Skip to main content

Macht Stress dick?

Macht Stress dick?

Macht Stress dick oder ist an dieser Aussage nichts dran? Sie ist inzwischen wissenschaftlich belegt. Nur eine Entschuldigung für die überflüssigen Pfunde ist diese Tatsache nicht. Man kann etwas dagegen tun. Nein, man muss sogar etwas dagegen tun. Es beginnt damit, sich der Realität zu stellen, sich mit den Ursachen zu beschäftigen und dann erst kann man Abhilfe schaffen, die sinnvoll ist, um die zahlreichen Gesundheitsrisiken zu minimieren. Am Ende winkt all denen, die Mut zur Veränderung haben, nein, kein Preis, sondern ein neues Wohlbefinden. Und das ist der schönste Lohn.

Macht Stress dick? – Überbelastung führt zu Übergewicht

Es ist logisch und nachvollziehbar, dass Stress dick macht. Wenn der Mensch unter stetem Druck agiert, verlangt das Gehirn eine Wiedergutmachung für den Körper. Schleichend ändern sich die Essgewohnheiten und werden zu schlechten Angewohnheiten, die wir damit rechtfertigen, dass wir keine Zeit haben. Lieben wir die Hektik und die Arbeit tatsächlich mehr als uns selbst? Nicht jede Überbelastung ist gleich auch ein beruflicher Erfolg und das verursacht letztendlich sogar Frustration. Also schaffen wir uns Erleichterung, indem wir uns mit diversen Naschereien trösten. Der Glaube, sich mit einer Extra-Portion an Süßem etwas Gutes zu tun und dergestalt eine Belohnung verdient haben, ist ein Irrglaube. Dennoch ist das Verlangen nach Zucker eine Gier, der wir bei allem guten Willen nicht zu widerstehen vermögen. Das Reservoir an Energie wird im Gehirn verwaltet. Und nur wenn dort genügend Glykose als Energieträger aus Kohlehydraten vorhanden ist, ist die Verwaltung bereit, etwas abzugeben. Deshalb hat das Gehirn den größten Energieverbrauch neben der Leber und der Skelettmuskulatur. Es verbraucht 18 Prozent des gesamten Umsatzes des menschlichen Körpers an Energie. Ein „Egoismus“, der uns das Leben nicht gerade erleichtert, denn schließlich brauchen unsere Muskeln und unsere Organe ebenfalls Energie. Also müssen wir zuerst das Gehirn „füttern“, damit der Rest des Körpers auch etwas abbekommt. Das Gehirn meldet sich gnadenlos, wenn es neue Energie braucht. Es suggeriert uns Appetit, den wir dann mit schneller Zuckerzufuhr zu stillen bemüht sind. Eine Täfelchen Schokolade, ein Stück Kuchen, ein Eis – oh, die Möglichkeiten sind vielfältig. Wir fallen nur allzu gern auf die Gehirn-Befehle herein. Ausbaden müssen wir das dann selbst, indem wir uns mit den überflüssigen Pfunden herumplagen.

Macht Stress dick?

Macht Stress dick? ©iStockphoto/Elenathewise

Gerade wenn der Lebensrhythmus von viel zu viel Arbeit bestimmt wird, gehen wir nicht sehr achtsam mit unserer Ernährung um. Wir könnten dem Gehirn kontinuierlich Energie zuführen, so dass es zufrieden ist und uns nicht mit Heißhungerattacken quält, die wir dann mit Übergewicht büßen müssen. Heißhunger ist schlimm. Er lähmt den guten Willen, lässt uns die Beherrschung verlieren und ist letztendlich nichts anderes als blinder Gehorsam dem Gehirn gegenüber. Kaum jemand widersprecht dem Gehirn, wenn es nach Zucker schreit. Kaum jemand zieht einen Apfel einem Stück Schokolade vor. Und doch sollten wir in dem Fall zu Befehlsverweigerern werden, denn nur gedanklich Nein zu sagen, reicht nicht aus. Das Übel muss an der Wurzel gepackt werden. Das bedeutet, dass wir zurückkehren müssen zu einer ausgewogenen Lebensweise. Die beinhaltet auch, dem Dauerstress Paroli zu bieten. Nicht die Arbeit, sondern wir selbst sollten im Mittelpunkt stehen. So viel Eigenliebe muss sein! Erst dann haben die Anfälle von Heißhunger ein Ende und uns winkt ein neues Wohlgefühl.

