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Die Farbdiät

„Die reinsten und gedankenreichsten Geister sind die, die Farbe am meisten lieben.“ Was der englische Schriftsteller, Kunsthistoriker und Maler schon vor mehr als einhundert Jahren wusste, haben sich jetzt auch Ernährungsexperten zu eigen gemacht, denn fortan heißt es nicht mehr malen nach Zahlen, sondern essen nach Farben. Wer schon einmal etwas von der sogenannten Regenbogen-Diät gehört hat, wird an dieser Stelle ein Déjà-vu erleben, denn die Farbdiät, um die es im Folgenden gehen soll, findet Anlehnung an die Regenbogen-Diät, ist jedoch effektiver.

Ursprung der Farbdiät

Rot, orange, gelb, grün, hellblau, blau und lila. Wen die Reihenfolge dieser Farben an etwas erinnert, der bekommt entweder erstaunlich oft Regenbögen zu Gesicht, befasst sich mit der Farbenlehre oder mit der Wirkung von sogenannten Chakren. Wer die Farbdiät erfunden hat, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, da sie viele verschiedene Stufen durchlaufen hat und in diesen immer wieder leichte Veränderungen erfuhr. Das Prinzip dahinter ist jedoch ein sehr einfaches und die Vorteile sprechen für sich.

Die Farbdiät

Die Farbdiät ©iStockphoto/LeszekCzerwonka

Vorteile der Farbdiät auf einen Blick

Wer mag schon triste und eintönige Mahlzeiten? Es heißt doch schließlich nicht umsonst: „Das Auge isst mit“. An diesen Spruch schien sich auch der Erfinder oder die Erfinderin der Farbdiät streng gehalten zu haben, denn bei dieser Diät ist nur erlaubt, was bunt ist. Sie unterscheidet sich jedoch von der Regenbogendiät, denn besagt diese, dass pro Tag Lebensmittel in fünf verschiedenen Farben (rot, orange, gelb, grün und blau) in einer bestimmten Reihenfolge verzehrt werden müssen, setzt die Farbdiät oder auch „Coleur-Diät“ genannt, auf eine Farbe pro Tag. Diese Diät ist damit nicht nur farbenfroh und schön für das menschliche Auge, sondern auch leicht einprägsam. Doch die Farbdiät bietet noch mehr Vorteile.

Reich an Nährstoffen

Die Farbdiät sieht auf dem Teller nicht nur schön aus, sondern ist auch äußerst nährstoffreich. Das heißt, solange frische Zutaten auf dem Küchentisch landen, denn mit blauen Farbstoffen versetztes Zuckerwasser ist einer Diät nicht besonders zuträglich. Sind die gewählten Lebensmittel jedoch reiner, also unbehandelter Natur – sprich: Haben sie noch kein Fließband von Nahem gesehen -, sind sie wahre kleine Helferlein in Sachen abnehmen und versorgen den Körper gleichzeitig mit allen Nährstoffen, die er benötigt, um konzentriert und leistungsfähig arbeiten zu können.

Abnehmen

Der aber wohl häufigste Grund, weshalb sich Menschen für die Farbdiät entscheiden, ist nicht die gesunde Lebensweise, sondern die Tatsache, dass sie davon abnehmen. Woran genau das liegt, was es konkret mit den Farben der Lebensmittel auf sich hat, welche Lebensmittel sich für die Diät eignen und welche nicht, darum soll es im Folgenden gehen. Dazu werden jeweils geeignete Lebensmittel vorgestellt, ihre Wirkungsweise erklärt und am Ende eine Zusammenfassung der jeweiligen Farbe der Lebensmittel herauskristallisiert.

