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Abnehmen mit Asthma

Wer ein Kind hat, das an Asthma erkrankt ist oder wer gar selbst unter dieser chronischen Atemwegserkrankung leidet, kennt die quälenden Momente eines akuten Asthmaanfalls, bei dem der Betroffene meint, ersticken zu müssen. Diese Krankheit hat viele Ursachen, und sie ist durch verschiedene Maßnahmen durchaus in den Griff zu bekommen. Neben medikamentöser Behandlung und gezielten Maßnahmen bei einem akuten Anfall ist die Lebensweise eines Asthmakranken entscheidend. Hier spielen neben einem allergiearmen Umfeld vor allem die gesunde Ernährungsweise und die körperliche Betätigung eine entscheidende Rolle. Hierzu gehört, dass übergewichtige Asthmatiker ihr Körpergewicht unbedingt reduzieren sollten. Abnehmen mit Asthma ist trotz einiger Schwierigkeiten sehr gut möglich.

Was ist Asthma?

Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung der Bronchien, die das Leben der Betroffenen sehr einschränken kann. Charakteristisch sind die krampfartigen Hustenanfälle, die mit beunruhigenden Atemgeräuschen, den sogenannten „Giemen“, verbunden sind. Dieses Zischen und Pfeifen während der Hustenattacken klingt bedrohlich und deutet auf die Verkrampfung der Atemwege hin. Der Patient leidet, besonders während der Anfälle, unter extremer Atemnot und einem Engegefühl in der Brust. Das Ausatmen fällt besonders schwer. Die quälenden Hustenanfälle treten häufig nachts auf und sind oftmals mit schleimigem Auswurf verbunden. Die Erstickungsgefahr ist während eines Asthmaanfalls groß. Lebenswichtig sind daher der Notfall-Spray, den der Asthmatiker jederzeit bei sich tragen sollte und das Peak-Flow-Meter, das die Ausatmungsfunktion der Lunge überprüft. Eine gezielte Medikation, sofort eingesetzt, sorgt für eine unverzügliche Entkrampfung der Bronchien und die Erweiterung der Atemwege.

Jedoch nicht jeder Asthmaanfall äußert sich so dramatisch. Diese Krankheit wird in vier Schweregrade eingeteilt. Diese richten sich nach der Einschränkung der Lungenfunktion und dem Auftreten der Beschwerden.

• Schweregrad 1: Die leichten Asthmaanfälle treten nur gelegentlich auf, nachts nicht öfter als zweimal pro Monat.
• Schweregrad 2: Die Anfälle verlaufen auch hier relativ leicht, treten jedoch innerhalb einer Woche häufiger auf. Unter nächtlichen Asthmaattacken leidet der Patient etwa zweimal pro Monat.
• Schweregrad 3: Es handelt sich hier um mittelschwere und anhaltende Beschwerden, die täglich auftreten. Die nächtlichen Anfälle rauben mindestens einmal wöchentlich den Schlaf. Das Inhalieren eines schnell wirkenden Medikaments ist täglich notwendig. Der Notfallspray sollte ständig mitgeführt werden.
• Schweregrad 4: Die schweren Atembeschwerden belasten nun erheblich und schränken den Tagesablauf ein, die quälenden nächtlichen Anfälle treten häufiger auf.

Asthma

Asthma ©iStockphoto/STEFANOLUNARDI

Was sind die Ursachen beim Asthma bronchiale?

Asthmatiker sind gleichzeitig Allergiker. Stimmt diese Aussage? Erkranken Menschen, die gegen bestimmte Stoffe allergisch sind, leichter an Asthma? Das stimmt in den überwiegenden Fällen, denn 70 bis 80 Prozent der Allergiker sind von quälenden Hustenattacken mit extremer Atemnot betroffen. Denken wir nur an die bedauernswerten Menschen, die sich bei Pollenflug kaum ins Freie trauen oder an diejenigen, die wegen ihrer Hausstauballergie penibel darauf achten müssen, dass die Wohnung weitgehend staubfrei bleibt. Diese Erkrankten leiden unter allergischem oder extrinsischem Asthma. Es gibt jedoch auch Formen, die nicht durch Allergene hervorgerufen werden, sondern die andere Ursachen haben. Kalte Luft oder durch Rauch verunreinigte Räume können asthmatische Anfälle auslösen. Ebenso können starke körperliche Belastung und Stress eine Rolle spielen. Raucher sind besonders gefährdet, und Kinder rauchender Eltern leiden häufiger an Erkrankungen der Atemwege, so auch an Asthma. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt allerdings auch das Übergewicht bei Asthmatikern. So werden wir uns in den folgenden Abschnitten mit dem Thema „Abnehmen mit Asthma“ beschäftigen.

Welche Rolle spielt das Übergewicht bei Asthmatikern?

Ein zu hohes Körpergewicht ist nicht nur der Auslöser für Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen, es kann auch Asthma begünstigen. So haben Übergewichtige mit einem hohen Body Mass Index ein bis zu 50 Prozent höheres Risiko, von dieser Atemwegserkrankung betroffen zu sein als Normalgewichtige. Da ein hohes Körpergewicht zu erhöhter Atemnot führt – denken wir nur an das mühsame Treppensteigen – so ist nachvollziehbar, dass die Lungenfunktion bei Asthmatikern mit Übergewicht zusätzlich eingeschränkt ist. So sollte neben therapeutischen Atemübungen, medikamentöser Behandlung die Gewichtsreduktion eine besondere Rolle spielen.

