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Minus-1-Diät

Bei der Minus-1 Diät muss nicht mühsam gerechnet werden. Das Zählen von Kalorien soll dabei ebenso überflüssig sein wie das Befolgen strenger Vorschriften. Die Säulen der von Ronald Schweppe und Aljoscha Schwarz entwickelten Methode sind „Achtsamkeit“ gegenüber dem eigenen Körper und dessen individuellen Bedürfnissen sowie das Einlassen aufs Weglassen. Um eine Basis für das persönliche Abspeckprogramm entwickeln zu können, wird empfohlen, zunächst jeweils eine Woche auf eine bestimmte Art von Nahrungs- bzw. Genussmitteln zu verzichten – minus 1 also.

Acht Verzichtszyklen stehen am Beginn der Minus-1-Methode, die keine Diät im eigentlichen Sinne ist, sondern in erster Linie eine Anleitung zum „achtsamen“ Essen mit allen Sinnen. Schweppe und Schwarz, Befürworter einer ganzheitlichen Lebensweise, raten dazu, folgende Produkte vorübergehend vom Speiseplan zu streichen: Zucker, Fast Food, Fleisch, Weißmehl, Kaffee, Alkohol, Milchprodukte und chemische Zusatzstoffe. Eben nacheinander alles, was nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bei übermäßigem Konsum Übergewicht verursachen kann.

– Wie wirkt sich der Verzicht einer Substanz aus?

Die Reihenfolge ist beliebig, nur sollte immer mindestens eine Woche Weglassen durchgehalten werden. Denn wichtig ist dabei, nach und nach auszutesten, wie der Körper auf die fehlende Zufuhr einer Substanz reagiert. Verändern sich etwa die Funktionen? Wirkt sich der Verzicht vielleicht auf die Stimmung aus? Und, ganz klar: Zeigt die Waage weniger Gewicht an? Eine junge Frau hat beispielsweise festgestellt, dass acht Tage ohne Zucker zu einer Abnahme von einem Kilogramm und nebenbei dazu geführt hat, dass sie „nicht mehr so gereizt“ ist. In der Testphase habe sie „nicht gerade wenig gegessen“, hieß es. Eine andere Probandin berichtete von minus 2,5 Kilo durch eine einwöchige Ernährung konsequent ohne Kohlehydrate.

Wer es mit dem phasenweisen Weglassen einer Produktgruppe probiert und davon profitieren möchte, sollte sich die Mühe machen, seine Beobachtungen sorgfältig zu notieren. Das Tagebuch trage dazu bei, so die erfolgreichen Ratgeberautoren Schweppe/Schwarz, einen Überblick zu erhalten, was dem Körper gut tut und was eben nicht. Zudem soll das Führen eines Ernährungsprotokolls vor Selbstbetrug schützen, nach dem Motto „Ein kleines Stück Schokolade kann schon nicht schaden“. Doch, es kann die Bilanz verfälschen. Vorrangiges Ziel müsse es sein, „unbewusste Essmuster“ aufzuspüren und daraus die Konsequenzen zu ziehen. „Warum essen wir ständig Dinge, die uns im wahrsten Sinne des Wortes belasten?“ fragt Schweppe im Vorwort zu „Die Minus-1 Diät“ und: „Warum ist es so leicht, schwer zu werden?“ Beim Erforschen helfe es, über den eigenen Tellerrand zu sehen. Aber nicht auf Sahnetorten und Kalorientabellen, „sondern auf die tieferen Ursachen der Gewichtsprobleme“.

Die Minus-1-Diät

Die Minus-1-Diät ©iStockphoto/Meggj

– Immer auf den eigenen Körper hören

Das Abarbeiten der Weglass-Liste, auch „Cancelling“ genannt, ist der Einstieg. Als Hintergrund gilt die einfache Tatsache, dass Menschen auf bestimmte Nahrung ganz unterschiedlich reagieren. Was dem einen gut bekommt, kann dem anderen buchstäblich auf den Magen schlagen. Was der eine mühelos, womöglich in Mengen, verträgt, führt bei dem anderen schon in geringer Portionierung zu Unwohlsein. Hier setzt die „Achtsamkeitsformel“ ein, die die Experten propagieren. Wer gesund und dauerhaft abnehmen wolle, müsse in erster Linie auf den hören, der es am besten wisse: der eigene Körper. „Unachtsames“ Essen sei der schwerwiegendste Grund für Übergewicht. Unachtsam ist demnach, wer aus Nachlässigkeit und Unwissen ständig Ernährungssünden begeht und aus Gewohnheit ungehemmt (das Falsche) futtert, ohne über die Folgen nachzudenken. Bis eines Tages Fettpölsterchen die Figur ruiniert haben und die Waage alarmierende Zahlen anzeigt.

