Skip to main content

Diät während einer Schwangerschaft?

Schwanger: Für viele Frauen bedeutet dies, dass sie bekanntlich für zwei essen müssen. Diäten sind während dieser besonderen Zeit also ebenso tabu wie Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten. Aber stimmt das wirklich? Darf Frau nicht auf ihre gesunde Linie achten, wenn ein weiteres Leben in ihr heranwächst? Muss sie wirklich doppelt so viel essen wie zuvor? Sollte es zudem bestmöglich deftig sein und sollte die werdende Mutter jedem Drang und Heißhunger nachgeben, weil das Kind es „wünscht“? Oder handelt es sich hierbei um einen Irrglauben, der sich widerrufen lässt? Ja, das tut es. Deshalb sollte Frau während der Schwangerschaft keinesfalls allen Gelüsten und jeder Heißhungerattacke nachgeben.

Fakt ist, dass eine Schwangerschaft kein Freifahrtschein für Maßlosigkeit ist, noch ist diese gesund. Eine schwangere Frau darf also durchaus auf ihre gesunde Linie achten. Sie darf sich gesund und bedacht ernähren und sie darf auch Sport machen, um nicht komplett aus der Form zu geraten. In gesunden Maßen sind Bewegung und eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft sogar nicht nur erlaubt, sondern auch gesund. Das Zauberwort ist hier jedoch gesund – Radikaldiäten oder ein zehrendes Sportprogramm sind in der Schwangerschaft absolut tabu. Denn beides kann dem Ungeborenen und seiner Mutter mehr schaden, als gut tun. Doch was sollte man als Schwangere besonders beachten?

Schwangerschaft – kein Freifahrtschein für Maßlosigkeit und Faulheit

Wie bereits angedeutet sehen viele werdende Mütter die Schwangerschaft als Freifahrtschein an. Endlich dürfen sie das und so viel essen, wie sie wollen. Endlich dürfen sie den ganzen Tag auf dem Sofa herumgammeln und unschöne und anstrengende Arbeiten auf den Partner, die Familie oder Freunde abladen. Zum Teil stimmt das auch, aber eben nur zum Teil. Fast Food en masse ist für das Ungeborene eindeutig nicht gesund, auch wenn sich seine Mutter während der Schwangerschaft noch so danach verzehren mag. Und ein stundenlanges Entspannungsprogramm im Bett oder auf dem Sofa muss auch nicht sein, wenn es hierfür keine gesundheitlichen Gründe und eine entsprechende Empfehlung vom zuständigen Arzt gibt. In der Schwangerschaft ist grundlegend alles erlaubt, was dem Baby nicht schadet und der Mutter gut tut. Was genau das im Detail ist, hängt aber immer auch vom Zustand und Befinden der Mutter ab.

Ein wenig Sport kann also ebenso empfehlenswert sein, wie eine gesunde Ernährung. Jedoch sollte man es während der Schwangerschaft auf keinen Fall übertreiben – weder mit dem Diäten, noch mit dem Sportprogramm. Wie hier das richtige Maß aussehen könnte, lässt sich am besten mit einem professionellen Fitnesstrainer und dem Arzt besprechen. Aber auch dann, wenn das Training und der vorliegende Ernährungsplan von allen Fachseiten abgesegnet wurden, muss und sollte Frau stets auf ihren Körper hören. Denn eine strenge Diät ist während der Schwangerschaft vollkommen fehl am Platz. Jedoch heißt eine Schwangerschaft ebenso wenig, dass man unachtsam jedes dazugewonnene Kilogramm feiert. Trotzdem sollte man sich als Schwangere während dieser besonderen Monate bis zur Geburt des Kindes bewusst werden, dass es hier weniger um eine Diät und eine Gewichtsabnahme geht, als um eine gesunde Ernährung, die Mutter und Kind gesund hält.

Ernährung spielt eine zentrale und wichtige Rolle für Mutter und Kind

Die Ernährung spielt während der gesamten Schwangerschaft eine zentrale Rolle. Allerdings ist das alte und beliebte Sprichwort, dass die angehende Mama nun für zwei essen muss, nach aktuellem medizinischen Wissen Unsinn. Denn: Durchschnittlich benötigt der Körper einer Schwangeren im ersten Drittel der Schwangerschaft nur rund 100, im zweiten etwa 200 und im letzten Dritten nur circa 400 Kalorien mehr als sonst. Das bedeutet, dass eine Schwangere keinesfalls doppelt so viel und somit auch nicht für zwei essen muss. Wer nun also doppelt so viel oder doppelt so unbedacht isst wie vor der Schwangerschaft, tut weder sich noch dem Baby etwas Gutes. Allerdings, so sagen zahlreiche Ärzte, sollten werdende Mütter während der Schwangerschaft doppelt so bedacht und bewusst essen wie zuvor.

