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Essen und Intelligenz. Gibt es einen Zusammenhang?

Was der Mensch isst, das ist er auch. Der Wahrheitsgehalt dieser alten Volksweisheit wird einmal mehr deutlich, wenn wir einen Blick auf die Erkenntnisse moderner ErnährungswissenschaftlerInnen werfen. Denn gerade im Zeitalter der Wellness-Bewegung wird der hohe Stellenwert einer gesunden Diät für unser physisches und psychische Wohlbefinden kaum noch in Frage gestellt. Was wir sind und was wir aus unserem Potential machen, das hängt somit tatsächlich von einer optimalen Ernährung ab.

Doch inwieweit gibt es konkrete Hinweise, dass gewisse Nahrungsmittel auch einen positiven Einfluss auf die Intelligenz haben beziehungsweise eine Unterversorgung mit bestimmten Vitalstoffen zu einer entsprechenden Beeinträchtigung führen kann? Lassen sich, fernab aller Statistiken und Zahlen, vielleicht sogar Beispiele nennen, in denen wir einen buchstäblich hautnahen Eindruck von dem Zusammenhang zwischen unserer Ernährungsweise und unserem intellektuellen Potential gewinnen konnten?

Die individuelle Intelligenz im Diskurs

Dass sich Intelligenz messen lässt, ist nach heutigen Erkenntnissen unumstritten. Doch inwieweit dieses Potential im Einzelfall auch ausgeschöpft wird, hängt maßgeblich von dem Individuum ab. Schließlich wollen die sogenannten grauen Zellen ähnlich wie die Muskulatur trainiert und gefördert werden. Dies wird vor allem deutlich, wenn man sich etwas genauer mit der Gedächtnisleistung beschäftigt. Seien es nun Bequemlichkeit, Krankheit oder fortschreitendes Alter, die Gründe für einen zunehmenden Rückgang unseres Erinnerungsvermögens sind vielschichtig. Die gute Nachricht lautet jedoch, dass sich in jedem dieser Fälle angemessene Gegenmaßnahmen in Form eines intensiven Trainings ergreifen lassen. Entsprechend konnten selbst Menschen, die zu den genannten Risikogruppen zählen, mit Hilfe regelmäßig durchgeführter Denk- und Gedächtnisübungen innerhalb kürzester Zeit eine beachtliche Verbesserung der eigenen Fähigkeiten feststellen. Genauso schnell machte sich jedoch auch eine Form des geistigen ‚Verfalls‘ bei mangelndem Training bemerkbar, welcher mit dem körperlichen Alterungsprozess gleichgesetzt werden kann. Und während in diesem Fall ein konsequentes Workout in Verbindung mit einer angemessenen Ernährung für eine positive Wende sorgt, sind diese Faktoren auch entscheidend an der Förderung unserer Intelligenz beteiligt. Denn ebenso wie der Körper so benötigt auch das Gehirn Nährstoffe, um optimal funktionieren zu können.

Medizinische Studien haben ergeben, dass der Einfluss der Ernährung auf die Gehirnentwicklung bereits vor der Geburt beginnt. So konnten Kinder, die im Mutterleib mit wichtigen Fettsäuren und Vitalstoffen versorgt wurden, selbst mit fortschreitendem Alter optimale Ergebnisse bei Intelligenz- und Konzentrationstests erzielen. Eine ungesunde Kost bestehend aus Fastfood oder anderen nährstoffarmen Lebensmitteln führte hingegen nahezu unweigerlich zu Mangelerscheinungen. Zu den üblichen Folgen einer Unterversorgung mit lebenswichtigen Gehirnfettsäuren gehören unter anderem weit verbreitete Lernstörungen wie Legasthenie, Dyskalkulie und ADHS.

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Essen und Intelligenz

Essen und Intelligenz ©iStockphoto/marcogarrincha

Beispiele für eine ungesunde Ernährung

Ähnlich eindeutig sind die Ergebnisse von Motivationsforschern, welche unter anderem die Ernährungsweise von delinquenten Jugendlichen einer genauen Untersuchung unterzogen haben. Dass sich diese nahezu ausschließlich aus Lebensmitteln ohne jeglichen Nährstoffgehalt zusammensetzte, ist wenig verwunderlich. Ebenso wenig überrascht es, dass eine Diät bestehend aus Chips, Süßigkeiten, zuckerhaltigen Limonaden und Fastfood wohl kaum dafür geeignet ist, unsere Gehirnzellen anzuregen. Entsprechend klagten die Betroffenen über Beschwerden wie Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Depression, Unentschlossenheit, Stimmungsschwankungen und Schwindelgefühl. Doch auf der Suche nach angemessenen Beispielen muss man sicherlich nicht erst auf derartige Extremfälle zurückgreifen. Schließlich haben wir bestimmt alle schon einmal die Erfahrung gemacht, dass wir nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel alles andere als tatkräftig und energiegeladen sind. Vielmehr stellt sich ein Gefühl der Trägheit und Schwere ein, unser Geist und unsere Sinne scheinen seltsam umnebelt zu sein und das Bedürfnis nach Schlaf beginnt zu dominieren. Berücksichtigen wir jedoch die Tatsache, dass Nahrung eigentlich in erster Linie die Aufgabe zukommt, unseren Körper und Geist mit der notwendigen Energie zu versorgen, dann scheint hier so Einiges im Argen zu liegen.

