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Abnehmen per OP

Für viele Menschen ist das Abnehmen keine leichte Sache. Viele Übergewichtige versuchen über alle möglichen Diäten und Tricks, das Gewicht dauerhaft zu reduzieren. Aber es klappt meistens nicht. Oft ist es sogar so, dass nach jedem Diät-Versuch der Jojo-Effekt einsetzt und man am Ende noch mehr wiegt als zuvor. Ab einem BMI von 30 spricht man von Fettsucht. Diese kann bereits ab 15-20 Kilogramm Übergewicht gegeben sein. Immer öfter liest man in der Presse von Menschen, die unglaubliche Mengen an Essen vertilgen. Manche davon sind nach Jahren der Esssucht mit einem so schwergewichtigen Körper gesegnet sind, dass man sie mit einem Kran aus der Wohnung hieven muss. In solchen Fällen hilft keine konventionelle Diät mehr. Hier werden ärztlicherseits verschiedene Operationen erwogen, um die betroffenen Personen möglichst viel Gewicht abnehmen zu lassen. Ohne diese Maßnahme wären die gesundheitlichen Folgen des Übergewichts lebensverkürzend. Zur Wahl stehen

– der Magenballon
– das Magenband
– der Magenbypass
– die operative Magenverkleinerung
– und die operative Fettabsaugung

Der Magenballon

Der Magenballon ist nur ein temporäres Mittel, um einen stark übergewichtigen Patienten zum Abnehmen zu bringen. Ein aufgepumpter Ballon im Magen sorgt dafür, dass weniger Nahrung aufgenommen werden kann. In der Zeit, in der der Magenballon sich im Magen befindet, wird der Patient auf ein verändertes Essverhalten trainiert. Im Grunde ist dieses Training der wesentliche Teil der ganzen Aktion. Doch weil der Gewichtsverlust mit dem Magenballon relativ einfach zu bewerkstelligen ist, wird der Magenballon zunehmend zu einem beliebten Mittel, um modebewusste Frauen oder gut bezahlte Fotomodels schlank zu halten. Das ist allerdings nicht der Zweck, zu dem der Magenballon erfunden wurde. Er sollte lediglich eine vorübergehende Unterstützung dabei bilden, zukünftig mit kleineren Nahrungsportionen auskommen zu lernen. Der im Krankenhaus eingesetzte und anschließend aufgepumpte Ballon füllt einen beträchtlichen Teil des Magens aus. Er verhindert folglich eine übermäßige Nahrungsaufnahme. Positiv an dieser Maßnahme ist, dass eigentlich gar keine Operation nötig ist. Unter Betäubung wird bei dem Patienten ein Ballon durch die Speiseröhre in den Magen geschoben. Die ganze Aktion dauert etwa 20 Minuten. Eingesetzt wird diese Maßnahme entweder als Vorstufe zu einer Magen-Operation bei extrem schwergewichtigen Patienten oder bei Patienten, die dauerhaft mehr als 15 Kilogramm Übergewicht haben. Die Tatsache, dass keine „echte“ Operation nötig ist, um schlanker zu werden, hat den Magenballon aber auch unter schönheitsbewussten Frauen zum Schlankheitstipp Nummer eins gemacht. Man sucht dafür häufig Kliniken im Ausland auf. Diese locken Patienten mit Discountpreisen. Die Risiken dieses Eingriffs sind überschaubar. Der Magenballon kann schlimmstenfalls platzen und wird in diesem Fall auf natürlichem Wege abgeführt. Der Magenballon bleibt längstenfalls ein bis zwei Jahre, oft sogar nur ein halbes Jahr im Körper. Oft genug wird anschließend das alte Essverhalten wieder aufgenommen. Der berüchtigte Jojo-Effekt kann daher auch hier eintreten. Daher ist die Erfolgsquote in Bezug auf den dauerhaften Gewichtsverlust langfristig nicht so gut.

