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Was ist das Fettgewebe?

Das Fettgewebe ist dafür verantwortlich, dass unsere geliebten Fettpölsterchen wachsen und schrumpfen können. Das aus Fettzellen (Adipozyten) bestehende Gewebe findet sich an vielen Stellen des Körpers. Das Gewebe selbst kann mit keiner noch so strengen Diät oder Sport beseitigt werden. Es wird lediglich geleert, also die eingelagerte Fettmenge reduziert. Damit Ihr die Fettpolster nicht nur hasst, sondern deren Sinn versteht, werden die nachfolgenden Informationen helfen. Und wer sein Fettgewebe versteht, ist auch in der Lage es aktiv zu beeinflussen.

Wo im Körper befindet sich das Fettgewebe?

Fettzellen finden sich überall im Körper. Konzentriert sitzen sie am Bauch, Bauchfell und Po sowie in der Bauchhöhle. Am Bauch werden die Fettzellen im Bindegewebe zu Läppchen zusammengefasst, während sie im übrigen Körper im lockeren Bindegewebe eingebettet sind. Um ihre Funktion zu erfüllen, sind die Fettzellen im Gewebe immer gut mit Blutgefäßen versorgt, die für den Transport der Nährstoffe zu und von den Zellen benötigt werden. Unterschieden wird das Fettgewebe in Depotfett, Baufett und Isolierfett. Den größten Anteil im Körper macht das Isolierfett im Körper aus. Zwischen 60 und 70 Prozent des Körperfetts sitzen als subkutanes Fett in der Unterhaut und schützen den Körper vor Wärmeverlust. Menschen haben also wie Robben eine, wenn natürlich auch eine möglichst nicht so ausgeprägte Speckschicht. Dazu gibt es noch das Baufett, dass wichtige Aufgaben im Körper übernimmt. Es dient an vielen Stellen als druckelastischer Puffer und Lager. Zu finden ist diese Form des Fettgewebes an Gelenken, an der Fußsohle, am Po und in Gelenken. Organe, die das Baufett lagert und schützt, sind das Auge, die Nieren und die Herzkranzgefäße. Baufett ist die letzte Reserve des Körpers und wird nur bei extremer Mangelernährung angegriffen. Eine überaus gelungene Einrichtung von Mutter Natur, sinnvolles Fett vor dem Abbau zu schützen.

Fettgewebe

Fettgewebe ©iStockphoto/PeJo29

Wie viel Fett kann im Gewebe gespeichert werden?

Der Anteil an der Körpermasse von Fett, der in den Adipozyten gespeichert werden kann, ist bei jedem Menschen gleich. Jeder hat es also in der Hand, wie ausgeprägt seine Fettpölsterchen wachsen und schrumpfen. Wie viel und wo Fett eingelagert wird, liegt an der Ernährung und wie viel davon durch Bewegung und Sport verbrannt wird. Der prozentuale Anteil am Körpergewicht kann stark schwanken. Extrem schlanke Menschen und Sportler haben einen Anteil um die 10 Prozent. Menschen mit Normalgewicht um die 20 Prozent. Bei stark übergewichtigen Patienten kann der Wert über 50 Prozent steigen. Dann reden wir aber schon von fettleibigen Menschen, die meist an Adipositas leiden. Das ist inzwischen eine anerkannte Ernährungs- und Stoffwechselerkrankung, die auch entsprechend unter ärztlicher Aufsicht therapiert werden sollte. Die absolute Menge an Fett liegt bei Männern bei etwa 15 kg. Frauen besitzen bei Normalgewicht und je nach Größe bis zu 20 kg. Das liegt daran, dass der weibliche und männliche Körper nun einmal unterschiedlich sind. Die Natur hat sie für unterschiedliche Aufgaben geschaffen und sie entsprechend ausgestattet.

Ist das Fettgewebe an sich ungesund?

Das ist ein ganz klares Nein. Fettzellen erfüllen im Körper wichtige Aufgaben. Sie speichern Energie, die sie in Zeiten von Mangel freigeben können. Sie dienen auch zur Isolierung und zum Schutz des Körpers. Das Problem sind weniger die Fettzellen, als das unsere Ernährung sich so dramatisch umgestellt hat. Früher war der nächste Supermarkt halt nicht an sechs Tagen in der Woche bequem mit mechanischen Fortbewegungsmitteln zu erreichen, sondern die Nahrung wollte eingesammelt oder gejagt werden. Die ständige Überversorgung mit Nahrung lässt die Fettpölsterchen munter wachsen. Dagegen hilft nur die Lebensweise unserer Urahnen zu adaptieren, in dem mehr Bewegung in den Tagesablauf integriert und weniger, dafür gesündere Energie zugeführt wird. So bleibt der Füllstand der Adipozyten im gesunden Rahmen und die Fettpolster schrumpfen auf ein ansehnliches Volumen. Die Fettzellen selbst sind übrigens gar nicht ursächlich für ausufernde Rundungen. Jeder Mensch hat in etwa ähnlich viele davon in seinem Körper. Beim Abnehmen verschwindet nur ein Teil des eingelagerten Fettes aus den Fettzellen, die selbst erhalten bleiben.

