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Was ist Insulin?

Insulin ist ein Hormon

Es handelt sich dabei um ein lebenswichtiges Hormon, das aus wertvollen Eiweißbausteinen besteht. Das fettunlösliche Peptidhormon reguliert als Botenstoff körpereigene Vorgänge und wird es aus Betazellen gebildet. Diese sind innerhalb der Bauchspeicheldrüse in den sogenannten langhansschen Inseln angesiedelt. Der Begriff stammt von dem lateinischen Wort Insula.

Die Bildung und Speicherung des Hormons

Die Insulinbildung findet in den Zellen der Pankreas statt. Die Kapazität für eine Ausschüttung ist beachtlich. Erst wenn über 90 Prozent der Inselzellen nicht mehr intakt sind, entstehen Probleme. Die Speicherung des Hormons erfolgt in den Zellen der sekretorischen Granula. Bei Bedarf ist der schnelle Transport in die Blutbahn gewährleistet.

Wirkungsweise und Funktion

Das Hormon wird für die Regulierung der Stoffwechselvorgänge im menschlichen Körper benötigt. Der Stoffwechsel für Fette und Kohlenhydrahte wird also im Rahmen der Ernährung direkt beeinflusst. Von Bedeutung ist auch der Transport von Glucose vom Blut in die Körperzellen. Dort wird der Traubenzucker als Energielieferant benötigt. Der Blutzuckerspiegel würde ansonsten immer weiter ansteigen, da die benötigte Glucose nicht in die Zellen gelangen könnte. Eine Aufgabe ist auch die Speicherung von Zucker, um bei auftretenden hohen Belastungen auch ohne Nahrungsaufnahme Energie für den Körper verfügbar zu machen. Die Insulienausschüttung ist im entscheidenden Umfang für den Blutzuckerspiegel verantwortlich. Die Konzentration von Glukose im Blut wird durch zwei Hormone geregelt. Diese werden abhängig von der Blutzuckerkonzentration ausgeschüttet. Das einzige Hormon, das den Blutzuckerspiegel senken kann, ist das Insulin. Sein Gegenspieler ist das Glucagon, dessen wichtigste Funktion darin besteht, den Blutzuckerspiegel zu erhöhen. Adrenalin und Kortisol können den Blutzuckergehalt ebenfalls erhöhen. Die Insulinproduktion schwankt bedarfsorientiert im Tagesverlauf. Morgens ist der Insulinbedarf des Körpers höher als abends. Ein hoher Insulinspiegel hemmt die Fettspaltung im Fettgewebe und verlangsamt so den Fettabbau. Ist der Insulinspiegel längere Zeit zu niedrig, kann es zum Ausgleich eines Energiedefizits einen Muskelabbau im Körper bewirken. Ds wertvolle Hormon beeinflusst auch den Kaliumhaushalt. Es kann aber auch zu Erkrankungen wie Diabetes führen. Außerdem wird das Gehirn beeinflusst. Eine übermäßige Insulinmenge beschleunigt den Alterungsprozess im Gehirn und erhöht das Alzheimer-Risiko. Menschen mit einer ständig erhöhten Insulinproduktion droht die gravierende Gefahr einer beschleunigten Demenz.

Insulin

Insulin ©iStockphoto/LesScholz

Mögliche Gründe für einen zu hohen oder zu niedrigen Insulinspiegel

Mögliche Ursachen für einen erhöhten Insulinspiegel:

1. Das Vorhandensein eines Tumors
2. Medikamente
3. Eigene Verabreichung
4. Krankheitsbedingte Antikörper
5. Gestörter Insulinabbau beispielsweise durch eine Leberzirrhose
6. Fettleibigkeit
7. Diabetes

Mögliche Gründe für einen zu niedrigen Insulinspiegel:

1. Zerstörung der für die Insulinproduktion verantwortlichen Zellen
2. Einschränkungen durch Überforderung und Schädigung dieser Zellen
3. Zellschädigungen durch Vererbung
4. Hemmung der Insulinausschüttung durch die Hormonproduktion eines Tumors

Die besondere Bedeutung im Zusammenhang mit Diabetes

Der Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der keine oder nur noch eine unzureichende Insulinproduktion seitens der Bauspeichedrüse erfolgt. Dazu zählt auch, wenn das vorhandene Insulinhormon nur unzureichend wirksam werden kann. Dabei können die Zellen nicht genug Glukose aus dem Blut aufnehmen, obwohl das Blut sehr viel Zucker enthält. Der von den Zellen nicht verarbeite Zucker wird ab einer bestimmten Menge mit dem Urin ausgeschieden. Der Zucker, der von den Zellen nicht verarbeitet werden kann, schädigt Nerven und Blutgefäße. Derzeit sind in Deutschland mehr als 7 Millionen Menschen von Diabetes betroffen.

Die unterschiedlichen Diabetes-Typen

Ungefähr 400.000 Menschen in Deutschland sind an Typ-1-Diabetes erkrankt. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte „Autoimmunkrankheit“. Darunter ist zu verstehen, dass das körpereigene Immunsystem, das in erster Linie Krankheitserreger abwehren soll, plötzlich Front gegen die Insulinproduktion der Zellen macht. Innerhalb weniger Tage oder Wochen kommt die Insulinbildung deshalb zum Erliegen. Damit Zuckeransammlungen im Blut als Folge vermieden werden, müssen die Erkrankten täglich mehrmals ganz bestimte Insulindolsierungen spritzen. Ansonsten würden sich gefährliche Erkrankungen einstellen.

