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Was ist eine Diät?

Das Wort ist in aller Munde, doch was sich tatsächlich dahinter verbirgt, das wissen nur die wenigsten. Die Rede ist von der sogenannten Diät, welche vor allem im Leben vieler Damen einen wichtigen Platz einnimmt. Natürlich ist dies nur der Fall, wenn man diese auf dieselbe Weise deutet wie ein Großteil der Menschen heute, nämlich als Methode der Gewichtsreduzierung. Beschäftigt man sich jedoch etwas tiefer mit der Thematik, so wird man feststellen, dass dieser Begriff in seiner Urform weitaus mehr besagt und in seiner wahren Bedeutung sogar die Lösung für Gewichtsprobleme aller Art bereithält.

Doch was hat es damit genau auf sich und inwieweit ist es tatsächlich empfehlenswert, sich an die Urfassung des hier im Mittelpunkt stehenden Konzeptes zu halten?

Ursprünge eines Trendbegriffes

Die alten Griechen mussten es ja wissen. Dieser Satz fällt oft, wenn es um Fragen zu Fortschritt, Bildung und Gesundheit geht. Schließlich gilt Griechenland als die Geburtsstätte unserer Kultur, auf die wir große Stücke setzen. Dass die Menschen der Antike uns in vielen Dingen um einiges voraus waren, ist ebenfalls unbestritten. Auch dass wir dazu neigen, altertümliches Kulturgut bis zur Unkenntlichkeit zu verfälschen und den heutigen Bedürfnissen anzupassen, ist sicherlich keine Neuigkeit mehr. Dies trifft auf gewisse Weise auch auf den hier diskutierten Begriff zu, welcher aus dem Griechischen stammt und ursprünglich nichts anderes als ‚Lebensweise‘ bedeutete.

Dass es dabei nicht zuletzt um eine optimale Ernährungsform geht, welche den menschlichen Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt, ohne ihn zu belasten, spiegelt sich auch heute noch in der Lehre der sogenannten Diätik wieder. In erster Linie lag das Ziel hier also darin, eine für den Menschen optimale Kost aus ausgesuchten Lebensmitteln zusammenzustellen. Dieser Grundgedanke wurde von dem berühmten Arzt Hippokrates fortgesetzt, so dass eine ausgewogene Ernährung bald nicht nur als Mittel zum Erhalt der Gesundheit sowie zur Vorbeugung von Krankheiten, sondern auch als Möglichkeit der Behandlung bereits bestehender Leiden angesehen wurde. Vor diesem Hintergrund etablierte sich der Begriff ‚Schonkost‘, welcher bereits darauf verweist, dass es sich hier um eine bestimmte Auswahl an Nahrungsmitteln handelt. Diese zeichnen sich in erster Linie durch ihre gute Bekömmlichkeit aus und gewährleisten somit, den ohnehin bereits geschwächten Körper nicht noch zusätzlich zu reizen.

Ernährungswissenschaftler und Mediziner versuchen ganz im Sinne der alten Griechen auch heute noch, den Wert und Nutzen der einzelnen Nahrungsmittel für den menschlichen Organismus zu erforschen und auf dieser Grundlage eine auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene optimale Kost zu entwickeln.

Diät

Diät ©iStockphoto/Deklofenak

Die Diät im allgemeinen Sprachgebrauch

Wie bereits angedeutet weicht die heutige Nutzung des hier im Zentrum stehenden Begriffes erheblich von der Originalfassung ab. So werden in der modernen Umgangssprache vor allem Maßnahmen der Gewichtsreduktion als Diät bezeichnet. Dies beweisen nicht zuletzt die Titel einschlägiger Zeitschriften und Magazine, die schnellen Erfolg beim Abnehmen versprechen. Dieser soll in der Regel durch eine Reduktionskost erreicht werden. Ob man sich dabei dem alleinigen Verzehr von Bananen, Kohl, Kartoffeln oder Milchprodukten verschreibt, der Ablauf dieser Form der Diät ist grundsätzlich durch eine einseitige Ernährungsweise, welche über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum erfolgt, gekennzeichnet. Unwillkommene Begleiterscheinungen sind hier vor allem die sogenannten Mangelsymptome, welche auf die unzureichende Versorgung mit lebenswichtigen Vitalstoffen zurückzuführen ist. Diese können sich unter anderem in Beschwerden wie Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Störungen und Schwindel äußern. Langfristig kann eine Mangelernährung schwere gesundheitliche Schäden sowie einen allgemeinen Abfall der Leistungsfähigkeit zur Folge haben. Abgesehen davon ist der destruktive Einfluss auf das emotionale und geistige Wohlbefinden nicht zu unterschätzen. Die wiederholte Erfahrung von Misserfolg und das Gefühl, dem Schönheitsideal der modernen Gesellschaft nicht gerecht zu werden, können zu Frustration, Depression und einem Verlust des eigenen Selbstwertes führen und Betroffene auf diese Weise aller Lebensfreude berauben.

