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Lebensmittelunverträglichkeit

Lebensmittelunverträglichkeit ist ein Phänomen, von dem viele Menschen in Industrieländern betroffen sind. Sie vertragen bestimmte Nahrungsmittel nicht, weil diese gesundheitliche Probleme verursachen. Lebensmittelunverträglichkeit ist nicht einfach das Ergebnis falscher Ernährung, sondern hängt mit einer unnormalen Reaktion des Körpers auf gewisse Nahrungsmittel zusammen. Das bedeutet natürlich auch: Selbst Menschen, die auf ihre Ernährung achten und auf eine gesunde Kost Wert legen, können von einer Lebensmittelunverträglichkeit betroffen sein.

Wer Käse, Nüsse oder Obst nicht verträgt, denkt dabei natürlich nicht sofort an eine Lebensmittelunverträglichkeit. Es kann auch am falschen Zeitpunkt oder der Menge gelegen haben. Oftmals meidet man von sich aus jene Lebensmittel, die besonderes Unwohlsein verursachen. Damit kann man das Problem aber nicht lösen, denn eine Lebensmittelunverträglichkeit lässt sich nur dann wirkungsvoll behandeln, wenn man die verantwortlichen Faktoren kennt.

Lebensmittelunverträglichkeit tritt in vielen Formen auf. Laktose-Intoleranz und Fructose-Intoleranz gehören ebenso dazu wie Histamin-Intoleranz und Gluten-Intoleranz. In Europa sind Schätzungen zufolge 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung von Laktose-Intoleranz betroffen und ungefähr 30 Prozent von Fructose-Intoleranz. Während Lebensmittelallergien in der Öffentlichkeit relativ bekannt sind, fristen die Lebensmittelunverträglichkeiten immer noch ein Schattendasein im öffentlichen Bewusstsein. Darunter leiden viele Betroffene, da sie die Lebensmittelunverträglichkeit als Krankheit überhaupt nicht wahrnehmen und dementsprechend keine ärztliche Hilfe aufsuchen. Etliche Krankheiten bleiben daher unerkannt und unbehandelt, was im schlimmsten Fall zu Folgeerkrankungen führen kann.

Lebensmittelunverträglichkeit oder Lebensmittelallergie?

Wer sich mit dem Thema Lebensmittelunverträglichkeit beschäftigt, dem stellt sich angesichts der großen Anzahl von Krankheitsbildern die Frage, was eine Lebensmittelunverträglichkeit eigentlich von einer Lebensmittelallergie unterscheidet. Zwar können sich die Symptome teilweise überlagern, letztendlich besteht aber ein deutlicher Unterschied zwischen einer Lebensmittelunverträglichkeit und einer Lebensmittelallergie, was gerade Betroffene bestätigen können.

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Kennzeichen einer Lebensmittelallergie ist, dass der Körper auf bestimmte Nahrungsmittel mit einer übergroßen Abwehr des Immunsystems auf einzelne Allergene reagiert und dagegen Antikörper bildet. Da beinahe alle Nahrungsmittel Allergene enthalten, gestaltet sich die Suche nach den Auslösern oftmals langwierig. Das größte Problem für Allergiker, die unter einer Nahrungsmittelallergie leiden, besteht darin, die allergenen Stoffe völlig zu vermeiden, da verarbeitete Lebensmittelprodukte aus einer Vielzahl von Zutaten hergestellt werden und selbst winzige Mengen der Allergene im Einzelfall große Beschwerden hervorrufen können.

Neben den Lebensmittelallergien sind auch die Pseudoallergien zu erwähnen. Sie bewirken die gleichen Komplikationen wie die Lebensmittelallergie, allerdings kommt es dabei nicht zu einer Aktivierung des Immunsystems.

Eine Lebensmittelunverträglichkeit bedeutet in der Regel, dass der Körper einige Nahrungsmittel nicht normal verdauen kann. Grund dafür ist in vielen Fällen ein Mangel an bestimmten Enzymen. Da aber meistens noch eine kleine Menge an Enzymen produziert wird, reicht es beispielsweise bei einer Lebensmittelunverträglichkeit wie der Laktose-Intoleranz, die Zufuhr von Laktose zu begrenzen, um beschwerdefrei leben zu können.

