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Detox – 1 Tag pro Woche entgiften

Der Wunsch nach Gesundheit, am besten in Kombination mit einem individuellen Idealgewicht, ruht in vielen Personen. Allerdings führen die täglichen Schlagzeilen aus den Medien nicht selten zu einer Verwirrung. Regelmäßig versprechen neu entdeckte Wirkstoffe – oder in purer Form als wiederentdeckte Lebensmittel – ein besonders effektives Gesundheitspotential. Als Laie kann man da schnell den Überblick verlieren, welche Nahrungsmittel auch tatsächlich sinnvoll sind. In puncto Detox bzw. gezielte Entgiftung gibt es zahlreiche Produkte – in Form von Pülverchen, Tees oder Smoothies – die momentan boomen. Kritisch betrachtet, sind viele dieser angepriesenen Wundermittel teuer und in ihrer Zusammensetzung nicht immer nachvollziehbar. Teilweise werden Detox-Kuren sogar für einen bestimmten Zeitraum – beispielsweise als Monatskur – angeboten und direkt nach Hause geliefert. Diese Angebote setzen sich typischerweise aus entgiftenden Tees, Smoothies, Säften und Suppen zusammen und sind ideal für Berufstätige. Aufgrund des Preises können sich allerdings nur einzelne Personengruppen so einen kulinarischen Luxus leisten. Allerdings kann man viele Rezepturen auch selbst frisch und wesentlich preiswerter zubereiten.

Bewusstes Entgiften und Entlastung als Einstieg in ein gesundes Essverhalten

Wer sich im Alltag gesund ernährt und einen insgesamt bewussten Lebensstil mit einer vollwertigen Ernährung samt hohem pflanzlichen Anteil, Bewegung, ausreichend Entspannung und Co. führt, kann einen Detox-Tag besonders effektiv nutzen. Gerade die Ernährung nimmt – neben eines Verzichts auf das äußerst toxische Rauchen – einer Sonderstellung in puncto Reduzierung von Schadstoffen bzw. belastenden Bestandteilen aus der Lebensmittelindustrie ein. Wer täglich Nikotin, größere Mengen an Wein und Co., Zucker und industriell stark verarbeitete Nahrungsmittel aufnimmt, wird mit einem Detox-Tag nicht weit kommen. Allerdings kann dies ein sinnvoller Anfang sein, um seine Ernährung und seinen Lebensstil dauerhaft zu überdenken und umzustellen.

Detox aus ernährungswissenschaftlicher Sicht

An dieser Stelle sei bereits erwähnt, dass das Wort „Schlacken“, welches oft in Zusammenhang mit einer Entgiftungskur benutzt wird, aus ernährungswissenschaftlicher Sicht nicht existiert. Ein gesunder Organismus kann über Selbstreinigungs- bzw. Ausscheidungsprozesse über Haut, Nieren und den Darmtrakt unerwünschte Stoffe selbst aus dem Körper leiten, so dass keine „Schlacken“ zurückbleiben. Allerdings kann ein Detox-Tag sinnvoll sein, den gesamten Körper zu entlasten und über eine Zufuhr an – idealerweise flüssigen – Zutaten, die reich an Mikronährstoffen sind, eine Extraportion an Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Mineralstoffen liefern. Dadurch werden basische Substanzen für ein ausgewogenes Säure-Basen-Verhältnis aufgenommen und viele sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine haben eine antioxidative, zellschützende Wirkung. Aufgrund der zahlreichen, gesundheitsfördernden Effekten von Obst, Kräutern und Gemüse sollten diese Lebensmittel allerdings die Grundlage jeden Tages bilden und nicht nur im Rahmen einer Entgiftung aufgenommen werden. Erst dann kann eine dauerhafte Steigerung des Wohlbefindens erreicht werden.

Wann reicht ein wöchentlicher Tag zum Entgiften nicht aus?