„Rot, ja, rot sind alle meine Kleider“

Das im Supermarkt erhältliche Produkt, das einem wohl zuerst einfallen möchte, wenn man an die Farbe Rot denkt, ist der Apfel und ja, es gibt rote Äpfel. Allerdings ist an ihnen nur die Schale rot, weshalb sie sich nicht in unsere Reihe von roten Lebensmitteln einreihen werden. Das ist jedoch nicht schlimm, denn es gibt allerhand andere rote Lebensmittel, die sich hervorragend für die Farbdiät eignen.

Rote Paprika

Eine rote Paprika verschönert nicht nur jede Mahlzeit optisch und verleiht ihr den passenden Biss, sie ist auch noch gesund. Einer ihrer wichtigsten Inhaltsstoffe sind die sogenannten Flavonoide. Flavonoide haben eine Wirkung, die der von Antioxidantien entspricht, die eine entgiftende Wirkung auf den Körper ausüben. Damit reduzieren sie das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben und wirken zellschützend. Neben ihrer krankheitsvorbeugenden Wirkung helfen sie jedoch auch beim Abnehmen, denn durch die antioxidative Wirkung der Flavonoide werden freie Radikale auf natürlichem Wege aus dem Körper geschwemmt. Freie Radikale beschäftigen den Stoffwechsel und hindern ihn von seiner eigentlichen Tätigkeit. Die Kurzformel lautet: Je weniger freie Radikale, desto schneller funktioniert das abnehmen.

Abnehmen mit Tomaten

Einen ähnlichen Effekt erzeugen Tomaten, auch sie machen Jagd auf freie Radikale und unterstützen so den Abnehmvorgang. Daneben sind sie jedoch auch echte Energiebündel, denn sie weisen einen hohen Anteil an Vitamin C auf und sind reich an Mineralstoffen wie z. B. Kalium und arm an Kalorien.

Rote Bete

Nicht nur sauer macht lustig, sondern auch rote Bete. Dass dem so ist, haben Wissenschaftler schon vor vielen Jahren herausgefunden. Der in der roten Bete enthaltene Stimmungsmacher Betain wirkt ähnlich wie ein Glückshormon, bewirkt also ungefähr so eine gute Laune wie der Griff zur Schokolade oder das Training im Park.

Zusammenfassung rote Lebensmittel

Halten wir fest: Rote Lebensmittel enthalten viele Stoffe die wie Antioxidantien wirken und den Körper von Giftstoffen befreien, die ihn daran hindern, sein ganzes Potential auszuschöpfen und in das Abnehmen zu investieren. Sie beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und erhalten die Zellmembran aufrecht. Natürlich gibt es noch viele weitere rote Lebensmittel. Chilis beispielsweise befördern aufgrund ihrer Schärfe die Geschwindigkeit des Abnehmens und Preiselbeeren wirken sogar gegen Harnwegsinfektionen heilsam. Hier gilt es, einfach ein wenig auszuprobieren.

Pinke Lebensmittel

Pinkfarbene Lebensmittel möchten einem nicht sofort einfallen, doch es gibt sie. Zu ihnen zählen z. B. Cranberrys und Rhabarber und was die in sich haben, dazu jetzt mehr.

Cranberrys

Ähnlich wie rote Lebensmittel enthalten Cranberrys jede Menge Vitamin C und die emsig arbeitenden Antioxidantien, die den Körper von freien Radikalen befreien. Außerdem wird ihnen nachgesagt, dass sie gegen die Erreger von Blasenentzündungen agieren und gleichzeitig das Herz-Kreislauf-System schützen. Doch wie helfen sie beim Abnehmen? Cranberrys wirken sich positiv auf den Blutdruck, die Gesundheit des Magens und den Zuckerstoffwechsel aus. Ein gesunder Magen tut sich leichter mit einer schnellen Verdauung und ein regulierter Zuckerstoffwechsel zersetzt Zucker schneller in seine einzelnen Bestandteile. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Cranberrys in ihrer ursprünglichen Form gegessen, als Saft getrunken oder in Tablettenform zugeführt werden. Einzig verarbeitet in einem Kuchen oder in Plätzchen sind sie der Diät nicht zuträglich.