Dass viele Formen der hier diskutierten Reduktionskost zu kurzweiligen Gewichtsverlusten führen, lässt sich nicht leugnen. Da es sich dabei jedoch oftmals um eine Verringerung der für eine anhaltende Gewichtsreduktion notwendigen Muskelmasse anstatt des ungeliebten Fettgewebes handelt, stellt sich in der Regel unmittelbar nach dem scheinbaren Erfolg der gefürchtete Jojo-Effekt ein. Dieser besagt nichts anderes, als dass der menschliche Organismus den erfahrenen Mangel nun in Form der legendären Heißhungerattacken auszugleichen versucht und man infolgedessen das verlorene Gewicht sowie einige zusätzliche Pfunde in kürzester Zeit wieder auf den Hüften hat.

Von der Vermarktung des menschlichen Grundbedürfnisses nach Anerkennung

Mit Blick auf die offensichtliche Wirkungslosigkeit der verschiedensten Varianten der Reduktionskost wird schnell deutlich, dass die Neuinterpretation des hier behandelten Begriffes in der modernen Gesellschaft nichts anderes als ein Produkt der Marktwirtschaft in. Entsprechend werden den Verbraucherinnen und Verbrauchern mit Hilfe der Werbung und Medien bestimmte Ideale präsentiert, welche sich natürlich nur durch den Kauf der jeweiligen Produkte erreichen lassen. Diese richten sich ohne Umschweife an das gesamte Potpourri aus menschlichen Grundbedürfnissen, darunter Liebe, Anerkennung und Schönheit. Allen voran steht hier der Traum von einem schlanken und wohlgeformten Körper. Dabei geht es nicht nur um optische Reize, sondern auch um den tieferen Symbolgehalt eines attraktiven Erscheinungsbildes.

Schließlich werden Schönheit und Jugendlichkeit mit Vitalität und Leistungsfähigkeit gleichgesetzt, welche in der modernen Arbeitswelt unabdingbar sind. Überflüssige Pfunde hingegen signalisieren mangelnde Disziplin und Bequemlichkeit und können nicht selten das Aus in Beruf und Privatleben gleichermaßen bedeuten. Dass der Markt auf diese Weise lediglich das angemessene Ambiente für den Absatz der eigenen sogenannten Schlankmacher schafft, wird von vielen Betroffenen übersehen. Zu groß ist der Wunsch, sich endlich in die Schar der Schönen und Erfolgreichen einreihen zu können. Schließlich wird eine Traumfigur als grundlegende Voraussetzung, den Traumjob sowie den/die TraumpartnerIn zu finden, suggeriert. Und so geraten die so Geblendeten in den nicht enden wollenden Teufelskreis aus immer neuen Blitzdiäten und angeblich schlank machenden Produkten, deren einziges Resultat darin besteht, aufgrund des wiederholten Misserfolges für weitere Frustration zu sorgen. Dass es sich hier um eine Sackgasse handelt, die einen immer weiter von dem ursprünglichen Ziel wegführt, wird nach mehreren fehlgeschlagenen Experimenten schnell ersichtlich.

Wie aus einem Namen ein neues, gesundes Lebenskonzept wird

An dieser Stelle ist also eine angemessene und vor allem wirkungsvolle Alternative gefragt. Und wo findet sich diese, wenn nicht bei den Menschen der Antike, welche ihren Ruhm nicht zuletzt einer ganzheitlichem Denkweise zu verdanken haben?! Möchte man also mit seinen Versuchen, an Gewicht zu verlieren, tatsächlich den gewünschten Erfolg zeitigen, so empfiehlt sich eine erneute Rückbesinnung auf die Lehren der alten Griechen, welche der richtigen Kost, sprich Diät, nicht nur schlankmachende Kräfte zuschrieben, sondern diese gemäß ihrer positiven Auswirkungen auf den gesamten Organismus bewerteten. Schließlich dient die Ernährung vor allem dazu, unseren Körper und Geist mit einer ausreichenden Menge an Energie zu versorgen, welche nicht nur unser Überleben sichert, sondern es uns auch ermöglicht, sowohl unser physisches als auch mentales Potential auf optimale Weise zu nutzen. Betrachten wir in diesem Zusammenhang einmal die Fülle an Krankheiten, welche durch eine Fehl- und Mangelernährung entstehen können, so lässt sich der hohe Stellenwert einer gesunden Kost gar nicht oft genug betonen. Dass diese letztendlich auch in der Hinwendung zu einer ganzheitlichen natürlichen Lebensweise resultiert, erklärt sich schon fast von selber. Denn wer einmal die Vorzüge einer ausgewogenen Ernährungsweise, welche vornehmlich aus natürlichen und frischen Produkten wie Getreide, Obst und Gemüse besteht, genossen hat, wird schnell den Wunsch verspüren, seinen Körper und Geist auch durch regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf und Entspannung zu Höchstleistungen anzuspornen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der hier behandelte Begriff in seiner ursprünglichen Bedeutung bereits den Schlüssel zu anhaltender Gesundheit und Fitness in sich birgt und dementsprechend nur wenig mit den modernen Interpretationen gemein hat.


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