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Die 5 größten Irrtümer beim Abnehmen mit Sport

Ohne Schweiß kein Preis – und keine verlorenen Kilos. Das weiß heute so gut wie jede(r), der oder die sich von den lästigen Pfunden trennen will. Allerdings geistern auch einige Märchen und Mythen durch die Fitnessstudios und das Internet, was das Abnehmen mit Sport betrifft. Damit nicht auch Sie auf diese reinfallen, haben wir die fünf größten Irrtümer einmal näher beleuchtet. Erfahren Sie, warum die Annahmen falsch sind und was Sie stattdessen tun sollten!

1. Ausdauer allein macht schlank

Eine der hartnäckigsten und wohl auch ältesten Mythen ist der, dass man nur von Ausdauersport schlank wird. Bilder, der meist sehr schlanken Ausdauersportler wie Gehern oder Läufern auf Langstrecken scheinen dies auch zu bestätigen. Allerdings erklärt sich die schlanke Silhouette eher aus dem Muskeltyp, den diese Sportler für ihre Sportart brauchen. Muskelfasern, die moderate, aber langanhaltende Kraftleistung bringen sind besonders kompakt und schmal – ganz im Gegensatz zu Fasern für kurzfristige Anstrengungen und Maximalkraft. Diese Fasern sind eher voluminös. Daher ist ein Marathonläufer bei einer ähnlich gut durchtrainierten Muskulatur deutlich schmaler als ein Bodybuilder. Der Muskelfasertyp macht’s.
Also doch nicht stundenlang auf dem Laufband, dem Crosstrainer oder dem Fahrradergometer schwitzen? Nein, Stunden müssen es nicht sein. Aber das Ausdauer- oder auch Cardio-Training hat beim Abspecken durchaus seine Daseinsberechtigung im Trainingsplan. Wenn Sie mit Sport abnehmen wollen, können Sie das Cardio-Training gut für Erwärmung und Cooldown, aber auch für ein intensives Herzkreislauftraining nutzen. So wird der Stoffwechsel angeregt. Mit zunehmender Trainingsdauer verschiebt sich auch der Stoffwechsel mehr zur Energiegewinnung aus Kohlenhydraten.

Abnehmen mit Sport

Abnehmen mit Sport ©iStockphoto/dashek

2. Ich nehme auch an der Zone ab, die ich trainiere

An dieser Stelle wird der Eine oder Andere wohl etwas frustriert seufzen, aber auch das ist leider nur ein Mythos. Schon seit Jahrzehnten gibt es die berühmten Bauch-Beine-Po-Kurse und vor allem Frauen pilgern in die Studios in der Hoffnung, durch de Kurs genau an diesen Stellen abzunehmen. Gemein, aber wahr: Mutter Natur legt fest, wo wir am einfachsten und schnellsten abnehmen, nicht unser Training.

Ein schönes Beispiel: Sie haben sich ein kleines Bäuchlein angefuttert und möchten dieses jetzt durch intensives Bauchtraining loswerden. Mutter Natur hat aber vorgesehen, dass Ihr Körper zuerst das Depotfett an den Oberschenkeln angreift und dann erst das am Bauch. Das Ergebnis ihres Trainings sind dann erstmal schlankere Oberschenkel. Das Fett ab Bauch wird ebenfalls abgebaut – jedoch deutlich langsamer als am Oberschenkel, da der Körper es genetisch bedingt hier eher hortet.

Also lassen wir die BBP-Kurse sausen? Mitnichten, denn für ein intensives Muskeltraining und eine gute Körperstraffung sind sie bestens geeignet. Und wer abnimmt, möchte ja in der Regel nicht nur schlanker, sondern auch straffer werden.

3. Ich verbrenne Fett erst nach 30 Minuten

So mancher radelt oder rennt fleißig und stundenlang im Cardio-Bereich der Studios oder auch an der frischen Luft – immer im Hinterkopf, dass er oder sie ja erst nach 30 Minuten überhaupt Fett verbrennt. Hier gibt es eine gute Nachricht für alle fleißigen Sportler, denn das ist falsch. Der Körper verbrennt Fette und Kohlenhydrate immer parallel. Richtig ist dieser Mythos nur insofern, als dass der Anteil der Fettverbrennung mit der Dauer des Trainings zunimmt.

