Skip to main content

Fett und Diät

Vor nicht all zu langer Zeit empfahlen die Ernährungsexperten den Menschen, nicht so viel Fett zu essen, weil Fett fett macht. Heute gibt es neue Erkenntnisse, die belegen, dass es nicht das Fett ist, was zu Übergewicht führt, sondern Kohlenhydrate an dem Dilemma die Hauptschuld tragen.

Was im Körper passiert

Der Verzehr von Kohlenhydraten regt den Körper an, anschließend Insulin auszuschütten. Insulin ist ein sogenanntes Speicherhormon. Der menschliche Körper benötigt die Kohlenhydrate, um die Energieversorgung aufrecht zu erhalten. Nur so können Gehirn und Muskeln gut arbeiten. Zu viel verzehrte Kohlenhydrate speichert der Körper als Glycogen in begrenzter Menge. Alle zusätzlichen Kohlenhydrate, für die der Körper aktuell keinen Bedarf hat, finden ihren Speicherplatz in den Fettzellen.

Bei einem zu hohen Insulinspiegel, der unweigerlich entsteht, wenn die zugeführten Kohlenhydrate zu hoch sind, setzt der Körper keine Fettsäuren frei. Die Fettverbrennung ist dadurch verhindert. Das führt letzten Endes immer dazu, dass es schwer ist, Gewicht zu verlieren. Der biologische Prozess, der hier im Körper stattfindet, nennt sich Ketose. Es erfolgt dabei eine Umwandlung von vorhandenen Fettsäuren, um den Körper mit Energie zu versorgen. So gelingt es effektiv, den Körper mit der notwendigen Energie zu versorgen, ohne Kohlenhydrate zu verzehren. Das bringt dann den Erfolg beim Abnehmen.

Die anabole Diät

Bei der anabolen Diät ist demzufolge der Fettverzehr ausgesprochen hoch. Wenn der Körper registriert, dass die regelmäßige Fettzufuhr gewährleistet bleibt, gibt er sein Bestreben, möglichst viel Fett zu speichern, auf. Darüber hinaus werden Enzyme aktiviert, die die Fettverbrennung anregen.

Bei der anabolen Diät sollte die Nahrung bis zu 60 Prozent aus Fett, zu maximal 35 Prozent aus Eiweiß und zu höchstens fünf Prozent aus Kohlenhydraten bestehen.

Die anabole Diät besteht aus zwei Phasen. In der ersten Phase, die fünf Tage dauert, sollte der Anteil von Kohlenhydraten an der Ernährung nicht mehr als 30 Gramm betragen. In Phase II muss der Körper wieder vermehrt Kohlenhydrate bekommen. Diese Phase dauert ein bis zwei Tage. Anschließend beginnt die erste Phase erneut. Die kann nun auch sechs Tage dauern. Phase II ist auf einen Tag zu reduzieren. So erfolgt ein regelmäßiger Wechsel zwischen den Phasen, bis der gewünschte Gewichtsverlust eintritt. Phase II enthält bis zu 40 Prozent Fett, maximal 15 Prozent Eiweiß und bis zu 60 Prozent Kohlenhydrate. Der Wechsel zwischen den Phasen regt den Stoffwechsel an, aktiv zu bleiben, was zur erhöhten Fettverbrennung beiträgt. Darüber hinaus bringt die vermehrte Zufuhr von Kohlenhydraten in der zweiten Phase einen Energieschub. Weil auch wieder alles gegessen werden kann, bleibt die Motivation, mit der Diät fortzufahren, erhalten.

Fett und Diät

Fett und Diät ©iStockphoto/AtnoYdur

Was zu beachten ist

Bei der anabolen Diät ist es wichtig, dass mit der täglichen Ernährung ein Defizit bei der Zufuhr von Kalorien erfolgt. Der Körper muss mehr Kalorien verbrauchen, als er über die Nahrung zugeführt bekommt. Nur dann kann ein Gewichtsverlust eintreten. Um ein Kilogramm Körpergewicht zu verlieren, sind 7.000 Kalorien nicht zu verzehren. Weil Fett viele Kalorien liefert, ist in Phase I, die sehr fettlastig ist, die Menge an Nahrung verhältnismäßig klein. Da die Energiedichte der Nahrung aber sehr hoch ist, tritt kein Hungergefühl ein. In der zweiten Phase, die entsprechend kurz ist, muss nicht auf die Kalorien geachtet werden. Die Fettverbrennung funktioniert allein deswegen hervorragend, weil bei Kohlenhydraten weitgehend Verzicht angesagt ist.