Rhabarber

Rhabarber ist mit zirka 14 bis 21 Kilokalorien auf 100 Gramm und nur 0,2 Gramm Fett sehr kalorien- und fettarm. Reich ist es jedoch an Vitamin C und K, Magnesium, Eisen, Phosphor, Kalium, Jod, Pektin sowie ätherischen Ölen. Es stärkt das Immun- und Abwehrsystem und – und deshalb eignet es sich so gut zum Abnehmen – katalysiert den Transport der Nahrungsbestandteile in die Körperzellen. Ganz nebenbei stimuliert es die Darmbewegung und unterstützt damit die Verdauung.

Zusammenfassung pinke Lebensmittel

Pinke Lebensmittel sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen, sie tragen dazu bei, dass der Stoffwechsel auf Hochtouren arbeiten kann, indem sie ihn mit den notwendigen Stoffen versorgen und ihn von hinderlichen befreien. Außerdem haben sie eine katalysierende Funktion und lassen den Körper so schneller Gewicht verlieren.

Orangene und gelbe Lebensmittel

Orangene und gelbe Lebensmittel sind sich in ihren Bestandteilen sehr ähnlich, weshalb sie oftmals zusammengefasst Erwähnung finden. Zu ihnen zählen z. B. Karotten, Süßkartoffeln und Zitronen.

Karotten

Karotten sorgen für eine bessere Sicht und ihnen wird außerdem nachgesagt, dass sie Krebs heilen können. Wie viel davon Mythos ist und welchen Teilen man Glauben schenken kann, sei dahingestellt. Eines ist jedoch klar: Sie helfen beim Abnehmen, denn sie enthalten so viel Beta-Carotin wie kein anderes Lebensmittelprodukt. Beta-Carotin wird vom Körper in Vitamin A umgewandelt und das wiederum wirkt sich auf Haut und Haar aus. Das bedeutet, dass sich die Haut während des Abnehmprozesses regenerieren kann, wo sich sonst unschöne Risse und Hautlappen bilden würden.

Süßkartoffeln

Einst in dem Koffer von Kolumbus, danach auf dem Tisch von Wissenschaftlern des Nationalen Forschungsrates von Italien und nun in vielen deutschen Bäuchen – was auch gar nicht verkehrt ist, denn das in der Süßkartoffel enthaltene Caiapo führt zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels und kann damit nicht nur den ernährungsbedingten Diabetes Typ vorbeugen, sondern auch die Cholesterinwerte und das Blut verbessern. Laut dem Center for Science in the Public Interest (CSPI) sind Süßkartoffeln übrigens das nährstoffreichste Gemüse der Welt.

Zitronen

Zitronen entsäuern den Magen, entgiften den Körper und helfen damit beim Abnehmen. Am besten eignet sich Zitronensaft. Eine Zitronenschale reiben und eine halbe Zitrone über einem Glas Wasser auspressen und schon gibt der Stoffwechsel alles. Ein Glas Zitronensaft pro Tag ist allerdings völlig ausreichend.

Zusammenfassung gelbe und orangene Lebensmittel

Gelbe und orangene Lebensmittel sind wahre Nährstoffbomben. Sie bringen den Stoffwechsel auf Trab, entgiften und entsäuern den Körper und tragen damit zu einer optimal funktionierenden Verdauung bei.

Grüne und blaue Lebensmittel

Grüne Lebensmittel kennt jeder. Avocado, Spargel und Spinat sind die mitunter gesündesten von ihnen. Aber blaue Lebensmittel? Es gibt ein Produkt, das das „Blau“ bereits im Namen trägt. Die Rede ist von der Blaubeere. Doch widmen wir uns zunächst den grünen Lebensmitteln.