Abnehmen per OP

Abnehmen per OP ©iStockphoto/EduardHarkonen

Das Magenband

Bei der Magenband-OP wird der obere Teil des Magens mit einem Silikonband künstlich enger gemacht. Das Band ist weich. Es teilt den Magen in eine obere und eine untere Hälfte. Für den übergewichtigen Patienten fühlt es sich so an, als sei der Magen schneller voll. Tatsächlich tritt das Völlegefühl eher ein, weil der obere Teil des Magens mittels spezieller Sensoren ans Gehirn meldet, wenn im oberen Magenteil kein Platz mehr für Nahrung ist. Die Nahrung aus dem oberen Magenteil wird nun langsam in den unteren Magenteil transportiert. Da das Magenband gelegentlich hohl ist, kann es über einen Port in der Haut mit Flüssigkeit befüllt werden, um auf das Tempo dieses Vorgangs Einfluss zu nehmen. Das Einsetzen und Entfernen des Magenbandes wird häufig minimalinvasiv und unter Vollnarkose vorgenommen, erfordert aber eine Operation. Darüber hinaus ist ein längerer Klinikaufenthalt nötig und man darf mehrere Wochen keine schweren Dinge heben. Eingesetzt wird diese Methode der Gewichtsreduktion bei stark übergewichtigen Menschen, die einen BMI von über 35 oder 40 haben. Es gibt allerdings zahlreiche Kontraindikationen, bei denen diese Methode der Gewichtsreduktion nicht genutzt werden darf. Dazu gehören unter anderem chronische Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa, Magengeschwüre, akute entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen, Herzprobleme, Speiseröhrengeschwüre, Silikonunverträglichkeit, erhöhtes Blutungsrisiko im gastrointestinalen Trakt und Ähnliches. Nach erfolgten Operationen kann es außerdem zu Komplikationen kommen. Bekannt sind beispielsweise

– ein Verrutschen des Magenbandes
– Infektionen oder Fistelbildungen
– die Wanderung des Magenbandes ins Mageninnere
– Blutungen oder operativ bedingte Verletzungen
– der Verschluss des Magens
– oder eine Silikonallergie samt aller Folgen.

Eine sorgfältige Nutzen-Risikoabwägung ist hier also erforderlich. Die Magenbänder mit Port sind mit Kochsalzlösung gefüllt. Sie können vom Patienten selbst befüllt werden und haben nur dann eine Wirkung. Hier sind Entzündungen nach dem Einsetzen des Ports möglich. Außerdem gibt es mittlerweile ferngesteuerte Magenbänder. Bei allen Magenbändern muss beachtet werden, dass man zukünftig tunlichst nur zerkleinerte Nahrungsteile verzehrt. Außerdem muss man wissen, dass geschluckte Tabletten im abgeschnürten oberen Magenteil hängen bleiben können. Aus diesem Grund ist die Einnahme von Aspirin, das auch ohne Magenband Magenblutungen auslösen kann, verboten. Notwendig ist auch eine starke Essdisziplin, weil es sonst zu Erbrechen kommt. Nach der Entfernung des Magenbandes bleibt man meistens nicht dauerhaft schlank.

Der Magenbypass

Bei dieser Operation entfernt ein Chirurg einen Magenteil. Die Menge an Nahrung, die der Patient anschließend aufnehmen kann, wird dadurch reduziert. Bypass wird die Operation genannt, weil man nach dem Entfernen des Magenteils eine neue operative Verbindung zum Dünndarm herstellen muss. Teile des Dünndarms werden danach nicht mehr genutzt. Das hat Folgen für die Nährstoffaufnahme. Der Mageninhalt entleert sich nämlich jetzt direkt in den Darm. Insbesondere bei stark zuckerhaltiger Nahrung nimmt der Darm viel Wasser auf und befüllt sich schnell. Der Patient spürt dies, weil er Bauchschmerzen und Schweißausbrüche erfährt. Interessant ist diese Operation für stark übergewichtige Patienten mit Zuckersucht. In diesen Fällen wäre ein Magenband wenig sinnvoll, weil alle Fett bildenden Kalorien über Süßes aufgenommen werden, nicht aber über große Mengen an Essen. Sonstige Risiken bietet diese Operation nicht. Sie ist aber nicht reversibel. Die gesundheitlichen Folgen der Adipositas gehen langsam zurück und man nimmt dauerhaft ab. Ein Jojo-Effekt tritt nicht ein, weil das OP-Ergebnis dauerhaft erhalten bleibt.