Lebensmittelunverträglichkeit

Lebensmittelunverträglichkeit @iStockphoto/Michel Guenette

Formen der Lebensmittelunverträglichkeit

Lebensmittelunverträglichkeiten oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten zählen zu den Krankheiten, die in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung zugenommen haben. Viele Menschen reagieren auf bestimmte Bestandteile in der Nahrung mit Überempfindlichkeit oder Abwehrreaktionen. Die Beschwerden treten überwiegend sofort dann auf, wenn die unverträglichen Stoffe verzehrt wurden.

Bei der Lebensmittelunverträglichkeit sind verschiedene Formen zu unterscheiden: Es gibt toxische Lebensmittelunverträglichkeiten wie Lebensmittelvergiftungen und die wesentlich häufigeren, nichttoxischen Lebensmittelunverträglichkeiten, um die es hier gehen soll.

Bei den Lebensmittelunverträglichkeiten ist das Immunsystem nicht beteiligt. Die Beschwerden rühren im Allgemeinen daher, dass der Köper bestimmte Stoffe aus der Nahrung nicht verarbeiten und in den Stoffwechsel integrieren kann. Zu diesen besonderen Formen der Lebensmittelunverträglichkeit zählen Laktose-Intoleranz, Histamin-Intoleranz, Gluten-Intoleranz und intestinale Fructose-Intoleranz, die im Folgenden dargestellt werden sollen.

Die Diagnose stellt bei vielen Lebensmittelunverträglichkeiten eine besondere Schwierigkeit dar. Dies liegt vor allem an dem breiten Spektrum der Symptome der einzelnen Lebensmittelunverträglichkeiten, die sich zum Teil überlappen oder große Ähnlichkeiten mit anderen Krankheiten besitzen.

Ob Gluten-Intoleranz oder Laktose-Intoleranz, für alle der hier genannten Lebensmittelunverträglichkeiten gilt: Eine medikamentöse Therapie ist selten möglich. Dennoch können die Betroffenen mit diesen Krankheiten ein weitgehend normales Leben ohne Beschwerden führen, wenn sie die unverträglichen Stoffe aus ihrer Ernährung verbannen und eine konsequente Diät einhalten. In einigen Fällen schafft auch die zusätzliche Gabe des fehlenden Enzyms Abhilfe.

Laktose-Intoleranz

Mit Laktose-Intoleranz bezeichnet man allgemein die Unfähigkeit des Körpers, Milchzucker (Laktose) zu verdauen. Zwei Gründe können für diese Lebensmittelunverträglichkeit verantwortlich sein: Das spezielle Enzym Laktase, das zur Verdauung von Laktose notwendig ist, wird in zu geringen Mengen oder überhaupt nicht hergestellt. Die Folgen sind vielfältige Beschwerden, die von Blähungen, Bauchdrücken, Übelkeit und Erbrechen bis zu Durchfall reichen können.

Die Fähigkeit, Milchzucker zu verdauen ist eine relativ junge Fähigkeit in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit. Anthropologen wiesen anhand von Skelettfunden nach, dass vor ungefähr 8000 Jahren bestimmte Völker, die Milchwirtschaft betrieben, diese Fähigkeit ausbildeten, während die übrigen dies nicht taten. Dies hat Auswirkungen bis heute: Die Mehrheit der Weltbevölkerung hat im Erwachsenalter eine natürliche Laktose-Intoleranz. In den Ländern Asiens sowie in den Südhälften von Afrika und Lateinamerika fehlen Milchprodukte häufig auf dem Speiseplan, da dort die Laktose-Intoleranz angeboren ist.

Aber auch in den Ländern, in denen die Menschen über das Enzym Laktase verfügen, kann es Laktose-Intoleranz geben. In diesem Fall wird die Lebensmittelunverträglichkeit zur Krankheit. Allein in Deutschland schätzt man die Zahl der Menschen mit Laktose-Intoleranz auf 8 bis 12 Millionen. Laktose-Intoleranz darf nicht mit der Milch(eiweiß)allergie verwechselt werden, bei der eine immunologische Abwehrreaktion des Körpers vorliegt.

Die Ursachen für eine Laktose-Intoleranz können sehr unterschiedlich sein: Angeborener Laktasemangel, Darmerkrankungen oder chronischer Alkoholmissbrauch zählen dazu. Bei ungefähr 75 Prozent der Menschen mit Laktose-Intoleranz wird eine weitere Lebensmittelunverträglichkeit diagnostiziert, die Fructose-Intoleranz. Fructose-Intoleranz bedeutet, dass bestimmte Zuckerarten nicht richtig verdaut werden können.