Mit der Minus-1 Diät soll es möglich sein, nicht nur ein „natürliches Körpergefühl“ aufzubauen, sondern über diesen Weg auch das Wohlfühlgewicht zu erreichen. Die langfristige Umstellung auf eine gesunde Ernährung gilt als Grundlage für eine zwar vergleichsweise langsame, aber stetige Gewichtsreduktion. Heißhungerattacken und der berüchtigte Jojo-Effekt, den viele Diätwillige nur zu gut kennen, sollen der Vergangenheit angehören. Bewusstes Essen bedeutet, besser als bisher auf den Körper zu achten und wahrzunehmen, was er mag und auch gerade benötigt – und was ihm schadet. Mit Selbstkasteiung und angezogener Genussbremse hat eine achtsame Ernährung nach den Richtlinien von Schweppe und Schwarz nichts zu tun. Niemand müsse sich quälen, um Pfunde zu verlieren.

– Neue Ernährungsweise erlernen

Eine Ernährungsumstellung mit System bedeute, „persönliche Übeltäter“ herauszufinden und zu verbannen. Negative Essgewohnheiten ließen sich „löschen“ und könnten einer zuträglichen Ernährungsweise Platz machen, wenn nur genügend Achtsamkeit entwickelt werde. Schweppe betont, man könne das Gewicht könne mit einer „Änderung der Geisteshaltung“ in den Griff bekommen. Unter Strich stehe dann: „Leicht auf der Waage und im Herzen“. Die Autoren geben denen, die es mit der Minus-1 Diät versuchen wollen, eine ganze Reihe von Ratschlägen mit auf die Reise zum Traumgewicht. Dazu gehört nicht zuletzt eine eingehende Beschäftigung mit dem Nahrungsmittel, das erst in den Mund und dann in Magen wandern soll. Dabei geht es nicht darum, den Kaloriengehalt zu ermitteln. Vielmehr soll das Essen mit allen Sinnen analysiert werden: Wie sieht es aus? Wie riecht es?, Ja, sogar: Wie fühlt es sich an? Also ruhig einmal im doppelten Sinne zugreifen. Dann darf auch der Geschmack überprüft werden…

– Beim Essen nicht ablenken lassen

Und Essen soll künftig besonders Geschmackssache sein, d.h., es soll nur gegessen werden, was einem auch schmeckt. Und bitte nur dann zu Messer, Gabel und Löffel langen, wenn man wirklich Hunger hat. Nicht, weil man „traurig, frustriert, gestresst oder einsam“ ist. In diesem Zusammenhang sei es wichtig, „emotionale Problemzonen“ aufzuspüren. Schweppe/Schwarze raten auch, beim Einkaufen einmal die Routine zu durchbrechen und neue Rezepte auszuprobieren. Nicht auf den Esstisch soll kommen, was vom sinnlichen Speisen ablenken könne, etwa Zeitung oder Handy. Wer aus seiner Kindheit noch den Grundsatz kennt, dass der Teller unbedingt leer gegessen werden muss, darf nun reinen Gewissens rebellieren: „Man muss kein ´braver` Esser sein“. Genug ist genug – dem achtsamen Esser wird`s der Magen schon melden.

Strikte Verbote gibt es bei der Minus-1 Diät nicht, nur Empfehlungen. Zucker, Fleisch etc. sind nur Interims-Tabus. Danach soll jeder selbst wissen, ob, wie viel und in welcher Form er seinem Körper diese Nahrungsmittel zumutet. Nur Fast Food sollte möglichst auf Dauer gemieden werden. Aber wer Burger oder Döner trotz guter Vorsätze nicht widerstehen konnte, muss nicht vor lauter schlechtem Gewissen um den Schlaf gebracht sein. Einfach Schwamm drüber!

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