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Kushi Diät

Die Kushi Diät ist ursprünglich nicht mit dem Ziel, Gewicht zu verlieren, entwickelt worden. Ihr Erfinder, der Japaner Mishio Kushi, hatte eine Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes zum Ziel. Zudem soll die Ernährung nach Kushi Krebserkrankungen vorbeugen. Grundlage der Kushi-Diät ist die Makrobiotik (aus dem griechischen: makros „groß“ und biotikos „das Leben betreffend“), vor über 100 Jahren von Georges Ohsawa erarbeitet. Sie ist eine Lebensform, die auf der taoistischen Lehre und asiatischen Traditionen basiert und ein langes und gesundes Leben fördern soll. In ihrer ursprünglichen Form sieht die Makrobiotik eine zehnstufige Ernährungsumstellung vor, in der letzten Stufe basiert sie fast ausschließlich auf Getreideprodukten.

Kushi hat die makrobiotische Ernährung modifiziert, um sie auch für den westlichen Lebensstil geeignet zu machen. Aber auch seine Weiterentwicklung ist nicht als Diät für einen bestimmten Zeitraum gedacht, vielmehr ist die grundlegende und dauerhafte Umstellung der Ernährungsgewohnheiten ihr Ziel. Der völlige Verzicht auf Süßigkeiten, tierisches Fett, Alkohol oder Fleisch und Fastfood ist für viele Menschen eine große Herausforderung.

Das Prinzip der Kushi Diät

Grundlage ist eine vegetarische und sehr fettarme Ernährung, ergänzt durch Fisch. Es werden keine Kalorien gezählt, einzig die Auswahl der richtigen Lebensmittel in einem bestimmten Verhältnis zueinander ist entscheidend.

Gemäß der philosophischen Grundlage wird die Ernährung nach dem über 5000 Jahre alten Prinzip von Yin und Yang zusammengestellt. Das weibliche Prinzip Yin steht für Entspannung, Ruhe, Kälte. Das Prinzip Yang ist männlich und steht für Aktivität, Energie, Hitze.

Nach der makrobiotischen Lehre ist Gesundheit nur durch das Gleichgewicht zwischen diesen Kräften möglich. So wie Yin und Yang sich ergänzen und eine harmonische Einheit bilden, soll auch die Makrobiotik für das Gleichgewicht im menschlichen Organismus sorgen. Nach dieser Überzeugung gibt es Lebensmittel, die diese angestrebte Harmonie erheblich stören: Dazu gehören Genussmittel wie Schwarzer Tee, Kaffee, Alkohol aber auch Milchprodukte und generell Konserven und Tiefkühlprodukte.

Anhand der Wachstumsbedingungen von Lebensmitteln – wann und wo sind sie gewachsen -, lebensmittelspezifischer Merkmale (z.B. ihr Wassergehalt) sowie ihrer Zubereitung (z.B. Kochen, Dämpfen und die verwendeten Gewürze) werden Nahrungsmittel Yin und Yang zugeordnet. Das Verhältnis in der Ernährung zwischen Yin und Yang sollte 5:1 sein: 5 Anteile Yin-Lebensmittel und 1 Anteil Yang. Fleisch zum Beispiel ist Yang-betont, ebenso Eier, Kartoffeln, Wein, Honig und Spinat. Äpfel, Birnen, Möhren, Zwiebeln und Hering sind Yin-betont, Getreide ist neutral.
Auch die Zubereitung der Lebensmittel ist je nach ihrer Zuordnung unterschiedlich: Für Yang- Lebensmittel ist das grillen oder kochen, bei Yin-Nahrung wird Sautieren (dünn geschnittenes oder zerkleinerte Gargut bei hoher Temperatur von ca. 160 bis 240 °C offen in einer Pfanne braten) oder Dämpfen empfohlen.

Die Kushi Diät

Die Kushi Diät ©iStockphoto/donstock

Der Speiseplan der Kushi Diät

Hauptbestandteil der Ernährung sind alle Produkte aus Vollkorngetreide. Das können zum Beispiel Reis, Weizen, Hafer und Vollkornnudeln sein. Der Anteil dieser Lebensmittel sollte ca. 50 bis 60% betragen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist Gemüse mit ca. 20-25%. Das Gemüse darf dabei nur in gekochter Form und mit viel Salz und anderen Gewürzen gegessen werden. Das ist ein deutlicher Unterschied zu anderen Diätformen, bei denen ja fast immer Rohkost ein wichtiger Bestandteil ist.