Diagnose & Behandlung einer Laktose-Intoleranz

Milch, Quark und Joghurt gelten hierzulande als wichtiger Bestandteil einer gesunden, vollwertigen Ernährung. Gerade deshalb ist es für Menschen mit Laktose-Intoleranz teilweise sehr schwierig, die Ursache ihrer Beschwerden überhaupt wahrzunehmen und eine Lebensmittelunverträglichkeit in Betracht zu ziehen.

Zur Diagnose von Laktose-Intoleranz bestehen verschiedene Methoden. Mit einem einfachen Selbsttest lässt sich beispielsweise feststellen, ob eine Laktose-Intoleranz im Bereich des Möglichen liegen könnte. Bei diesem Selbsttest meidet man drei bis vier Tage Milch und sämtliche Milchprodukte. Wichtig: Dazu zählt auch der Verzicht auf Lebensmittel, die Laktose als Zusatzstoff enthalten. Am Ende der laktosefreien Diät nimmt man eine Portion Milch oder ein Milchprodukt zu sich und beobachtet die Wirkung. Stellen sich darauf die üblichen Komplikationen wie Blähungen oder Durchfall ein, ist dies ein erster Hinweis auf eine Laktose-Intoleranz.

Über genauere Diagnosemethoden verfügt der Arzt. Er kann einen Wasserstoff-Atemtest oder einen Blutzuckertest durchführen. Beide Tests zeigen einen möglichen Laktasemangel an und einen geben einen begründeten Anhaltspunkt für eine Laktose-Intoleranz. Auch Gentests und Darmgewebeproben können zur Feststellung dieser Lebensmittelunverträglichkeit durchgeführt werden.

Steht Laktose-Intoleranz als Diagnose fest, dann wird der Arzt als wichtigste Behandlungsmaßnahme eine so genannte Eliminationsdiät anordnen, mit der alle laktosehaltigen Lebensmittel vermieden werden. Ist die Ursache der Laktose-Intoleranz eine behandelbare Darmerkrankung, dann kann sich der Mangel des Enzyms Laktase nach der Heilung wieder normalisieren und die Lebensmittelunverträglichkeit in Bezug auf Laktose-Intoleranz verschwinden. Bei einer leichten Laktose-Intoleranz kann man Laktase als Medikament zuführen, sodass der Verzehr von laktosehaltigen Speisen wieder möglich wird.

Gluten-Intoleranz

Gluten-Intoleranz ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Gluten, ein Bestandteil vieler Getreidesorten, nicht mehr abgebaut werden kann. Dies hat zur Folge, dass sich der Dünndarm entzündet und seine Verdauungsfähigkeit abnimmt. Gluten-Intoleranz wird bei Kindern Zöliakie genannt und bei Erwachsenen einheimische Sprue oder Heubner-Hertner-Krankheit. Gluten-Intoleranz zählt zu den Lebensmittelunverträglichkeiten, die ohne Behandlung zu einer gefährlichen Beeinträchtigung der Darmtätigkeit und Verdauungsfähigkeit führen können.

Patienten mit Gluten-Intoleranz leiden an einer chronischen Erkrankung der Darmschleimhaut. Zu den Symptomen der Gluten-Intoleranz zählen Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme ebenso wie Mangelernährung und ein vorgewölbter Bauch. Bei Kindern kommt es zu Wachstumsstörungen. Das Krankheitsbild der Gluten-Intoleranz kann sich im Einzelfall sehr unterschiedlich äußern. Manche Patienten vertragen größere Mengen von Gluten, andere reagieren auf geringste Mengen mit Beschwerden.

Der Verzehr von glutenhaltigen Nahrungsmitteln führt bei Patienten mit Gluten-Intoleranz zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut, die zu einem Absterben der verdauungswichtigen Darmzotten (Zottenatrophie) führt. Das hat schwerwiegende Konsequenzen: Die Nahrung kann nicht mehr richtig verwertet werden, Vitamine und lebenswichtige Nährstoffe werden nur noch unzureichend aufgenommen. Darin liegt die größte Gefahr dieser Lebensmittelunverträglichkeit.

Gluten-Intoleranz erhöht die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes mellitus Typ 1 und dem Non-Hodgkin-Lymphom zu erkranken. Die Ursachen für die Gluten-Intoleranz sind noch nicht völlig geklärt, vermutlich spielen vor allem Vererbung, aber auch Infektionen eine Rolle. Zurzeit gibt es keine Möglichkeit, die Gluten-Intoleranz mit Medikamenten zu behandeln. Der einzige Weg, mit dieser chronischen Erkrankung zu leben, besteht in einer glutenfreien Diät.

