Skip to main content

Reis und Reisersatz

Der Gedanke an cremiges, italienisches Risotto, duftende, spanische Paella und farbintensive, indische Curry-Gerichte lässt Ihnen vielleicht das Wasser im Munde zusammenlaufen oder weckt warme Erinnerungen an den letzten Urlaub oder ein Abendessen in netter Runde? Bei all diesen Speisen, die aufgrund ihrer Zutaten einen hohen Sättigungswert und eine gute Portion Kalorien besitzen, bildet Reis die Rezeptgrundlage. Neben diesen eher kalorienreichen Gerichten erfreut sich Reis zunehmender Beliebtheit bei Diäten, sei es als Beilage oder Hauptnahrungsmittel einer Reis-Diät.

Reis – ein Diätprodukt?

Reis wird in vielen Teilen der Erde als Grundnahrungsmittel gehandelt. Doch was macht ihn zum Diätprodukt in unseren Breiten?
Purer Reis, der ohne Salz, Fett und kalorienreiche Zutaten gekocht wurde, regt die Ausschwemmung von Wasser aus den Zellen des menschlichen Körpers an. Diese sogenannte Entwässerung ist Teil vieler Diäten und unterstützt den Körper dabei, die Ernährung umzustellen und die Pfunde purzeln zu lassen. Wichtig ist allerdings, den Körper nicht gewaltsam zu zwingen, Wasser auszuleiten. Weiterhin sollten Sie auf jeden Fall ausschließen, dass Wassereinlagerungen krankheitsbedingte Ursachen besitzen.

Was steckt im Diät-Paket Reis?

100 Gramm Reis besitzen einen physiologischen Brennwert von circa 1500 kJ. Im Vergleich dazu bringt es eine 100g-Tafel Vollmilchschokolade auf 2200kJ und die gleiche Menge Apfel auf rund 230 kJ. Ganz kalorienarm ist Reis also nicht, dafür enthält er wenig Fett und versorgt uns mit lebenswichtigen Mineralstoffen, wie Magnesium, Phosphor und Eisen, einer Auswahl an Vitaminen, vor allem aus der B-Gruppe, und essentiellen Aminosäuren.

Warum ist Naturreis gesünder als weißer Reis?

Das Reiskorn, die reife Frucht der Reispflanze, besteht aus einem Keimling, einem Mehlkörper und dem Silberhäutchen, das aus der Aleuronschicht, Samenschale und Fruchtwand besteht. Das Reiskorn wird wie andere Getreidesorten von Spelzen umhüllt. Das Silberhäutchen ist für die Ernährung wertvoll, das es hohe Anteile an Mineralien, Vitaminen und Eiweißen enthält. Weiterhin ist es reich an Ballaststoffen. Der Gehalt an Ballaststoffen macht Naturreis oder braunen Reis ebenfalls zum erfolgversprechenden Diätprodukt, da er die Darmtätigkeit ordentlich ankurbelt und für einen zügigen Sättigungseffekt sorgt.

Reis

Reis ©iStockphoto/piotr_malczyk

Bei der Produktion von Naturreis werden nur die zähen Spelzen entfernt, das anhaftende Silberhäutchen bleibt den Körnern erhalten. Um weißen Reis zu gewinnen, wird der Reis poliert. Dabei wird das Silberhäutchen vollständig entfernt und mit ihm wertvolle Inhaltsstoffe sowie verdauungsfördernde Ballaststoffe.

Reis ist nicht gleich Reis

Sie werden feststellen, das die Regalbretter eines gut sortierten (Bio-)Supermarktes heutzutage gut gefüllt sind mit Reissorten verschiedener Farbe und Herkunft. Nutzen Sie diese Vielfalt bei der Aufstellung ihres Diät- und Zubereitungsplans. Sie werden überrascht sein, wie sich die Reisvarianten auch in ihrem Kochverhalten unterscheiden. Im Grunde können Sie auch nichts verkehrt machen, wenn Sie nicht gerade die hundertprozentige Realisierung eines bestimmten Rezepts verfolgen.
Sie haben die Wahl zwischen folgenden Reissorten:

