Skip to main content

Was ist eigentlich Power Yoga?

Die aus Indien stammende Bewegungslehre Yoga erfreut sich seit einigen Jahrzehnten auch in der westlichen Welt wachsender Beliebtheit und ist mittlerweile zum Trendsport geworden. Nicht nur in Europa, sondern auch in den Vereinigten Staaten eröffnen immer mehr Yoga-Studios. Diese werden von Menschen besucht, die ihren Körper und Geist in Einklang bringen und bewusst wahrnehmen möchten. Yoga bietet einen perfekten Ausgleich zur Großstadthektik und zum stressigem Berufs- und Lebensalltag. Diese Bewegungslehre ist eng mit Meditation, Spiritualität und Körperdisziplin verbunden, was jedoch nicht jedermanns Sache ist. Für Menschen, die mit den stark philosophisch geprägten Aspekten des Yogas nicht viel anfangen können, dennoch die Vorteile des Ganzkörpertrainings genießen wollen, bietet das sogenannten Power Yoga eine sinnvolle Alternative. Dieses in den Vereinigten Staaten entwickelte Sportkonzept stellt eine ausgewogene Kombination zwischen den Grundsätzen der indischen Bewegungsphilosophie und modernen Trainingsmethoden dar, die den Weg zur Traumfigur zur leicht erreichbaren Realität machen.

Was ist Power Yoga?

Das seit kurzer Zeit auch in Europa immer erfolgreichere Power Yoga fand seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten und entwickelte sich als moderne Bewegungslehre aus den Grundsätzen des Ashtanga Yoga, das zu den traditionellsten und ausgefeiltesten aller Yoga-Systeme zählt. Ashtanga Yoga besteht aus mehreren, im Ablauf streng geregelten Serien an Körperpositionen, die auf einer optimalen Synchronisation der Atmung aufgebaut sind. Wann die Lehre des Ahstanga Yoga entwickelt wurde, ist nicht genau bekannt, seinen Einzug in die alternative Bewegungskultur der Vereinigten Staaten fand es jedoch Mitte der Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts. Nachdem einige wenige westliche Lehrer dieses Yogasystem verbreitet hatten, wurde es schließlich im Zuge der fernöstlichen Welle in den 1990-er Jahren bekannt, als sich Hollywoodstars wie Madonna in dieser Bewegungslehre unterrichten ließen. Aus dem komplizierten Ashtanga Yoga entwickelte der prominente amerikanische Yogalehrer Bryan Kest das Power Yoga, das sich wie die Grundlehre des Ashtanga Yoga auf eine ausgefeilte Atemtechnik und strenge Bewegungsabläufe konzentriert. Bryan Kest gilt in Hollywood als einer der erfolgreichsten Trainer überhaupt, der neben Madonna auch Schauspielerinnen wie Drew Barrymore mit seinen ausgefeilten Workouts zur Traumfigur verhalf. Was sein modernes Power Yoga im Gegensatz zu den traditionellen Yoga-Stilen nicht nur attraktiver, sondern auch wesentlich leichter erlernbar macht, ist die Tatsache, dass in dieser Sportart die Atemübungen, Bewegungen und Positionen an die körperlichen Fähigkeiten des Praktizierenden angepasst werden. Dadurch ist Power Yoga vor allem für die Menschen in der westlichen Welt eine leicht anwendbare und wirkungsvolle Trainingsart. Power Yoga ist weniger eine philosophische Bewegungslehre als eine moderne Sportart, die Beweglichkeit, Körperkraft und Fitness in den Mittelpunkt rückt, dennoch das körperliche und seelische Gleichgewicht und die innere Ruhe in die Ziele miteinbindet. Wie bei allen anderen Yoga-Systemen wird die mentale Balance auch beim Power Yoga nicht nur durch die richtige Technik der Atmung, sondern auch durch die in regelmäßigen Abständen immer gleich durchgeführten Übungen erzielt.

