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Nebenbei abnehmen mit der Nebenbei-Diät

Diäten sind meistens langwierig. Sie kosten viel Zeit, vor allem aber viel Energie und Selbstdisziplin. Das ist ein Grund dafür, weshalb viele Menschen, die abnehmen möchten, sagen, dass sie mit einer Diät lieber im Urlaub bzw. in den Ferien beginnen, denn mitten im Alltagsstress. Der kostet bekanntlich schon genug Kraft und eine zusätzliche Belastung in Form einer kräftezehrenden Diät würde dem ganzen Dilemma nur noch in die Karten spielen. Doch was wäre, gäbe es eine Diät, von der man gar nicht merkt, dass es eine Diät ist? Was wäre, wenn man einfach so nebenbei abnehmen könnte, ohne sich dabei unmenschlich abzurackern, an kalorien- und zuckerbefreite Abnehmpläne zu halten und dreimal wöchentlich ins Fitnessstudio laufen zu müssen? Was wäre, gäbe es eine Nebenbei-Diät?

Die Nebenbei-Diät

Die meisten Diäten, die in Frauenzeitschriften und im Internet angepriesen werden, beruhen auf dem Prinzip, schnell abzunehmen, egal wie. Das Resultat ist der unliebsame Jojo-Effekt, denn nach dem Erreichen des Wunschgewichts verschwinden die kleinen Versuchungen in Form von Kuchen und Schokolade ja nicht einfach und ehe man sich umsehen kann, sind die Pfunde wieder da, wo sie noch vor einiger Zeit waren: Auf den Hüften. Die Nebenbei-Diät verspricht, diesen traurigen Effekt zu vermeiden, nachdem man ganz nebenbei abgenommen hat. Doch wie soll das funktionieren? Wie soll man ohne Vorschriften abnehmen? Stiftung Warentest, die sich als Urheber der Nebenbei-Diät versteht, erklärt, wie.

So funktioniert die Nebenbei-Diät

Man stelle sich einmal eine junge Frau vor: 1.80 m groß und mit 95 kg vermutlich gemeinhin als vollschlank bezeichnet. Diese junge Frau isst nicht viel. Sie isst zwar den ganzen Tag über immer mal wieder etwas, es handelt sich dabei jedoch immer nur im kleine Portionen. Ihre einzige Sünde ist das Getränk Cola. Jeden Tag leert sie eine 1 Liter Flasche davon und übersteigt damit ihren täglichen Bedarf an Zucker bei weitem. Aufgrund der kleinen Portionen Essen, erreicht sie jedoch nicht die Gesamtzahl der Kalorien, die sie sich pro Tag erlauben darf. Was würde wohl passieren, würde sie die tägliche Flasche Cola weglassen und z. B. durch eine Flasche Apfelschorle ersetzen oder noch besser: Durch Wasser? Richtig, sie würde Gewicht verlieren. Auf diesem Prinzip baut die Nebenbei-Diät auf. Sie integriert nur kleine, aber clevere Umstellungen im täglichen Ernährungsplan, verbietet jedoch nichts und vermeidet so auf eine intelligente Weise den Jojo-Effekt.

Diät

Diät ©iStockphoto/demaerre

Wie die Nebenbei-Diät Diät-Irrtümer aufdeckt

Reis ist besser als Nudeln und dunkle Nudeln sind besser als helle? Wer das glaubt, sitzt einem Irrtum auf, den die Nebenbei-Diät glücklicherweise aufklärt. Tatsächlich kann der Körper Reis wie etwa Vollkornreis nicht optimal verwerten, weshalb wichtige Nährstoffe abhandenkommen. Die gesunde Alternative ist die Kartoffel. Sie bringt nur halb so viele Kalorien mit und das bei viermal so vielen Ballaststoffen und nahezu kein Fett. Auch nimmt Reis in der Ernährung keine gesündere Position ein als Nudeln, ganz im Gegenteil. Reis sorgt zwar dafür, dass die Pfunde laut Waage purzeln, allerdings verliert der Körper durch Reis nur Wasser und das lagert sich bereits mit der nächsten Mahlzeit wieder ein. Im Vergleich dazu und zu dunklen Nudeln bringen helle Nudeln fünfmal mehr Ballaststoffe und die doppelte Menge Eiweiß.

Wie diese Beispiele bereits anschaulich gezeigt haben, sitzen Menschen regelmäßig Diät-Irrtümern auf. Dank der Nebenbei-Diät führt daran jedoch jetzt ein Weg vorbei. Im Folgenden soll aufgezeigt werden, welche Lebensmittel zukünftig in den Ernährungsplan Einzug halten sollten und welche Nahrungsmittel sie damit ersetzen. Es braucht nicht viel Umstellung und schon gar keinen Verzicht auf bestimmte Inhaltsstoffe wie Zucker oder etwa den kompletten Verzicht auf Kohlenhydrate, um abzunehmen. Eine kleine Umstellung kann bereits ganz nebenbei wahre Wunder bewirken.

