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Fatburner

Laut Statistik leben in Deutschland die meisten übergewichtigen Menschen in ganz Europa. Da liegt es nahe, dass viele einer mühseligen Diät durch Schlankheitspillen und anderen Präparaten entgehen wollen, um so ihre Traumfigur zu erlangen. Zu unseren Ungunsten ist der menschliche Körper darauf vorprogrammiert für schlechte Zeiten Reserven anzulegen. Diese schlagen sich zumeist unschön am Bauch und den Hüften nieder. Auf Basis einer zu energiereichen bzw. zu kalorienhaltigen Ernährung und zu wenig Bewegung, lagern sich die Fettpolster so dauerhaft als Energiedepot an. Was also gegen die lästigen Funde tun?

Fatburner

Als Fatburner (Fettverbrenner) werden Substanzen bezeichnet, die dazu eingesetzt werden, um die unschönen Rundungen los zu werden. Sie sollen also die Verbrennung von Fett fördern. Hierzu zählt eine Vielzahl an unterschiedlichen Produkten. Beworben werden bestimmte Vitamine, Enzyme, Mineralstoffe, spezifische Nahrungsmittel usw. In den meisten Fällen fehlt jedoch ein wissenschaftlicher Nachweis über die Wirksamkeit solcher Mittel. Es gibt aber auch Fettverbrenner, die der Körper selbst erzeugt.

Körpereigene Fettverbrenner

Zu den köpereigenen Fett verbrennenden Substanzen zählt unter anderem Somatotropin als auch das Wachstumshormon Glucagon. Die Aufgabe dieses Hormons besteht zum einen darin, den Blutzuckerspiegel auf einer bestimmten Höhe zu erhalten. Andererseits aktiviert es ebenso ein Enzym, das zum Fettabbau benötigt wird. Die Einnahme von Glucagon soll dem Körper vortäuschen, dass sämtliche Reserven aufgebraucht sind, um das Hormon dazu zu bringen das überschüssige Fett aus den Zellen zu lösen. Findet jedoch keine Verbrennung dieser Energie statt, lagert sie sich wiederum im Körper ab. Ohne Bewegung, welche diese Energie abbauen würde, geht es daher auch hier nicht.

Fatburner

Fatburner ©iStockphoto/celsopupo

L-Carnitin ist für den Energiestoffwechsel ebenfalls von essentieller Bedeutung und wird in den Medien oftmals als muskelaufbauende Substanz angepriesen, die zu einer Verminderung des Fetts beiträgt. Der menschliche Körper bildet L-Carnitin aus den Aminosäuren Lysin und Methionin, welche hauptsächlich in Fleisch enthalten sind. Es ist als Rezeptormolekül im Wesentlichen an der Verbrennung von Fettsäuren beteiligt. Bisher konnte wissenschaftlich gleichwohl nicht nachgewiesen werden, dass allein die Gabe von L-Carnitin einer Fettreduktion zuträglich ist. Ein gesunder Mensch synthetisiert so viel von diesem vitaminähnlichen Wirkstoff wie er für den Transport des Energiebedarfs benötigt. Besteht ein Überschuss, scheidet der Körper diesen aus. Die Konzentration an L-Carnitin kann somit nicht über das Normalmaß hinausgehen. Bei einer Überdosierung können Durchfälle, Erbrechen und Flüssigkeitsverlust auftreten. Darüber hinaus haben Forscher aus den USA entdeckt, dass L-Carnitin (v.a. in rotem Fleisch enthalten) die Vermehrung bestimmter Mikroben in der Darmflora begünstigt, welche ein Arteriosklerose förderndes Abbauprodukt produzieren.

Koffein verbrennt Fett?

Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Tee sowie Guarana-Extrakt werden häufig als s.g. Fatburner tituliert. Diese sollen den Energieverbrauch ankurbeln, um so den Fettverbrauch zu stärken. In der Forschung gibt es tatsächlich Hinweise darauf, dass sich koffeinhaltige Produkte auf die Fettverbrennung auswirken. Die Effekte sind jedoch minimal und können nur mit sehr hohen Dosierungen erreicht werden. Bei einer solchen Konzentration muss allerdings mit ungesunden Nebenwirkungen wie Herzrasen, Unruhe, Schwitzen und Zittern gerechnet werden.

Schlankmacher aus Früchten?

Bestimmte Enzyme aus Früchten wie Ananas und Kiwi (Bromelain) sowie Papaya (Papain, Lysozym, Chymopapain, und Lipase) werden ebenfalls zur Fettreduktion empfohlen. Die Idee solche Enzyme als Fettverbrenner einzusetzen stammt dabei ursprünglich aus der s.g. „Hollywood Diät“, die besonders in den 1920er Jahren populär war. Innerhalb kürzester Zeit wollten damalige Darstellerinnen somit die Pfunde purzeln lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält Enzyme als Fettkiller jedoch für unwirksam, da diese im Magen aufgespalten werden und folglich nicht in die Fettverbrennung eingreifen können. Da in solchen Früchten zudem schnell verdauliche Kohlenhydrate enthalten sind, liefern sie zusätzliche Kalorien, wenn diese hinzukommend zur normalen Mahlzeit zu sich genommen werden.

