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Kensington Diät

Die Kensington Diät wurde keineswegs im königlichen Kensington-Palast erfunden. Sie enthüllt folglich auch nicht die Diätgeheimnisse königlicher Familienmitglieder. Ihr Erfinder war der britische Heilpraktiker Stephen Twigg. Seine Diät basiert auf einer Weiterentwicklung der Trennkost-Idee, die mit Erkenntnissen aus der Rotationskost der Lebensmittel-Allergiker kombiniert wurde. Letztere geht davon aus, dass man bestimmte Nahrungsmittel besser verträgt, wenn man sie nur alle paar Tage verzehrt. An den Tagen dazwischen verzehrt man sie ganz bewusst nicht. Man meidet häufig auch bestimmte Lebensmittel, die aus derselben Lebensmittelgruppe stammen. Mit dieser Verhaltensweise können allergische oder Unverträglichkeitsreaktionen auf bestimmte Lebensmittel reduziert oder verhindert werden.

Trennkost plus Rotationskost = Kensington Diät

Grundlage der sogenannten Kensington Diät ist die bereits bekannte Trennkost. Sie basiert darauf, dass ausgesprochene Eiweiß- oder Kohlenhydrat-Lieferanten niemals zusammen in einer Mahlzeit verzehrt werden. Für den Organismus ist die Verarbeitung eines mit Eiweißen oder Kohlenhydraten überfrachteten Nährstoff-Lieferanten aus Sicht der Trennkost-Verfechter einfacher, wenn er sie getrennt voneinander verarbeiten kann. Um die Trennkostregeln zu beherrschen, muss man sich nur vergleichsweise wenig umstellen. Komplexer wird die Sache jedoch, wenn man nun auch noch das Rotationsprinzip anwendet. Stephen Twigg schreibt für die Kensington Diät vor, dass man nur alle fünf Tage ein bestimmtes Nahrungsmittel oder Lebensmittel aus bestimmten Gruppen essen darf. Dadurch entsteht die Notwendigkeit einer recht komplexen Essens- und Einkaufsplanung. Denn unter Umständen sind Reste eines Lebensmittels oder zubereiteten Gerichts nicht mehr brauchbar, wenn diese erneut gegessen werden dürften. Teilweise kann man aber mithilfe einer Kühltruhe, einer akkuraten Einkaufsplanung und der exakten Datierung von eingefrorenen Essensresten solchen Problemen aus dem Wege gehen. Twigg schreibt vor, dass Nahrungsmittel wie glutenhaltiges Getreide oder laktosehaltige Milchprodukte, aber auch leicht verderbliches wie Fisch und Fleisch nur jedem fünften Tag gegessen werden sollten. Dabei unterscheidet er aber zwischen den verschiedenen Fleischarten oder den unterschiedlichen Brotgetreiden. Verzehrt man beispielsweise am Montag Weizenbrot, darf man durchaus am Dienstag Haferbrot und am Mittwoch vollwertige Roggenschrot-Brötchen essen. Montags eine gegrillte Makrele mit Salat zu verzehren, erledigt nur diesen Fisch für die restlichen Tage der Woche. Man dürfte aber am Donnerstag Räucheraal oder Sprotten zu Schwarzbrot essen. Isst man Montags Walnüsse, verbieten nur diese sich für die nächsten fünf Tage. Andere Nuss-Sorten oder Mandeln sind aber kein Problem.

Kensington Diät

Kensington Diät ©iStockphoto/ariwasabi

Was bewirkt die Kensington Diät?

Der positive Effekt dieser Diätform ist, dass man sich intensiver als sonst üblich mit seinem Essverhalten beschäftigen muss. Twigg ergänzt die neuen Essensregeln der Kensington-Diät bewusst durch Affirmationen. Es handelt sich um Positiv-Botschaften, die an das menschliche Unterbewusstsein gerichtet sind. Man könnte sie auch nahrungsbezogene Mantren nennen, denn sie werden häufig wiederholt. Durch die relativ komplexen Ernährungsregeln wird vermieden, dass man immer dieselben Nahrungsmittel verzehrt. Das schließt einerseits suchtartiges Essen eines bestimmten Lebensmittels aus. Es verhindert andererseits eine Überflutung des Organismus mit bestimmten Lebensmitteltoxinen und Spaltprodukten. Der unüberlegte Griff zum süßen Snack erfordert erst einen genauen Blick in die Zutatenliste. Außerdem muss man erinnern oder irgendwo notiert haben, was man gerade rotieren soll. Das bewusste Planen dessen, was man essen darf, verhilft einem dazu, automatisch weniger Kalorienhaltiges oder Fettes zu essen. So können auch eventuell unbemerkt bestehende Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten in ihrer Wirkung auf den Organismus gemindert werden. Unverträgliche Lebensmittel ziehen oft nach sich, dass der Körper bis zu zwei Liter Wasser im Gewebe speichert, um die toxischen Bestandteile abzupuffern und später auszuspülen. Allein das Reduzieren solcher Lebensmittel garantiert schon einen gewissen Gewichtsverlust. Ähnliches leistet die Verhinderung einer dauerhaften Übersäuerung des Organismus durch die Trennung von Kohlenhydraten und Eiweißen. Die umständliche Planung der Kost regt dazu an, weniger, aber bewusster zu essen.