Denn oftmals werden viel mehr Vitamine, Nährstoffe und Mineralien benötigt als zuvor – nicht selten tatsächlich doppelt so viele. Diese führt man dem Körper aber meist nicht zu, indem man einfach alles in zweifacher Ausführung in sich hineinstopft. Zudem machen viele Lebensmittel nicht nur dick, egal ob schwanger oder nicht, sondern gefährden unter Umständen auch die Gesundheit des Babys. Das beste und bekannteste Beispiel hierfür ist rohes oder nicht gänzlich durchgebratenes Fleisch. Denn Hackfleisch und Co. können Toxoplasmose-Erreger enthalten, die sich negativ auf die Hirnentwicklung des Kindes auswirken. Jedoch sollten werdende Mütter auch von geräuchertem Schinken, verpackten Salaten, rohen oder unzureichend erhitzten Eiern, Rohmilchprodukten und Koffein die Finger lassen. Sie alle schaden dem ungeborenen Leben, je nach Lebensmittel auf die eine oder andere Art und Weise. Manche Speisen behindern die Entwicklung des Kindes, andere könnten Bakterien enthalten, die schädlich für Mutter oder Baby sind.

Gesunde Speisen hingegen können bereits in einer kleinen Portion mehr als alle die Nährstoffe, Mineralien und Vitamine beinhalten, die die werdende Mutter während der Schwangerschaft braucht. Deshalb ist es in dieser Zeit so ungemein wichtig darauf zu achten was man isst – und nicht einfach nur wie viel.

Diät während einer Schwangerschaft?

Diät während einer Schwangerschaft? ©iStockphoto/leedsn

Keine Diät als solche – Hungerkuren und Radikaldiäten sind tabu

Die werdende Mutter sollte also auf keinen Fall hungern, um den unvermeidlichen zusätzlichen Kilos entgegenzuwirken. Sie darf und sollte aber darauf achten, wie und mit welchen Lebensmitteln sie ihren Hunger stillt. Das Ungeborene und die werdende Mutter müssen stets ausreichend mit Nährstoffen, Vitaminen und weiteren wichtigen Stoffen versorgt sein. Zum Teil lässt sich dies mit Ernährungsergänzungsmitteln sicherstellen, die zahlreiche Ärzte Schwangeren heute empfehlen. Das allein reicht aber oft nicht aus. Auch das heißt aber wiederum nicht, dass Frau einfach nur viel von allem essen muss. Denn eine starke Gewichtszunahme heißt keinesfalls, dass es dem Ungeborenen und dem Körper der Mutter gut geht und das beide mit allem versorgt sind, was sie brauchen. Hier kommt es im Zweifelsfall wieder auf die Nahrungsmittel an, die die Schwangere zu sich nimmt.

Im Gegenzug zur Diät während einer Schwangerschaft kann eine falsche und unausgewogene Ernährung dem Kind und der Mutter sogar schaden. Denn eine zu fettreiche Ernährung sowie zu wenig Bewegung sorgt oftmals nicht nur für eine zu drastische Gewichtszunahme, sondern können auch Komplikationen und Risiken hervorrufen. Viele Frauen, die während der Schwangerschaft durch eine unbedachte Ernährung und zu wenig Bewegung mehr als die durchschnittlichen 10 bis 15 Kilogramm zunehmen, leiden unter einer Schwangerschafts-Diabetes oder unter Bluthochdruck. In den meisten Fällen ist es hier der behandelnde Arzt, der eine Diät – in Form einer bedachteren Ernährung und eines angepassten Bewegungsprogramms – anordnet.

