Skip to main content

Faustformel-Diät

Immer wieder hört man von Wunderdiäten, wie der Ananas-Diät, Kohlenhydrate streichen, Abendessen auslassen und endloses Kalorienzählen. Wer die Nase voll hat von Verboten, ist mit der Faustformel Diät gut beraten. Dazu braucht man keine Kalorientabellen und keine Küchenwaage, sondern die einzige Maßeinheit ist die eigene Faust. Auf Nudeln, Reis und Brot muss dabei nicht verzichtet werden, denn sie gehören maßvoll in jede Mahlzeit. Kohlenhydrate bremsen nämlich das Heißhungergefühl und liefern unverzichtbare Nährstoffe für eine ausgewogene Ernährung.

Die Faustformel Diät wurde von der österreichischen Ernährungsfachfrau Sasha Walleczek entwickelt. Das Hauptaugenmerk bei dieser Diät liegt auf der richtigen Kombination von Nährstoffen. Dazu ist das Buch „Schlank mit der Faustformel“ erschienen, welches einen 4-wöchigen Diätplan enthält. Das Buch enthält umfangreiche Rezepte mit optimal auf die Nährstoffgruppen abgestimmten Menüs. Viele Gerichte sind vegetarisch und in allen Mahlzeiten ist die glykämische Last (beschreibt den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit) bereits eingerechnet und für alle Mahlzeiten gleich hoch. Das Wort Faustformel ist dabei wörtlich zu nehmen, denn die Portionsgrößen der Nahrungsbestandteile in den Hauptmahlzeiten werden nach Fäusten bemessen.

Faust

Faust ©iStockphoto/Prill Mediendesign & Fotografie

Bei diesem Ernährungsprogramm ist es das Ziel, Eiweiß in hohen Dosen aufzunehmen, Kohlenhydrate werden eingeschränkt gegessen. Die Ausschüttung des Insulins wird dadurch kontrolliert, der Blutzuckerspiegel bleibt konstant, um Heißhunger auszuschalten.

Das Prinzip der Faustformel

Der Diätplan beinhaltet drei Hauptmahlzeiten pro Tag, von denen nach Möglichkeit keine gestrichen werden sollte. Am wichtigsten ist das Frühstück. Alle Mahlzeiten bestehen aus drei Bestandteilen:

1. Eine faustgroße Menge Kohlenhydrate, wie Nudeln, Kartoffeln, Reis, Brot oder Mais.

2. Eine faustgroße Menge Eiweiß, wie Eier, Fisch, Fleisch, Soja, Milchprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte.

3. Mindestens zwei Fäuste Gemüse mit geringem Stärkegehalt.

Zwischenmahlzeiten sind ebenfalls empfohlen, zum Beispiel enthalten frisches Obst und Nüsse gesunde Inhaltsstoffe, die auch den Heißhunger bremsen. Die bevorzugten Getränke sind Wasser und Tee ohne Zucker. Der Genuss von Alkohol und Kaffee sollte maßvoll sein.

Das Beste ist: Verbote gibt es nicht. Trennkost ist nicht nötig

Die meisten Menschen werden bei ihrer Diät irgendwann mal schwach, gerade zur Adventszeit oder an Geburtstagen. Das ist aber nicht tragisch, denn kleine Sünden sind sogar erlaubt. Dafür gibt es die 80:20-Regel: Wer sich zu 80 Prozent an seinen Diätplan hält, darf sich für die restlichen 20 Prozent auch mal was gönnen. Glühwein, Kuchen, Pizza oder Schokolade sind dann kein Problem. Solche Lebensmittel sollte man sich nicht dauerhaft verkneifen, denn das artet im schlimmsten Fall in einer unkontrollierten Fressorgie aus. Ganz wichtig ist die langfristige Ernährung mit gesunden Mahlzeiten. Zwischen den Hauptmahlzeiten liegen keine riesigen Pausen, somit wird es nie zu großem Hunger kommen.

Als Süßungsmittel wird Stevia empfohlen, da es zahnfreundlicher und kalorienfrei ist. Es kann allerdings, wie alle anderen Zuckerstoffe, Lust auf Süßes machen.