Fit und schlank mit Power Yoga

In Hollywood gilt Bryan Kests Power Yoga als eine der effizientesten Methoden, um das Traumgewicht zu erreichen und langfristig zu halten, ohne dabei einseitige Diäten durchführen zu müssen. Bryan Kest profitiert nicht wie viele andere Trainer, die Stars und zahlungskräftigen Prominenten lukrativen Einzelunterricht erteilen und dabei selbst zu Millionären werden. Bryan Kest hält nicht viel vom Schlankheitswahn Hollywoods, sondern hält ausschließlich öffentliche Trainingsstunden für große Gruppen ab, die der Öffentlichkeit zugänglich sind. Sein Power Yoga zielt darauf ab, meditative Elemente mit körperlich herausfordernden Übungen zu verbinden, die für einen knackigen Po, eine schlanke Körpermitte und eine gekräftigte Muskulatur sorgen. Im Unterschied zu den meisten traditionellen Yoga-Stilen folgen in Bryan Kests Power Yoga einzelne Übungen in schnellem Ablauf aufeinander, denn sie werden mit jedem Atemzug gewechselt. Dies vermittelt nicht nur optimale Körperbeherrschung, sondern treibt den Praktizierenden auch die Schweißperlen auf die Stirn. Die Konzentration auf Dynamik macht Power Yoga zu einer hocheffizienten Sportart, wenn es ums Abnehmen geht. Auch wenn Power Yoga im Hinblick auf den Kalorienverbrauch mit etwa 180 kcal in der Stunde nicht zu den führenden Trainingskonzepten zählt, gilt diese Sportart jedoch als hocheffektiv, wenn es um die Straffung der gesamten Körperkontur geht. Bei regelmäßig durchgeführten Trainingseinheiten sinkt der Fettanteil des Körpers rasant und wird durch eine gestählte Muskulatur ersetzt. Dadurch werden die typischen Problemzonen an Po, Oberschenken und Baum, mit denen die meisten Frauen zu kämpfen haben, dauerhaft gestrafft und geformt. Ganz nebenbei ist auch eine nicht zu unterschätzende positive Wirkung auf die Gesundheit belegt. Power Yoga hilft beim Stressabbau, fördert die Durchblutung aller inneren Organe, verbessert die Haltung und kann dadurch Rückenschmerzen wirksam bekämpfen. Durch den im Zuge der schnellen Bewegungen angeregten Blutfluss wird Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf lange Sicht vorgebeugt. Wer regelmäßig Power Yoga durchführt, erzielt nicht nur eine eindrucksvolle Körpersilhouette, sondern schützt seinen Körper auch vor vielen typischen Zivilisationskrankheiten.

Power Yoga

Power Yoga ©iStockphoto/bhairav

Praktische Umsetzung von Power Yoga

Um in den Genuss eines straffen Körpers bei gleichzeitiger mentaler Ausgeglichenheit und Körperbeherrschung zu kommen, muss man nicht nach Los Angeles fliegen und dort Bryan Kests Yoga-Studio besuchen. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben zahlreiche Yoga-Spezialisten mittlerweile Power-Yoga-Programme entwickelt, die sich leicht zuhause durchführen lassen und damit problemlos in den Lebensalltag integrierbar sind. Sie sind nicht nur für Fortgeschrittene, sondern auch für absolute Anfänger geeignet. Alles, was Übungswillige dazu benötigen, ist etwa eine Stunde Zeit, bequem sitzende und vor allem elastische Kleidung und eine Yogamatte. Wichtig ist, nach einer Mahlzeit mindestens eine Stunde vergehen zu lassen, denn ein voller Magen bedingt, dass sich manche Übungen unangenehm anfühlen können.
Zu Beginn sollte bewusst auf die richtige Atmung geachtet und diese einige Zeit lang geübt werden. Wichtig bei Power Yoga ist das Ein- und Ausatmen durch die Nase. Dies garantiert nicht nur eine konstant gleichbleibende Atmung ohne Verausgabung, sondern auch eine gesundheitsfördernde Filterung der Luft durch die feinen Härchen in der Nase. Um den richtigen Rhythmus zu finden, gilt die Faustregel, beim Hinaufschauen einzuatmen und die Luft beim Blick auf die Erde wieder ausströmen zu lassen.

Das Körperpositionen des Power Yoga

Power Yoga beinhaltet verschiedene Körperpositionen, die unter einprägsamen Namen wie „Baum“, „Taube“ oder „Berghaltung“ bekannt sind und in Übungssequenzen dynamisch aufeinanderfolgen. Für Einsteiger eignet sich der Bewegungsablauf, der unter dem Begriff „Sonnengruß“ bekannt ist. Das Ziel für Anfänger besteht zunächst darin, jede einzelne Position korrekt auszuführen und anschließend eine harmonische Abfolge der Bewegungen einzustudieren.

Jede einzelne Körperposition dient der Straffung und Dehnung einer bestimmten Körperregion und der Kräftigung der Muskulatur. Der Affe dient der Streckung des Rückens und gleichzeitigen Dehnung der hinteren Oberschenkelmuskulatur. Diese Position erinnert tatsächlich an die Haltung, die viele Affen beim Gehen einnehmen. In der Affen-Position muss der Übende das Körpergewicht bewusst auf die Zehengelenke und die Fersen verteilen. Mit gestreckten Kniegelenken und Armen wird der Oberkörper nach unten gezogen, während die Sitzbeinhöcker in die Höhe zeigen. Dabei ist der Blick nach vorne gerichtet und die Hände, die sich in einer Linie mit den Schultergelenken verbinden, berühren mit den Fingerspitzen den Boden.

Der Gleichgewichtssinn und die Konzentration werden mit der Position des Baumes geschult. Bei dieser einbeinigen Körperhaltung geht es um die Koordination der Fußhaltung. Ein Bein steht gestreckt mit leicht nach oben gezogener Kniescheibe, das andere wird in 90° abgewinkelt, während der Fuß am Unterschenkel des Standbeins aufliegt. Mit aufrechter Haltung und nach vorne oder nach oben gerichtetem Blick werden die Arme mit aufeinanderliegenden Handflächen zur Decke gestreckt. Dies begünstigt eine Kräftigung der Muskulatur von Gesäß und Beinen.