Die operative Magenverkleinerung

Der sogenannte Schlauchmagen beschreibt eine operative Magenverkleinerung. Hier entfernt ein Chirurg große Teile des Magens. Auch diese OP ist nicht reversibel und muss daher gut überlegt werden. Nachdem der Restmagen zu einem dünnen Schlauch zusammengenäht wurde, kann der Übergewichtige nur noch wenig essen. Der operativ verkleinerte Magen kann das Hungerhormon Ghrelin nicht mehr in der bisherigen Menge herstellen. Die kleinere Aufnahmekapazität des Restmagens leistet ein Übriges. Diese Operationsmethode wird nur bei stark übergewichtigen Patienten angewendet. Ein BMI von 40 sollte vorliegen. Außerdem muss der Patient wegen der Kontraindikationen und OP-Risiken ungeeignet für ein Magenband sein. Die operative Magenverkleinerung ist ein gravierender Eingriff, der lebenslang ein verändertes Essverhalten erfordert. Die aufgenommene Nahrung muss gut gekaut werden, um die Nährstoffaufnahme zu optimieren und gewisse Verdauungsvorgänge zu erleichtern. Außerdem müssen bestimmte Lebensmittel und Getränke gemieden werden. Der Abnahmeerfolg ist sicher, ein Jojo-Effekt tritt hier nicht ein.

Die operative Fettabsaugung

Diese Operation zählt zu den Schönheitsoperationen und soll daher nur am Rande erwähnt werden. Die operative Fettabsaugung ist aber bei Adipositaspatienten als Nachfolgeoperation nach den oben beschriebenen Maßnahmen nicht unüblich. Entfernt werden überschüssige Hautlappen, die durch das massive Abnehmen entstanden sind. In diesem Fall ist diese Operation nicht vorrangig einem weiteren Gewichtsverlust zuzuordnen. Sie ist vielmehr einer optischen Nachkorrektur gleichzusetzen, die die augenfälligen Adipositasfolgen verringert. Die ausgeleierte Haut, die einst mit Fettmassen gefüllt war, muss entfernt werden. Bei dieser Gelegenheit können gelegentlich auch verbliebene Fettpolster mit abgesaugt werden. Wie wir wissen, wird die operative Fettabsaugung aber auch als reine Schönheitsoperation angeboten. Wer mit seiner Figur unzufrieden ist, lässt sich das Fett aus den beanstandeten Partien entfernen. Bei unverändertem Ess- und Bewegungsverhalten und mit zunehmendem Alter ist das frühere Gewicht bald wieder auf der Hüfte.

Fazit

Es ist durchaus möglich, durch eine Operation abzunehmen. Im Bereich der Schönheitsoperationen verbleiben Narben. Man muss hohe Operationsrisiken in Kauf nehmen und die Kasse zahlt die OP nicht. Anders ist es bei schwer adipositasbetroffenen Menschen. Hier zahlt die Kasse meist einen operativen Eingriff, wenn die Gesundheit des übergewichtigen Patienten anders nicht verbessert oder wieder hergestellt werden kann. Insbesondere bei relativ jungen Patienten sind operative Maßnahmen sinnvoll. Die Frage ist jedoch, welche Maßnahmen am erfolgversprechendsten und aufgrund der Folgeerscheinungen der Adipositas auch medizinisch vertretbar sind. Im Übrigen ist bei allen Patienten eine psychologische Betreuung sinnvoll, da die Ursachen für das falsche Essverhalten und das Übergewicht ermittelt und beseitigt werden müssen. Nur dann sind dauerhafte Effekte zu erwarten.

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