Wird im Fettgewebe ausschließlich Fett gespeichert?

Fettzellen sind Energiespeicher, in denen Fette eingelagert werden. Wer jetzt glaubt, es reiche aus, wenig Fett zu essen, sitzt einem der größten Ernährungsirrtümer auf. Verantwortlich für wachsende, ungewollte Pölsterchen ist nicht nur das Fett. Von entscheidender Bedeutung ist auch die zugeführte Menge an Kohlenhydraten. Der Körper baut diese zu Fetten um, um sie für schlechte Zeiten einzulagern. Er ist genetisch so programmiert und diese Programmierung lässt sich auch nicht überlisten. Wenn die Kohlenhydratspeicher (Leber und Muskeln) voll sind, wird alles was gerade nicht benötigt wird, eingelagert. Wer seinem Körper Fett und Kohlenhydrate in großen Mengen zuführt, braucht sich nicht wundern, dass das Fettgewebe rasch gefüllt wird. Das Fett lagert der Körper gleich ein, da ja schnelle Energie in Form der Kohlenhydrate vorhanden ist. Der überschüssige Zucker wandert, zu Fett umgewandelt, noch dazu in die Adipozyten. Vereinfacht gesagt: In den Fettzellen werden das Fett und der überschüssige Zucker aus der Nahrung gelagert.

Wie kann das Fettgewebe geleert werden?

Was bei der Einlagerung gut funktioniert, funktioniert auf dem umgekehrten Weg nicht ganz so gut. Deswegen ist es besonders wichtig, dass die Fettzellen durch die Ernährung nicht gleich wieder gefüllt werden. Dafür braucht es eine Ernährung, die fettreduziert ist und keine großen Mengen an schnell verfügbaren Kohlenhydraten (Zucker in all seinen Formen, besonders Einfachzucker) enthält. Deswegen können beispielsweise reine Obstdiäten auf Dauer auch kaum funktionieren, weil dabei meist so viel Zucker zugeführt wird, dass dieser wieder als Fett eingelagert wird. Die zweite Säule, um das Fettgewebe schrumpfen zu lassen, ist die Bewegung. Unser Körper greift dabei sowohl auf die Kohlenhydrate wie auf das Fett zu. Wichtig ist es, sich regelmäßig und über einen längeren Zeitraum zu bewegen. Je anstrengender die Bewegung ist, desto mehr Energie wird verbrannt. Der Pulsbereich hat zwar einen Effekt, den aber nur gut trainierte Menschen zur Verbesserung des Fettstoffwechsels nutzen können. Wer Bewegung nicht gewöhnt ist, erreicht maximale Ergebnisse durch regelmäßiges und nicht zu anstrengendes Training. Es nützt nichts sich so auszupowern, dass der Körper danach drei Tage braucht, um sich zu erholen.

Wie funktioniert die Fettspeicherung?

Zuerst die gute Nachricht: Die Speicher im Fettgewebe können sowohl gefüllt wie auch geleert werden. Die Fachbegriffe lauten Lipogenese (Fettspeicherung) und Lipolyse (Fettabgabe). Positiv, auf die Lipolyse und damit auf die Bereitstellung von Energie für andere Zellen, wirken sich die Hormone Adrenalin, Glukagon und Somatotropin aus. Gehemmt wird die Fettlösung aus dem Fettgewebe durch Insulin und Prostaglandin. Von besonderer Bedeutung ist das Insulin. Der Insulinspiegel steigt mit der aufgenommen Menge an Kohlenhydraten. Dann verhindert es im großen Umfang die Lipolyse und damit die Fettverbrennung. Wer die Fettspeicherung also positiv beeinflussen will, muss auch auf die zugeführte Art und Menge von Kohlenhydraten achten. Es gilt also bei der Fettspeicherung, eine negative Bilanz zu schaffen. Ein gut gefülltes Fettkonto erwartet Abbuchungen, damit sich das angehäufte Fett in Energie umwandeln kann.

Wer das eigene Fettgewebe leeren möchte, hat also eine ganze Reihe von Ansatzpunkten, um die Fettverbrennung (Lipolyse) in Gang zu bringen und zu halten. Die wichtigsten Säulen sind die Ernährung und die Bewegung. Das Beseitigen von Fettzellen funktioniert nicht ohne operativen Eingriff – ihre Leerung dagegen sehr wohl. Übrigens: Auch eine Fettabsaugung ist kein Freifahrtsschein. Der Körper kann aus Stammzellen neue Fettzellen bilden, wenn er durch die falsche, übermäßige Ernährung dazu wieder veranlasst wird. Aber wer braucht schon eine Operation, wenn es auf der anderen Seite nur gilt, den inneren Schweinehund zu überwinden.


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