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Die Lutz Diät

Die Lutz Diät wurde von dem österreichischen Arzt Dr. Wolfgang Lutz erfunden. Sie wurde von 1950 bis 1960 entwickelt und erprobt. Dr. Lutz selbst litt Zeit seines Lebens an diversen Krankheiten wie Arthrose an der Hüfte oder auch am Erschöpfungssyndromund wurde immer wieder vom eigenen Körper angegriffen. Aus diesem Leiden heraus entwickelte er eine Theorie und die dazugehörige Diät. Das berühmteste Buch des Arztes ist das mit dem Titel „Leben ohne Brot“. Die Diät gehört zur Gruppe der sogenannten Low-Carb Diäten.

Abnehmen steht an zweiter Stelle

Das Prinzip der Diät ist relativ einfach. Es geht darum, dass sich eine Person fast ausschließlich Kohlenhydrat frei ernährt. Das bedeutet, dass keine Nudeln, kein Reis, keine Kartoffeln oder auch kein Brot zu sich genommen werden soll. Im Gegensatz dazu ist die Zufuhr von fettreichen Lebensmitteln nicht verboten. Ganz im Gegenteil, sie ist sogar erwünscht. Die Theorie, die dahinter steckt ist sehr einfach zu verstehen. Der Mensch, der sich mit Kohlehydraten ernährt, zieht auch hieraus seinen Energiehaushalt. Wenn nun aber keine Kohlehydrate mehr im Körper zu finden sind, wird sich der Körper daran tun, die Fettreserven in Energie umzuwandeln. Der Mensch nimmt daher ab. Dies ist aber nicht das Hauptziel der Diät, sondern eher ein Nebenprodukt.

Lutz-diät

Lutz-Diät ©iStockphoto/Ridofranz

Dr. Lutz selbst litt an vielen Erkrankungen chronischer Natur und entwickelte die Theorie, dass der Hormonhaushalt im Körper eines Menschen verantwortlich für das Leiden einer Person ist. Auch gibt er an, in den 40 Jahren, in welchen er als praktizierender Arzt tätig war, eine große Anzahl an Menschen durch seine Diät geheilt zu haben. Die Leiden der Menschen, welche bekämpft und besiegt wurden erstreckt sich dabei auf ein erstaunliches Ausmaß. Neben Morbus Crohn, Magenerkrankungen und Gicht, gibt Lutz an auch Patienten mit Multiple Sklerose durch seine Methode geheilt zu haben.

Die immense Zufuhr von Kohlenhydraten führt zu einer erhöhten Insulinausschüttung und das wiederum führt dazu, dass der Hormonhaushalt im Körper eines Menschen durcheinander gerät. Diese Hormonstörungen sind der Grund für eine Vielzahl von Erkrankungen und Krankheiten. Die Hormonlage im Körper ist nach Lutz‘ Angaben auch verantwortlich für Über- bzw. Untergewicht. Das Weglassen von Kohlehydraten bringt die Lösung für diese Probleme. Lutz selbst gab an, dass die Ernährungsumstellung nach seinen Vorgaben zum Ende seiner Erkrankungen geführt habe. Es geht ihm also nicht darum, dass eine Person, die die Lutz Diät anwendet, so schnell als möglich Gewicht verliert. Es geht vielmehr um ein neues Bewusstsein und eine neue Art und Weise, sich zu ernähren.

Kohlenhydrate pfui, Fette hui

Die Theorie, die hinter der Diät von Dr. Wolfgang Lutz steht, ist stark zusammengefasst folgende: Kohlenhydrate machen dick und sollten daher aus dem Speiseplan verbannt werden. Fleisch ist dagegen kein Problem und kann in ausreichender Menge zu sich genommen werden. Also: Der oder die Abnehmende soll nach Möglichkeit vollkommen auf Nudeln, Brot, Kartoffeln oder auch Reis verzichten. Diese Art von Lebensmitteln ist der Grund für Zivilisationskrankheiten. Begründet wird dies von Dr. Lutz damit, dass die Menschen als Jäger und Sammler fast ausschließlich Fleisch zu sich nahmen. Erst mit der Aufnahme von Kohlenhydraten in den Speiseplan, entstanden die Zivilisationskrankheiten. Auch die Kalorienzufuhr bzw. die erlaubte oder nicht erlaubte Menge, spielt keine Rolle bei Dr. Wolfgang Lutz und seiner Diät.

Eine Formel hilft

Grundsätzlich wird bei Abnehmmethode empfohlen, am Tag maximal sechs Broteinheiten zu sich zu nehmen. Dies entspricht in etwa auch dem Wert, der Diabetes-Patienten geraten wird, um den Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe schnellen zu lassen. Sechs Broteinheiten entsprechen in etwa einer Zufuhr von Kohlehydraten von 50 bis 80 Gramm. Jeder Mensch ist anders gebaut und benötigt somit auch eine andere Menge. Eine einfache Formel hilft dabei, die für sich passende Ration zu berechnen. Pro Kilogramm Körpergewicht werden 0,8 Gramm an Kohlenhydraten empfohlen. Ein kleines Rechenbeispiel verdeutlicht das. Bringt ein Mann oder eine Frau beispielsweise 80 Kilogramm auf die Waage, so sollte er oder sie 64 Gramm an Kohlehydraten zu sich nehmen. Nicht mehr. Denn 80 multipliziert mit 0,8 ergibt 64. Das Verhältnis der Anteile der Nahrungsmittelgruppen sollte in etwa folgender sein: Eiweiße sollen einen Teil ausmachen, Fette 2,5 bis 3,5 Teile und Kohlenhydrate 0,5 Teile. Oder anders ausgedrückt. Die tagtägliche Nahrung sollte aus 20% Eiweißen, 70% Fetten und 10% Kohlenhydraten bestehen.

Vielfalt und Abwechslung

Ein wesentlicher Vorteil der Lutz Diät besteht für den Mann oder die Frau darin, dass er oder sie eine ausreichende Palette an Gerichten und Lebensmitteln vorfindet. Man kann sicher sein, als aktiver Lutz-Anhänger bzw. aktive Lutz-Anhängerin stets ausreichend gesättigt zu sein. An Hunger wird man kaum leiden müssen. Auch eine ausreichende Zufuhr von Mineralien und Vitaminen kann die Lutz Diät gewährleisten. Wenn man sich dazu entschließt, diese Art von Diät oder eher Einstellung zur Ernährung anzugehen, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass dies auf langfristige Sicht geschehen muss, um die von Dr. Lutz beschriebene Wirkung zu erzielen. Auch ist es zu Beginn schwer, sich an die Nahrung völlig ohne Brot, Nudeln oder Kartoffeln zu gewöhnen. Der Speiseplan eines Tages könnte wie folgt aussehen: Zum Frühstück gibt es Knäckebrot, dazu einen mageren Käse, Schinken und ein Ei. Um das Frühstück herunter zu spülen, können Kaffee oder auch Tee dienen. Beides ungesüßt. Der Mittagstisch bietet ein Filet vom Fisch und dazu einen großen gemischten Salat. Das Abendbrot kann auch einem kalten Braten und wiederum etwas Knäckebrot bestehen. Die Getränkeauswahl des Tages besteht aus Mineralwasser, Säften aus Gemüse oder Obst. Auch Bier oder Wein in Maßen ist genehmigt.
Wie bei allen grundlegenden Ernährungsumstellungen gilt auch hier, vor Beginn einer solchen Diät den Rat und das Gespräch mit dem Arzt des Vertrauens zu suchen und sich regelmäßig untersuchen zu lassen.

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