Gesund und glücklich durch die Schwangerschaft

Schwangere dürfen also durchaus und mit gutem Gewissen auf ihre Linie und auf ihre Gesundheit achten. Denn beides kann, richtig und bedacht angegangen, nicht nur dem eigenen Befinden und dem Körper gut tun – auch das ungeborene Kind profitiert davon, wenn es seiner Mutter gut geht. Und das ist oft der Fall, wenn diese auf Obst und Gemüse zurückgreift, anstatt auf Süßigkeiten und fettige Knabbersachen, wenn der Heißhunger kommt. Ballaststoffreiches Obst hilft zudem oft bei Schwangerschaftsbeschwerden wie beispielsweise Hämorriden. Bei Obst und Gemüse sollte man aber stets auf frische und nicht konservierte Varianten zurückgreifen. Abgepacktes Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr zudem gründlich gewaschen werden, um mögliche Bakterien und andere schädliche Stoffe zu beseitigen.

Und auch Speisen wie Spinat, frischer und unbehandelter Feldsalat und viel grünes Blattgemüse sorgen nicht nur für eine geringere Gewichtszunahme, sondern versorgen den Körper der Mutter mit viel wertvoller Folsäure enthalten. Durch diese Speisen isst die werdende Mutter also nicht nur in Hinsicht auf ihre Figur und Fitness bedachter, sondern auch mit Sicht auf die Gesundheit ihres Babys. Denn durch Folsäure lassen sich Fehlgeburten und Entwicklungsschäden am Kind vermindern. Auch hier gilt allerdings, umso frischer das Gemüse, umso reichhaltiger ist dieses. Tiefkühlprodukte sind zwar eine gute Alternative, sollten aber wenn möglich durch frische Waren aus der Gemüsetheke ersetzt werden.

Ebenfalls oft umstritten und bemängelt werden rein vegetarische oder gar vegane Ernährungspläne während der Schwangerschaft. Deshalb sollte man als werdende Mutter nicht aus der Not und aus Angst vor der Gewichtszunahme, auf Fett, Fleisch und fetthaltige Speisen verzichten. Pflanzliche Fette sind zwar eine gute Alternative, bringen aber nicht immer alle wertvollen Inhaltsstoffe mit, die trierische Produkte enthalten. Ein gutes Beispiel hierfür sind Vitamine und Nährstoffe, die tierische Produkte oft nicht nur enthalten, sondern auch im Körper transportieren. Wer komplett auf diese tierischen Fette verzichtet, riskiert verschiedenste Mangelerscheinungen – und die können sich ebenfalls negativ auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes auswirken. Auch hier muss man es aber nicht übertreiben. Ein gänzlicher Verzicht auf tierische Fette und Produkte ist ebenso falsch wie ein Verzicht auf Salate und pflanzliche Fette. Denn auch hier ist es stets die gesunde Mischung, die den kleinen aber feinen Unterschied ausmacht.

Auch Sport tut – in Maßen – in der Schwangerschaft gut

Und natürlich darf und sollte Sport gemacht werden. Denn Bewegung steigert die Fitness und die Ausdauer und wirkt sich oft positiv auf das Wohlbefinden der Mutter und des Kindes aus. Jedoch sollte die Schwangere hier stets auf ihr Bauchgefühl, auf ihren Trainer und auf ihren Arzt hören. Spricht einer oder eines gegen den gewünschten Sport- und Bewegungsplan während der Schwangerschaft, sollte man diesen überdenken und anpassen. Beliebte Sportarten während der Schwangerschaft sind übrigens Schwimmen und entspanntes Spazierengehen oder Walken. Körperlich stark anstrengende und zehrende Sportarten sollte Frau während der Schwangerschaft aber ebenso meiden wie Fast Food, Süßigkeiten und Radikaldiäten.

Aber als kleiner Trost: Die meisten Kilos, die eine werdende Mutter während der Schwangerschaft zunimmt, sind keine tatsächlichen Fettpölsterchen. Dadurch verlieren viele Frauen die zusätzlichen Pfunde nach der Geburt meistens auch wieder recht schnell und unproblematisch – und dafür sorgen nicht immer nur die schlaflosen Nächte und die fehlende Zeit zum Essen, wenn der neue kleine Mensch in der Familie seinen finalen Platz eingenommen hat. Aber auch nach der Geburt sollte sich die frischgebackene Mutter weiterhin bedacht und gesund ernähren. Das gilt vor allem dann, wenn sie das Baby stillen möchte. Sport, insbesondere Rückbildungsgymnastik, kann in der Zeit nach der Geburt hingegen gezielt dafür sorgen, dass Frau schnell wieder ein gutes Körpergefühl – sowie einen straffen und schlanken – Körper zurückerhält. Dieser mag zwar nicht immer genau so aussehen wie vor der Schwangerschaft, aber auch nicht weniger schön.


Top Artikel in Diät & Gesundheit