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Die Kartoffeldiät

Die Kartoffel – eine tolle Knolle

Kartoffeln sind nahrhaft, gesund und vielseitig einsetzbar. Seitdem sie sich in Mitteleuropa als Grundnahrungsmittel durchgesetzt haben, sind sie auch in Deutschland zu einem wichtigen und beliebten Bestandteil der regionalen Küchen geworden. Ob für schnelle Alltagsgerichte oder ausschweifende Festessen: Kartoffeln lassen sich sowohl als Beilage als auch als Hauptspeise in Szene setzen. Manchmal sind sie nützliche Helfer, machen Suppen und Aufläufe sämig oder dienen als Grundlage für Soßen und Dressings. Sie passen nahezu zu allen herkömmlichen Zutaten der kontinentalen Küche. Ihr dezenter Geschmack lässt sich mit den passenden Gewürzen und Kräutern nach individuellen Wünschen abändern oder erweitern. Zudem sind sie kostengünstig in der Anschaffung und in jedem Supermarkt erhältlich.

Satt und Fit mit der Kartoffeldiät

In der unscheinbaren Knolle liegt das Potential für eine gesunde und kalorienbewusste Ernährung. Sie lässt sich abwechslungsreich gestalten und macht dabei dauerhaft satt und zufrieden: Die sogenannte Kartoffeldiät ist eine Reduktionsdiät und basiert auf dem Prinzip, weitestgehend auf fettreiche Lebensmittel zu verzichten. Stattdessen soll auf fettarme und kohlenhydrathaltige Lebensmittel zurückgegriffen werden. Im Englischen wird eine solche Ernährungsweise auch als Low-Fat-High-Carb bezeichnet: Stark fetthaltige Lebensmittel wie Speck, Sahne, Butter oder Nüsse und verarbeitete Produkte wie Torten, Pizzen, Hamburger und Bratwürste haben eine vergleichbar höhere Kaloriendichte, als fettarme, kohlenhydrathaltige Produkte in derselben Menge. Das liegt an der hohen Energiedichte des Fettes. Das Ziel der Kartoffeldiät ist es, diese fetthaltigen Nahrungsmittel dauerhaft und zielführend gegen kohlenhydrathaltige auszutauschen, in diesem Fall gegen Kartoffeln. Ein Beispiel verdeutlicht den Sinn dieses Tausches sehr gut: So liefern 100 Gramm Zartbitterschokolade eine Energiemenge von ungefähr 496 Kilokalorien, während 100 Gramm Kartoffeln lediglich 70 Kilokalorien haben. Dabei ist die Kartoffel aufgrund ihres hohen Stärkegehaltes wesentlich sättigender als die Schokolade. Die zusätzlich vorhandenen Kohlenhydrate wie Glukose und Saccharose geben nachweislich ein langfristiges Gefühl von Zufriedenheit. Ihre Zusammensetzung aus wichtigen Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen macht sie zu einem zuverlässigen Lieferanten für verschiedene Nährstoffe. Dadurch schafft die Kartoffel ideale Bedingungen, um Heißhungerattacken, die bei Verzicht von stark kohlenhydrathaltigem Essen entstehen können, zu verhindern. So ermöglicht sie eine motivierende, erfolgreiche und vor allem gesunde Abnahme.

Eine Diät rund um die Kartoffel – was bedeutet das?