Beim Abnehmen ist eine Mischkost vorwiegend aus Obst und Gemüse die beste Wahl. Die Faustformel Diät hat einen großen Vorteil gegenüber anderen Diätformen: Es gibt keine verbotenen Lebensmittel.

Der Einstieg in die Faustformel Diät ist einfach. Das Programm beinhaltet einfache Rezeptvorschläge für jeden Tag, praktische Einkaufslisten, Tipps zur Verwertung von Resten und Motivationstricks zum Durchhalten. Ein Pluspunkt: Alle Rezepte lassen sich leicht vorbereiten und mitnehmen.

Gibt es einen Lerneffekt bezüglich einer Ernährungsumstellung?

Der vierwöchige Diätplan erleichtert den Einstieg in das Abnahmeprogramm und der Körper erinnert sich wieder an seine wirklichen Bedürfnisse. Durch die ausgewogenen Menüs erhält der Körper eine gesunde Mischung aus Pflanzen- und Tiereiweiß, denn mindestens eine Hauptmahlzeit am Tag ist vegetarisch. Fleisch gibt es dreimal wöchentlich. Der Abnehmende soll über eine vegetarische Ernährung nachdenken, doch auch Fleischesser kommen auf ihre Kosten. Die ersten vier Wochen soll man sich an ungezuckerte Getränke und Speisen gewöhnen.

Woche 1: Erlernen neuer Essgewohnheiten

In Woche 1 wird ein neues Essverhalten erlernt. Es soll ein Gefühl dafür entwickelt werden, wie man seine Speisen nach der Faustformel zubereitet. Der 4-Wochen-Plan sensibilisiert für das Ausprobieren neuer Geschmacksrichtungen und verhilft zu einem veränderten Sättigungsgefühl. Zusätzlich erhält man einen Überblick über seinen Vorratsschrank und kann so ungesunde Lebensmittel aus der Ernährung verbannen. Es ist empfehlenswert ein Ernährungstagebuch zu führen, in das man nicht nur seine Mahlzeiten einträgt, sondern auch sein Wohlbefinden oder wahrgenommene Veränderungen seit Diätbeginn.

Woche 2: Experimente mit den Portionen

Woche 2 wird eine Experimentierwoche zum Austesten der Portionsgrößen und um auf die Bedürfnisse des Körpers einzugehen. Wenn nach einer Mahlzeit noch Hunger vorhanden ist, soll man noch mehr Gemüse essen und dann noch eine Portion Eiweiß. Tritt dann immer noch keine Sättigung auf, kann die Kohlenhydratportion erhöht werden. Moderne Kommunikations- und Unterhaltungsgeräte stören beim Essen und so passiert es leicht, dass man zu viel und das Falsche isst. Deshalb ist es wichtig, aus jeder Mahlzeit ein Ritual zu machen und sich ganz auf das Essen zu konzentrieren. Ein schön gedeckter Tisch und hübsches Geschirr helfen dabei.

Woche 3 und 4: Test auf Alltagstauglichkeit

Woche 3 dient dazu das Konzept in der Kantine oder im Restaurant auszuprobieren und es auf Alltagstauglichkeit zu testen. In Woche 4 wird man herangeführt, sich mindestens eine Hauptmahlzeit pro Tag selbst nach der Faustformelmethode zuzubereiten.

Wie viel kann man abnehmen?

Die Faustformelmethode bringt eine Abnahme bis zu einem Kilogramm pro Woche, was sehr gesund ist, denn der gefürchtete Jo-Jo-Effekt nach der Diät ist sehr gering. Diese Diätform ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung und lehrt viel über die richtige Lebensmittelauswahl und Portionsgrößen. Wer konsequent ist, wird sein Wunschgewicht auf sehr angenehme Weise erreichen und erhalten. Wer sportlich ist, wird zusätzlich profitieren, denn Bewegung unterstützt den Gewichtsverlust spürbar.

Vorteile und Nachteile

Vorteile:

– leicht anwendbar
– im Alltag umsetzbar
– ausgewogene Rezepte
– Lerneffekt für Ernährungsumstellung
– sättigend
– Ausnahmemahlzeiten zulässig
– kein Kalorienzählen und keine teuren Messinstrumente

Nachteile:

– anfängliches Verschätzen bei den Portionsgrößen möglich, wenn nicht auf die Sättigung geachtet wird