Suppen stehen jeden Tag auf dem Speiseplan, bevorzugt aus Meeresalgen und Miso (milchsauer vergorene Paste aus Sojabohnen, Getreide und Salz). Ebenfalls täglich gehören gekochte Hülsenfrüchte mit 5-10% zu den empfohlenen Lebensmitteln. Ergänzt werden diese Nahrungsmittel durch milchsauer vergorenes Gemüse sowie Sojaprodukte, z.B. Tofu.

Nur ca. 2-3 mal pro Woche kommt fettarmer Fisch bei der Kushi Diät auf den Teller. Obst selten und wenn dann vor allem als Kompott oder Trockenfrüchte. Fette sollten hauptsächlich über hochwertige Öle aufgenommen werden, beispielsweise in Form von Sesam- und Erdnussöl.
Tierische Fette und Fleisch sind verboten, da sie laut der makrobiotischen Lehre zu viel Eiweiß und Fett liefern. Auf der Verzichtliste stehen weiterhin Kaffee und Alkohol, Milch und Milchprodukte sowie Zucker. Sehr wichtig ist eine schonende Zubereitung der Lebensmittel z.B. durch Dämpfen oder nur kurzes Anbraten.

Bei der radikalen Form der Kushi Diät wird nur wenig Flüssigkeit zu sich genommen. Das regelmäßige Trinken, das ein wichtiger Bestandteil praktisch aller Diäten ist, wird hier ins Gegenteil verkehrt: Die Diät sieht vor, nur dann zu trinken, wenn ein starkes Durstgefühl auftritt. Empfohlene Getränke sind Wasser, grüne Tees und Säfte; Alkohol und zuckerhaltige Getränke sind verboten. Das gleiche Prinzip gilt für die die Nahrung: Das Essen sollte nicht nach einem festen Zeitplan oder Gewohnheiten erfolgen, sondern nur, wenn man hungrig ist. Beschränkt wird es auf drei ausgewogene Mahlzeiten pro Tag, drei Stunden vor dem Einschlafen wird gar nicht mehr gegessen.

Einige detaillierte Nahrungsmittelempfehlungen

Vollkorngetreide: Reis, Buchweizen, Dinkel, Weizen, Hafer, Vollkornnudeln, Bulgur, Couscous. Ergänzt werden kann dies durch Seitan (Produkt aus Weizeneiweiß).

Gemüse (gekocht, gebraten oder sautiert): z.B. Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Hokkaido-Kürbis, Fenchel, Spinat, Mangold. Vorzugsweise aus der Region und biologisch angebaut. Keine Nachtschattengewächse wie Tomaten, Paprika, Auberginen oder Kartoffeln.
Hülsenfrüchte: Kichererbsen, Kidneybohnen, Linsen, weiße Bohnen, Azukibohnen. Ergänzend können Tofu oder Tempeh (feste Masse aus Sojabohnen) auf dem Speiseplan stehen.

Meeresgemüse wie Algen, Seetang und Wakame (aus Braunalge).
Suppen: als Basis vorzugsweise Miso oder Meeresgemüse. Für den Sommer sollten die Suppen eher leicht sein, im Winter dagegen deftig.
Tägliche Ergänzung für den Speiseplan sind kleine Mengen Nüsse (vor allem Haselnüsse und Walnüsse), sauer eingelegtes Gemüse und Trockenfrüchte sowie einheimisches Obst (Beeren, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen).

Nur gelegentlich (1- 3 mal wöchentlich) kann Fisch gegessen werden, keine Schalentiere.

Neben der gezielten Auswahl der Lebensmittel nach den Prinzipien Yin und Yang spielen bestimmte Verhaltensänderungen ebenfalls eine wichtige Rolle:
– Jeder Bissen wird gründlich bis zu 50 x durchgekaut.
– Kushi geht davon aus, dass langes Baden oder Duschen dem Körper Mineralien entzieht. Deshalb Bad oder Dusche kurz halten.
– Zur Förderung der Durchblutung sollte der Körper morgens und abends mit einem heißen, feuchten Tuch abgerieben werden.

Ein spezielles Sportprogramm gibt es bei der Kushi Diät nicht. Empfohlen werden aber meditative und auch aktive Bewegungsarten wie z.B. Yoga, Shiatsu und Kampfsport.

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