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Was ist Gyrokinesis?

Die aus den USA kommende, relativ neue Methode der Gyrokinesis ist weit mehr als nur ein Fitnesstraining. Sie ist eine komplexe und fast schon spirituelle Bewegungslehre mit ganzheitlichem Konzept, das den gesamten Körper als fest verbundene Einheit betrachtet und isolierte Einzelübungen zu harmonischen Ganzkörperübungen verbindet. Die Wirbelsäule gilt in der Gyrokinesis als zentraler Träger unseres Körpers, ihr gilt bei den Übungen die größte Aufmerksamkeit, ihr soll mehr Flexibilität verliehen werden. Gelenke und ganze Funktionsketten von Muskeln werden systematisch trainiert.

Die Methode verbindet Jahrtausende altes, traditionsreiches Wissen aus Fernost mit moderner Bewegungslehre. Sie kombiniert die wichtigsten Elemente aus Yoga, Thai Chi und Tanz – zusammen mit einigen Komponenten aus dem Schwimm- und Turnsport – zu einem System aus komplexen, dreidimensionalen Bewegungsabläufen. Unsere Energie kommt in Fluss, wir finden körperlich und mental zu unserer Mitte, richten uns innerlich und äußerlich auf. Gyrokinesis ist als Methode sanft und doch äußerst wirkungsvoll. Sie ist als Therapie, zur Erhaltung bzw. Steigerung der Fitness oder auch einfach zur Entspannung geeignet für Menschen aller Altersgruppen. Die Übungen erfordern keine besondere Kondition als Voraussetzung, können aber bei gezielter Anwendung die Leistungsfähigkeit enorm steigern. Da ein gesundes Abnehmen – wenn der Erfolg von Dauer sein soll – ebenfalls nur ganzheitlich funktionieren kann, unterstützt das regelmäßige Praktizieren von Gyrokinesis auch diesen Prozess optimal. Nicht nur während der Diät, auch darüber hinaus sollten entsprechende Übungen unseren Alltag begleiten.

Herkunft und Entstehung

Entwickelt wurde die gyrokinetische Bewegungslehre von dem 1942 in Rumänien geborenen Juliu Horvath. Schon als Kind liebte der Sohn ungarisch-deutscher Eltern Bewegung über alles, praktizierte intensiv Sportarten wie Schwimmen, Rudern und Kunstturnen. Später machte er als klassischer Tänzer Karriere, zunächst in seiner rumänischen Heimat als Solotänzer an der Terneschburger Oper und dann in den USA, wo er im Jahre 1970 politisches Asyl erhielt. In den siebziger Jahren tanzte er unter anderem Hauptrollen an der City Opera von New York und in der Radio City Music Hall. Aufgrund einer schweren Verletzung an der Wirbelsäule musste er seine Tanz-Karriere jedoch sehr plötzlich beenden, zog sich zurück und widmete sich von da an intensiv dem Studium diverser östlicher Heilmethoden wie Yoga und Akkupunktur. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse kombinierte er mit seinen persönlichen Erfahrungen aus der Zeit als Tänzer und Sportler, die dadurch viel tiefere Dimensionen erhielten. Aus diesem Prozess heraus entstand das Bewegungssystem „Yoga for Dancers“, das Juliu Horvath damals zunächst nur in New York unterrichtete und das heute als Gyrokinesis weltweit immer mehr Anhänger findet. Noch immer ist der Meister selbst als Lehrer unterwegs und erteilt Kurse für Trainer, die dann ihrerseits die Kunst der Bewegung an andere weitergeben können.

Gyrokinesis

Gyrokinesis ©iStockphoto/OSTILL

Horvath entwickelte und konstruierte auch die für sein System geeigneten Geräte, vor allem den speziellen Gyrokinesis-Hocker. Alles zielt ab auf die fließende Ausführung dreidimensionaler Bewegunsabläufe und auf die entsprechende Ausrichtung des Körpers im Raum.

