahlzeit sind ausschließlich Selleriestangen und Karotten erlaubt. Die Getränkeauswahl ist dagegen schon etwas umfangreicher: Mineralwasser, Diätlimonade, ungesüßter Kaffee und Tee dürfen nach Herzenslust getrunken werden. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ohnehin sehr wichtig, da der Körper sehr viel Wasser ausscheidet.
Die Planung dieser Diät ist aufgrund der vielen Vorschriften und Verbote recht aufwendig, außerdem müssen penibel genau Kalorien gezählt werden.

Die Stabilisierungsphase

Nach dem zweiwöchigen Programm soll im Idealfall eine Stabilisierungsphase folgen, in der bereits wieder etwas mehr gegessen werden darf. Zuckerfreie Marmelade, das tägliche Glas Wein oder auch bis zu drei Eier pro Woche: Solche Genüsse sind jetzt wieder problemlos möglich. Diese Phase dauert auch wieder 14 Tage, nach ihrer Beendigung soll jedoch bereits wieder das strenge Programm folgen, das dann auch wieder von der Stabilisierungsphase abgelöst wird. Wichtig: Wer die Diät einmalig durchführt, also einmal das zweiwöchige Programm mit einer anschließenden Stabilisierungsphase absolviert, muss keine Angst vor gesundheitlichen Risiken haben. Bei mehrfachen Wiederholungen führt diese Methode aber früher oder später zu teilweise schweren Mangelerscheinungen.

Für wen ist diese Diät geeignet?

Wer innerhalb kürzester Zeit Gewicht verlieren möchte und dazu auch noch eine Vorliebe für Fisch und Käse hat, wird diese Methode lieben. Teilnehmer müssen jedoch damit rechnen, dass es während der Durchführung zu einem Nachlassen der körperlichen und geistigen Fitness kommt. Verantwortlich dafür ist der weitestgehende Verzicht auf Kohlenhydrate. Die sorgen nämlich für Energie und sind gerade bei körperlichen Anstrengungen sehr wichtig. Außerdem kann das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Fettsäuren versorgt werden, was oft zu einem Nachlassen der Konzentrationsfähigkeit führt. Wer sich für diese Diät interessiert, sollte also bereits über eine gewisse Grundfitness verfügen, um nicht weiter abzubauen. Für Menschen, die regelmäßig Sport treiben, ist sie nicht geeignet.

Der Jojo-Effekt

In den späten siebziger Jahren versprach Doktor Tarnower, dass es nach dieser Diät keinen Jojo-Effekt geben wird. Heute sind die Wissenschaftler jedoch schlauer: Durch das Abnehmprogramm verliert der Mensch sehr viel Wasser, was im Anschluss an die Scarsdale Diät vom Körper jedoch schnell wieder aufgefüllt wird. Die Fettreduzierung ist dagegen verhältnismäßig gering. Da im Rahmen des Programms auch noch unweigerlich Muskelmasse abgebaut wird, reduziert sich zwar zunächst der persönliche Grundumsatz, im Anschluss an die Scarsdale Diät verfällt der Körper allerdings wieder in alte Gewohnheiten. Diese Methode führt daher zu einem zwar schnellen, dafür meist aber auch nur vorübergehenden Erfolg. Eine Durchführung unter ärztlicher Aufsicht ist darüber hinaus empfehlenswert.


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