Ein Leben mit weniger Stress

Von wegen, das ist leichter gesagt als getan. Genau genommen kann uns niemand zwingen, Stress den Vorrang zu geben. Wir müssen sinnvolle Pausen ernst nehmen. Wir müssen uns ernst nehmen. Krankheiten wie Adipositas oder Diabetes nehmen wir ja auch ernst. Nur soweit muss es gar nicht erst kommen. Unser falsches, Stress bedingtes Essverhalten ruft bestimmte Hormone auf den Plan. Die sind heimtückisch. Für die ist genau die Tatsache, dass wir den ganzen Tag rackern, ein willkommener Nährboden. Sie bilden in der Nebennierenrinde Cortisol. Damit überschütten sie unseren Körper und schon ist der in Aufruhr und damit bereit, schnelle Energie nachzuführen, damit die Fettzellen und die Muskeln sofort wieder versorgt sind. Das Fazit ist, dass wir Energie, nämlich genau die falsche Art von Energie, zu uns nehmen, damit wir schnell wieder funktionieren. Kein Wunder, dass wir dabei garantiert unser Fett wegkriegen, bzw. „anbauen“. Und das, obwohl wir so rührig und umtriebig sind. Wir können uns lange darüber wundern, ärgern und frustriert sein. Hilfe kommt nur durch bewusste Nahrungsaufnahme. Auf die Schnelle geht das nicht. Das Essen, das wir nebenbei am PC oder bei der Arbeit, womöglich noch auf dem Weg zum Bus o. ä. verschlingen, ist Gift. Wann und wie wir unsere Fettzellen auffüllen, sollte ganz allein uns überlassen bleiben, nicht dem bösen Cortisol. Der Cortisol-Spiegel ist nicht der, in dem wir uns spiegeln und der uns sagt, dass wir die Schönsten sind. Nach dem ersten Herzinfarkt, wenn man den tatsächlich gut übersteht, werden die meisten Menschen einsichtiger. Doch diese Erfahrung können wir uns ersparen. Wir müssen die Rituale unseres Alltags mit mehr Gelassenheit ausfüllen, dann klappt’s auch mit dem gesunden Essen. Wir wissen sehr gut, dass Rauchen und Alkohol der Gesundheit nicht zuträglich sind. Und dass Rauchen der Entspannung dient, ist auch so ein Irrglaube. Echte Entspannung bringt mindesten ein Sieben-Stunden-Schlaf, ebenso die Zeit, die man sich für sich selbst nimmt, für die Familie, für Freunde und vor allem für die Mahlzeiten. Sie sind letztendlich ein kleines gesellschaftliches Ereignis, das man nicht durch das Futtern nebenbei ersetzen darf. Mit einer guten Zeiteinteilung lässt sich mehr bewältigen als mit Hektik. Stiehlt einem jemand die Arbeit, die man einmal liegen lässt? Nein! Wir müssen doch keinem etwas beweisen. Eine neue Sichtweise auf die Eigenliebe wäre der Gesundheit und dem Gewicht dienlicher. Wenigstens einmal in der Woche sollte man sich richtig entspannen und zwar ohne schlechtes Gewissen. Das sind wir uns schuldig, dem Körper und dem Geist. Spätestens dann merken wir, wie sich gesunder Appetit anfühlt und können die Mahlzeiten mit Genuss einnehmen. Das ist der beste Schutz vor Übergewicht. Um sich langfristig vor Stress zu schützen, kann man sich auch beraten lassen. Fachleute, die sich mit Anti-Stress-Therapien auskennen, können eine große Hilfe sein.

Macht Stress dick? – Welche Rolle spielt Sport?

Ehrlich, eine Ausrede, um lieber auf der Couch zu liegen, findet man immer. Dabei muss es gar nicht viel sein, was man sich an Bewegung antut. Das aber sollte man sich unbedingt wert sein. Weniger ist mehr – nach dieser Devise ist ein kleines, aber regelmäßiges Training locker in den Alltag zu integrieren. Nach einem anstrengenden Arbeitstag bringt es nichts, schnell noch eine Runde zu laufen. Da folgt dem Arbeitsstress der Freizeitstress und bewirkt das Gegenteil. Eine Viertelstunde, die man sich jeden Tag gönnt, sei es ein Spaziergang oder Treppen statt Fahrstuhl, das allein bewirkt schon etwas sehr Positives. Wie lange steht das heimische Fitnessgerät schon in der Ecke? Es wäre eine gute Idee, es in den Tagesablauf zurückzuholen. Wenn 15 Minuten täglich zur lieben Gewohnheit werden, dann ist das eine Gewohnheit, die der Körper dankt. Das Wichtigste dabei ist die Aufwärmphase. In dieser Zeit werden Stresshormone auf natürliche Weise abgebaut. Erst dann kann der Körper ein kurzes intensives Training bewältigen. Beenden sollte man es immer mit einer Auslaufphase, weil dabei die neu entstandenen Stresshormone ebenfalls wieder ganz natürlich abgebaut werden. Das ist kein Hexenwerk, aber eine clevere Art der Betätigung.

Eines sollte man ein für allemal verinnerlichen: Diäten sind fast immer nutzlos, schaden mehr als sie nützen und bringen uns in einen Teufelskreis. Eine intelligente Umstellung von Stress auf Gelassenheit, die mit echten Genussmahlzeiten und ein wenig gezielter Bewegung einhergehen, nützen dem Körper wesentlich mehr.

Top Artikel in Gesundheit