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Lässt Wasser Fett schmelzen?

Ausnahmslos alle Ernährungsumstellungen und Diäten haben eines gemeinsam: Es wird empfohlen, möglichst viel Wasser zu trinken. Wasser hat viele Vorteile für Abnehmende: Es enthält keine Kalorien, die Aufnahme von genügend Flüssigkeit dämpft das Hungergefühl, direkt vor dem Essen füllt Wasser den Magen, wodurch das Sättigungsgefühl während der Mahlzeit schneller eintritt und es löscht den Durst, der häufig fälschlicherweise für Hunger gehalten wird, da der Körper bei Hunger und Durst ähnliche Signale sendet.

Darüberhinaus genießt Wasser jedoch auch den Ruf, aktiv beim Abnehmen zu unterstützen, indem es ungeliebte Fettpolster einfach schmelzen lässt. Doch ist dieser Mythos wirklich wahr?

Wasser verbrennt allein durch das Trinken viele Kalorien

Wer bisher vor allem Softdrinks, Säfte oder gesüßten Tee getrunken hat, spart allein durch das Ersetzen dieser Getränke durch Wasser erheblich viele Kalorien: 1,5 Liter Cola oder Fruchtsaft versorgen den Körper mit etwa 600 Kilokalorien und somit fast mit einem Drittel der empfohlenen Kalorien für erwachsene Frauen. Wasser hingegen liefert gar keine Kalorien.

Zudem konnten Wissenschaftler aber auch nachweisen, dass das Trinken von Wasser den Stoffwechsel anregt und somit den Kalorienverbrauch erhöht. Pro Tag kann dieser Effekt den Energieumsatz des Körpers um 100 Kilokalorien steigern. Angesichts der Tatsache, dass um ein Kilogramm Körperfett zu verbrennen etwa 7.000 Kilokalorien eingespart oder zusätzlich verbrannt werden müssen, bedeutet dies hochgerechnet auf ein Jahr einen nicht unerheblichen Gewichtsverlust von etwa fünf Kilogramm – allein durch das Trinken von reichlich Wasser. Einen so einfachen und dennoch effektiven Trick zum Abnehmen gibt es sicher kein zweites Mal.

Wasser

Wasser ©iStockphoto/konradlew

Als gesundheitsfördernd beworbene Wässer wie mit speziellen Mineralien versetztes Sportwasser, mit denen die Industrie immer wieder wirbt, sind hierfür übrigens nicht nötig. Einfaches Leitungswasser liefert keinen minderen Effekt als teures Markenwasser. Wer an purem Wasser wenig Gefallen findet, kann es mit frischem Ingwer oder einem Schuss Zitronensaft aufpeppen. Diese Lebensmittel haben ebenfalls eine positive Auswirkung auf den Stoffwechsel und liefern etwas Geschmack.

Die Studie der Berliner Charité

Zu dem Ergebnis, dass das simple Trinken von Wasser Kalorien verbraucht, kam ein Forscherteam der Charité Berlin. Sie führten eine Studie durch, in der die Teilnehmer morgens einen halben Liter pures Wasser auf nüchternen Magen trinken sollten. Danach stellten sie eine um etwa 30 Prozent erhöhte Stoffwechseltätigkeit über eine Dauer von einer bis anderthalb Stunden fest. Diese Erhöhung des Umsatzes entspricht etwa 25 Kilokalorien. Wenn pro Tag zwei Liter Wasser getrunken werden, erhöht sich der Verbrauch des Körpers somit um rund 100 Kilokalorien.
Die vermutete Erklärung hierfür ist komplex. Durch das Trinken von Wasser wird das Blut für einen kurzen Zeitraum verdünnt. Auf diese Verdünnung reagiert die Leber mit einem Reflex, der wiederum das Nervensystem anregt. Dadurch wird der Körper auf eine körperliche oder geistige Leistung eingestellt, für die er mehr Energie zur Verfügung stellt.

Wasser hilft, Giftstoffe aus dem Körper auszuschwemmen

Während einer Diät sollte auch aus gesundheitlichen Gründen immer viel Wasser getrunken werden. Der Grund dafür ist simpel: Die Nieren müssen mit reichlich Flüssigkeit versorgt werden um zuverlässig zu funktionieren. Ihre Aufgabe besteht nämlich darin, all die Abbaustoffe, die beim Abnehmen vermehrt entstehen, auszuscheiden. Die ausreichende Versorgung des Körpers mit Wasser steigert also auch das Wohlbefinden.

Wie viel Wasser sollte tatsächlich getrunken werden?

Während die Empfehlung für die Trinkmenge Erwachsener unter normalen Umständen bei 1,5 Litern liegt, ist der Bedarf beim Abnehmen deutlich erhöht. Mindestens zwei, besser drei Liter Wasser sollte jeder Diäthaltende pro Tag trinken. Durch den Flüssigkeitsverlust beim Sport kann der Bedarf an Wasser je nach Anstrengung noch weiter steigen.

Übertriebenes Trinken ist jedoch ungesund für den Körper, da so Nährstoffe ausgeschieden werden, auf die der Körper nicht verzichten kann. Mit mehr als einem Liter Wasser pro Stunde sind die Nieren überfordert. Es gilt also, ein gesundes Mittelmaß zu finden.

Das vermehrte Trinken fällt nicht allen von Anfang an leicht, insbesondere wenn zuvor eher wenig Flüssigkeit zu sich genommen wurde. Viel zu trinken kann jedoch trainiert werden und nach einer Weile reagiert der Körper mit ausreichend Durst. Am stärksten zum Trinken animiert die ständige Verfügbarkeit von Wasser. Wer es von morgens bis abends neben sich stehen hat, greift auch häufiger zu. Wer zudem das Ritual entwickelt, vor jeder Mahlzeit ein großes Glas Wasser zu trinken, kommt nicht nur in den Genuss der schnelleren Sättigung, sondern deckt damit auch bereits mehr als die Hälfte der wünschenswerten Trinkmenge.

Fazit

Wortwörtlich „schmelzen“ lässt Wasser das Körperfett selbstverständlich nicht. Doch das Trinken von Wasser erhöht den Energieumsatz des Körpers, wodurch mehr Kalorien verbrannt werden. Dieses Kaloriendefizit äußert sich Endeffekt im Abbau von Körperfett, auch wenn die Ersparnis durch das Trinken allein das Fett nur sehr langsam schmelzen lässt.

Im Rahmen eines Abnehmprogramms kann das Wassertrinken allein eine gesunde Ernährung und ausreichend Sport nicht ersetzen, es hat lediglich einen unterstützenden Effekt. Auch die Tatsache, dass genügend Wasser den Hunger dämpft, sollten sich Diätwillige zu Nutzen machen und vor jeder Mahlzeit mit einem großen Glas kalorienfreiem Wasser ihren Magen füllen.

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