Magnesium als Fatburner

Magnesium ist maßgeblich an der Mineralisierung von Zähnen und Knochen beteiligt. Ferner beeinflusst es die Muskel- und Nervenreizbarkeit. Es wird behauptet, dass dieser Mineralstoff in den Fettzellen vorhanden ist, um von dort ausgehend die Fettverbrennung zu steuern. Des Weiteren wird suggeriert, Magnesium müsse verstärkt aufgenommen werden, da Lebensmittel durch magnesiumarme Böden zu wenig des Mineralstoffs enthalten würden. Entgegen dieser Behauptungen, ist es nicht direkt an der Fettverbrennung beteiligt. Es eignet sich daher auch nicht als Mittel zur Gewichtsreduktion. Daneben hat der Vitamin- und Mineralstoffgehalt der Böden in den letzten 50 Jahren laut DGE nicht abgenommen.

Gewürze als Fettverbrenner

Scharfe Gewürze wie Chili stehen in dem Ruf förderlich für die Fettverbrennung zu sein. Die darin enthaltenen Scharfstoffe, insbesondere Capsaicin, sollen durch den wärmenden Effekt den Energieverbrauch steigern und so den Abbau von Fett anregen. Unter Experten wird jedoch darauf hingewiesen, dass scharfe Gewürze zwar die Verdauung anregen, nicht aber die Fettverbrennung.
Auch Zimt wird als Fettkiller gerühmt. Dieses Gewürz soll den Blutzuckerspiegel senken und sich so positiv auf den Abbau von Körperfett auswirken. Bei gesunden Menschen ist ein solcher Effekt jedoch eher unwahrscheinlich. Bei Diabetes kann Zimt dagegen den Fettabbau fördern. Wird das Gewürz aber überdosiert, kann es, durch das in ihm enthaltene Cumarin, die Leber schädigen.

MCT-Fette: fettabweisende Lösung?

MCTs bzw. Medium Chain Triglycerides oder auch mittelkettige Triglyceride sollen die Zufuhr von Kalorien begrenzen und überdies den Appetit verringern. Diese Fette werden vorwiegend synthetisch aus Kokosfett erzeugt. Im Gegensatz zu den langkettigen Triglyceriden (LCTs) sind MCTs schneller und leichter verdaulich. Sie müssen in diesem Kontext nicht erst durch Gallensäure emulgiert und Pankreasenzyme, s.g. Lipasen, aufgespalten werden. Sie sind außerdem wasserlöslich, wodurch sie direkt ins Blut gelangen. Auch benötigen sie keine Transporthelfer, sodass sie unmittelbar durch das Pfortaderblut in die Leber gelangen. MCTs bieten daher für einige Erkrankungen, die von einem Mangel oder Fehlen von Lipasen und/oder Gallensäure gekennzeichnet sind, entscheidende Vorteile. Sie gelangen ebenso leicht, ohne Transportproteine, in die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen. Hier stehen sie zum Aufbau von Cholesterin und Ketonkörpern zur Verfügung. Erhöht sich die Konzentration von Ketonkörpern im Blut, nimmt das Verlangen nach Essen ab. MCTs enthalten außerdem etwas weniger Kilokalorien als LCTs. Zum Abnehmen erweisen sie sich dennoch eher als ungeeignet. Die positiven Effekte treten nur während etwa zwei Wochen in Erscheinung. Forscher vermuten, dass sich der Stoffwechsel des Menschen danach den veränderten Bedingungen anpasst. Werden dem Körper zudem weiterhin insgesamt zu viele Kalorien zugeführt, sind auch MCTs an der Entstehung von Übergewicht beteiligt. Da es nebenbei künstlich hergestellt wird, finden sich oftmals Unverträglichkeitsreaktionen wie Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen als auch Sodbrennen.

Tatsächlicher Fettverbrenner

Sport bzw. Bewegung ist der ultimative Fatburner. Wer Sport betreibt, verbrennt Kalorien. Diese mobilisiert der Körper aus Kohlenhydraten und Fett. Menschen, die aktiv sind, bauen zusätzlich Muskelmasse auf, sodass auch während der Ruhephasen mehr Energie verbraucht wird. Möchte man Gewicht reduzieren, sollte man zugleich auf die Ernährung achten.
Es gilt also: Wer sich nicht ausreichend bewegt und zu viele Kalorien zu sich nimmt, sieht sich unschönen Pfunden gegenüberstehen.


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