Avocado

Lutein für eine schärfere Sicht, Vitamin A für eine optimale Blutbildung und alle anderen Inhaltsstoffe für eine schnellere Gewichtsreduktion. Rieten Ärzte vor einigen Jahren Patienten mit erhöhtem Cholesterinspiegel davon ab, Avocados zu essen, wurden sie inzwischen eines Besseren belehrt. Avocados liefern dem Körper viele der gesunden Fette, d. h. der ungesättigten Fettsäuren. Das wurde übrigens erst 2015 herausgefunden und seither setzen viele Menschen auf einen gesunden und selbstgemachten Avocado-Brotaufstrich statt auf Butter-Ersatz-Produkte.

Spargel

In Sachen Gesundheit ist Spargel ein richtiger Alleskönner, allerdings sollte er frisch zubereitet werden. Spargel aus Dosen enthält Konservierungsstoffe und mit denen hat der Stoffwechsel bekanntlich mehr als nötig zu tun. Frischem Spargel hingegen kommt in erster Linie die Funktion der Entgiftung zu. Er regt die Produktion des körpereigenen Stoffes Glutathion an, das in der Leber die Entgiftung befördert. Außerdem wird ihm eine positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel nachgesagt – gut für Diabetiker, Personen auf Diät und für diejenigen, die schon die nächste Entschlackungskur planen.

Spinat

Entgegen vieler Behauptungen enthält Spinat nicht so viel Eisen wie ihm nachgesagt wird. Das heißt jedoch nicht, dass er nichts kann, im Gegenteil. Spinat senkt genau wie Spargel und Avocados den Cholesterinspiegel, trägt aber außerdem dazu bei, Heißhungerattacken zu reduzieren. Damit wirkt er unterstützend gegen die „bösen Geister“ einer Diät, rückfällig zu werden.

Blaubeere

Auf den ersten Blick hat Blut nichts mit dem Abnehmen zu tun, auf dem zweiten Blick jedoch schon. Eine falsche Ernährung kann zu Ablagerungen in den Blutgefäßen führen. Das wiederum hat die Konsequenz, dass das Blut langsamer zu den Organen transportiert wird, die insbesondere den Sauerstoff in den roten Blutkörperchen für die Arbeit benötigen. Folglich arbeiten alle Organe auf Sparflamme. Blaubeeren, auch als Heidelbeeren bekannt, wirken Ablagerungen in den Blutgefäßen entgegen und sorgen für reibungslose Abläufe im Körper und damit auch bei der Verdauung.

Zusammenfassung grüne und blaue Lebensmittel

Grüne und blaue Lebensmittel tragen zu einem ausgeglichenem Cholesterinspiegel bei, vor allem die grünen reduzieren Heißhungerattacken und beugen entzündungsbedingten Krankheiten vor. Blaue Lebensmittel verhindern durch ihre gefäßreinigende Wirkung Krankheiten wie Arteriosklerose und kurbeln den Stoffwechsel an.

Und jetzt?

Die Farbdiät sieht keine speziellen Regeln vor, d. h. es gilt nicht, unbedingt montags nur rote Lebensmittel und dienstags nur pinke zu essen. Die Reihenfolge kann beliebig geändert werden, allerdings ist ein individueller Plan, auf dem festgehalten wird, an welchem Tag welche Farbe auf den Tisch kommen sollen, sinnvoll. Die Zubereitung obliegt jedem selbst. Die Lebensmittel könne in Saftform, als Salat oder in ihrer Rohform genossen werden. Optional ist es zudem erlaubt, einen Schlemmertag in der Woche einzurichten, um beispielsweise den Kalorienhaushalt wieder aufzufüllen. Länger als drei Wochen sollte die Farbdiät in dieser Konsequenz jedoch nicht durchgeführt werden. Danach gilt es zwar immer noch, seine Mahlzeiten farbenprächtig zu gestalten, jedoch sollten dann auch kalorienhaltige Lebensmittel wieder Einzug in den Ernährungsplan halten.