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Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Wer nicht nur frische Lebensmittel kauft oder gar selbst anbaut, kommt um Zusatzstoffe heutzutage nicht mehr herum. Von Brot über Fleisch bis hin zu alkoholischen Getränken werden nahezu jedem Produkt chemische Mittel beigemengt. Nicht immer sind diese jedoch auch schädlich.

Wenn nicht drin ist, was draufsteht

Liest man sich als Verbraucher die Etiketten diverser Lebensmittel durch, versteht man häufig nur Bahnhof. Die Zutatenlisten bestehen aus unverständlichen Abkürzungen und irreführenden Begriffen, die falsche Erwartungen wecken. Ein Kirschjoghurt beispielsweise, muss nur neun Gramm Früchte enthalten, wenn der gesamte Inhalt 150 Gramm beträgt. Ein „Joghurt mit Fruchtzubereitung“ sogar noch deutlich weniger. Warum der Joghurt dennoch so fruchtig schmeckt, lässt sich leicht erklären. Es sind die chemischen Zusätze wie Aromen und Konservierungs- und Verdickungsmittel. Für die Farbe werden schließlich noch verschiedene Farbstoffe beigemischt. Die bekanntesten Arten von Zusatzstoffen sind Folgende:

– Farbstoffe
– Säuerungsmittel
– Stabilisatoren
– Verdickungsmittel
– Konservierungsmittel
– Backtriebmittel
– Geliermittel

Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Zusatzstoffe in Lebensmitteln, die für unterschiedlichste Zwecke eingesetzt werden. So etwa Festigungsmittel, Feuchthaltemittel, Überzugsmittel und andere.

Aromastoffe für den typischen Geschmack

Am häufigsten werden Lebensmittel mit Aromastoffen aufgepeppt. In aller Regel sind das chemische Substanzen, welche auf dem Etikett nicht näher deklariert werden müssen. Stattdessen wird die jeweilige E-Nummer angegeben. Aromen werden generell eher negativ betrachtet, da ernährungswissenschaftlich davon ausgegangen wird, dass sie das Risiko für Übergewicht erhöhen. Auch der künstliche Geschmack, welcher nur selten an das originale Aroma des jeweiligen Rohstoffs erinnert, steht in der Kritik. Im Bereich der Aromastoffe wird der Verbraucher ebenfalls getäuscht. So sind selbst die natürlichen Aromastoffe recht selten wirklich natürlich. Sie werden ebenfalls in Laboren hergestellt und auch der Rohstoff, aus dem sie gewonnen werden, ist oft ein ganz anderer. So wird Vanillearoma beispielsweise aus Pfeffer gewonnen und Fruchtaromen aus Schimmelpilzen.

Künstliche Aromastoffe werden speziell in der Süßwarenindustrie verwendet. Sie werden vielen Heiß- und Kaltgetränken, Brausepulver oder Kunstspeiseeis beigefügt und sind reine Chemieprodukte.

Bis vor einiger Zeit wurden auch so genannte „naturidentische Aromen“ noch auf Etiketten deklariert. Gemeint sind Stoffe wie Vanillin, die zwar aus dem Labor stammen, jedoch eine ähnliche chemische Struktur wie die originalen Rohstoffe aufweisen. Mit rund 2700 verschiedenen Aromastoffen hat man es beim Einkauf nicht leicht. Es ist jedoch auch nicht nötig, auf Produkte mit Aromen zu verzichten, da diese in der Regel nicht gesundheitsschädlich sind. Lediglich übertreiben sollte man es nicht, um den Geschmackssinn auch für echten Geschmack noch fit zu halten.

Convenience Food

Convenience Food ©iStockphoto/travellinglight

Konservierungsstoffe für die Haltbarkeit

Diverse Konservierungsstoffe sind ebenfalls häufige Zusatzstoffe in Lebensmitteln. Sie werden vor allem Fertiggerichten und Tütensuppen, aber auch Wurst und Brot beigemischt und dienen dazu, die Haltbarkeit von besonders verderblichen und industriell gefertigen Produkten zu verlängern. Hergestellt werden sie zumeist aus Säuren und Salzen.

Auch bei Konservierungsstoffen besteht ein gewisses gesundheitliches Risiko, welches sich jedoch auf einige wenige Stoffe beschränkt. Unbedenklich sind etwa alle Stoffe zwischen E200 und E203 und zwischen E236 und E238. Stoffe zwischen E210 und E233 können dagegen Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall und in manchen Fällen sogar Allergien auslösen. Speziell kleinere Kinder und Babys sollten Lebensmittel mit diesen Konservierungsstoffen nicht zu sich nehmen. Auch E249, E250, E251 und E252 sind kritisch. Sie stehen im Verdacht, krebserregend zu sein und sollten deshalb vermieden werden.

