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Entwässerung für die Frühlingsfigur

Endlich wieder wärmer! So sehr wir uns auch über die ersten Sonnenstrahlen, Eis und Kaffee im Freien freuen, so gnadenlos zeigt uns der Frühling auch seine Schattenseiten. Ein langer kritischer Blick in den Spiegel und es ist vorbei mit der guten Laune! Das Kleid vom letzten Sommer sitzt ganz schön eng, die Jeans vom vorletzten Jahr kneift geradezu. Eine reine Steh-Hose! Der Härtetest bringt`s an den Tag, wenn man ihn überhaupt noch wagt: Ein Mal im Bikini vor dem Spiegel posen, huch! Dem Auge bieten sich schwammige Oberschenkel, dellige Kreise an Po und Beinen und der Bauch wölbt sich vor wie im dritten Schwangerschaftsmonat. Abhilfe muss her. Aber subito! Eine Schlabberbluse über das ganze Elend werfen und so tun, als wäre nix gewesen? Nein. Da sind härtere Maßnahmen angesagt.

Eine einfache und viel beschworene Methode ist das Entwässern. Einfach insofern, weil man nur wenige Punkte beachten muss, um überschüssige Wassereinlagerungen loszuwerden.

Warum überhaupt entwässern? Ganz simpel. Weil Wassereinlagerungen den Köper unnötig aufschwemmen. Häufig geschieht dies bei Schwangerschaften, weshalb Ärzte Frauen nach der Entbindung oft eine intensive Entwässerungskur empfehlen. Doch man muss nicht schwanger sein, um mit im wahrsten Sinne des Wortes überflüssigen Wassereinlagerungen zu kämpfen. Das kleine Bäuchlein, das wir trotz stetem Bauchmuskeltrainings gern mit uns herumtragen, ist nicht, wie oft angenommen, eine fiese Fettschicht, sondern eine subkutane Flüssigkeitseinlagerung, die unsere Bauchmuskeln verdeckt. Ein kleiner Test verrät es. Man greift mit zwei Fingern eine Bauchfalte, zieht diese vom Körper weg und lässt sie dann wieder los. Es gibt eine zitternde, wellenförmige Bewegung? Herzlichen Glückwunsch! Dann haben Sie es mit einer unter der Haut sitzenden Wassereinlagerung und überschüssigen Ionen wie Natrium oder Kalium zu tun.

Viel Trinken formt die Figur

Faustregel Nummer eins lautet: Viel Trinken. Denn erst muss hinein, was später wieder herauskommen soll. Wer viel trinkt, spült den Körper durch, die Nieren, den Verdauungstrakt und regt den Stoffwechsel an. Mit ausgeschieden werden auch Gifte und Schlackenstoffe. Das gesamte Erscheinungsbild verbessert sich, die Haut wirkt straffer. Die Nierenfunktion wird durch vermehrtes Trinken angeregt und intensiviert.
Zusätzlich kann mit entwässernden Lebensmitteln nachgeholfen werden. Besonders bekannt sind hier Spargel, Petersilie, Kürbis und Kirschen. Auch Naturreis oder Parboiled Reis gehören dazu, die oft beschworene Reis-Diät hat aber den Nachteil, einseitig zu sein. Hier sollte mit frischem Obst und Gemüse, Geflügel und Fisch ergänzt werden. Brennnesseltee entwässert schonend. Kaffee, Kakao und Grüntee gelten als Klassiker unter den natürlichen Wasserentziehern.

Entwässerungspillen

Entwässerungspillen ©iStockphoto/viviamo

Eine weitere wichtige Faustregel besagt: Bitte wenig oder gar nicht salzen, denn Salz bindet Wasser. Wer gerne würzt, ist da schon aufgeschmissen, aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Es ist einen Versuch wert, stattdessen zu Pfeffer, Knoblauch oder Bärlauch zu greifen.

Heute schon geschwitzt? Der Body dankt´s!

Auch Schwitzen ist im Zusammenhang mit dem Entwässern sinnvoll. Ob durch Sport oder in der Sauna – wer schwitzt, scheidet ebenfalls Wasser und Salze aus. Denn Wassereinlagerungen bestehen neben Wasser auch aus subkutanen, also im Unterhautfettgewebe sich tummelnden Natriumionen. Deshalb schmeckt unser Schweiß salzig. Der Trick in der Sauna ist, während des Saunagangs zusätzlich Wasser zu trinken. Während der Schweiß in der ersten Zeit noch nach Salz schmeckt, wird das später nachlassen. Ein Zeichen dafür, dass man einen Großteil des muskelüberdeckenden „Schwabbel“-Gewebes schon verloren hat.

Natürliche Helfer im Zusammenhang mit der Entwässerung sind Ballaststoffe. Sie sind in Vollkornprodukten, Müsli, Kleie, Trockenobst, Bananen, Äpfeln, Kiwis, Trauben, Kohl, Hülsenfrüchten oder Nüssen enthalten. Ballaststoffe reinigen ähnlich wie Wasser den Darm und Verdauungstrakt und helfen so, überschüssiges Wasser auszuscheiden. Viele Beeren wie Heidelbeeren, Johannisbeeren oder Himbeeren enthalten zusätzlich Anti-Oxidantien, die vor Krebs schützen.