Eine Kartoffeldiät bedeutet nicht, sich nur noch stumpf von Kartoffeln zu ernähren. Dieses Vergnügen wäre kurzweilig und würde den Appetit auf die leckere Knolle schnell verderben. Vielmehr ist es wichtig, sich zunächst Gedanken darüber zu machen, wie die Kartoffel im alltäglichen Leben zubereitet werden könnte. Schließlich soll die Lust an ihr nicht abhandenkommen, obwohl sie den größten Teil des täglichen Essensplanes ausmacht. In diesem Zuge muss auch die Anwendung anderer Lebensmittel überdacht werden. Dazu schafft die allgemein bekannte Ernährungspyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. eine handfeste Orientierung. Sie fasst alle wichtigen Lebensmittelkategorien zusammen und ordnet sie nach der Menge, in der sie pro Tag verzehrt werden sollten: Das Fundament dieser Darstellung bilden Obst und Gemüse, welche als kalorienarme und besonders balast- und nährstoffreiche Lebensmittel häufig verzehrt werden können. Über ihnen liegen Getreideprodukte und Kartoffeln, die zwar gut sättigen, aufgrund ihrer höheren Energiedichte allerdings begrenzt konsumiert werden sollten. Ihnen folgen die Milchprodukte und eiweißreichen Lebensmittel wie Käse, Fisch und Fleisch. Die Pyramidenspitze besteht schließlich aus Ölen, Fetten, stark fetthaltigen Lebensmitteln, Zucker und anderen Süßigkeiten. Sie sollten selten, im Falle einer Reduktionsdiät bestenfalls überhaupt nicht verzehrt werden.
Bei der Kartoffeldiät geht es nun darum, seine Ernährung möglichst eng auf den Kohlenhydratlieferanten Kartoffel auszurichten. Sie soll den Hauptteil der Ernährung formen, steht also im Mittelpunkt des heimischen Kochtopfes. Gemäß der Pyramide sind nun jegliche Obst- und Gemüsesorten problemlos mit ihr kombinierbar. Diese Erkenntnis ist wichtig, um Abwechslung in die eigene Ernährungsgestaltung zu bringen. Den Part der anschließenden Kohlenhydratlieferanten deckt die Kartoffel selbst ab. Zu ihren Gunsten wird – im Idealfall – auf Pasta, Reis und allerlei weitere Getreideprodukte verzichtet. In minimalen Mengen können proteinhaltige Lebensmittel in den Essensplan integriert werden, allerdings nur, wenn sie fettarm sind. Auf Speck, fettigen Fisch und Gehacktes sollte verzichtet werden. Während es zielführend ist, Süßigkeiten komplett zu verschmähen, haben die sogenannten gesunden, pflanzlichen Fette einen Sonderstatus. Sie beinhalten hochwertige, lebenswichtige Fettsäuren, die dem Körper unbedingt zugeführt werden sollten. Hierbei gilt es allerdings, auf die Menge zu achten. Ein bis zwei Teelöffel eines hochwertigen Pflanzenöls täglich, ob zum Anbraten oder zum Verfeinern einer Mahlzeit, sind vollkommen ausreichend.

Kartoffeln

Kartoffeln ©iStockphoto/_human

Zusammengefasst besteht der Essensplan einer Kartoffeldiät also hauptsächlich aus Kartoffeln, denen Obst und Gemüse beigelegt werden können. Alles andere sollte sehr sparsam und wohlüberlegt Verwendung finden. Auf fettreiche und stark zuckerhaltige Lebensmittel gilt es komplett zu verzichten.

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Eine Knolle – Viele Formen

Um die Kartoffel erfolgreich in den alltäglichen Essensplan zu integrieren, sollte sie für die verschiedenen Mahlzeiten nutzbar gemacht werden. Um ein aufkommendes Hungergefühl gar nicht erst entstehen zu lassen, ist es empfehlenswert seine Nahrungszufuhr pro Tag auf drei Hauptmahlzeiten, also ein Frühstück, ein Mittagessen und ein Abendessen, zu verteilen. Hinzu können wahlweise leichte Zwischenmahlzeiten eingefügt werden.

Das Frühstück ist wahrscheinlich die letzte Mahlzeit, die im Allgemeinen mit Kartoffeln in Verbindung gebracht wird. Denkbar sind unterschiedliche Pfannengerichte, für die die Kartoffeln kleingerieben und aufgebacken werden. Hierzu zählen beispielsweise gut gewürzte Mischungen aus Kartoffeln, etwas fettarmer Milch und einem Ei, die mit sehr wenig Öl und einer gut beschichteten Pfanne einen leichten Reibekuchen ergeben. Auch Backkartoffeln mit fettarmem Frischkäse erfüllen einen gut schmeckenden und sättigenden Zweck. Optional ließe sich eine gar gekochte Kartoffel unter die Zutaten für einen grünen Smoothie mischen. Doch die Verwendung einer Kartoffel zum Start eines gelungenen Tages soll nicht erzwungen werden: Ausreichend ist ein gesundes, nahrhaftes Frühstück, das dem Bestreben zur Abnahme nicht zuwider läuft. Ein gutes Vollkornmüsli mit fettarmer Milch oder ein leckerer Bananen-Shake mit frischem Naturjoghurt sind ebenfalls kalorienarm und wohlschmeckend.