Folgende Lebensmittel sind ideal zum Verzehr

Phase I: Eier, Fisch, Fleisch, Wurst, Käse, Nüsse, Butter, Öle, Eiweißpulver, wenig Gemüse

Jedes Lebensmittel sollte nicht mehr als zwei bis drei Gramm Kohlenhydrate auf 100 Gramm enthalten. Dabei ist auf die versteckten Kohlenhydrate, die in Geschmacksverstärkern sind, zu achten. Als Getränke sind alle erlaubt, die keine Kohlenhydrate enthalten. Wird als Mahlzeitenersatz auf einen Eiweiß-Shake zurückgegriffen, ist diese mit Wasser und Öl zuzubereiten.

Nährstoffe ergänzen

Einige, für den Körper wichtige Nährstoffe werden bei einer anabolen Diät nicht verzehrt, weil die Auswahl an Lebensmitteln stark eingeschränkt ist. Um den Körper trotzdem mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, empfehlen sich Multivitaminpräparate als Nahrungsergänzung und Fischölkapseln, um den Fettstoffwechsel zusätzlich positiv zu beeinflussen.

Bewegung ist Pflicht

Sport gehört zu jeder Diät. Er ist der Garant dafür, dass das neue Gewicht problemlos erhalten bleibt. Wer darüber hinaus dafür sorgt, dass die Muskeln wachsen, trägt damit zu einem höheren Energieverbrauch bei. Muskeln in Bewegung verbrauchen mehr Energie. Es muss nicht unbedingt Sport in einem Studio sein. Wer es mag, kann in der freien Natur joggen oder Nordic Walking betreiben. Auch zügiges Spazierengehen ist sinnvoll und ausreichend.

Wer Körperfett reduzieren will, für den ist es nicht wichtig, wie viel Fett während der sportlichen Aktivität verbrannt wird, sondern allein die Tatsache, dass der Fettstoffwechsel besser funktionier zählt. Schlussendlich entscheidet die negative Energiebilanz über den erfolgreichen Gewichtsverlust.

Übergang in die Haltephase und zur normalen Ernährung

Sind die gesteckten Ziele erreicht, ist der Wechsel zur normalen kohlenhydratreicheren Ernährung möglich. Dabei ist die tägliche zu verzehrende Kalorienmenge schrittweise zu erhöhen. Der Körper braucht einige Zeit, um den Stoffwechsel wieder auf Kohlenhydrate umzustellen. Bis zu vier Wochen Zeit ist angebracht, um den gefürchteten Jojo-Effekt zu verhindern.

Fazit

Die anabole Diät ist eine Diät, die mit dem Klischee Fett mach fett aufräumt. Alle, die Probleme haben, Fett normal gut zu verbrennen, weil der Stoffwechsel zu langsam arbeitet, können mit einer fettreichen Ernährung, wie sie die anabole Diät vorgibt, viel erreichen. Low Carb ist das neue Zauberwort, wenn es um erfolgreichen Gewichtsverlust geht.

Die anabole Diät braucht Zeit. Allein die Umstellung des Körpers auf die andere Ernährungsform dauert mindestens vier Wochen. Zu Beginn sind die Tage ohne Kohlenhydrate nur schwer zu ertragen. Wenn das Durchhaltevermögen jedoch überwiegt, übersteht man die Tage und stellt schnell fest, dass es tatsächlich auch ohne Kohlenhydrate geht. Vorteil ist, dass keine Schwankungen beim Blutzucker entstehen und die gewohnte Müdigkeit nach einer Mahlzeit entfällt. Besonders positiv zu erwähnen ist, dass es bei dieser fettreichen Diätform kein demotivierendes Hungergefühl gibt.

Top Artikel in Diät & Gesundheit