Zwar müssen die Hersteller die genauen Bezeichnungen der Konservierungsstoffe nicht angeben, als Verbraucher hat man dennoch die Möglichkeit, sich anhand verschiedener Listen zu schützen. Auch Apps, die alle E-Nummern und die entsprechenden Nebenwirkungen auflisten, sind erhältlich und können für einen Einkauf ohne Risiken sorgen.

Das Auge isst mit: Farbstoffe in Lebensmitteln

Farbstoffe sind die Zusatzstoffe, die am häufigsten beigemischt werden und den geringsten Effekt auf das Produkt haben. Sie dienen lediglich dazu, Lebensmittel besser aussehen zu lassen, damit wir lieber zugreifen. Gesundheitliche Risiken sind jedoch auch bei Farbstoffen vorhanden.

Am vorsichtigsten sollte man als Verbraucher bei bunten Süßigkeiten wie Bonbons und Gummiwaren, aber auch bei Tortenguss oder Backdekor sein. Diese Lebensmittel sind in der Regel künstlich gefärbt und enthalten Stoffe, die unter anderem Pseudoallergien auslösen können. Auch Konzentrationsschwierigkeiten, Hyperaktivität und neurologische Schäden können die Folge eines übermäßigen Konsums von künstlich gefärbten Lebensmitteln sein. Sie sollten deshalb grundsätzlich gemieden werden. Auch hier gibt es besonders gefährliche E-Nummern. Dazu zählen E104, E102, E110, E122 und E123.

Darüber hinaus sind auch Farbstoffe wie E150d umstritten. E150d bezeichnet Zuckercouleur und wird etwa Getränken wie Cola, Malzbier, Whisky und verschiedenen Limonaden beigemischt. Auch Marmelade und Wurst sowie Essig und Süßwaren enthalten den Farbstoff. Bedenklich ist E150d deshalb, weil bei der Herstellung Stoffe entstehen, die sich in Tierversuchen als krebserregend erwiesen haben. Ob bei den geringen Mengen, welche den Lebensmitteln beigefügt werden, jedoch wirklich eine reale Gefahr besteht, konnte bisher nicht erwiesen werden. Speziell bei diesem Stoff dürfte deshalb der Spruch „die Dosis macht das Gift“ zutreffen.

Zusatzstoffe in Lebensmitteln: Die schädlichsten Stoffe

Zusatzstoffe in Lebensmitteln sind keine Seltenheit und mittlerweile sowohl in Fertiggerichten als auch in frischen Produkten zu finden. Viele davon sind vollkommen unbedenklich, andere dagegen unbedingt zu vermeiden, da sie verschiedenste Krankheiten auslösen können. Die folgenden Zusatzstoffe gehören zu den schädlichsten:

– E230 Diphenyl, Biphenyil
– E231 Orthophenylphenol
– E232 Natriumorthophenylphenol
– E233 Thiabendazol
– E249 Kaliumnitrit
– E250 Nitritpökelsalz

Weitere Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Bei der Vielzahl an Lebensmitteln existieren auch dementsprechend viele Arten von Zusatzstoffen, die wir beim Einkauf jedoch selten im Kopf haben. Eine Menge Produkte enthalten beispielsweise Verdickungsmittel, Stabilisatoren oder Backtriebmittel. Auch Säuerungsmittel werden häufig verwendet, um Lebensmitteln den richtigen Geschmack zu verleihen. Mit Ausnahme der genannten E-Nummern sind diese jedoch unschädlich, wenn man es nicht übertreibt. Gerade bei Aromastoffen und Geschmacksverstärkern ist das jedoch nicht immer leicht, da die Hersteller hier darauf abzielen, den Verbraucher an das Produkt zu binden. Gerade Chips oder Salzgebäck ist dafür bekannt, eine besonders hohe Zahl an Zusatzstoffen zu enthalten. Hier sind es die E-Nummern von E620 bis E625, die den süchtig machenden Effekt auslösen. Eine Alternative dazu sind Bio-Chips und allgemein Bio-Lebensmittel. Diese enthalten nur einige wenige Zusatzstoffe, da die Meisten für die Verwendung in ökologischen Lebensmitteln nicht zugelassen sind.

Darüber hinaus werden Zusatzstoffe auch gerne für Vitamintabletten, Diät-Präparate und andere Nahrungsergänzungsmittel verwendet, um einen angenehmeren Geschmack zu erzeugen oder eine lange Haltbarkeit zu garantieren.


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