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Pritkin Diät

Einleitung

Anlässe, zu denen Menschen sich mit ihrem Gewicht und ihrer Ernährungsweise auseinander setzen, gibt es genügend. Die einen wollen nach den schlemmerreichen Feiertagen oder zum Jahreswechsel ein paar Kilos loswerden. Die anderen plagen sich schon länger mit zu viel Gewicht herum und möchten nun endlich ran an den Speck.

Diäten und alternative Ernährungsweisen gibt es genug. Eine davon ist die Pritkin-Diät, die im Folgenden vorgestellt werden soll. Wie jeder anderen Diät liegt auch ihr ein bestimmtes Konzept zugrunde. Da jeder Mensch individuell ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, ob diese Diät für einen persönlich geeignet ist oder nicht.

Woher kommt die Pritkin-Diät?

Ursprünglich wurde die Pritkin-Diät gar nicht für die Gewichtsreduktion konzipiert. Der amerikanische Arzt Nathan Pritkin hatte sie in den 1950ern entwickelt, um durch eine bestimmte Ernährungsweise die gefährlichen Cholesterinablagerungen in den Arterien auf ein Minimum zu reduzieren oder gar ganz zu verhindern und den Blutzuckerspiegel zu senken. Er testete sein Ernährungsprogramm zuerst an sich selbst und schaffte es nach eigenen Angaben, seinen Gesamtcholesterinspiegel von 285 mg/dl auf 95 mg/dl zu senken.

Frau mit Maßband

Frau mit Maßband ©iStockphoto/erikreis

In den späten 1970er und den frühen 1980er Jahren gelangte Nathan Pritkin aufgrund seines Konzeptes zu außergewöhnlichem Ruhm. Millionen Abnehmwilliger schlossen sich seiner Denkweise an und kauften sein Buch „The Pritikin Program for Diet and Exercise“. Pritkin gründete daraufhin viele Zentren, in denen Menschen, die ihr Gewicht reduzieren wollen, bis heute Unterstützung finden. Sie lernen dort, Stress zu auf ein Minimum zu reduzieren, Sport regelmäßig in ihren Tagesablauf zu integrieren, sich gesund zu ernähren und fettarme Gerichte zuzubereiten.
Später entwickelte Pritkins Sohn Robert die Idee seines Vaters weiter. Er behielt die extrem fettarme Ernährung zwar bei, brachte aber den Begriff der Kaloriendichte mit ins Konzept ein.

Funktionsweise der Diät

Als Grundlage für Pritkins Ernährungsprogramm gilt die Annahme, dass der menschliche Körper evolutionsbedingt dazu neigt, Fettreserven anzulegen und sich so wenig wie möglich bewegen will, damit er nicht unnötig Energie verschwendet. Das Ernährungsprogramm von Pritkin soll dem entgegenwirken. In der Praxis heißt das: Viel Bewegung und eine fettarme Ernährung. Somit soll sich automatisch eine gesündere Ernährungsweise einstellen.

Die Pritkin-Diät ist eine kohlenhydratreiche Ernährungsweise. Praktisch gesehen heißt das, dass 80 Prozent der erlaubten Nahrungsmittel aufgenommen werden über braunen Reis, Nudeln, Kartoffeln, Vollkornbrot und Hülsenfrüchte, Obst, viel Gemüse und Salat. Die anderen 20 Prozent werden eingeteilt für Milchprodukte mit einem Fettanteil von unter einem Prozent, ganz mageres Fleisch und ganz magerer Fisch, Kräuter und Gewürze, ungesalzene Nüsse und Samen, Kaffee, Tee und gekochtes Eiweiß. Die Rezepte nach Pritkins Konzept werden immer ohne Fette zubereitet.

Dann gibt es eine Gruppe von Lebensmitteln, die zwar konsumiert werden darf, aber nach Möglichkeit nur in seltenen Fällen. Dazu zählen: Pflanzliche Öle, raffinierter und synthetischer Zucker, Salz, Fertiggewürze wie Brühwürfel oder andere fertige Gewürzmischungen oder Fertigsoßen wie zum Beispiel Ketchup oder Mayonnaise und Alkohol.

Die dritte Gruppe von Nahrungsmitteln wird komplett aus dem Ernährungsplan gestrichen. Dazu zählen tropische und wasserstoffhaltige Öle, tierisches Fett, Margarine, , Milch und Milchprodukte mit einem Fettanteil von einem Prozent oder mehr, fettiges Fleisch und fettiger Fisch, fettige Soßen, frittierte Gerichte wie Pommes Frites, Wurst, Eigelb, Kokosnuss, Kakaobutter, Schokolade, Gebäck und jegliche Art von Süßigkeiten.
Die tägliche Kalorienmenge beschränkt sich auf 650 Kalorien, die auf fünf Mahlzeiten pro Tag verteilt werden sollen. Später wird die Kalorienzahl dann auf 1000 kcal gesteigert.