Viel Wasser trinken oder entwässernde Lebensmittel essen, Schwitzen oder kaum Salzen sind ohne großen Aufwand durchführbar. Wer zusätzlich ein Cardio-Training, also ein Ausdauer- bzw. Herz-Kreislauf-Training durchführt, begünstigt den Abtransport des Wassers durch Schwitzen, eine negative Energiebilanz regt on top den Abbau von Fettzellen an. Negative Energiebilanz bedeutet, dass ich mehr Kalorien verbrauche als ich zu mir nehme.

Die bittere Wahrheit ist aber auch: Die Entwässerung hat zwar den Positiv-Effekt einer Gewichtsreduzierung, zu einer dauerhaften Gewichtsabnahme führt sie aber nicht. Gut ist sie für diejenigen, die ihrem Body den letzten Schliff geben oder zusätzlich entgiften wollen. Bei Übergewichtigen wird eine Entwässerung allein nicht ausreichen. In solchen Fällen sollte eine komplette Ernährungsumstellung plus Sport erfolgen. Der durchschnittliche Ottonormalverbraucher aber kann durch das Entwässern seine Figur optimieren.

Entwässerung kann einiges, aber nicht alles

Bei all dem gilt es, die richtige Balance zu wahren. Ihnen wird beim Cardio-Training übel oder es überfordert sie? Dann lieber eine andere Sportart wählen. Überforderung ist ungesund und demotiviert. Experten sind der Meinung, dass jeglicher Sport der Figur gut tut und Fett abbaut – es muss nicht unbedingt ein schweißtreibendes Kraft- oder Ausdauertraining sein, auch wenn hier natürlich tendenziell mehr Fett abgebaut wird als bei weniger anstrengenden Bewegungsabläufen. Aber jeder Sport ist immer besser als gar keiner!
Und: Ein zu hoher Wasserverlust kann zu Unwohlsein führen. Mit dem Wasser werden auch Ionen wie Natrium oder Kalium und Mineralstoffe wie Magnesium ausgeschieden. Diese Stoffe unterstützen aber die Herzfunktionen, Muskeln und Nerven. Außerdem kann durch zu viel Flüssigkeitsverlust der Blutdruck absinken.

Bei bestimmten Personengruppen aber macht das Entwässern richtig Sinn. Wie eingangs erwähnt, haben schwangere Frauen oft Wassereinlagerungen. Ebenso kommt Frauen in den Wechseljahren eine Entwässerung zugute. Durch den Hormonwechsel und den dadurch abgesunkenen Östrogenspiegel kommt es vermehrt zu kleinen Ödemen. Das Ausschwemmen ist deshalb auch hier eine gute Sache. Auch bei gewissen Krankheitsbildern oder Funktionsstörungen wie Bluthochdruck, Schilddrüsen- und Leberunterfunktion oder Wasseransammlungen in der Niere durch chronisches Nierenversagen, empfiehlt sich die Durchführung einer Entwässerungskur. Am besten in Kooperation mit dem Facharzt.

Entwässerung ade! Nicht für Risikogruppen

Riskant wird es dagegen bei Personen mit einer Niereninsuffizienz, das heißt, die Nieren filtern Stoffe nicht mehr richtig. Hier kann eine Entwässerung wirklich gefährlich sein. Auch bei Leberfunktionsstörungen oder bei Niedrigwerten von Kalium ist von der Entwässerungsmethode dringend abzuraten.

Wer seinen Körper richtig entgiften möchte, tut dies meist im Rahmen einer professionellen Entschlackung oder beim Heilfasten, wo ebenfalls sehr viel getrunken wird. Hierfür sollten jedoch mehrere Tage in Ruhe aufgewendet werden. Sicher wundern sich sonst Arbeitskollegen, wenn man stets das Büro verlässt und das stille Örtchen anpeilt.

Entwässern und Sport treiben – das Tüpfelchen auf dem „i“

Fazit: Eine Entwässerung kann das Straffen der Figur begünstigen. Vor allem, wenn man die beschriebenen Punkte über einen längeren Zeitraum beachtet und einhält. Die Entwässerungskur zeigt vor allem dann optische Wirkung, wenn sie nicht übergewichtig sind und ihrem Körper „nur“ den letzten Kick verpassen wollen. Wer nebenbei kontinuierlich Sport treibt, am besten eine Kombination aus Ausdauer- und Kräftigungsübungen, der ist schon ziemlich weit vorne mit dabei. Wer mehr möchte, kann mit härterem Training nachhelfen. Sport bleibt die Allzweckwaffe in punkto Figur! Sowie das Thema Ernährung. Wer ein echtes Gewichtsproblem hat und sich hier dauerhaft umstellt, erreicht viel. Ob nun per Low-Carb-Diät mit wenig Kohlenhydraten, Trennkost, Schlank im Schlaf oder, oder, oder – es gibt genügend Varianten. Nochmal: Die reine Entwässerung ohne Sport trägt nicht zum Fettabbau bei.

Im Grunde greift sie immer wieder, die alte aber eben doch wahre Maxime: Eine gesunde Ernährung, eiweiß- und ballaststoffreich, fettarm mit viel frischem Obst und Gemüse sowie regelmäßige Bewegung sind die beste Grundlage für eine dauerhaft schöne Figur und feste Haut. Und damit auch der Garant par excellence für das persönliche Wohlbefinden. Der Frühling kann kommen!