Diagnose & Behandlung von Gluten-Intoleranz

Die Diagnose einer Gluten-Intoleranz kann nicht vom Hausarzt durchgeführt werden, sondern nur vom Facharzt. Da die Symptome von den Betroffenen vielfach mit Verdauungsstörungen verwechselt werden, suchen vermutlich etliche Patienten keinen Arzt auf. Der Facharzt kann mit einer Blutuntersuchung den Gehalt verschiedener Antikörper gegen das Gliadin, ein Glutenbestandteil, ermitteln und daraus Rückschlüsse auf eine bestehende Gluten-Intoleranz ziehen.

Größere Gewissheit können eine Magenspiegelung und die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Dünndarm bringen. Auch wenn der Krankheitsverlauf der Gluten-Intoleranz bekannt ist, ist die Diagnose dennoch nicht so einfach, da es Ähnlichkeiten und Überschneidungen mit Lebensmittelallergien und Darminfektionen gibt. Vor Beginn der Untersuchungen darf der Patient keine glutenfreie Diät durchführen, denn das würde die Diagnose verzerren.

Eine der Hauptschwierigkeiten bei der Diagnose dieser Lebensmittelunverträglichkeit ist das so genannte Eisbergphänomen, das besagt, dass das Krankheitsbild im Einzelfall sehr unterschiedlich aussehen kann. Manche Patienten haben eine sehr große Zottenatrophie, ohne dass die spezifischen Komplikationen auftreten. Die Diagnose kann auch durch andere Krankheiten, die durch den verursachten Nährstoffmangel ausgelöst werden, überdeckt werden, was die Diagnose vor besondere Herausforderungen stellt.

Gluten-Intoleranz ist nicht durch Medikamente oder eine Operation heilbar. Die Therapie besteht bei dieser Lebensmittelunverträglichkeit einzig aus einer glutenfreien Diät. Mit dieser Ernährungsumstellung lässt sich die Schädigung des Dünndarms, insbesondere der Darmzotten, wirksam eindämmen.

Ernährung bei Gluten-Intoleranz

Gluten kommt in zahlreichen Getreidesorten als Klebereiweiß vor. Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel, Triticale (eine Weizen-Roggen-Kreuzung) und Kamut enthalten Gluten. Außerdem setzt die Lebensmittelindustrie Gluten als Emulgator und Zusatzstoff in zahlreichen verarbeiteten Nahrungsmitteln ein. Für Patienten mit Gluten-Intoleranz ist eine lebenslange glutenfreie Diät momentan die einzige Behandlungsform.

Wer eine Gluten-Intoleranz hat, muss sämtliche glutenhaltige Lebensmittel von seinem Speiseplan streichen. Das bedeutet einen Verzicht auf die meisten Getreideprodukte und verlangt einen genauen Blick auf die Zutatenliste von verarbeiteten Lebensmitteln. Brot, Brötchen, Gebäck, aber auch Wurst, viele Süßigkeiten, Bier und alkoholhaltige Getränke dürfen nicht verzehrt werden. Besonders wichtig: Auch einige Medikamente und Mundhygieneprodukte enthalten Gluten.

Menschen mit Gluten-Intoleranz erhalten besondere glutenfreie Nahrungsmittel in Fachgeschäften für glutenfreie Ernährung und Reformhäusern. Mittlerweile werden glutenfreie Produkte zunehmend auch in Supermärkten angeboten. Sie sind mit dem Vermerk „glutenfrei“ gekennzeichnet, was bedeutet, dass sie unter dem Grenzwert von 10 mg Gluten pro 100 g Trockenmasse liegen.

Gluten-Intoleranz ist eine Lebensmittelunverträglichkeit, die zwar eine Einschränkung bedeutet, aber eine gesunde Ernährung dennoch nicht unmöglich macht. Als Ersatz für die glutenhaltigen Getreidesorten können Amaranth, Quinoa, Hirse, Esskastanien (Maronen) oder Buchweizen herangezogen werden. Kartoffeln, Sojabohnen, Mais und Reis sind ebenfalls erlaubt. Viel Obst und Gemüse sind bei Gluten-Intoleranz empfehlenswert, Fleisch, Fisch, Milch und Eier sind gut verträglich. Eine Übersicht über glutenfreie Produkte kann von der Deutschen Gesellschaft für Zöliakie e.V. angefordert werden.