Nathan Pritkin empfiehlt außerdem, den Kauvorgang zu verlangsamen und bewusst zu verinnerlichen. Auf diese Weise würde ein gesünderes Esstempo erreicht und die Verdauung erleichtert werden.

Die zweite wichtige Rolle in Pritkins Plan spielt die tägliche Bewegung. Er rät eine tägliche Sporteinheit von 45 Minuten an, zum Beispiel in Form eines strammen Spaziergangs. Allgemein sollte sich der Mensch regelmäßig mehr bewegen. Pritkins Sohn Robert fügte der Diät den Begriff der Kaloriendichte hinzu. Er achtet darauf, wie viele Kalorien ein Nahrungsmittel pro Pfund hat und bewertet danach, ob ein Lebensmittel gut oder schlecht im Sinne der Diät ist. Er empfiehlt, Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, die nicht mehr als 80 kcal pro 100 Gramm haben. Dazu zählen zum Beispiel Gemüse und fast alle Obstsorten.

Vor- und Nachteile der Diät

Die Vorteile der Diät sind sofort ersichtlich. Es stehen viel Obst und Gemüse auf dem Speiseplan, was den Körper mit reichlich Vitaminen und Nährstoffen versorgt. Durch die drastische Reduzierung von Fett bleiben auch die ganzen Gerichte rund ums Fastfood außen vor. Die komplexen Kohlehydrate und Ballaststoffe sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Durch die geringe tägliche Kalorienzahl und die fettarme Ernährung werden sehr schnell Erfolge sichtbar, was den abnehmwilligen Menschen dazu motiviert, weiter zu machen. Pritkin stellt bei Einhaltung seines Ernährungsprogramms eine monatliche Abnahme von bis zu 6 kg in Aussicht, was sicherlich auch auf die tägliche Bewegung zurückzuführen ist. Aber es ist nicht nur eine Gewichtsreduktion zu verzeichnen. Pritkins Diät beugt Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten vor, reduziert den Diabetes Typ II und mindert den Druck in den Arterien.

Da Pritkin in seinem Konzept nur wenig Fleisch und Fisch eingebunden hat, ist diese Diät auch sehr gut für Vegetarier geeignet.
Pritkin unterteilt seinen Plan noch einmal in drei Gruppen. Er hat Rezepte erstellt für Familien, Singles und Feinschmecker, die etwas mehr Geld haben und sich dementsprechend andere Lebensmittel leisten können. Somit gibt es viele Rezepte mit viel Abwechslung. Es ist für jeden Geschmack und jede Situation etwas dabei.

Durch das Reduzieren von Fett und Salz sind die Mahlzeiten oft geschmacklos und trocken. Zudem fällt den meisten Abnehmwilligen der komplette und längerfristige Verzicht auf Fett nicht leicht, sodass es schwer wird, diese Diät konsequent durchzuhalten.
Außerdem ist die Kalorienmenge mit 650 kcal viel zu gering bemessen. Dies begünstigt Hunger und Heißhungerattacken, was dem Jo-Jo-Effekt die Türen öffnet.

Für Menschen, die alltagsbedingt außer Haus essen müssen, ist diese Diät kaum geeignet, da sich der Ernährungsplan in Restaurants oder Kantinen nur sehr schwer oder gar nicht umsetzen lässt.

Durch die Diät bedingt gibt es auch einige körperliche Nebenwirkungen. So haben viele Menschen durch die hohe Kohlehydratezufuhr Probleme im Verdauungssystem. Bei einem Reizdarm oder einer empfindlichen Verdauung kann es daher schnell zu Durchfall und Blähungen kommen. Nach einer gewissen Zeit sollte sich dies aber gelegt haben. Außerdem kann es durch die fettreduzierte Ernährung und durch den geringen Eiweißanteil zu Mangelerscheinungen wie Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche kommen. Auch auf die Jod- und Einsenzufuhr muss verstärkt geachtet werden. Einige Stoffe (zum Beispiel die Carotinoide) in Karotten oder Tomaten werden in Verbindung mit ein wenig Fett vom Körper viel besser aufgenommen als gänzlich ohne.

Fazit

Mit einer fettreduzierten Ernährung und viel Bewegung tut man seinem Körper grundsätzlich sehr viel Gutes. Wird der Speiseplan zudem von Obst und Gemüse dominiert, ist das für den Körper noch besser. Und damit hat die Pritkin-Diät den eigentlichen Sinn, nämlich die Ernährung umzustellen und sich Gedanken über sein Essverhalten zu machen, schon erfüllt. Achtet man auf die Eisenzufuhr und steigert die Kalorienvariante von 1000 kcal täglich um etwa 200 kcal, reduziert man nicht nur sein Gewicht und rückt dem Speck zu Leibe, sondern tut auch etwas für seine Gesundheit. Man hält den Cholesterinspiegel im Normalbereich, bekommt den Diabetes Typ II in den Griff und verringert den Druck in den Arterien. Herz- und Kreislaufkrankheiten wird so vorgebeugt.

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