Milch oder Milch?

Milch ist nicht gleich Milch, das zeigen zumindest die Kalorienwerte. Wer zum Frühstück oder zwischendurch gerne mal ein Glas Milch trinkt, führt dem Körper zwar viel Kalzium und ein wenig Eiweiß hinzu, stärkt also seine Knochen und schafft Energie für den Tag, erliegt jedoch auch der Problematik der Kalorien. Geht der Griff das nächste Mal ins Kühlregal, empfiehlt sich eine kleine Richtungsänderung gen Buttermilch. Buttermilch enthält nahezu genauso viel Kalzium und Milchzucker, hat jedoch bedeutend weniger Kalorien. Ein Becher, der in der Regel einen halben Liter enthält, deckt zudem den Tagesbedarf an Kalzium schon um bis zu 75 Prozent.

Hauptsache süß

Es gibt einen schokoladig-nussigen Brotaufstrich, den die Deutschen am liebsten mögen und der damit auch am häufigsten gekauft wird. Bereits ein 400g-Glas enthält jedoch 145g Fett. Wer auf ein süßes Frühstück trotzdem nicht verzichten möchte, greift lieber zu Marmelade und anderen Fruchtaufstrichen, wobei Fruchtaufstriche (auf 100g gerechnet) mehr als 100 Kalorien weniger haben als Konfitüre. Fruchtaufstriche und Marmeladen enthalten jedoch viel Zucker und ein nicht unerheblicher Teil davon ist Industriezucker. Wer deshalb nach einem Maßstab sucht, an welchem Fruchtaufstrich er oder sie sich am besten orientiert, kommt um einen Blick auf das Etikett nicht umhin. Richtlinie ist: Enthält der Aufstrich mehr als 60 Prozent Frucht, ist er ideal für die Nebenbei-Diät geeignet. Meistens ist das nur bei Bio-Produkten der Fall.

Honig ist gesund, …

… aber auch sehr gut darin, die Fettablagerung zu fördern. 75 Prozent seiner einzelnen Bestandteile heißen Fructose und Glukose. Bei den anderen 25 Prozent handelt es sich um Wasser. Dabei verwenden viele Menschen Honig noch nicht einmal als Brotaufstrich, sondern als Süßungsmittel für z. B. Tee. Wer am Tag mehr als drei Tassen Tee mit jeweils einem Teelöffel Honig trinkt, setzt schon gerne einmal schnell an und bemerkt es nicht einmal. Kein Wunder, bei dem positiven Image des Honigs. Wer abnehmen möchte, setzt Honig jedoch besser auf die Warteliste. Viel besser geeignet sind Apfel- und Birnenkraut oder aber Pflaumenmus. Alle drei enthalten 10 Prozent weniger Kalorien. Außerdem wird durch ihre zahlreichen Ballaststoffe der Anstieg des Blutzuckers verzögert. Das wiederum vermeidet Heißhungerattacken nach Zucker-Crashs und vermindert eine plötzliche Müdigkeit und Unkonzentriertheit des Körpers und Geistes.

Die Legende vom gesunden Vollkornbrot

Ja, Vollkornbrot ist gesund und hält über einen längeren Zeitraum satt und ja, Vollkornbrot ist auch gesünder als Weißbrot. Allerdings werden Produzenten von Broten in Deutschland viele Rechte eingeräumt, die an Käufertäuschung grenzen. Grund dafür ist, dass nur ein Vollkornbrot, das vom Bäcker explizit als Vollkornbrot ausgewiesen ist, auch tatsächlich ein Vollkornbrot ist. Dunkle Brote, die nicht als solche deklariert sind, enthalten oftmals jede Menge Weizenanteile und sind lediglich dunkel gefärbt, um den Kunden einen gesünderen Eindruck zu suggerieren. Vor dem Kauf eines Produkts im Supermarkt gilt es also erst einmal einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen und sich dann für die wirklich gesündere Variante zu entscheiden. Im Übrigen: Der Grund, weshalb Vollkornbrot besser für eine Diät geeignet ist als Weißbrot, liegt darin, dass Weißbrot die Einlagerung von Bauchfett fördert, was Vollkornbrot nicht tut. Dafür haben Menschen, die von Weißbrot auf Vollkornbrot umsteigen, in den ersten zwei bis drei Wochen häufig Begleiterscheinungen wie Blähgefühle. Diese legen sich jedoch, ernährt man sich weiterhin konsequent u. a. mit Vollkornbrot.

Darf es etwas Käse sein?

Ja, aber bitte nur Weichkäse. Hartkäse hat nicht nur wesentlich mehr Salz, das im Körper Wasser bindet, er hat auch bis zu ein Drittel mehr Kalorien als Weichkäse. Camembert, Gorgonzola und Brie sind demnach die besseren Alternativen, denn sie bestehen zu mehr als 60 Prozent aus Wasser. Unerheblich ist der Unterschied zwischen Hart- und Weichkäse nur dann, wenn er ohnehin auf der Pizza landet.

