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Was ist Rohkost?

Der hohe Stellenwert einer gesunden Ernährungsweise für unser körperliches, seelisches und geistiges Wohlbefinden sorgt sowohl in Expertenkreisen als auch unter Laien für anhaltende Diskussionen. Neuen Aufschwung erhalten diese noch durch den allgemeinen Wellness-Trend, welcher sich unter anderem durch eine grundsätzliche Umstellung auf einen natürlicheren Lebensstil äußert. Dass in dieser Debatte das Thema Rohkost nicht fehlen darf, erklärt sich schon fast von selber. Was es damit genau auf sich hat, welche Vorzüge und Risiken mit dieser ganz speziellen Form der Ernährung verbunden sind und wie man diese einfach und unkompliziert zu einem festen Bestandteil des eigenen Lebens macht, soll im Zentrum der folgenden Absätze stehen.

Wissenswertes rund um das Thema Rohkost

Was Rohkost nun eigentlich genau ist, darüber scheiden sich die Geister. Dies trifft selbst auf leidenschaftliche VertreterInnen dieser Ernährungslehre zu. Allgemeiner Konsens herrscht lediglich in dem Punkt, dass es sich hierbei um nicht hitzebehandelte Nahrungsmittel handelt. Im Volksmund wird der Begriff in der Regel mit der veganen Form dieser Diät gleichgesetzt, welche unter anderem rohes Obst, Gemüse, Kräuter, Nüsse, Samen sowie pflanzliche Öle umfasst. Die vegetarische Variante hingegen verspricht durch den Einsatz von aus Rohmilch hergestelltem Käse, anderen Milchprodukten und Eiern etwas mehr Abwechslung auf dem Speiseplan. Denkbar ist zudem eine nicht-vegetarische Kost aus naturbelassenen Nahrungsmitteln, welche um tierische Erzeugnisse, darunter beispielsweise Schinken, Tatar, Matjes, Lachs und Thunfisch angereichert wird.
Der Grundgedanke, welcher sich hinter dieser Form der Ernährungsweise verbirgt, beruht auf dem Wunsch nach einer möglichst natürlichen und nährstoffreichen Kost. Dass jegliche Art der Nahrungsmittelverarbeitung zu einem Verlust an wertvollen Inhaltsstoffen, darunter Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe führt, dürfte inzwischen bekannt sein. Besonders destruktiv erweist sich in diesem Zusammenhang die Hitzebehandlung, welche abgesehen von einer Reduzierung der in der Nahrung enthaltenen gesunden Vitalstoffe auch zu der Entstehung höchst unwillkommener Reaktionsprodukte führt. Diese haben mit ihrer ursprünglichen Form nur wenig gemeinsam und können im schlimmsten Fall ausgesprochen schädlich für den menschlichen Organismus sein.

Rohkost

Rohkost ©iStockphoto/Rebell

Wirft man einen Blick auf die Entwicklung des Menschen, so werden wissenschaftliche Ergebnisse, die einen Großteil der sogenannten Zivilisationskrankheiten unter anderem auf ein ungesundes Essverhalten zurückführen, wenig überraschen. Denn dass sich der Mensch im Zeitalter von Fast Food, Konserven- und Fertignahrung immer mehr von seinem natürlichen Ursprung entfernt, wird schnell ersichtlich. Ernährt man sich jedoch ausschließlich oder vornehmlich von behandelten Lebensmitteln, welche jeglicher Nährstoffe beraubt sind, so kommt es langfristig zu Mangelerscheinungen, welche wiederum schwerwiegende gesundheitliche Schäden nach sich ziehen können.

Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass Nahrungsmittel in rohem Zustand oftmals als ideale Alternative angesehen werden. Schließlich signalisiert allein das optische Erscheinungsbild, dass es sich hier um naturbelassene Produkte handelt. Dass es jedoch auch hier gravierende Qualitätsunterschiede gibt, beweisen zahlreiche Testreihen. Denn möchte man wirklich in den Genuss einer gehaltvollen Frucht kommen, so muss man schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Schließlich kann man sich in einem Zeitalter, in dem Medienberichte über genmanipuliertes und mit Giftstoffen behandeltes Obst und Gemüse an der Tagesordnung sind, nur sicher sein, ein gesundes Naturprodukt in den Händen zu halten, wenn man entweder auf das Prinzip der Selbstversorgung zurückgreift und einen eigenen Garten anlegt oder aber ausschließlich Erzeugnisse aus kontrolliert biologischem Anbau erwirbt.

Potentielle Vor- und Nachteile im Diskurs

Hat man sich von der hochwertigen Qualität der jeweiligen Naturprodukte überzeugt, so liegen die Vorteile von roher Kost klar auf der Hand. Angesichts des ursprünglichen Zustands der jeweiligen Zutaten gehören eventuelle Sorgen um versteckte Kalorien oder schädigende Zusatzstoffe nunmehr der Vergangenheit an. Denn im Gegensatz zu den unzähligen Chemikalien, welche in der Regel in Fertigprodukten enthalten sind, erweisen sich die Rezepte und Erzeugnisse aus der Rubrik Rohkost als ausgesprochen transparent. Abgesehen davon kann die Umstellung auf eine derartige Ernährungsweise immense zeitliche Einsparungen mit sich bringen. Gerade, wenn man eine gewisse Leidenschaft für die Kochkunst entwickelt hat und so einen Großteil seiner Freizeit mit der Kreation neuer Gerichte verbringt, kann der ausschließliche Verzehr von roher Kost größere Freiräume schaffen. Schließlich führt allein der mangelnde Bedarf einer Wärmebehandlung zu einem geringeren Aufwand bei der Zubereitung. Ein weiterer positiver Aspekt ist der bereits angedeutete weitgehende Erhalt lebenswichtiger Vitamine und Mineralstoffe.