Histamin-Intoleranz

Histamin-Intoleranz ist eine Form der Lebensmittelunverträglichkeit, bei der Nahrungsmittel, die Histamin enthalten, nicht normal abgebaut werden können. Histamin kommt nicht nur in der Nahrung vor, es ist auch ein körpereigener Stoff, der bei der Regelung des Stoffwechsels eine bedeutende Rolle spielt. Liegt eine Histamin-Intoleranz vor, dann kann das Enzym Diaminoxidase, das das Histamin aufspaltet, nicht ausreichend produziert werden.

Das Krankheitsbild von Histamin-Intoleranz ist vielschichtig: Die Mehrzahl der Patienten klagt über unterschiedliche Verdauungsbeschwerden wie zum Beispiel Blähungen, Durchfall und Koliken, die den üblichen Komplikationen des Reizdarmsyndroms entsprechen. Zudem kommt es zu pseudoallergischen Reaktionen der Nasenschleimhäute, die sich in heftigem Fließschnupfen und Niesen zeigen.

Weitere Symptome sind Kopfschmerzen, Migräne und allgemeines Unwohlsein mit Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Schlaflosigkeit, Erschöpfungszuständen und Dysmenorrhoe. Histamin-Intoleranz kann sich auch in bestimmten Hautproblemen äußern. Dazu gehören Nesselsucht, Quaddeln, das Flushsymptom (also starkes Erröten und Hitzegefühl) sowie Juckreiz. In seltenen Fällen kommt es zu Herz-Rhythmus-Störungen und allergischen Asthmaanfällen. Diese Symptome treten im Einzelfall sehr unterschiedlich auf.

Über die Ursachen der Histamin-Intoleranz ist noch wenig bekannt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird diese Lebensmittelunverträglichkeit nicht vererbt, dennoch weiß man nicht, was die konkreten Auslöser sind. Mit 80 Prozent bilden Frauen im mittleren Alter die größte Patientengruppe. In Europa ist ungefähr ein Prozent der Bevölkerung an Histamin-Intoleranz erkrankt.

Histamin-Intoleranz Behandlung

Bis es zur Diagnose von Histamin-Intoleranz kommt, kann manchmal viel Zeit vergehen. Der Grund dafür sind die breit gefächerten Symptome, die in der Praxis kaum bei einem Patienten alle gemeinsam auftreten. Das Krankheitsbild der Histamin-Intoleranz überlagert sich zudem teilweise oder komplett mit anderen Lebensmittelunverträglichkeiten, Lebensmittelallergien und Krankheiten mit ähnlichen Symptomen wie etwa dem Reizdarmsyndrom.

Ein erster Schritt auf dem Weg zur Diagnose ist ein Selbsttest, bei dem man für mindestens eine Woche alle Lebensmittel, die Histamin enthalten, konsequent vom Speiseplan ausschließt. Stellt man eine deutliche Verbesserung der Allgemeinverfassung fest, liegt die Vermutung nahe, dass eine Histamin-Intoleranz vorhanden ist.

Die endgültige Diagnose aber kann der Arzt erst nach einigen Untersuchungen stellen. Mit einem Bluttest lässt sich ermitteln, wie hoch der Gehalt des Enzyms Diaminoxidase ist. Liegt das Ergebnis unter dem normalen Durchschnitt, dann bedeutet das, dass der Körper Histamin nicht vollständig verwerten kann und eine Histamin-Intoleranz vorliegen kann. Der Arzt kann außerdem weitere Tests durchführen, um herauszufinden, ob Lebensmittelallergien bestehen.

Die Behandlung von Histamin-Intoleranz besteht in erster Linie durch eine histaminreduzierte Diät. Eine Heilung durch Medikamente ist derzeit nicht möglich. Allerdings gibt es inzwischen Produkte, bei denen das Enzym Diaminoxidase aus Schweinenierenextrakt gewonnen wurde. Damit soll die Verdauungsfähigkeit von Histamin kurzfristig verbessert werden.

Ernährung bei Histamin-Intoleranz

Histamin-Intoleranz kann mit einer Diät behandelt werden, die das Histamin in der Nahrung stark reduziert. Ein völliges Eliminieren des Histamins ist nicht möglich, da Histamin im Körper für den Stoffwechsel selbst produziert wird. Es muss auch gar nicht vollständig eliminiert werden, denn die Patienten produzieren ja weiterhin das Enzym Diaminoxidase, allerdings in unzureichender Menge. Es besteht also eine begrenzte Lebensmittelunverträglichkeit.

