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Crossfit

Crossfit – der neue Trend aus den USA

Beim Crossfit handelt es sich um eine Methode des Fitnesstrainings, die zunächst in den USA entwickelt wurde und in den letzten Jahren verstärkt auch das Training in Europa revolutioniert hat. Verschiedene Sportarten, zum Beispiel Gewichtheben, Eigengewichtstraining, Turnen, Sprinten, Rudern, Seilspringen oder Klettern werden hierbei miteinander kombiniert, um alle Muskelgruppen zu aktivieren, damit sich der Trainierende in allen Fitnessdisziplinen ausgewogen weiterentwickeln kann. Da es beim Training häufig besonders schnell und intensiv – und somit auch effektiv – zugeht, wird Crossfit oft als „härtestes Training der Welt“ bezeichnet.

In den USA bereits ein großer Trend, ist Crossfit bei uns in Deutschland noch eine recht kleine Community. In fast allen großen Städten, vor allem im Westen und Süden des Landes, ist jedoch mittlerweile mindestens ein speziell ausgebildeter Trainer zu finden.

Crossfit – Entwicklung einer neuen Disziplin

Greg Glassmann, ehemaliger Turner einer amerikanischen High School, entwickelte das Programm im Jahr 1980 zusammen mit seiner damaligen Frau. Erst fünfzehn Jahre später, 1995, eröffnete er seinen ersten Fitnessraum in Santa Cruz, Kalifornien. In den nächsten zehn Jahren entwickelte sich das Konzept zunächst langsam und eher bedächtig. 2005 gab es noch lediglich 18 Studios. Dann jedoch schwappte der Trend über – mittlerweile gibt es weltweit mehr als 2700 Einrichtungen, die das Trainingsprogramm anbieten, sogenannte Crossfit-Boxen. Statt diese Boxen selbst zu leiten, hat sich Glassmann, der sein Unternehmen nach seinem Trainingsprogramm „Crossfit“ genannt hat, ein System überlegt, das dem Franchising ähnelt: Vom Unternehmen werden in verschiedenen Stufen Crossfit-Trainer ausgebildet, sogenannte affiliates, die das Training ganz unabhängig und auf individuelle Art und Weise durchführen. Das Unternehmen selbst finanziert sich allein über Lizenzgebühren und die Einnahmen durch die Ausbildung der Trainer. Nach erfolgreichem Erwerb eines Level 1 Crossfit Zertifikats können die affiliates für 3000 US-Dollar im Jahr ihre eigenen Crossfit-Boxen eröffnen. Der Erfolg dieses Systems ist nicht zu übersehen. Nicht nur Privatpersonen, sondern vermehrt auch Polizei, Feuerwehr und Militär bedienen sich mittlerweile der innovativen Trainings-Technik, so beispielsweise das kanadische Heer und das dänische Leibgarderegiment.

Crossfit

Crossfit ©iStockphoto/Bojan656

Das Crossfit-Training

Beim Crossfit geht es darum, verschiedene sportliche Disziplinen miteinander zu verbinden und dadurch den größtmöglichen Trainingseffekt für die Teilnehmer zu erzielen. Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination, Kraft, Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Balance und Koordination der Trainierenden sollen gleichermaßen weiterentwickelt und gestärkt werden. Hierbei bedienen sich die Trainierenden auch mal unkonventioneller Methoden. Das durchschnittliche Crossfit-Training dauert eine Stunde. Nach dem Aufwärmen beginnt ein kurzes Training der Fertigkeiten, meistens verbunden mit Kraftübungen. Erst danach kommt es zum eigentlich Kern des Crossfit: dem sogenannten conditioning. In einem meist zehn- bis zwanzigminütigen, hochintensiven Training meistern die Teilnehmer verschiedene Übungen in mehreren Runden – ähnlich wie beim Zirkeltraining. Am Ende darf das obligatorische Stretching nicht fehlen, bevor die ausgepowerten Teilnehmer ihren Heimweg antreten. Die Trainingseinheiten werden von den Crossfit-Trainern ganz individuell und jedes Mal neu ausgewählt. In der sogenannten Girls-Serie tragen sie zum Beispiel Frauennamen, wie Annie, Cindy oder Fran, die mit Zahlenfolgen verknüpft sind. Der Name ist das Pseudonym für die Zusammenstellung der verschiedenen Übungen, die nun anstehen. Die Zahlen stehen für die Anzahl der Wiederholungen. Das Ganze gilt es nun entweder in einer vorgegebenen Zeitspanne möglichst oft zu wiederholen oder eine vorgegebene Anzahl von Wiederholungen in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren. Beim Cindy-Workout versucht der Teilnehmer so oft er nur kann innerhalb einer Zeitspanne von zwanzig Minuten immer wieder hintereinander fünf Klimmzüge, zehn Liegestütze, hundert Sit-Ups und hundert Kniebeugen zu machen. Neben den „Girls“ gibt eine ganze Menge weiterer individuell zusammengestellter Trainings, die jedes Mal unterschiedlich verlaufen und keine Langeweile aufkommen lassen. Das sogenannte Box-Workout wird von jeweiligen Crossfit-Box selbst zusammengestellt, übergreifend stellt aber auch das Unternehmen des Erfinders auf www.crossfit.com jeden Tag ein anderes „Mainsite-Workout“ vor, das übrigens auch online und ohne Crossfit-Box absolviert werden kann. Die größte Herausforderung stellen die Hero-Workouts dar: Das Murph-Workout, wie alle Trainings der Hero-Serie nach einem gefallenen Soldaten, im Dienst gestorbenen Polizisten oder im Einsatz umgekommenen Feuerwehrmann benannt, dauert vierzig bis sechzig Minuten und besteht aus einem 1600-Meter-Lauf, hundert Klimmzügen, zweihundert Liegestützen, dreihundert Kniebeugen und einem weiteren 1600-Meter-Lauf.