Natürlich wird ein Entgiftungs-Tag pro Woche nicht ausreichend sein, wenn die anderen Tage ungesund gelebt wird. In diesem Zusammenhang sind Rauchen, Fertiggerichte, geräucherte Produkte sowie Produkte aus der Massentierhaltung wie Fleisch, Eier oder Milchprodukte zu nennen. Auch größere Mengen an Zucker bzw. Süßigkeiten, Kaffee, schwarzem oder grünen Tee sowie alkoholische Getränke können für den Körper belastend sein. Daher ist es für eine Reinigung des Körpers an unerwünschten Stoffen wie Toxinen grundlegend, zunächst auf eine gesunde Ernährung zu setzen, die wenig Schadstoffe enthält. In diesem Zusammenhang sollte der Fokus auf pflanzlichen Lebensmitteln – am besten in frischer Form in Bioqualität – liegen. Neben purem, saisonalen Obst und Gemüse eignen sich auch tiefgefrorene Beeren und Gemüse, allerdings ohne Zusätze wie Sahne, Geschmacksverstärker und Co. Wer nicht auf Fleisch, Eier und Milchprodukte verzichten möchte, sollte den Verzehr zugunsten von pflanzlichen Lebensmitteln reduzieren und diese unbedingt aus ökologischer Herstellung kaufen.

Welche Lebensmittel sind nicht zum Entgiften geeignet?

Wie bereits erwähnt stehen im Fokus einer gesunden Ernährung pflanzliche, ökologisch produzierte Lebensmittel. Entsprechend orientieren sich daran auch die Zutaten für eine Detox-Kur bzw. einen Entgiftungs-Tag. Kaffee, schwarzer Tee, alkoholische Getränke, Süßigkeiten und frittierte Lebensmittel gehören nicht auf den Speiseplan während eines reinigenden Entlastungstags. Zusätzlich sollten während eines Detox-Tages auf Salz – sprich zusätzlich zugeführtes Natrium-Chlorid – verzichtet werden. Während Zucker in purer Form und als Schokoriegel und Gummibären leicht als solcher zu entlarven ist, gelten auch Zuckermoleküle in Form von Stärke als Süßigkeit und sind nicht zum Entgiften geeignet. Denn beim Abbau von stärkereichen Lebensmitteln wie Nudeln, Brot oder weißem Reis entsteht im Stoffwechsel letztendlich Zucker.

Detox Diät

Detox Diät ©iStockphoto/alexskopje

Los geht’ s: so startet ein Detox-Tag erfolgreich

Um neben der gewünschten Entgiftung auch den Verdauungstrakt zu entlasten, ist es sinnvoll, auf flüssige Speisen zu setzten. Zusätzlich wird dadurch der Transport bzw. die Ausscheidung von unerwünschten Substanzen und Stoffwechselprodukten gefördert. Als Grundlage eignet sich kohlensäurefreies, nährstoffreiches sowie natriumarmes Mineralwasser, welches über den ganzen Tag verteilt getrunken wird. In puncto Menge sind ca. 1,5 bis 2 Liter ideal bzw. ausreichend, da ja noch weitere flüssige Speisen aufgenommen werden. In diesem Sinne sind solche Sorten ideal, die viel Calcium und Magnesium liefern. Für den anregenden Kick am Morgen trotz des Verzichts auf Kaffee oder schwarzen Tee, eignet sich frisch aufgebrühter Ingwer. Dafür ein Stück Knolle schälen und reiben (für eine intensive Schärfe) oder in feine Scheiben schneiden, mit heißem Wasser übergießen und 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dieses Ingwerwasser wärmt von innen, kann bei morgendlicher Übelkeit helfen und kann bei einem niedrigen Blutdruck sanft Abhilfe schaffen. Da grüner Tee zwar anregend wirkt, aber zahlreiche positive Inhaltsstoffe wie Chlorophyll liefert und ein beruhigendes Potential besitzt, ist er ebenfalls zum Entgiften sinnvoll. Am besten einen japanischen Matcha in Bioqualität mit einem Teebesen aufschäumen und bewusst genießen.

Für eine Extraportion Vitamine und Co. am Morgen

Als flüssiges, nährstoffreiches Frühstück ist ein frisch gepresster Saft oder ein Smoothie ideal. Im Winter können dafür auch tiefgekühle Beeren verwendet werden. Insbesondere Himbeeren und Blaubeeren besitzen einen hohen Anteil zellschützender Inhaltsstoffe. Für einen Beeren-Smoothie eine Handvoll leicht angetauter Beeren (im Sommer alternativ frische) zusammen mit 200 Millilitern frisch gepresstem Orangensaft pürieren und sofort – in kleinen Schlücken – trinken. Darüber hinaus eignet sich alternativ auch Direktsaft aus dem Kühlregal – beispielsweise in der Sorte „Blutorange“. Dieser eisenreiche, köstliche Smoothie kann nach Belieben mit frischen Kräutern wie Minze oder Zitronenmelisse aromatisiert werden. Zur verbesserten Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen sowie zur Anreicherung mit Omega-3-Fettsäuren können Smoothies zusätzlich – vor dem Pürieren – mit Leinsamen, gemahlenen Nüssen oder Mandeln, Weizenkleie oder Chiasamen angereichert werden.