Basische Lebensmittel werden favorisiert

Bekannte Säurebildner wie Milchprodukte, Fleisch, Eier, Kaffee, süße Snacks oder Fisch werden auf etwa 20 Prozent der täglichen Essensration reduziert. Stattdessen werden mindestens 80 Prozent basische Lebensmittel gegessen. Deren Kalorien-, Fett- und Kohlenhydratgehalt ist weitaus geringer als der industriell verarbeiteter Nahrungsmittel oder bestimmter Lieblingsgerichte, die viele Fette und Kohlenhydrate enthalten. Diese basischen Lebensmittel – gemeint sind vor allem unverarbeitetes oder wenig verarbeitetes Obst und Gemüse – werden übrigens nicht der Rotation unterzogen. Man kann sie folglich in beliebigen Mengen essen, wann immer man möchte. Zwischen den einzelnen Mahlzeiten legt man Pausen von mindestens vier Stunden ein. Der Verdauungs- und der Entschlackungsvorgang können dadurch ganz in Ruhe geschehen. Die Affirmationen bestärken bei der Kensington Diät den Wunsch, Gewicht zu verlieren. Man ermutigt sich, diszipliniert das gesetzte Ziel zu verfolgen. Auch hier erreicht man sein Traumgewicht aber nur, wenn man zusätzlich die Fettverbrennung und die Entschlackungsvorgänge ankurbelt. Ohne sportliche Betätigung funktioniert keine Diät in ausreichendem Maße und mit dauerhaftem Ergebnis. Der Diäterfolg tritt bei der Kensington-Diät wie gewünscht ein, auch wenn die Bemühungen, nichts Falsches zu essen, komplex sind. Indem man sich intensiv mit seiner Ernährung befasst, vermeidet man auch die üblichen Kalorienfallen, in die man bisher getappt ist. Verboten ist in der Kensington-Diät nichts. Angelegt ist sie als dauerhafte Maßnahme. Diese Empfehlung wird aber kritisch gesehen. Eine kürzere Diätperiode von vier bis sechs Wochen ist problemlos machbar.

Was unterscheidet die Kensington-Diät von anderen Diätformen?

Im Unterschied zu anderen Diätformen darf man bei der Kensington-Diät alles essen, solange man die von Twigg aufgelisteten kritischen Lebensmittel rotiert und starke Eiweißträger von starken Kohlenhydratquellen trennt. Säurebildner werden außerdem immer von Basenbildnern getrennt verzehrt. Fleisch, Fisch, Quark, Joghurt oder Käse verzehrt man folglich nie mit Obst und Gemüse zusammen. Kalorien werden bei dieser Diätform grundsätzlich nicht gezählt. Eine Tabuliste für bestimmte Lebensmittel gibt es nicht. Der Organismus wird Twigg zu Folge durch Trennung und Rotation von bestimmten Lebensmitteln weniger belastet. Man spürt, dass diese Diätform bestimmte Erkenntnisse aus der Heilpraktiker-Praxis verarbeitet. Beispielsweise nutzt sie medizinische Erkenntnisse über die vielen Krankheitsfolgen, die chronische Übersäuerung nach sich zieht. Sie befasst sich indirekt mit der Verbesserung von Entgiftungs- und Entschlackungsvorgängen. Außerdem nutzt der Erfinder dieser Diätform Erkenntnisse aus der Arbeit mit häufig verdeckt auftretenden Nahrungsmittelintoleranzen und -unverträglichkeiten. Unverträgliche Nahrungsmittel bemerkt man oft nur daran, dass man sie geradezu suchtartig verzehrt. Man deklariert sie in aller Unschuld als Lieblingsessen, obwohl sie einem schaden. Weil man sie so gerne mag, isst man sie häufiger als andere. Chronische Darmschädigungen entstehen häufig genau so. Sie bleiben allerdings oft lange unbemerkt.

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