Muss der Körper Leistung bringen, greift er zuerst die Glykogenspeicher in Muskeln und Leber an. Diese bieten Brennstoff für etwa 90 Minuten intensiven Trainings. Wer mit durchschnittlicher Belastung trainiert, verschiebt sein Verhältnis im Stoffwechsel von Kohlenhydraten aber schon deutlich eher hin zu den Fetten. Fette sind der Brennstoff, der zwar nicht so viel Energie für den Sport bereitstellt, dafür aber eine dauerhafte Energiequelle darstellt. Wann wer wie viel Fett genau verbrennt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Trainingsintensität, das Geschlecht und auch Ihr persönlicher Trainingsstand.

4. Muskeltraining eignet sich nicht zum Abnehmen mit Sport

Viele Sportler, die abnehmen möchten, schrecken immer noch vor einem intensiven Muskeltraining zurück. Schließlich verbrennt man damit ja nicht die lästigen Pölsterchen. Glauben Sie das auch? Dann sind Sie einem weiteren Irrtum aufgesessen. Denn Muskeltraining ist eine hervorragende Unterstützung beim Abnehmen.

Muskeln sind neben dem Gehirn die größten Energieverbraucher im Körper – und das nicht nur während des Trainings. Auch in Ruhe verbrauchen sie mehr Energie zur Erhaltung als ein Fettdepot gleicher Masse. Sie erhöhen also den Grundumsatz. Deshalb haben Männer auch von Natur aus einen höheren Grundumsatz als Frauen – sie haben einfach mehr Muskeln.

Ein zweiter Vorteil beim Abnehmen durch Muskeltraining ist der sogenannte Nachbrenneffekt. Er sorgt dafür, dass auch nach dem eigentlichen Training die Fettverbrennung noch weitergeht. Der Stoffwechsel ist immer noch erhöht und nimmt so auch nach Trainingsschluss noch Fett aus den Depots. Der Nachbrenneffekt kann einige Stunden andauern. So wirken Sie auch positiv auf Ihre Energiebilanz am Tag ein.
Dabei müssen – und werden – Sie nicht gleich wie Arnie aussehen. Besonders Frauen, die oft Angst vor hässlichen Muskelpaketen haben, setzen längst nicht so viel Muskelmasse an, wie befürchtet. Um die Optik eines Bodybuilders zu erreichen, müssen Sie schon sehr gezielt und besonders intensiv darauf hin trainieren. Sie können also ganz beruhigt zur Hantelstange greifen und damit den Pfunden den Kampf ansagen.

5. Der Fettverbrennungspuls muss es sein

Der Fettverbrennungspuls ist der Puls, bei dem das meiste Fett verbrannt wird – besagt die Theorie. Es gibt gleich mehrere Formeln, wie man ihn bestimmen kann. Bei 60 bis 70 der maximalen Herzfrequenz soll er liegen. Doch haben Sie sich schon mal gefragt, wie weniger mehr bringen soll? Tatsächlich bezieht der Körper in diesem Pulsbereich mehrheitlich seine Energie aus den Fettreserven. Betrachtet man jedoch die insgesamt verbrauchte Energiemenge, punktet ein intensives Training jenseits des Fettverbrennungspulses mehr. Wer mehr verbrennt, braucht nämlich auch mehr Kalorien. Und wenn die dem Körper nicht zugeführt werden, nimmt er sich die fehlende Energie ebenfalls aus dem Fettspeicher.
Fazit: Der Fettverbrennungspuls macht beim Training zum Abnehmen zwar Sinn, allerdings bringt ein intensives Muskeltraining einen höheren Energieverbrauch mit sich. Und um den geht es beim Abnehmen. Trainieren Sie also nicht einseitig nur in diesem Pulsbereich, sondern mixen Sie Ihr Training.

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