Zwischenmahlzeiten bzw. flüssige Snacks

Über den Tag verteilt eignet sich – wie bereits oben beschrieben – natriumarmes, stilles Mineralwasser. Zusätzlich ist eine Flüssigkeitszufuhr über Kräutertees, nach Belieben aromatisiert mit etwas Zitronen- oder Orangensaft oder spezielle Detox-Mischungen bzw. basische Tees sinnvoll. Das Mineralwasser kann ebenfalls, zum Beispiel mit frischer Minze geschmacklich verfeinert werden. Wer Appetit verspürt, kann sich zusätzlich vormittags und nachmittags einen fruchtigen Smoothie aus Obstsaft und frischen oder TK-Beeren sowie frischen Kräutern zubereiten. Auf Wunsch können Smoothies zusätzlich mit etwas Vanillemark oder Zimt aromatisiert und – für eine besondere Cremigkeit – mit einem Stück Banane angereichert werden. Droht ein Nachmittagstief, eignet sich ein frisch aufgebrühter Matcha oder heißes Ingwerwasser.

Detox-Mittag und Abendessen: Entgiften von Körper und Seele

Mittags und abends kann zwischen einer wärmenden Suppe oder einem Gemüse-Smoothie gewählt werden. Für einen herzhaften Smoothie Gemüsesorten wie Staudensellerie, Babyspinat, Rote Beete und Co. zusammen mit frischen Kräutern wie Petersilie oder Salat wie Rucola oder Feldsalat pürieren. Für die nötige flüssige Basis eignen sich wasserreiche Gurken oder gekühlter Direktsaft aus Tomaten. Etwas Apfel, Birne oder Banane kann darüber hinaus für ein harmonisches Geschmacksverhältnis zwischen herzhaft und lieblich sorgen. Damit auch die fettlöslichen Vitamine vom Körper aufgenommen werden können und für eine Extraportion ungesättigter Fettsäuren, ein paar Tropen hochwertiges, unraffiniertes Pflanzenöl, zum Beispiel Walnuss- oder Olivenöl sowie Leinsamen, Mandeln und Co. hinzufügen. Wer sich eine warme Hauptspeise wünscht, kann zunächst etwas Zwiebel und Knoblauch (oder auch Ingwer) in einem Teelöffel Oliven- oder Rapsöl glasig dünsten und gewürfeltes Gemüse wie Möhren, Sellerie, Brokkoli, Kohlrabi und Co. kurz mit anschwitzen. Anschließend mit Wasser auffüllen, so lange köcheln lassen, bis das Gemüse noch bissfest ist und – zur Entlastung des Verdauungssystems – fein pürieren. Vor dem Pürieren nach Belieben noch frische Kräuter zugeben und vor dem Servieren sparsam salzen oder pur genießen. Alternativ zu der Gemüsesuppe kann die warme Mahlzeit auch auf Basis von frischen Tomaten und Sellerie, verfeinert mit etwas Kardamom als Tomatensuppe zubereitet werden. Und ganz wichtig: sich ausreichend Zeit zum Essen nehmen und die Mahlzeit bewusst genießen.

Unterstützende Maßnahmen im Rahmen einer Detox-Kur

Um die Entgiftung sinnvoll zu unterstützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wer die Möglichkeit hat, in die Sauna zu gehen, sollte diese entspannende und Haut reinigende Wellness-Anwendung nutzen. Während der Saunagänge den Körper mit eiskalten Güssen erfrischen und – wenn möglich – sich an der frischen Luft bewegen. Um den Entspannungseffekt zu steigern, zwischen den Saunagängen Ruhephasen einlegen. In puncto Entgiftung können aber auch basische Zusätze für ein entspannendes Bad verwendet werden, um einen Detox-Tag in den eigenen vier Wänden zu unterstützen. Auch Massagen, ein moderates Bewegungsprogramm sowie Spaziergänge an der frischen Luft sind ideale Ergänzungen im Rahmen eines Detox-Tages.