Ein frisches Obst- oder Gemüsestück kann die Wartezeit bis zum Mittagessen verkürzen. Spätestens jetzt kommt die Vielseitigkeit der Kartoffel zum Vorschein: Alle Zubereitungsweisen sind denkbar und erlaubt, solange die kaloriendichte nicht unnötig hochgefahren wird. Die Fritteuse muss also ausgeschaltet bleiben und auch die Sahnesoße wird es definitiv nicht in die engere Menüauswahl schaffen. Dafür sind Kartoffel-Gemüsepfannen, die in etwas Gemüsebrühe gegart werden, ideale Sattmacher und Vitaminbringer. Gemüseaufläufe in einem Gemisch aus Wasser, fettarmer Milch und frischen Kräutern bieten sich genauso an, wie Salzkartoffeln, die zu magerem Fleisch oder Fisch gereicht werden.
Die Zeit vor dem Abendessen ist statistisch gesehen der Zeitraum, in dem die meiste Zeit für die Essenszubereitung zur Verfügung steht. Wieso da also nicht etwas Raffiniertes aus der Knolle zaubern? Aus Kartoffelstampf, Milch und Eigelb lassen sich leckere Kartoffelballen backen, die einen besonders großen Auftritt in kleinen Tassen haben. Mit wenig Olivenöl, viel Paprikapulver, Salz und Pfeffer können Kartoffelecken mariniert werden, die hervorragend zu im Backofen gerösteten Knoblauch-Tomaten passen. Selbstgemachte Gnocchi veredeln die Zeit vor dem Schlafengehen und machen satt und zufrieden bis zum nächsten Morgen.

Was lange währt – Eine Diät mit gesundem Menschenverstand

Obwohl die Kartoffeldiät sich auf ein Hauptlebensmittel konzentriert, sollte sie derart umgesetzt werden, dass sie lange und erfolgreich durchgeführt werden kann. Deswegen ist es wichtig, sich ausgiebig mit dieser Ernährungsweise, ihren Möglichkeiten und ihren Tabus auseinanderzusetzen. Eine Menüplanung für eine ganze Woche kann hilfreich dabei sein, Abwechslungsreichtum und Nährstoffvielfalt sicherzustellen. Die Angst vor bisher unbekannten Zubereitungsweisen ist kontraproduktiv: Probieren geht über Studieren. Die Kartoffel bietet die besten Bedingungen für eine leckere, vielseitige Küche und ein gesundes Leben. Es wäre mehr als schade darum, die von ihr gebotene Bandbreite ungenutzt zu lassen.
Im Endeffekt ist es immer das Maß an Eigeninitiative, die aktive Beschäftigung mit den konsumierten Lebensmitteln und ihren Nährwertangaben, die über das Gelingen oder Misslingen einer Reduktionsdiät entscheiden kann. Dabei ist es im Allgemeinen sinnvoll, stets mit dem Kopf bei der Sache zu bleiben, sein eigenes Sättigungsgefühl zu bewerten, sein Hungergefühl zu hinterfragen und Lebensmittel kalorienbewusst einzusetzen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist, neben einer gesunden Ernährung, unabdingbar für den Körper. Ein angemessenes Maß an Bewegung an der frischen Luft fördert den Stoffwechsel und unterstützt den Verdauungsapparat bei seiner Arbeit. Wenn diese einfachen und höchst effektiven Regeln eingehalten werden und die beliebte Knolle ins Zentrum des persönlichen Abnahmeinteresses rückt, dann ist die Kartoffeldiät auf jeden Fall erfolgsversprechend. Richtig angewandt verhilft sie jedem, der sie ernsthaft und entschlossen angeht, zu einem schlankeren und gesünderen Leben. Nebenbei schmeckt sie lecker und verleiht der Kartoffel ihren wohlverdienten Status: Nämlich den als ganz besonderes Lebensmittel.

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