Daher ist es die erste Aufgabe bei einer diagnostizierten Histamin-Intoleranz, die persönliche Histamin-Toleranzgrenze herauszufinden. Das funktioniert am besten mit einem Ernährungstagebuch, bei dem die Art und Menge der verzehrten Lebensmittel festgehalten wird. Im Laufe der Zeit bekommt man dann ein genaues Gespür für den individuellen Spielraum.

Histamin kommt hauptsächlich in gereiften Lebensmitteln vor, aber auch in Hefe, Fisch, Essig und Rotwein. Dabei gilt die Faustregel: Je höher der Reifungsgrad, desto höher der Histamingehalt. Bei Histamin-Intoleranz lautet die Devise: Alles so frisch wie möglich essen, keine lange Lagerung von Lebensmitteln und am besten keine verarbeiteten Fertigprodukte.

Die Diät bei Histamin-Intoleranz verfolgt drei Ziele: Die Lebensmittel mit hohem Histamingehalt wie Wurstwaren oder lang gereifter Käse werden eliminiert, ebenso wie jene Nahrungsmittel, die Histamin freisetzen (Histamin-Liberatoren) und die Lebensmittel, die das Enyzm Diaminoxidase einschränken. Mit dieser Ernährungsumstellung kann man eine abwechslungsreiche und vollwertige Kost zu sich nehmen und trotz Lebensmittelunverträglichkeit frei von Beschwerden leben.

Fructose-Intoleranz

Fructose-Intoleranz bedeutet eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit und tritt als Krankheit in zwei Formen auf: Als intestinale Fructose-Intoleranz, auch Fructose-Malabsorption genannt, oder als hereditäre Fructose-Intoleranz. Während die hereditäre Fructose-Intoleranz eine erbliche Fructose-Unverträglichkeit ist und mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:20.000 auftritt, ist die intestinale Fructose-Intoleranz Schätzungen zufolge bei jedem dritten Menschen in Europa anzutreffen. Im Folgenden geht es nur um die häufigere intestinale Fructose-Intoleranz.

Die Form der intestinalen Fructose-Intoleranz gehört zu den Lebensmittelunverträglichkeiten mit der größten Verbreitung und geringsten Wahrnehmung. Viele Menschen, die eine Fructose-Intoleranz haben, sind sich dessen nicht bewusst und folglich bleibt die Behandlung aus. Dabei kann eine Ernährungsumstellung die Beschwerden schnell und wirksam beseitigen.

Fructose-Intoleranz ist eine Lebensmittelunverträglichkeit, die in der Verdauungsunfähigkeit von Fructose besteht. Die Bandbreite der Symptome einer Fructose-Intoleranz umfasst Blähungen, Darmgeräusche, Bauchschmerzen, wässrige Durchfälle und Koliken. Hinzu kommen können Müdigkeit, Stimmungstiefs, Depressionen und ein Reizdarmsyndrom, welches alle genannten Beschwerden enthält. Diese Symptome müssen nicht immer zusammen auftreten und variieren im Einzelfall in ihrer Stärke.

Die Ursachen für eine Fructose-Intoleranz sind noch nicht geklärt. Fest steht zumindest, dass der Darm die Fructose nicht wie sonst resorbieren kann, weil die dazu erforderlichen GLUT-5-Transportproteine nur unzureichend oder gar nicht aktiviert werden können. Die unverdaute Fructose führt dann dazu, dass die genannten Beschwerden eintreten.

Diagnose & Behandlung von Fructose-Intoleranz

Die Diagnose der intestinalen Fructose-Intoleranz als Lebensmittelunverträglichkeit stellt insofern eine Schwierigkeit dar, als die meisten Betroffenen die bestehenden Beschwerden als nicht besorgniserregend betrachten. Es ist zwar allgemein bekannt, dass Zucker nicht gesund ist, weniger aber offensichtlich ist jedoch, dass eine gesunde Ernährung mit hohem Obst- und Gemüseanteil bei einer vorhandenen Fructose-Intoleranz ebenfalls zu den gleichen Beschwerden führen kann.

Dabei kommt erschwerend hinzu, dass die Fructose-Intoleranz mit hoher Wahrscheinlichkeit zusammen mit einer Laktose-Intoleranz auftritt. Die Symptome beider Krankheiten können sich außerdem überlagern. Sie sind zugleich dem allgemeinen Erscheinungsbild des Reizdarmsyndroms sehr ähnlich und machen daher eine sorgfältige Diagnostik notwendig.

