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Pflanzliche Fette

Fette sind als Naturstoffe neben den Kohlehydraten ein wichtiger Energielieferant für den Menschen. Zusätzlich schützen Fette gegen Kälte und dienen als Schutzschicht für die inneren Organe und Nerven. Das im Körper angesammelte Fettdepot als Energiespeicher resultiert aus der Nahrungsaufnahme von Fett. Außerdem stammt es aus nicht genutzten Energiestoffen wie Zucker oder Eiweiß, die im Körper umgewandelt wurden. Fette werden aus tierischen oder pflanzlichen Produkten gewonnen und zu vielen Zwecken gebraucht.

Pflanzliche Fette

In der Nahrungsmittelzubereitung und zur Konservierung werden vielfach Fette und Öle verwendet. Der Einsatz von Fetten erfolgt im industriellen Bereich beispielsweise bei Kosmetikartikeln. Fette können auch verderben, vor allem durch höhere Temperaturen und dadurch ranzig oder sogar giftig werden. Zum Zweck einer längeren Haltbarkeit empfiehl sich eine kühle, trockene und möglichst luftunzugängliche Lagerung.

Ungesättigte Fettsäuren und gehärtete Fette

Den Wert, den pflanzliche Fette für den körperlichen Organismus haben, bemisst sich in den sogenannten ungesättigten Fettsäuren. Pflanzliche Fette und Öle enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die der Körper für innere Prozesse zwingend benötigt. Die Aufnahme der essenziellen Fettsäuren Linolsäure und Alpha-Linolensäure sind sogar für den Körper lebensnotwendig. Daraus wird die vierfach ungesättigte Archidonsäure gebildet, die für die Entstehung körpereigener Botenstoffe verantwortlich ist. Die Archidonsäure ist auch unverzichtbarer Baustein der Zellmembranen. Ein Mangel an Fettsäuren kann unter anderem zu Schädigungen von Haut und Haaren führen. Reichhaltige Lieferanten für ungesättigte Fettsäuren sind Olivenöl, Distelöl, Rapsöl und Leinöl. Außer den Ölen gibt es noch weitere pflanzliche Fette wie Margarine, Palm- oder Kokosfett. Diese sogenannten gehärteten Fette enthalten nur sehr wenig ungesättigte Fettsäuren. Die Speisefette enthalten kein Wasser und haben einen sehr hohen Schmelzpunkt, weshalb sich eine besondere Eignung zum Braten ergibt.

Sonnenblumenöl

Sonnenblumenöl ©iStockphoto/-lvinst-

Die Bedeutung und die Auswirkungen pflanzlicher Fette bezogen auf die Ernährung

Fette besitzen mit 9,3 Kilokalorien pro Gramm einen sehr hohen Energiegehalt. Daher sollten sie möglichst sparsam aufgenommen werden. Bei pflanzlichen Ölen sollten bevorzugt die kalt gepressten Öle Verwendung finden, da sie einen besonders hohen Anteil an essenziellen ungesättigten Fettsäuren aufweisen. Gehärtete Fette sind möglichst zu vermeiden. Bei der Ernährung sollte beachtet werden, dass viele Nahrungsmittel wie Wurst, Käse, Schokolade, Gebäck, und Knabbereien versteckte tierische und pflanzliche Fette enthalten. Zuviel Fett, besonders tierischer Herkunft, kann einen ungesund hohen Cholesterinspiegel verursachen. Dadurch werden die Blutgefäße eingeengt, im schlimmsten Fall sogar verstopft. Eine zu fetthaltige Ernährung führt auf Dauer auch zu Übergewicht, insbesondere bei mangelnder Bewegung. Fett ist ein wichtiger Geschmacksträger und daher ist die Gefahr groß, mit einer wohlschmeckenden Speise bezogen auf den Fettgehalt etwas zu viel des Guten zu konsumieren.

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Der Körper benötigt allerdings auch wiederum Fett, um Vitamine aus der Nahrung herauszulösen. Zu den sogenannten fettlöslichen Vitaminen zählen beispielsweise die Vitamine A, D und E. Der maßvolle Verzehr von Fett ist also vorteilhaft. Ein Mensch kann etwa 30 Prozent seines täglichen Energiebedarfs allein durch Aufnahme von Fett durch die Ernährung gewährleisten. Das entspricht bei einem durchschnittlichen Körpergewicht einer Fettmenge von ungefähr 60 bis 70 Gramm Fett pro Tag. Acht bis zehn Gramm davon sollten ungesättigte Fettsäuren sein, denn die kann der Körper nicht selbst herstellen. Der regelmäßige Verzehr von Samen und Nüssen ist in Maßen sehr gesund aufgrund des starken Gehalts an ungesättigten Fettsäuren. Dies ist durch wissenschaftliche Studienergebnisse belegt.

Die Fettverdauung

Zur Nutzung der durch die Ernährung aufgenommenen Fette müssen diese durch Enzyme aufgespalten werden. Dieser Verdauungsprozess setzt bereits im Mund ein und findet dann hauptsächlich im Dünndarm statt. Gallensäure aus der Leber in Verbindung mit dem Verdauungssaft aus der Bauchspeicheldrüse sorgen für eine Zerlegung in kleine Tröpfchen. Nach der Aufspaltung in die Grundbausteine Glycerin und Fettsäuren werden die gebildeten kleinen Fettkügelchen von der Schleimhaut des Dünndarms aufgenommen.