Unter Diabetes Typ 2 sind diejenigen Menschen erfasst, deren Zellen nicht mehr genügend auf die notwendige Insulinaufnahme ansprechen. Das bedeutet, dass kaum Zucker aus dem Blut in die Zellen geliefert werden kann. Als Reaktion steigt der Blutzuckerspiegel und die Bauchspeicheldrüse stellt immer größere Insulinmengen zur Verfügung. Reicht die Menge zur Überwindung der Insulinresistenz jedoch nicht aus, entwickelt sich ein Typ-2-Diabetes. Die Hauptauslöser für Typ-2-Diabetes sind Übergewicht, überhöhter Blutdruck und unzureichende Bewegung. Zu den Spätschäden der Zuckerkrankheit gehören:
+Herzinfarkt
+Schlaganfall
+Störungen der Nierenfunktion
+Durchblutungsstörungen der Beine und Füße
+Netzhautveränderungen
+Erektionsstörungen

Diabetes Typ 2 betrifft meist ältere Menschen. Die Bezeichnung Altersdiabetes ist jedoch nicht mehr richtig, da mittlerweile vielfach auch jüngere Personen und sogar Kinder davon betroffen sind.

Diabetes frühzeitig erkennen und Warnsignale ernstnehmen

Grundsätzlich gilt die Empfehlung bezogen auf die Chancen zur frühzeitigen Erkennung, die Blutzuckerwerte ab dem 45. Lebensjahr untersuchen zu lassen. Diese Kontrolle sollte alle drei Jahre wiederholt werden. Einige Warnzeichen, die beachtet werden sollten, deuten auf die Möglichkeit einer Diabetes-Erkrankung hin:
+Sehstörungen
+Juckende Haut
+Starker Durst
+Verstärkter Harndrang
+Müdigkeit, Abgeschlagenheit, erhöhtes Schlafbedürfnis
+Schlecht heilende Wunden
+Wadenkrämpfe
+Pilzinfektion im Genitalbereich

Diagnose-Verfahren bei Diabetes

Ein gebräuchlicher und einfacher Test bei Verdacht auf Diabetes ist die Messung des Blutzuckers in nüchternem Zustand. Dabei wird dem Patienten überwiegend aus der Fingerkuppe etwas Blut entnommen. Bei Bedarf ist zur näheren Bestimmung des Wertes eine erneute Blutzuckermessung am nächsten Tag nötig.

Die verschiedenen Insulinarten zur Behandlung von Diabetes

Zur Behandlung des Diabetes sind verschiedene Insuline mit unterschiedlichen Wirkungsweisen entwickelt worden. In Deutschland stehen ungefähr 100 Insuline zur Auswahl bereit. Für die Behandlung von Diabetes Typ 1 wird zur Gewährleistung einer Insulingrundversorgung eine Spritze mit Langzeitwirkung verwendet. Zu den Hauptmahlzeiten kommt jeweils zusätzlich eine kurzwirksame Insulinspritze zum Einsatz. Für die konventionelle Injektion mit einer Insulinspritze werden bestimmte Einheiten einer international vereinbarten Dosisgröße gebraucht. Diabetiker werden in der Regel mit Humaninsulin behandelt. Dies ist menschliches Insulin aus überwiegend gentechnologischer Herstellung. Der Arzt stellt bei seinem Patienten zunächst die Bedürfnisse fest und gleicht sie mit den Therapiezielen ab. Danach schlägt er die Insulinsorten und die Spritzzeitpunkte vor.

Missbrauch als verbotenes Dopingmittel

Ob Bodybuilder, Läufer oder Radrennfahrer: Nicht nur im Leistungssport wird das Hormon missbräuchlich als Dopingmittel verwendet. Es unterstützt die Wirkung von Anabolika wie Testosteron, indem es den Muskelzuwachs fördert und erhält. Außerdem verhindert es vor allem den Abbau der gewonnenen Muskelmasse wirkungsvoll. Bei Langläufern stärkt das Hormon die Kraft und Ausdauer durch die Glykogeneinlagerung in die Zellen. Dabei sind immense Steigerungen der sportlichen Normalleistung möglich. Die dadurch ausgelösten Gefahren sind genauso extrem. Sollte eine schwere Hypoglykämie überlebt werden, sind Koma oder irreparable Schädigungen des Gehirns durch die Unterversorgung nicht auszuschließen. Die sichere Feststellung von Dopingverstößen ist in der heutigen Zeit kein Problem mehr. Jeder Sportler sollte vor der verbotenen Einnahme des Hormons gründlich darüber nachdenken, ob es das gesundheitliche Risiko rechtfertigt. Für die entdeckten Dopingsünder kommen zu den möglichen Gesundheitsschäden dann auch noch lebenslange Sperren und erhebliche Imageschäden dazu. Von den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren ganz zu schweigen.

Tipps zur Ergänzung einer Diabetes-Behandlung:

+Gewichtsreduzierung
+Ernährungsumstellung, vor allem auf ballastreiche Kost
+Fußpflege mit genauer Beobachtung möglicher Veränderungen
+Bewegung und Sport
+Homöopathische Zusatzbehandlung bei Typ-2-Diabetes
+Rezepte mit Nährwertangaben für Menschen mit Diabetes besorgen
+Eigenes Blutzuckermessgerät zur Selbstkontrolle
+Diabetes Tagesprogramm führen
+Angebotene Informationsveranstaltungen und Schulungsprogramme wahrnehmen
+Disziplin und positive Einstellung


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