Der Arzt kann anhand eines Wasserstoff-Atemtests herausfinden, ob der Fructoseabbau gestört ist. Bei diesem Test wird der Wasserstoffgehalt im Atem des Patienten nüchtern und nach der Einnahme von Fructose gemessen. Ein erhöhter Wasserstoffgehalt deutet auf eine Fructose-Intoleranz hin. Eine weitere, seltener angewandte Untersuchungsmethode ist die Messung des Fructosespiegels im Blut. Mit einem Laktulosetest lassen sich die Ergebnisse des Wasserstoff-Atemtests weiter fundieren.

Für die Behandlung von Fructose-Intoleranz stehen keine Medikamente zur Verfügung. Wie bei den meisten Lebensmittelunverträglichkeiten ist auch hier eine spezielle Diät der einzig gangbare Weg. Durch das Meiden von fructosehaltigen Nahrungsmitteln lassen sich die typischen Komplikationen einer Fructose-Intoleranz dauerhaft abstellen.

Ernährung bei Fructose-Intoleranz

Bei intestinaler Fructose-Intoleranz kann eine Eliminationsdiät, die fructosehaltige Nahrungsmittel meidet, die Beschwerden der Lebensmittelunverträglichkeit beseitigen. Die hereditäre Fructose-Intoleranz verlangt eine eigene Diät und wird hier nicht behandelt. In vielen Fällen ist ein völliger Verzicht auf Fructose nicht nötig und eine fructosearme Diät ausreichend.

Ein wichtiger Anhaltspunkt für die Gestaltung der Diät ist die Ermittlung der persönlichen Fructose-Intoleranz-Schwelle. Manche Menschen vertragen nur kleine Mengen Fructose, andere können größere Mengen ohne Probleme verdauen. Um diese Grenze herauszufinden, eignet sich ein Tagebuch, indem man Art und Menge der Speisen sowie auftretende Beschwerden notiert.

Etliche Menschen mit Fructose-Intoleranz vertragen Lebensmittel besser, bei denen der Glukosegehalt höher als der Fructosegehalt ist. Eine weitere Verbesserung der Verdauungsfähigkeit stellt eine Darmsanierung dar. Eine gesunde Darmflora lässt sich durch regelmäßigen Verzehr von Joghurt und Milchprodukten mit Bakterienkulturen wie beispielsweise Lactobacillus acidus bifidus und Lactobacillus bulgaricus herstellen. Da die meisten Menschen mit Fructose-Intoleranz zugleich auch eine Laktose-Intoleranz besitzen, muss die Diät beide unverträglichen Stoffe berücksichtigen.

Bei der Diät sollte nicht nur Fructose reduziert werden, sondern auch die Zuckeraustauschstoffe Sorbit, Xylit und Mannit, die den Abbau von Fructose im Darm behindern. Da diese Zuckeraustauschstoffe in großem Maße in verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen, sollte man beim Einkauf immer auf die Zutatenliste der einzelnen Produkte achten.

Lebensmittelallergien und Pseudoallergien

Lebensmittelallergien und Pseudoallergien sind bestimmte Formen der Lebensmittelunverträglichkeit. Waren diese Krankheiten früher eher Randthemen, so sind sie inzwischen weit verbreitet. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung treten Lebensmittelallergien bei 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung in Deutschland auf. Pseudoallergien sind zwar weniger häufig, aber ebenso problematisch.

Lebensmittelallergien oder Nahrungsmittelallergien bedeuten, dass der Körper auf bestimmte Stoffe in der Nahrung mit Beschwerden reagiert. Allergische Reaktionen können unabhängig von der Konzentration des Allergens auftreten. Das bedeutet, dass je nach Schwere der Allergie bereits kleinste Mengen von tausendstel Gramm in der Nahrung bereits ausreichen, um heftige Komplikationen zu verursachen. Wie stark die Beschwerden im Einzelfall sind, hängt von der persönlichen Sensibilisierung des Allergikers ab.

Die Symptome einer Lebensmittelallergie äußern sich individuell verschieden. Die häufigsten Beschwerden erstrecken sich auf die Schleimhäute, die Verdauungsorgane und die Haut. Das Anschwellen der Schleimhäute in der Nase, im Mund und Rachen können zudem von einem Juckreiz begleitet werden. Dazu kommen Verdauungsstörungen mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Außerdem zeigen sich Lebensmittelallergien auf der Haut als Ekzeme und der Hautkrankheit Neurodermitis, die mit starkem Juckreiz verbunden ist.