Ablauf des Übungsprogramms

Schon der Beginn des Programms macht deutlich, dass Gyrokinesis kein gewöhnliches Fitnesstraining ist. Es geht zu Anfang nicht einfach nur darum, die Muskeln zu erwärmen, sondern der ganze Körper soll erweckt werden. Selbstmassage, kombiniert mit Klopf- Druck- und anderen Berührungstechniken und begleitet von bestimmten Atemmustern, soll dies bewirken. Erst dann erfolgt im eigentlichen Programm die Konzentration auf Wirbelsäule und Beckenbereich.
Nicht nur die Einleitung, sondern auch alle weiteren Übungssequenzen werden von entsprechenden Atemmustern begleitet. Jede Bewegung ist regelrecht mit einem solchen Muster synchronisiert. Dies soll insbesondere das Nervensystem stimulieren und die Körpermeridiane öffnen.
Auf dem bereits genannten, speziell für die Gyrokinesis entwickelten Hocker finden die eigentlichen Bewegungs- und Fitnessübungen statt. Kreisende und spiralförmige Bewegungen lösen Muskelverspannungen im Rückenbereich und in den Extremitäten, die Wirbelsäule wird aus ihrer in unserem heutigen Alltag oft starren Haltung befreit. Das Sitzen auf dem Hocker ist gerade hierfür eine besonders günstige Ausgangsposition und erleichtert den Prozess. Die richtig durchgeführte Koordination der einzelnen Übungssequenzen bewirkt gleichzeitig eine Dehnung und eine Kräftigung des Körpers, was auch die intensive Wirkung der Gyrokinesis auf den Organismus insgesamt erklärt.
Neben den Übungen auf dem Hocker kann der Körper auch kniend oder liegend auf der Matte sowie im Stand trainiert werden. Alle Bewegungen sind ständig fließend, keine Position wird statisch gehalten, es entstehen also auch keine unnötigen Verspannungen. Auf den Zuschauer wirkt die Gyrokinesis fast wie ein Tanz.
Entsprechende Übungskurse finden meist in Gruppen statt. Des weiteren gibt es noch eine „Gyrotonic“ genannte Trainings-Variante, bei der spezielle Geräte eingesetzt werden. Sie ermöglichen eine noch breitere Palette an individuellen Übungen.

Wirkung

Ebenso wie die Methode selbst ist auch die Wirkung der Gyrokinesis auf den Organismus eine Ganzheitliche, man fühlt sich nach den Übungen insgesamt frisch und belebt.
Durch den koordinierten Fokus auf Atmung und Bewegung entsteht eine Körperintelligenz, wie sie den meisten von uns in unserem bewegungsarmen Alltag längst verloren gegangen ist. Alle Systeme im Körper werden positiv stimuliert, Giftstoffe und Schlacken werden freigesetzt und abtransportiert – ein wichtiger Faktor auch und gerade für alle, die gesund abnehmen wollen. Der gesamte Organismus regeneriert, die Funktionen der einzelnen Organe verbessern sich, das Nervensystem wird angeregt. Eine so gesteigerte Vitalität erhöht die Lebensqualität und somit auch das subjektive Wohlbefinden. Der Alltag geht uns leichter von der Hand, wir strahlen Gesundheit und Lebensfreude, bewegen uns geradezu elegant. Dass in einer solchen Verfassung auch das Abnehmen leichter fällt, versteht sich von selbst.

Fazit

Gyrokinesis eignet sich wunderbar als Ausgleich für Menschen, die in ihrem beruflichen Alltag nur wenig in Bewegung kommen. Sie kann Rückenproblemen prophylaktisch vorbeugen oder dabei helfen, bereits bestehende Probleme zu beheben. Sie setzt körpereigene Heilungskräfte frei und wird deshalb auch zunehmend in der Rehabilitation angewendet.
Je nach persönlichem Anspruch oder Trainingsziel lässt sich durch Gyrokinesis aber auch gezielt an einer Leistungssteigerung arbeiten. Tänzer und Profisportler nutzen gerne diese Methode, um auf gesunde Art ihr maximales Potential zu erreichen und auszuschöpfen.

Auch, wer keine so ehrgeizigen Ziele verfolgt und einfach nur nach einem anstrengenden Arbeitstag wieder zur Entspannung und zu seiner Mitte finden will – Gyrokinesis lohnt sich für jedermann. Die erlernten Übungen sind übrigens nicht an einen bestimmten Ort oder an bestimmte Geräte gebunden. Man kann sie jederzeit nach Bedarf zu Hause oder am Arbeitsplatz wiederholen und so in den Alltag einbauen.


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