Gefragt sind also Lebensmittel, die über besonders hohe Nährwerte verfügen. Auch der Zeitpunkt der Mahlzeiten, die Menge sowie die Zusammenstellung der aufgenommenen Nahrung spielt nach Ansicht von Experten eine wesentliche Rolle bei der optimalen Verwertung. Natürlich gibt es hier auch individuelle Unterschiede und so kann der Bedarf beispielsweise je nach Alter, Körperbau und allgemeiner Nahrungsmittelverträglichkeit variieren. Als wahre Energiebomben, welche Gehirn und Körper schnell mit den notwendigen Vitalstoffen versorgen, gelten vor allem frische Früchte. Sei es nun in Schule, Beruf oder Freizeit, ein Stück Obst kann sich in jeder Situation als vitalisierend und erfrischend erweisen.

Nahrungsmittel, denen intelligenzsteigernde Fähigkeiten nachgesagt werden

Doch welche Lebensmittel versprechen nun eigentlich eine Förderung unserer Klugheit und Intelligenz? Da das menschliche Gehirn zum größten Teil aus Gehirnfett besteht, erweist sich die Aufnahme von essentiellen Fettsäuren als unverzichtbar. Kommt es hier zu einer Unterversorgung, kann dies bei Kindern in einer verlangsamten oder unvollständigen Gehirnentwicklung resultieren. Bei Erwachsenen äußert sich der Mangel in der Regel durch einen allgemeinen Abfall der Leistungsfähigkeit. Konzentrationsschwäche und sogenannte Gedächtnislücken sind nur einige Symptome der hier im Zentrum stehenden leicht lädierten Intelligenz. Wer dieser Fehlentwicklung entgegenwirken möchte, tut gut daran, seine Ernährung um für das Gehirn besonders wertvolle Produkte wie Pflanzenöle, Meeresfrüchte, Fisch, Nüsse, Obst und Gemüse zu bereichern. Schließlich enthalten die hier aufgeführten Lebensmittel die für unsere grauen Zellen so wichtigen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Ein idealer Tag, welcher unser Gehirn nicht schwächt, sondern es auf optimale Weise in Schwung bringt, kann also beispielsweise mit einem Frühstück bestehend aus Obst, Jogurt und Müsli beginnen und sich mit einem frischen Salat und einer Erbsen- oder Linsensuppe als Mittagessen fortsetzen. Geht es um die Steigerung des Denkvermögens, so werden auch Nahrungsmitteln wie Brokkoli, Spinat und Erdbeeren wundersame Kräfte zugesprochen. Unbestritten ist sicherlich der hohe Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen, welcher einen Großteil der Obst- und Gemüsesorten zu einem willkommenen Bestandteil auf dem täglichen Speiseplan macht. Als Snack für den kleinen Hunger zwischendurch eignet sich zudem das sogenannte Studentenfutter, welches aus naheliegenden Gründen auch als Gehirnnahrung bezeichnet wird. Schließlich kann diese schmackhafte Mischung aus Trockenobst und Nüssen selbst müde Gehirnzellen im Nu wieder munter machen.

Aus dem Vollen schöpfen oder auf dem Weg zu mehr Energie und Leistungsfähigkeit

Dass man durch den vornehmlichen Verzehr bestimmter Nahrungsmittel plötzlich zum Genie wird, ist und bleibt sicherlich eine Wunschvorstellung. Glaubt man jedoch umfangreichen Studien, welche belegen, dass nur ein geringer Bruchteil der Menschen weltweit ihr gesamtes intellektuelles Potential nutzen, so lassen sich bereits mit einem angemessenen Fundament denkwürdige Ergebnisse erzielen. Und dieses lässt sich bereits erreichen, wenn wir unseren Körper und Geist nicht durch eine ungesunde Kost belasten, sondern ihn durch die Versorgung mit lebenswichtigen Vitalstoffen in seiner Funktionsweise optimal unterstützen. Gefragt ist hier also vor allem eine ausgewogene Ernährung, welche den regelmäßigen Verzehr von Obst, Gemüse, Fisch und Hülsenfrüchten vorsieht. Dass dabei auf den Konsum von Alkohol und Nikotin verzichtet wird, ist naheliegend, zumal aktuelle Studien den negativen Einfluss auf die Gehirnleistung belegen.

Ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Element zur Optimierung der grauen Zellen ist die körperliche Bewegung, welche vorzugsweise an der frischen Luft durchgeführt wird. Diese fördert nicht nur die Durchblutung, sondern sorgt auch für das Freisetzen sogenannter Glückshormone, welche ebenfalls einen ausgesprochen vitalisierenden Effekt auf unser Denkvermögen haben.

Abschließend ist festzuhalten, dass ein Zusammenhang zwischen unserer Intelligenz und der von uns präferierten Nahrung zweifellos besteht, dieser jedoch nicht losgelöst von weiteren Einflussfaktoren gesehen werden kann. Die Schlussfolgerung, dass die ausschließliche Aufnahme von für das Gehirn vorteilhaften, da vitalstoffreichen Lebensmitteln zu der maximalen Nutzung unseres Denkvermögens führt, ist sicherlich irreführend. Im umgekehrten Fall ist es jedoch wahrscheinlich, dass eine Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen langfristig eine Einschränkung unserer mentalen Leistungsfähigkeit bedeuten kann. Eine ideale Lösung verspricht hier die Entscheidung für einen gesunden und natürlichen Lebensstil, welcher alle genannten Elemente umfasst.

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