Pseudoallergien weisen dieselben Symptome wie Lebensmittelallergien auf, aber hier reagiert der Körper, ohne dass er Antikörper bildet. Auch hier können die Auslöser sehr unterschiedlich sein. Natürliche Lebensmittel und Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe und Farbstoffe sind meist für eine Pseudoallergie verantwortlich.

Diagnose & Behandlung einer Lebensmittelallergie

Die Diagnose von Lebensmittelallergien und Pseudoallergie ist oftmals eine langwierige Angelegenheit. Die Schwierigkeit für den Arzt besteht darin, aus der großen Anzahl potenzieller Allergieauslöser die tatsächlich vorhandenen im Einzelfall herauszufiltern. Dazu braucht es die Mithilfe des Patienten: Das Führen eines Ernährungstagebuchs kann das Ermitteln von möglichen schädlichen Lebensmitteln sehr unterstützen. Je größer die allergischen Reaktionen sind, desto schneller lassen sich die betreffenden Stoffe lokalisieren. Manchmal braucht es aber etwas Geduld bei der Selbstbeobachtung, bis sich die Allergie bestimmen lässt. Bei Kleinkindern und Jugendlichen, die ebenfalls zur Risikogruppe der Patienten gehören, braucht es eine erhöhte Aufmerksamkeit, um eine Lebensmittelallergie auszumachen.

Der Arzt kann Lebensmittelallergien mit einer Reihe von Untersuchungsmethoden nachweisen. Der Bekannteste davon ist der Hauttest (Pricktest). Dabei werden die wichtigsten bekannten allergieauslösenden Stoffe in abgeschwächter Dosis leicht in die Hautoberfläche eingeritzt. Tritt eine Rötung der Prickstelle auf, dann besteht eine allergische Reaktion auf den Stoff. Eine Lebensmittelallergie kann auch durch die Messung des Methylhistamingehalts gemessen werden.

Für die Behandlung von Lebensmittelallergien und Pseudoallergien gibt es derzeit keine Medikamente. Die Therapie besteht in einer sorgfältigen Eliminationsdiät, die alle allergieauslösenden Nahrungsmittel ausschließt. Zur Vorbeugung von Allergien wird bei Kleinkindern das Stillen empfohlen und generell eine ständige Abwechslung im Speiseplan, da Allergien vor allem durch den regelmäßigen oder ständigen Kontakt mit einem Stoff entstehen.

Ernährung bei Lebensmittelallergien und Pseudoallergien

Wer unter einer Lebensmittelallergie oder Pseudoallergie leidet, benötigt eine gründliche Ernährungsumstellung, damit die Symptome reduziert werden können. Die Ausarbeitung dieser Diät stellt eine besondere Herausforderung dar, denn bei Allergikern genügen manchmal kleinste Dosen, um starke Beschwerden hervorzurufen.

Besonders problematisch sind daher grundsätzlich verarbeitete Lebensmittel. Dabei geht es nicht nur um die Fertiggerichte, sondern auch um die vorbereiteten Zutaten. Wie eine Diät im Einzelfall aussieht, hängt von der Art und Anzahl der festgestellten Allergien ab. Nur die wenigsten Nahrungsmittel sind völlig frei von Allergenen. Zu ihnen gehören Kartoffeln, Reis und Blattsalate.

Ein Grundsatz für das Kochen bei Lebensmittelallergien und Pseudoallergien lautet daher: Möglichst viele Speisen selbst zubereiten, keine vorproduzierten Nahrungsmittelprodukte verwenden. Durch das Vermeiden von verarbeiteten Lebensmitteln verringert man erheblich das Risiko, Allergene unbemerkt aufzunehmen. Denn die Zutatenliste auf Lebensmittelprodukten kann nur selten Sicherheit bieten, da Allergene in nahezu jedem Nahrungsmittel vorkommen.

Ein weiterer Grundsatz für Allergiker ist eine variationsreiche Kost. Je größer die Abwechslung bei den Gerichten ist, desto besser lässt sich die Entstehung von neuen Allergien eindämmen. Außerdem sollte man eine Darmsanierung vornehmen, die sich positiv auf das gesamte Wohlbefinden auswirkt und die Verwertungsfähigkeit des Magen-Darm-Traktes deutlich verbessert. Dies lässt sich durch Milchprodukte mit Bakterienkulturen, die rechtsdrehende Milchsäure produzieren, erreichen.

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