Die sogenannte Berghaltung fördert eine gute Haltung und optimale Körperwahrnehmung. In aufrechter Haltung mit nach vorne zeigenden offenen Handflächen stehen die gestreckten Beine parallel, wobei sich die großen Zehen berühren sollten. Ziel ist es, ein Gefühl für den Kopf zu entwickeln, der auf der Wirbelsäule balanciert, während die Schulterblätter entspannt werden sollen. Die Innenseiten der Oberschenkel bewegen sich leicht nach innen und drücken einen imaginierten kleinen Ball zusammen.

Das Brett begünstigt eine Kräftigung des gesamten Körpers sowie eine Förderung der Stützkraft von Schultern und Armen. Mit leicht gestreckten, mit den Handflächen am Boden gestützten Armen bildet der Rücken mit den Hinterseiten der Beine eine diagonale, von den Schultern zum Gesäß abfallende Linie. Mit dieser Übung wird eine maximale Stabilisierung der Wirbelsäulenmuskulatur erzielt. Der Drehsitz begünstigt eine Dehnung von Hüfte und Rumpf sowie eine Kräftigung der Schulter- und Rückenmuskulatur. Dabei werden das Körpergewicht gleichmäßig auf beide Sitzbeinhöcker verteilt, ein Bein abgewinkelt und das andere Bein sowie der gegenteilige Arm in ebenfalls abgewinkelter Stellung darauf abgelegt. Mit dieser gekreuzten Beinstellung dreht sich der aufrechte Oberkörper mit entspannten Schultern langsam in Richtung des aufgestellten Beines, während der untere Arm mit am Boden aufliegender Handfläche die Stützfunktion übernimmt.

Zur Dehnung der Bein-, Brust- und Rückenmuskulatur dient der Herabschauende Hund, im Zuge dessen die Kniegelenke gestreckt sind und die Fersen gänzlich am Boden aufliegen. Vom zur Decke gestreckten Gesäß abfallend bildet der Oberkörper mit gestreckten Armen und Nacken eine Linie nach unten, die mit den am Boden aufliegenden Handflächen und gespreizten Fingern endet. Für die Kopf-Knie-Position wird der nach unten zeigende Oberkörper in Richtung Beine bewegt, bis das Gesicht die Knie berührt. Dies begünstigt vor allem eine Straffung der hinteren Oberschenkelmuskeln.
Die Kobra dient einer die Brustwirbelsäule betonenden Haltung. Dabei liegen die Vorderseiten der Beine und der Bauch am Boden auf, während die Brustwirbelsäule nach oben gestreckt wird. Die Ellbogen bleiben dicht am Körper und ziehen nach unten, die am Boden aufliegenden Handflächen sollten sich unter den Schulterblättern befinden.

Eine Straffung der Gesäßmuskulatur bedingt vor allem die Haltung der Kriegersequenz, in der mit nach vorne gerichtetem Blick und über dem Kopf gestreckten, aufeinanderliegenden Handflächen der Ausfallschritt geübt wird. Ein Bein steht nach hinten gestreckt, das andere zeigt im 90°-Winkel nach vorne. Anschließend wird der Ausfallschritt zur Seite hin vergrößert, während die Arme und Finger gestreckt werden und die Handflächen in Richtung Boden zeigen.

Die Stuhl-Position fördert die Körperwärme und trainiert Beine und Gesäß, indem bei gestrecktem Oberkörper und nach oben gerichteten Armen die leicht abgewinkelten Knie fest gegeneinander drücken.
Das Krokodil mobilisiert die Wirbelsäule in seitlich liegender Haltung, wobei die Beine abgewinkelt werden und auf einem Unterarm aufliegen. Der andere Arm wird bei gedrehter Wirbelsäule in die entgegengesetzte Richtung ausgestreckt und anvisiert.
Die Haltung der Taube kommt der Straffung der Hüftmuskulatur und der Entspannung des Rückens zugute, indem der rechte vordere Oberschenkel in gestreckter Position am Boden aufliegt und das linke Bein seitlich abgewinkelt wird. Der aufgerichtete Oberkörper und gestreckte Kopf sinken nun langsam auf das abgewinkelte Bein ab. Das Gesicht und die nach vorne gestreckten Arme berühren dabei den Boden. Die herausfordernde Position der Krähe trainiert die Stützkraft der Arme und soll das Selbstvertrauen fördern.

Diese Körperpositionen werden in unterschiedlichen Bewegungsabfolgen geübt und aktivieren jeden einzelnen Bereich des Körpers. Dadurch wird nicht nur die Haltung verbessert, sondern jeder einzelne Muskel trainiert. Wer diese Bewegungssequenzen regelmäßig durchführt, kann ein neues Körpergefühl erlangen und wird allmählich feststellen, wie die Problemzonen ganz ohne Diät verschwinden.


Top Artikel in Diät & Sport