Müsli ist doch gesund, … oder?

Jein. Viele sogenannte „Knuspermüslis“ sind versetzt mit Schokolade und jeder Menge Zucker. Ihrem Kaloriengehalt zu urteilen, könnte eine Schüssel Müsli auch eine Schüssel Schokoladenkekse ersetzen und die wären mindestens genauso „gesund“ wie das angepriesene Müsli. So wie Milch nicht gleich Milch ist, ist Müsli auch nicht gleich Müsli. Wer auf dieses jedoch nicht verzichten müsste, kann auf Naturmüsli setzen und es mit frischen Früchten selbst mischen. Zusammen mit fettarmer Milch statt der mit 3,5 Prozent Fettanteil ist das ideale Frühstück gezaubert.

Dressing zum Mittagssalat oder doch lieber nicht?

Salat kann, richtig zubereitet, sehr lecker sein. Viele Menschen verzichten bei Diäten jedoch auf das Dressing, da dieses angeblich dick macht. Nicht ganz zu Unrecht, denn wer schon einmal ein Dressing selbstgemacht und es dann eine Stunde hat stehen lassen, wird festgestellt haben, dass sich Essig und Öl schnell an der Oberfläche ablagern. In anderen Worten: Wer Flaschendressings verwendet, hat die Menge an Essig und Öl nicht mehr unter Kontrolle, die im Salat landen. Wer hingegen auf Dressings aus kleinen Tüten setzt, kann um einiges entspannter sein. Damit wäre auch die Frage geklärt, warum so viele Supermärkte die kleinen Tütchen überhaupt anbieten.

Und zum Kaffee erst mal ein Croissant!

Oder auch nicht: Croissants sind so ziemlich die fettigsten Gebäckstücke, die ein Bäcker oder eine Bäckerin nur verkaufen kann. Ein einziges, durchschnittlich großes Croissant hat mehr als 500 Kalorien. Zum Vergleich: Ein Cheeseburger einer bekannten Fast-Food-Kette hat 320 Kalorien. Wenn es zur Kaffeezeit also schon ein Gebäck sein muss, ist der Griff zu z. B. Rosinen- oder Milchbrötchen der Gelungenere, denn sie enthalten gerade einmal die Hälfte und damit zirka 250 Kalorien.

Zum Abendbrot: Fleisch, Fleisch, Fleisch! – Oder doch lieber Tofu?

Tofu scheint für viele Menschen die gesündere und fettarme Alternative zu Fleisch zu sein. Auch hier deckt die Nebenbei-Diät jedoch einen Irrtum auf. So ist Tofu zwar gesund, kann einem mageren Stück Fleisch vom Rind jedoch nicht das Wasser reichen. Mit 4g Fett und 22g Eiweiß steht ein Rindersteak auf der Liste eindeutig oben, denn im Vergleich dazu kann die gleiche Menge Tofu mit 8g Fett und 15g Eiweiß nicht mithalten.

Und als Beilage? Pommes oder Klöße?

Pommes gelten als die ungesündesten Beilagen, die man sich nur vorstellen kann, insbesondere dann, wenn sie frittiert werden. Eine Ausnahme können natürlich selbstgemachte und im Ofen zubereitete Pommes sein, also welche, die kein Öl von Nahem gesehen haben. Haben sie jedoch ein Öl-Bad genommen, stellen Klöße, Schupfnudeln und Gnocchi die eindeutig bessere Variante dar.

Was für Zwischendurch

Als geschäftige Person ist man häufig unterwegs, kommt nicht immer dazu sich selbst etwas zu kochen und landet zu guter Letzt dann doch an der Imbissbude. Schlimm ist das nicht, solange es nicht jedes Mal die Currywurst ist, die am Ende auf dem Kassenbon steht, insbesondere dann, wenn sie auch noch mit besagten Pommes serviert wird. Allein eine Currywurst, eine Portion Pommes und etwas Currysoße reichen aus, um blitzschnell 1000 Kalorien zu sich zu nehmen. Bei vielen ist damit der halbe Tagesbedarf an Kalorien bereits gedeckt. Eine geeignete Alternative sind, wenn es schon die Imbissbude sein muss, Schaschlik-Spieße. Sie bestehen zumeist aus Rinder- oder Schweinefleisch, Paprika, Zwiebeln und scharfen Gewürzen, die zusätzlich den Stoffwechsel ankurbeln. Und ganz nebenbei haben sie auch 200 Kalorien weniger als die Wurst mit Pommes.

Fazit

Um abzunehmen, muss man keine Wunder vollbringen. Die Nebenbei-Diät ist mit all den genannten Aspekten die Diät schlechthin für alle, die sich an keinen strengen Ernährungsplan halten möchten, die nicht gerne Kalorien zählen und die auch nicht unbedingt die Zeit für Sport haben. Es handelt sich eben im wahrsten Sinne des Wortes um eine Nebenbei-Diät, die tatsächlich jeder durchhalten kann – und das ganz ohne Jojo-Effekt.