Abnehmen bei Asthma – schwierig aber nicht unmöglich

Erfolgreich und dauerhaft abzunehmen ist selten spielend leicht. Umso schwerer ist es für Asthmatiker, ihr Übergewicht abzubauen. Was sind die Gründe? Wer unter Asthma leidet, ist auf die regelmäßige Einnahme kortisonhaltiger Medikamente angewiesen, die die Entzündung der Atemwege hemmen und die Bronchien erweitern. Kortison regelmäßig über längere Zeit eingenommen beziehungsweise inhaliert, führt jedoch zur Gewichtszunahme. Warum das? Das Hormon Leptin, das aus den Fettzellen freigesetzt wird, sorgt normalerweise dafür, dass das Hungergefühl in Grenzen gesetzt wird. Da Kortikoide die Produktion des Hormons Leptin jedoch hemmt, kann auch der Appetit nur schwer gedrosselt werden. Es ist also nicht einfach, als Asthmatiker abzunehmen. Ein weiteres Hindernis für kontinuierliches Abnehmen könnte die Einschränkung der körperlichen Betätigung sein. Wer unter Asthma leidet, darf sich wegen seiner eingeschränkten Lungenfunktion körperlich nicht überanstrengen. Intensiver Leistungsport ist daher kontraproduktiv. Dennoch gibt es für Asthmatiker Mittel und Wege, dauerhaft abzunehmen.

Tipps zum Abnehmen mit Asthma

Wann nimmt der Mensch ab? Er verliert dann an Körpergewicht, wenn er mehr Kalorien verbraucht, als er zu sich nimmt. Notwendig ist bei Asthma eine wirksame Diät und regelmäßiger Sport. Trotz der ständigen Medikation mit kortisonhaltigen Substanzen, die das Hungergefühl nicht gerade abschwächen, ist eine ausgewogene Reduktionsdiät durchaus möglich. Ein Gewichtsverlust von 500 bis 1.000 Gramm pro Woche sollte dabei ins Auge gefasst werden. Um das Hungergefühl, das durch die Hemmung des Hormons Leptin auftritt, bekämpfen zu können, ist es ratsam, statt drei Hauptmahlzeiten fünf kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Verzehrt werden sollten fettarme, zuckerarme und kalorienreduzierte Nahrungsmittel. Eine gesunde Vollkost mit allen wichtigen Nahrungsbestandteilen ist besser als eine einseitige Diät. Folgende Lebensmittel sollte ein Asthmatiker bevorzugen:

• viel frisches Obst und Gemüse,
• Vollkornprodukte wie Vollkornbrot und Vollkornnudeln,
• mageres Fleisch,
• Fisch,
• fettarme Milchprodukte.

Das sollte gemieden werden:
• Fastfood,
• fettes Fleisch,
• Weißbrot,
• fettreiche Soßen,
• Kuchen,
• Süßigkeiten.

Das gelegentliche „Sündigen“ ist keine Katastrophe. Auch übergewichtige Asthmatiker möchten schließlich auch mal ein leckeres Tortenstück genießen dürfen. Und was wäre ein Sommer ohne Speiseeis.

Die Mahlzeiten sollten salzarm zubereitet werden. Frische Kräuter geben den Gerichten die notwendige Würze. Alkohol sollte nur in Maßen getrunken werden. Und das Rauchen ist natürlich tabu. Die tägliche Gewichtskontrolle sollte zur Routine gehören. Wer in einer Woche mindestens 500 Gramm abgenommen hat, kann zufrieden sein.

Was ist der richtige Sport für Asthmatiker?

Neben einer gesunden, kalorienarmen Ernährung gehört zum Reduktionsprogramm die körperliche Betätigung. Der Asthmatiker hat viele Möglichkeiten, sich ausreichend zu bewegen. Regelmäßiger Ausdauersport ist besonders gut geeignet, Kalorien zu verbrennen und dennoch die Lungenfunktion nicht zu sehr zu belasten. Von starken und plötzlichen Belastungen wie beim Kraftsport ist abzuraten.

Folgende Sportarten eignen sich besonders gut bei Asthma:
• Schwimmen,
• Joggen,
Nordic Walking,
• Wandern,
• Rad fahren,
• Tanzen.

Allerdings ist es ratsam, die sportliche Betätigung im Freien von Pollenallergikern zu vermeiden. Es gibt schließlich auch pollenarme Zeiten. Winterwanderungen und Sport in kalter Luft sowie ein Bad in zu kaltem Wasser sollten bei Asthma unterbleiben. Wer sich im Hochgebirge aufhält, sollte in einer Höhe von mehr als 2.000 Metern seine sportliche Aktivität einschränken.

Fazit:

Der normale Alltag ist für Menschen, die an Asthma erkrankt sind, wegen ihrer Atembeschwerden mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Erst recht gilt das für übergewichtige Asthmatiker. Moderates Abnehmen mit einem Konzept, das auf ausgewogener und gesunder Ernährung beruht und bei ausreichender Bewegung durch Ausdauersport zusätzlich zum Abbau des Übergewichts beiträgt, kann die Lungenfunktion wesentlich verbessern und somit auch Asthmatikern den Alltag erträglicher werden lassen.


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