Hinweise zur fettarmen Ernährung und Verbesserung der Fettverbrennung

Bewegung durch Sport:

Durch Ausdauersport greift der Körper zunächst überwiegend auf den Kohlehydratspeicher zurück. Erst nach ungefähr 30 Minuten wird zur Energieversorgung maßgeblich der Fettspeicher in Angriff genommen. Eine intensive Fettverbrennung findet also erst nach einer halben Stunde statt. In Abstimmung mit den persönlichen Voraussetzungen sind Laufen, Fahrradfahren, Schwimmen oder Walking wirkungsvolle Ausdauersportarten zur Verbesserung der Fettverbrennung.

Gestaltung der Ernährung:

Stoffwechselanregende Gewürze, reichliche Flüssigkeitsaufnahme und bestimmte Lebensmittel als natürliche Fatburner können bereits wirksam auf den Stoffwechsel und die Fettverbrennung Einfluss nehmen. Zu diesen Lebensmitteln zählen beispielsweise Ananas, Grapefruit, Artischocken, Zitronen, Kaffee oder Seelachs. Außerdem sollten auch die fettarmen Möglichkeiten der Speisenzubereitung genutzt werden. Beim Garen und Grillen wird kein Fett benötigt. Mahlzeiten sollten möglichst frisch zubereitet werden. Beim Einkauf ist vor allem auf den Fett- und Zuckergehalt zu achten. Fast-Food-Produkte lassen dies oft nicht erkennen. Alkohol sollte gemieden werden, weil er im Körper vorrangig abgebaut und die Fettverbrennung dadurch blockiert wird. Das Panieren von Fleisch oder Fisch erhöht deutlich den Fettanteil, da sich der Mantel mit Bratfett vollsaugt. Anstelle der Verwendung von fettreicher Mayonnaise können Salate jeder Art auch anders zubereitet werden. Wichtig ist, nicht nur die Dickmacher wie beispielsweise eine Bratwurst zu meiden, sondern auch fettärmere Alternativen bei der Käse- und Wurstauswahl vorzuziehen.

Fettbinder als Diätmittel:

Fettbinder sollen laut Herstellerangaben ein Abnehmen ohne anstrengenden Sport oder aufwendige Zubereitungen von Mahlzeiten gewährleisten. Die Fettbinder sollen bewirken, dass das durch die Ernährung im Körper aufgenommene Fett unverwertbar wird. Auf dem Markt sind in erster Linie die Fatburner Chitosan und Orlistat erhältlich. Sie sollen dafür Sorge tragen, dass der Körper das in der Nahrung enthaltene Fett unverdaut wieder ausscheidet. Die unverdaulichen Bestandteile von Chitosan bilden im Magen ein Fett bindendes Gel, das die Speicherung in den Fettzellen des Körpers blockiert. Orlistat verhindert die Aufspaltung der Fettmoleküle im Darm und dadurch ebenfalls die Verwertung des Fettes im Körper.

Wenn aber nicht gleichzeitig eine Umstellung der Ernährung auf einen geringeren Fettverzehr erfolgt, sind fettige Durchfälle als Begleiterscheinung die Folge. Unter gesundheitlichen Gesichtspunkten sind solche Eingriffe in den Verdauungsprozess auf Dauer nicht ratsam. Weitere Beeinträchtigungen des körperlichen Wohlgefühls können durch die Einnahme von Fettbindern auch Völlegefühl, Magenkrämpfe oder allergische Reaktionen sein. Bei stark übergewichtigen Menschen kann die temporäre Einnahme von Fatburnern gerechtfertigt sein, um eine schnelle Gewichtsreduzierung zur Abwehr größerer gesundheitlicher Schäden zu erreichen. Vorsicht ist beim Bezug von Fettbindern über das Internet geboten. Durch Verfälschungen von Originalrezepturen werden Produkte angeboten, die aufgrund der nicht kontrollierten Zusammensetzung zu gesundheitlichen Schäden führen könnten.

Bewertung der Stiftung Warentest zu Fatburnern:

Die Erfolgsaussichten von Fatburnern wurden nach einem Test als gering eingestuft. Insbesondere könnten die durch die Herstellerangaben hervorgerufenen Erwartungen nicht erfüllt werden. Außerdem seien die Nebenwirkungen bei einer längeren Einnahme nicht vertretbar. Fatburner würden auch die Wirkung fettlöslicher Medikamente wie beispielsweise der Antibabypille unvertretbar beeinträchtigen. Die Kosten für ein geplantes Abnehmen mit Fatburnern könnten, so die Stiftung Warentest, besser investiert werden: Zum Beispiel für einen Jahresbeitrag in einem Fitnessstudio. Abnehmen funktioniere nur in der Kombination mit ausreichender Bewegung und einer kalorien- und fettarmen Ernährung. Dies würden allerdings auch die getesteten Anbieter in ihrem Beipackzettel nicht unerwähnt lassen. Der wichtige Hinweis stehe aber nur versteckt im Kleingedruckten.

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