– Arborio-Reis, ein eher rundes Korn, wird in der italienischen Po-Ebene produziert und für Risottogerichte verwendet.
– Der langkörnige Basmati-Reis duftet sehr lecker und wird zu indischen oder pakistanischen Soßen-Gerichten gereicht.
– Bomba-Reis, ein großes, rundes Korn, wird in Spanien angebaut und zu Paella verarbeitet.
– Jasmin-Reis, eine schmalkörnige Variante, wird in Thailand und Vietnam kultiviert und bereichert dort die Reistafel. Er verströmt beim Kochen einen intensiven Duft.
– Roter, eher runder, Naturreis kommt aus der Camargue, von den Philippinen oder aus Bhutan.
– Bei dem grünen Reis aus Vietnam handelt es sich um Reis, der bereits vor der Reife der Frucht geerntet und getrocknet wird.

Falls Sie der Reiskörner überdrüssig werden…
Sollte ihnen der herkömmliche Reis doch einmal zum Hals heraushängen, bieten sich als genussreiche Alternative andere gehaltvolle Körner für Ihren Diät-Speiseplan an. Diese Körner können allesamt wie Reis gekocht und verarbeitet werden. Und das Beste daran ist, dass jedes Korn seine eigene, spezielle Geschmacksnote mitbringt und beim Kochen entfaltet. Mit den hier vorgestellten Alternativen bringen Sie auf jeden Fall Abwechslung in Ihre Diät. Haben sie nur Mut zum Experimentieren!

Dinkel

Dinkel ist eine sehr alte Getreidepflanze und eng mit unserem heutigen Weizen verwandt. Die Körner sind reich an Aminosäuren. Nach neuesten Erkenntnissen wirkt die Zusammensetzung der Aminosäuren bei Dinkel sogar stimmungsaufhellend. Wie Reis enthält Dinkel vor allem Phosphor und verschiedene B-Vitamine. Sein hoher Gehalt an Kieselsäure macht Dinkel gleichzeitig zu einem Schönheits- und Pflegeprodukt für Nägel, Haut und Haar. Bereits Hildegard von Bingen war von Dinkel angetan, sah aber in dem Korn weniger eine Sättigungsbeilage oder Hilfe zum Abnehmen, sondern ein Heil- und Verjüngungsmittel.

Hirse

Hirse gilt als eines der ältesten Getreide. Bezeichnenderweise geht der Name auf einen indogermanischen Begriff für Sättigung zurück. Hirse ist auch ein interessantes Produkt für Allergiker, da sie zu glutenfreien Produkten weiterverarbeitet werden kann. Der bemerkenswerte Gehalt an Inhaltsstoffen wie Fluor, Schwefel, Phosphor, Magnesium, Kalium, Silizium und Eisen macht Hirse wertvoll für unsere tägliche Ernährung und langfristige Gesundheit.

Quinoa

Quinoa wird auch Inkareis genannt, gehört aber –anders als Reis, Hirse und Dinkel- nicht zu den Gräsern, sondern zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Im Jahr der Quinoa (2013), das vom UN Generalsekretär Ban Ki Moon persönlich ausgerufen wurde, erfuhr diese Pflanze als wertvolle Nahrungsgrundlage weltweit besondere Beachtung.
Quinoa hat einen leicht nussigen Geschmack und lässt sich wie Reis verwenden. Quinoa übertrifft andere Getreidesorten hinsichtlich des Gehaltes an Aminosäuren, Magnesium und Eisen.

Amaranth

Amaranth gehört wie Quinoa zu den Fuchsschwanzgewächsen, allerdings sind die Körner viel kleiner. Wenn man einen Blick auf seine Zusammensetzung wirft, so liest sich diese wie eine Sammlung an Superlativen. Interessant im Hinblick auf Diäten ist zunächst, dass Amaranth weniger Kohlenhydrate enthält als herkömmliches Getreide. Weiterhin punktet er mit hohen Gehalten an Magnesium, Calcium und Eisen sowie essentiellen Aminosäuren. Schließlich übertrifft Amaranth andere Getreidesorten mit seinem Gehalt an Lysin, das den Energiestoffwechsel und die Fettverbrennung ankurbelt.

Zählen Sie nun alle Reissorten und Alternativen zusammen, so kommen Sie auf eine Auswahl von zehn schmackhaften und gesunden Varianten, die sie abwechselnd in Ihren Speise- und Diätplan einbauen können.