Crossfit ist eine äußerst intensive Trainingsmethode, die bei der richtigen Ausführung zu schnellen und vor allem nachhaltigen Erfolgen führen kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Teilnehmer sich effektiv auspowern können – und das in kürzester Zeit. Gerade für die arbeitende Bevölkerung also eine hervorragende Methode, Stress effektiv abzubauen, ohne dabei zu viel Zeit zu verlieren.

Wettkämpfe

Crossfit hat von Natur aus durch die Zeit- bzw. Wiederholungsvorgaben natürlich einen stark kompetitiven Charakter. Doch nicht nur innerhalb der eigenen Gruppe kann man sich mit anderen messen, auch im Rahmen der seit 2007 alljährlich stattfindenden Crossfit-Games kann jeder Teilnehmer sein Können unter Beweis stellen. Seit 2011 der Sportbekleidungshersteller Reebok das gesamte Sponsoring des Wettbewerbs übernommen hat, winken hier auch sehr attraktive Preisgelder im Wert von bis zu 250.000 US-Dollar. Nach einem bis zu fünf Wochen andauernden Wettkampf dürfen sich am Ende eine Frau und ein Mann mit dem Titel „the fittest on earth“, „der / die Fitteste der Erde“ schmücken. Rich Froning gewann diesen Titel im Jahr 2014 bereits zum vierten Mal in Folge. Der 27-jährige Trainer aus Michigan begann erst 2009 mit der Teilnahme an Crossfit-Workouts, wurde dann aber sehr schnell zum Trainer und konnte dann bereits erste Wettkämpfe für sich entscheiden.

Crossfit – Ja oder Nein?

Die neue Trainingsmethode hat nicht nur Freunde und Bewunderer. Crossfit-Gegner bemängeln ein erhöhtes Verletzungsrisiko, das aufgrund des Zeitdrucks, unter dem die Übungen stattfinden, vorliegen soll. Die Sportler sollen dieser Auffassung zufolge die Trainingseinheiten nicht mehr konzentriert und einwandfrei durchführen können. Dies könnte zu Muskel- und Knochenverletzungen und vor allem für bleibende Schäden an Schultern und Wirbelsäule sorgen. Gerade, da manche Sportler das Programm auch online und ohne Trainer über die Crossfit-Webseite durchführen, sei dieses Risiko bei ihnen besonders hoch.

Dieser Risikofaktor begegnet allerdings nicht nur beim Crossfit, sondern auch bei fast allen anderen Sportarten. Alle Fitnessübungen sollten immer korrekt und unter professioneller Aufsicht durchgeführt werden, um das Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Natürlich regen die Crossfit-Trainer ihre Teilnehmer dazu an, trotz der Wettkampfsituation und des Zeitdrucks die Übungen richtig und konzentriert auszuführen. Immer mehr Studien zum Thema zeigen außerdem, dass die kürzeren, hochfrequenten Trainingseinheiten nicht nur die Fitness verbessern, sondern auch noch andere positive Effekte auf weitere Gesundheitsfaktoren haben können. Ein großer Vorteil für die Teilnehmer an Crossfit-Workouts ist außerdem das hohe Maß an Abwechslung, das diese spezielle Art des Trainings mit sich bringt. Statt tagein tagaus dieselben Übungen an denselben Geräten zu absolvieren, wird hier täglich variiert und überrascht. Immer wieder werden andere Muskelgruppen aktiviert und neue Herausforderungen für den Sportler geschaffen.

Crossfit ist hervorragend für einen jeden geeignet, der seine persönliche Fitness schnell und effektiv verbessern möchte. Das abwechslungsreiche Trainingsmodell lässt garantiert keine Langeweile aufkommen. Das Programm sollte jedoch ausschließlich unter Aufsicht eines professionell ausgebildeten Trainers ausgeführt werden und nie oberflächlich oder ungenau absolviert werden. Die härteren Trainingseinheiten, wie die Hero-Workouts, sind sicherlich mehr für erfahrene Sportler als für Anfänger geeignet. Dennoch bietet Crossfit auch für Einsteiger eine hervorragende Möglichkeit einzusteigen, Spaß zu haben und schnell positive Effekte zu erzielen – das Training sollte allerdings in jedem Fall auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Anfänger ausgerichtet sein.


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