Potentielle Nachteile und Risiken ergeben sich ebenfalls aus den vorab erwähnten allgemeinen Tendenzen in der Nahrungsmittelproduktion. Trotz einer zunehmenden Rückbesinnung auf eine natürliche Lebensweise und einem damit verbundenen rasant steigenden Bedarf an sogenannten Bio-Produkten erliegen viele VerbraucherInnen immer noch dem Trugschluss, dass Obst und Gemüse sozusagen von ‚Natur aus‘ gesund sind. Übersehen wird dabei, dass viele Sorten aus anderen Ländern stammen und folglich allein aufgrund der langen Transportwege einen Großteil der enthaltenen Nährstoffe einbüßen. Abgesehen davon ist ein Gros der sogenannten Naturkost keinesfalls wie aus werbetechnischen Gründen oftmals proklamiert an der Sonne gereift, sondern wird in Laboren oder Gewächshäusern unter dem Einsatz von Pestiziden herangezüchtet.

Wer hier also nicht die notwendige Zeit investiert, um der tatsächlichen Herkunft seiner angeblichen Naturprodukte auf den Grund zu gehen, wird im schlimmsten Fall einen Obstsalat kreieren, welcher nicht nur auf geschmacklicher Ebene wenig zu bieten hat, sondern auch noch mit krankheitserregenden Chemikalien durchsetzt ist.

Ein weiteres Risiko einer Umstellung auf exklusiv rohe Kost, ist die von vielen Experten befürchtete Unterversorgung mit lebenswichtigen Vitalstoffen, welche vor allem zum Tragen kommt, wenn man sich für die vegane Form dieser Ernährungsvariante entscheidet.

Rohkost für den Hausgebrauch – Anregungen und Tipps

Dass rohe Kost keinesfalls langweilig sein muss, beweisen die zahlreichen schmackhaften Rezepte aus dem Hause überzeugter VertreterInnen dieser Ernährungslehre. Da jedoch jeder Mensch andere Bedürfnisse und Ansprüche hat, lässt sich nur schwer eine Sammlung aus allgemeingültigen Tipps zusammenstellen. So bleibt es Interessierten größtenteils selbst überlassen, sich auf die abenteuerliche Reise in eine neue Ernährungslandschaft zu begeben und mit den verschiedensten Rezepten zu experimentieren.

Um den Effekt auf die eigene Gesundheit und eventuelle Mangelerscheinungen rechtzeitig festzustellen, empfiehlt sich grundsätzlich das Anlegen eines persönlichen Ernährungs-Handbuches. Auf diese Weise lassen sich schnell sowohl individuelle Vorlieben als auch eventuelle Unverträglichkeiten erkennen und die notwendigen Maßnahmen ergreifen. Um einer Unterversorgung an Eisen und anderen wichtigen Vitalstoffen vorzubeugen, sollten vor allem besonders gefährdete Gruppen wie Schwangere und Frauen während der Menstruation für eine zusätzliche Zufuhr dieser lebenswichtigen Substanzen sorgen.

Da zahlreiche Studien belegen, dass es bei vielen Rohköstlern langfristig zu Beschwerden wie Untergewicht sowie allgemeinen Mangelerscheinungen kommt, empfiehlt sich grundsätzlich eine Mischform aus verschiedenen Ernährungsweisen. Eine interessante Alternative bieten beispielsweise schonend gegarte Speisen, welche sich durch einen hohen Nährwertgehalt und ihre vergleichsweise gute Verträglichkeit hervortun.

Abgesehen davon sollte man eine Änderung seiner Ernährungsgewohnheiten nur nach gründlicher Recherche vornehmen, welche nicht zuletzt den täglichen Bedarf an essentiellen Nährstoffen umfasst. Sodann ist zu prüfen, welche Lebensmittel in ihrer ursprünglichen Form einen entsprechenden Gehalt aufweisen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass es hier je nach Person zu gravierenden Unterschieden kommen kann. Wer beispielsweise bereits unter einem geschwächten Immunsystem oder anderen Beschwerden leidet, ist auf eine erhöhte Versorgung mit Vitalstoffen angewiesen. Auch SportlerInnen sollten sich bereits im Vorfeld über ihre ganz individuellen Bedürfnisse im Klaren sein, um langfristig erhebliche gesundheitliche Risiken und einen allgemeinen Leistungsabfall zu vermeiden. Schließlich kommt es bei intensiver körperlicher Betätigung zu einem rasanten Verbrauch an Nährstoffen. Abgesehen davon erweisen sich Fett und Eiweiß nicht nur beim Aufbau der Muskulatur als unentbehrlich.

Beachtet man diese Aspekte, so können einige Elemente der Rohkost nicht nur eine gesunde Alternative zu wertlosen Fertigprodukten darstellen, sondern auch eine bereits ausgewogene Ernährungsweise auf optimale Weise ergänzen. Von einer einseitigen Diät sollte man jedoch in jedem Fall Abstand nehmen, um die hier angedeuteten Mangelerscheinungen zu verhindern.


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